Beiträge von marion

    Lieber Mario!


    Schön, dass wir uns wieder mal lesen! Ich habe mir gestern erstmalig seit 3 Monaten ein Herz gefasst und einen Freund angeschrieben,
    ob er schon was vor hat. Gott sei Dank hatte er Zeit und so haben wir einen schönen Nachmittag mit spazieren gehen in der Hauptallee
    und anschließendem Stelzen-Essen verbracht. Am Abend sind wir noch in die Stadt und haben ein paar Lokale besucht.


    Es war wirklich sehr nett und hat gut getan, obwohl ich heute dementsprechend müde bin, weil ich es natürlich überhaupt nicht mehr gewohnt bin.
    Aber es war einfach gut draußen zu sein und wieder mal am Leben teilzunehmen.


    Es tut gut, Freunde und Freude zu haben ... auch bei mir ist es so, dass ich mit einigen früheren Freunden keinen Kontakt mehr habe. Was aber
    hauptsächlich daran liegt, dass sie nicht wissen, wie sie mit mir und meiner Trauer umgehen sollen. Das verstehe ich und bin niemanden deswegen böse.


    Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass du Astrid mehr vermisst, wenn du glücklich bist - es geht mir ähnlich. Ich kann meine Freude nicht mehr mit
    Stephan teilen und das macht es ungeheuer schwierig, Freude und Glück auszuleben. Weil es halt einfach nicht mehr das ist, was es mal war ...


    Die Worte von Christine und Dschina haben mir auch geholfen ... und ... Mario, ganz ehrlich, wir müssen nirgends hinfahren, um bei unseren Lieben
    zu sein ... sie sind immer bei uns. ABER wenn es uns ans Grab zieht, dann sollten wir das auch machen.


    Ja, es ist nun mal so, dass ich noch hier bin und vielleicht auch noch lange hier verweile (wie Dschina es geschrieben hat).
    Ich möchte natürlich nicht wie ein Zombie durchs Leben laufen. Bin dabei den neuen Weg zu gehen ... um mir selbst mein Dasein so angenehm
    und positiv wie möglich zu machen.


    Und auch aus diesem Grund habe ich jetzt den Schritt gewagt, den ich schon lange vor hatte, aber solange Stephan krank war, nicht daran gedacht
    habe, es auch umzusetzen. Ich werde mich mit Anfang Mai beruflich verändern, ich bleibe zwar in der selben Firma, gehe aber in einen anderen Bereich.
    Das ist eine neue Aufgabe und bedeutet auch beruflich einen neuen Lebensabschnitt. Bin natürlich nervös, ob ich es schaffen werde - aber es wird
    mir hoffentlich gelingen!


    Was ich auch mache bzw. eben nicht mehr mache - ich habe mich letztes Jahr auch im Krebsforum angemeldet und viel geschrieben. Für eine
    gewisse Zeit war das auch gut, allerdings habe ich gemerkt, dass die regelmäßige Konfrontation mit dieser schrecklichen Krankheit und all den
    damit verbundenen traurigen Schicksalen, mein positives Weiterkommen verhindert. So habe ich das Schreiben und Lesen in diesem Forum eingestellt.


    Ach ja, wegen Urlaub - ich fahre über Ostern eine Woche nach Deutschland zu einer Freundin und ihrem Sohn - der sich schon mächtig darauf freut
    mit mir gemeinsam seinen Lego-Raupenbagger zusammenzubauen. Es ist meiner erster Urlaub, schauen wir wie es sein wird.


    Liebe Grüße
    Marion

    Ich bin durcheinander und unsicher.


    Ich habe beschlossen, dass ich morgen aufgrund des schlechten Wetters und vor allem wegen dem Sturm nicht ans Grab fahre.
    Ich bin jeden Sonntag am Grab von Stephan und auch meinen Papa gehe ich besuchen. Das mache ich seit acht Monaten - also ich
    glaube, ich war zwei Mal nicht, weil ich krank war.


    Ich glaube auch nicht daran, dass Stephan dort ist und trotzdem zieht es mich hin. Und wenn ich es ein Mal nicht mache,
    habe ich ein schlechtes Gewissen. Das ist doch nicht normal, oder?


