Beiträge von 87-E-K

    Hallo!


    Ich kann deine Enttäuschung verstehen, wenn am Todestag nur du und deine Mutter am Grab deines Papas gewesen sind. Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen (mein Papa ist vor 2 Jahren gestorben), dass verschiedene Menschen den Friedhof bzw. das Grab unterschiedlich sehen. So gehen ich eigentlich nie ans Grab meines Papas, weil es für mich nicht von bedeutung ist, da ich lieber in den Momenten in denen er mir in den Sinn kommt an ihn denke, und zwar so wie er gelebt hat. Für mich sind daher die Grabbesuche an Weihnachten und zum Todestag eher belastend und ich gehe nur für meine Mama mit. (Ich mag es einfach nicht wenn man an einem bestimmten Tag von mir erwartet genau jetzt traurig an seinem Grab zu stehen - viell. fühle ich mich an diesem Tag einfach nicht danach). Meine Mutter geht oft ans Grab udn wir haben auch darüber gesprochen warum ich nie mitgehe und sie versteht es inzwischen auch - dass das Grab für mich nichts bedeutet, dass ich aber trotzdem (fast) jeden Tag an ihn denke....


    ...klingt viell. etwas kompliziert... aber oft hilft es darüber zu reden, weil meine Mutter weiß jetzt, dass ich einfach nicht zum Grab gehen will, weil ich das für mich nicht brauche und weil ich mich dort einfach nicht wohl fühle...


    Liebe Grüße


    Eva



    Festhalten ist stark, aber Loslassen zeigt wahre Stärke!

    Es weht der Wind
    Ein Blatt vom Baum
    Von vielen Blättern eines
    Das eine Blatt man merkt es kaum,
    denn eines ist ja keines.
    Doch dieses eine Blatt allein,
    war Teil von unserm Leben,
    darum wird dieses eine Blatt
    uns immer wieder fehlen.



    "Ich würde Jahrtausende lang die Sterne durchwandern, in alle Formen mich kleiden, in alle Sprachen des Lebens, um dir einmal wieder zu begegnen
    Friedrich Hölderl



    Wie schön muss es erst im Himmel sein,
    wenn er von außen schon so schön aussieht!
    Astrid Lindgren (aus Pippi Langstrumpf)?


    ...


    Festhalten ist stark - aber Loslassen zeigt wahre Stärke!

    Hallo,
    ich bin neu hier - ich bin durch zufall auf dieses forum gestoßen und konnte mich in K 87 ihren beiträgen zum Teil wieder finden. auch ich habe vor noch nicht mal 2 jahren meinen Vater verloren. und auch bei uns war es so, dass nach der ersten intensiven zeit, nicht mehr oft über das geschehene geredet wurde. Da jeder mit seiner trauer beschäftig war und nebenbei irgednwie das gefühl hatte, den anderen nicht belasten zu wollen und auch nicht die kraft hat, noch jemanden (neben sich selbst) zu trösten.
    Allerdings und darüber bin ich sehr froh, haben wir es inzwischen geschafft über meine Vater "ganz normal" zu sprechen. Sprich: es kommt öfters vor, dass jemand aus der familie in einer situation erwähnt, dass papa jetzt wohl dies oder das gesagt hätte, und das ganze ohne dass danach tiefes schweigen am tisch herrscht. auch können wir wieder ohne ständig in traurige situationen zu geraten, zuhause von papas dingen reden und danach fragen. zB heute nehme ich papas fahrrad, oder wo finde ich dieses buch - in papas regal (diese dinge werde wohl immer papas dinge bleiben) - dadurch bleibt er auch immer bei uns.
    dadurch möchte ich euch zeigen, dass es auf jeden fall möglich ist, verstorbene menschen in das alltägliche leben zu integrieren, ohne dass jedes mal eine "traurige situation" entsteht.
    natürlich gibt es auch öfters traurige momente...aber nicht nur! so wie mein papa teil unseres lebens war als er bei uns war, ist er jetzt immer noch ein teil unseres lebens in vielen verschiedenen situationen (traurige aber auch lustige!) - halt auf eine etwas andere art!


    ich wünsche allen trauernden viel kraft



    Festhalten ist stark, aber Loslassen zeigt wahre Stärke!