    Ich sollte wieder zu leben beginnen. Ich weiß es, aber ich habe Angst, dass es dann so aussieht, wie wenn ich Stephan
    vergessen hätte.
    Ich weiß auch, dass ich die Friedhof-Besuche sowieso irgendwann reduzieren sollte, aber ... genau ...
    da ist wieder das schlechte Gewissen und die Befürchtung, dass es so aussieht, wie wenn mir Stephan nicht mehr wichtig ist.


    Aber mein Leben geht doch weiter?! Stephan hätte nie gewollt, dass ich alleine zu Hause sitze und mit niemanden mehr
    Kontakt habe.


    Ach, ich bin so zerrissen ... und immer wieder auch so traurig. Es sind nicht mehr die nicht enden wollenden Trauerlöcher,
    aber es tut noch immer so weh.


    Irgendwie kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass mein Leben jemals wieder "normal" sein wird.

    Hallo ihr Lieben!


    Da bin ich mal wieder. Ich habe längere Zeit nicht geschrieben, aber bei euch mitgelesen. Ich wusste einfach nicht, was ich schreiben soll.
    Morgen sind es acht Monate ohne Stephan. Einerseits eine Ewigkeit, andererseits manches wie wenn es gestern geschehen wäre ...


    Was mache ich? Ich gehe arbeiten, nach der Arbeit bin ich zu Hause. Ich weiß, dass ich leben sollte. Ich meine damit, etwas unternehmen.
    Meinen Freundeskreis pflegen. Einfach rausgehen ins Leben. Ich bin (fast) 47 Jahre alt, ich sollte noch nicht nur zu Hause sein.
    Aber viel unternehmen heißt Veränderung. So bin ich eigentlich nicht. Oder so waren wir nicht. Stephan und ich haben es immer
    genossen, wenn wir es uns daheim gemütlich gemacht haben.


    Irgendwann reicht es auch den tolerantesten Freunden, wenn man immer nur ablehnt oder absagt, werden sie auch aufgeben.
    Und dann ist gar niemand mehr da. Ich bin am besten Weg, Einzelkämpfer und Couch-Kleber zu werden. Ich lege mir selbst
    Steine in den Weg - wie wenn mein Weg nicht steinreich genug wäre ...


    Jetzt wird das Wetter schöner. Dann macht es hoffentlich mehr Spaß rauszugehen.


    Aufgeben tue ich nicht. Nicht nur, weil ich es Stephan versprochen habe. Auch deswegen, weil das Leben wieder schön werden kann.


    Liebe Grüße an euch alle,
    Marion

    Lieber Josef!
    Ich wünsche Dir von Herzen ein schönes neues Jahr, Glück und Zufriedenheit, vor allem Gesundheit.
    Ich halte eigentlich nichts von Neujahrsvorsätzen. Aber dieses Jahr ist anders - wie so vieles anders ist in meinem Leben.
    Und so wünsche ich mir für das heurige Jahr, dass es mir gelingt, mich mit dem Schicksal zu versöhnen.
    Auch habe ich mir fest vorgenommen, dass ich keine Fragen mehr stelle, auf die es keine Antwort gibt. Diese Fragen tun nur weh ...
    Ganz liebe Grüße
    Marion

    Lieber Mario!
    Ich werde Silvester zu Hause verbringen. Ich habe zwar Einladungen, aber ich denke, dass ich keine Lust dazu habe. Also werde ich es mir mit Brötchen gemütlich machen.
    Ich wünsche Dir auch alles erdenklich Gute,
    ich denke, auch du bist auf dem richtigen Weg angelangt und ... unsere Trauer gehört nun jetzt immer zu unserem Leben dazu.
    Manchmal ist sie stärker und manchmal schwächer.
    Liebe Grüße
    Marion

    Erinnerungen schmerzen, ja. Und wenn wir ehrlich sind - es schmerzen sowohl die schönen als auch die schlimmen, von der Krankheit gezeichneten, Erinnerungen - die schönen und glücklichen, weil wir so was mit unseren Partnern nicht mehr erleben können und die schlimmen, weil sie so furchtbar und wir so hilflos waren.


    Aber wir durften etwas erleben, was alles andere als selbstverständlich ist. Wir haben DEN Menschen getroffen, der uns glücklich und zufrieden gemacht hat. Die Liebe unseres Lebens. Dafür bin ich unendlich dankbar und daraus schöpfe ich Kraft.


    Vielen Menschen bleibt ein solches Glück ihr ganzes Leben lang verwehrt.


    Ich finde es sehr schön, dass du nach wie vor Astrids Geburtstagsfrühstück machst - aber hat es für Dich noch dieselbe Bedeutung? Ich denke, dass es gewisse Dinge/Rituale gibt, die nur schön waren, wie man sie auch gemeinsam genießen konnte. Ach ja, tanzen - Stephan war der Antitänzer schlechthin (abgesehen davon, dass es ihm überhaupt keinen Spaß gemacht hat), aber zum Jahreswechsel haben wir immer - manchmal im Pyjama - Walzer getanzt.


    Du wirst Astrid und ich werde Stephan immer lieben. Sie werden immer in unseren Herzen sein und bleiben. Auch wenn du eine neue Partnerin hast - ich glaube, dass das normal ist. Ich kann mir eine neue Beziehung absolut nicht vorstellen, aber bei mir sind es erst knapp sechs Monate. Ich weiß nicht, ob du mit Deiner Freundin offen über Deine Gefühle sprichst - wenn ja, finde ich, dass Deine Freundin eine tolle Frau sein muss. Es ist für sie sicher auch nicht einfach.


    Du machst es gut, Deine Astrid sieht das sicher genauso :)


    Liebe Grüße,
    Marion

    Hallo ihr Lieben!


    Das erste Weihnachten ist vorbei und heute auch der erste Geburtstag von Stephan, den wir nicht wie die letzten 23 Jahren Seite an Seite feiern konnten ...


    Ich war heute am Grab. Es war nicht so traurig wie ich es gedacht hatte, eher wehmütig, aber auch von einem Lächeln begleitet.


    Ich bin froh, wenn das neue Jahr da ist - aber ich weiß, dass es wichtig ist, sich diesen - schweren Zeiten wie Weihnachten, Geburtstag und Jahreswechsel- zu stellen und sie zu durchleben.


    Natürlich war ich zu Weihnachten immer wieder ein Häufchen Elend, aber wichtig ist - ich habe den Kopf wieder gehoben und weiter gemacht. Es geht nun einmal weiter ... und das ist auch gut so.


    Wir dürfen noch weiterleben - lasst uns was Gutes daraus machen ... im Sinne unserer Lieben, aber auch in unserem Sinn. Wir haben viele schöne Jahre, an die wir uns erinnern können und das gibt uns die Kraft mit Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft weiter zu tun.


    Schönen Abend,
    liebe Grüße
    Marion

    Liebe Schnee!


    Natürlich ist auch der Wunsch der Gedanke - ich, du und alle Hiergebliebenen wünschen sich, dass es ihren geliebten Menschen - wo sie auch immer sind - gut geht, sie glücklich und sorgenfrei sind. Ich selbst bin nicht gläubig, also zumindest nicht im herkömmlichen Sinn - ich glaube an etwas Höheres, aber nicht an Gott wie es die Kirche, die Religion beschreibt. Und ich glaube, dass es mit dem Tod nicht vorbei ist, die Seele lebt weiter. Z.B.: diese Nahtoderfahrungen, weißt du - ich denke mir - diese Menschen, die darüber berichten, können nicht alle lügen. Aber selbstverständlich gebe ich auch zu, dass mir der Gedanke des Weiterlebens in einer anderen Welt bei meiner Trauer hilft ...


    Zum Thema träumen - also ich nehme gar nichts :) und ich habe (leider) noch kein einziges Mal von Stephan geträumt :(. Ich würde sehr gerne. Ich kann auch seit kurzem erst wieder besser schlafen. Ich hatte monatelang große Probleme ein- und durchzuschlafen. Schon während der Krankheit von Stephan, weil ich immer auf ihn aufgepasst habe.


    Ich wünsche Dir und euch allen einen angenehmen Abend,
    verbringt ein schönes drittes Adventwochenende,
    liebe Grüße
    Marion

    Ich rede mit Stephan auch - manchmal laut, manchmal im Gedanken. Er ist und bleibt ein Teil von mir. Langsam kann ich auch an unsere schönen Zeiten denken. Bis vor kurzem hatte ich ausschließlich die schlimmen Bilder der letzten Wochen in meinem Kopf.
    Ich träume allerdings überhaupt nicht von Stephan, egal was ich nehme;)) - würde so gerne, geht aber nicht. Seit ein paar Tagen kann ich besser schlafen. Aber träumen tu ich immer noch nicht. Vielleicht sollte ich auch mal wegfahren.
    Ich glaube schon, dass es etwas nach dem Tod gibt. Aber ich bin mir sicher, dass es unseren Lieben - was die Schmerzen und Qualen betrifft - auf jeden Fall jetzt besser geht.
    Uns halt nicht, wir sind ja noch da und müssen sehen, wie wir vorankommen.
    Ich wünsche Dir einen schönen Abend - ach ja, ich war noch nie im Alten AKH, aber ich glaube diesen Glühmost muss ich mal ausprobieren :))))

    Zu Beginn habe ich die Jacke getragen und jede Nacht unendlich viel Tränen in diese Jacke geweint. Heute lege ich sie zu mir. Der nächste Schritt wird sein, dass ich sie in den Kasten lege. Aber jetzt geht das noch nicht.
    Ja, es stimmt, auch ich möchte Stephan nicht alleine lassen, möchte ihm auch heute noch helfen, immer für ihn da sein. Ich hätte so gerne ein Zeichen, dass es ihm gut geht. Aber leider ... kommt es nicht.
    Ich spüre aber auch sehr wohl, dass sich meine Trauer zu verändern beginnt. Natürlich falle ich auch immer wieder in ein Trauerloch. Aber es kommt nicht mehr so oft und es dauert nicht mehr so lange.
    Alleine lassen ... nein, dass werden wir sie nie! Aber wir müssen auch auf uns achten, wir haben unseren Lebensplan noch nicht erfüllt und brauchen zum weiterleben viel viel Kraft.
    Ganz liebe Grüße
    Marion

    Ja, ich merke das auch immer wieder - Marion, die Tasche ist schön wo hast du die gekauft? Hat mir Stephan geschenkt. Ach schön! Warst du schon mal da und dort? Ja, wir waren vor 2 Jahren dort. Ach schön! Manche reagieren dann ziemlich eigenartig. Da habe ich mir auch schon einige Male gedacht, muss ich jetzt lügen, damit die Leute nicht unangenehm berührt sind? Aber es ist halt so, wenn man so lange Zeit und so gut zusammen war, hat einfach alles eine gemeinsame Geschichte. Ein WIR, ein UNSER.


    Und natürlich sind seine Sachen auch meine - ich trage seine Uhren, seine Schals, was auch immer. Ich habe nach wie vor seine Jacke, die er zu Hause immer anhatte, neben mir im Bett. Natürlich riecht sie nicht mehr nach ihm, aber es beruhigt mich, es tut mir gut. Ob das andere verstehen oder nicht, ist mir echt egal. Und es gibt genug, die es nicht verstehen.


    Das Wir wird immer in unserem Herzen sein, niemand kann uns das wegnehmen. Unser Ich wird auch nie wieder das sein, was es mal früher war, aber unser Ich wird es mit unserem erlebten Wir schaffen, dass wir den richtigen Weg gehen!


    LG
    Marion

    Hallo ihr Lieben!


    Mein Single-Dasein ist schon so lange her, dass ich mich gar nicht mehr erinnern kann. Da war ich 23 Jahre alt, jetzt bin ich 46. Ich weiß nicht, ob es einfacher ist, wenn man schon so eine "Ich-Phase" hatte - ich denke, dass kommt auf die Beziehung an, die man hatte. Je vertrauter, glücklicher und intensiver die Partnerschaft war, desto mehr trauert man und desto schwerer tut man sich mit dem "neu orientieren".


    Natürlich haben wir alle ein "ICH", aber dieses gilt es wieder zu entdecken, vom Staub und von den Scherben zu befreien. Wenn wir es wieder "gefunden" haben, sollten wir gut darauf achten, es hegen und pflegen ... denn es wird uns helfen, wieder glücklicher und zufriedener leben zu können.


    Es ist alles neu für uns - wenn mir gesagt wird, ich soll mir was Gutes tun, denke ich, und was ist das? Was tut mir gut? Wir müssen ganz viel lernen - z.B. alleine etwas genießen zu können, sich alleine an etwas freuen zu können.


    Natürlich weiß man nie, was das Leben noch für einen bringt. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das Thema Beziehung/Partnerschaft für mich ad acta gelegt ist. Selbstverständlich ist es jetzt noch viel zu früh darüber nachzudenken, aber ich würde wahrscheinlich keinem Mann eine reelle Chance geben, ihn immer mit Stephan vergleichen. Unsere Liebe war einzigartig, eine ganz ganz große Liebe.


    Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntagabend, einen schönen 2.Advent!


    Liebe Grüße
    Marion

    Lieber Josef!
    Vielen lieben Dank für Deine Nachfrage - mein Meer ist wieder ein bisschen zur Ruhe gekommen. Bis zur nächsten Sturmflut ... die kommt bestimmt. Es ist halt ein Auf und Ab. Gehört wohl dazu.
    Ich kann mich ins Bett legen, nicht mehr aufstehen, nur mehr weinen - bringt mir Stephan nicht zurück.
    Ich kann so gut es geht mein Leben leben, einen neuen, nämlich meinen Alltag finden, alten/neuen Interessen nachgehen - bringt mir Stephan nicht zurück. Ist aber trotzdem die bessere Entscheidung.
    Also, Ärmel hochkrempeln und es wieder angehen. Das verlorene Wir bekomme ich nicht mehr zurück. Mein Ich möchte ich wieder finden. Das habe ich die letzten Jahre nicht gesucht, mein Ich ist mir nicht abgegangen, mit dem Wir war ich glücklich. Mal schauen, ob ich mein Ich wieder entdecke.
    Und das Wir hat sowieso einen fixen Platz für immer in meinem Herzen und in meiner Seele.
    Liebe Grüße,
    Marion

    Liebe Schnee!
    Ich verstehe Dich so gut, es geht mir genauso - ich mache etwas, im nächsten Moment frage ich mich, wozu ich das tue. Es hat doch eh alles keinen Sinn mehr, zumindest nicht mehr den Sinn, den es mal hatte.
    Heute ist mein Meer wieder stürmisch, das ruhige Dahinplätschern der letzten Tage ist dahin.
    An Tagen wie heute ist das Weiterleben ohne Stephan eine unüberwindbare Mauer. Ich stehe ganz unten und blicke auf diese Mauer, habe das Gefühl, dass sie immer höher und ich immer kleiner werde.
    Die Sehnsucht, den geliebten Menschen noch einmal in die Arme nehmen, mit ihm sprechen zu können, ist so immens groß. Das Wissen, dass das aber nie wieder - zumindest in diesem Leben - möglich sein wird, schmerzt so unglaublich.
    Liebe Grüße,
    Marion

    Lieber Mario!
    Ich finde es sehr gut, dass du Dich entschlossen hast, Dich hier anzumelden. Ich glaube, dass das ein Schritt in die richtige Richtung ist. Hier sind Menschen, die Dich verstehen, diesen furchtbaren Schmerz kennen und einfach wissen, wovon du schreibst.
    Ich denke, dass es Dir gut tun wird, wenn du Dich hier mitteilst, Dir Deine Gedanken und Gefühle von der Seele schreibst.
    Deine Astrid wird immer in Deinem Herzen sein und immer ein Teil Deines Lebens bleiben. Loslassen heißt nicht vergessen.
    Ich bin keine Psychologin und ganz sicher keine Spezialistin auf dem Gebiet der Trauerbewältigung, aber ich denke, dass fünf Jahre so intensiv trauern doch eine sehr lange Zeit ist.
    Ich stecke selbst mitten in der Trauer um meinen Mann (Lebensgefährten, wir wollten im September heiraten, aber wir waren 23 Jahre zusammen und so ist Stephan - ob mit Trauschein oder ohne - mein Mann). Auch Stephan verstarb an Krebs, auch er musste viel zu früh gehen, er war 46 Jahre alt.
    Ich versuche mein ungewolltes neues Leben zu schaffen, es ist wahnsinnig schwer. Bin auch auf der Suche nach einem neuen Sinn. Manchmal geht es besser, manchmal schlechter und manchmal gar nicht.
    Bezüglich einer Trauergruppe kann ich Dir leider keinen Tipp geben.
    Liebe Grüße,
    Marion

    Lieber Josef!
    Es ist aber auch sehr schwer - ich hatte die Deko das letzte Mal vor einem Jahr in meiner Hand, da war Stephan krank und stand vor seiner ersten Chemo - unser Leben war da auch alles andere als in Ordnung, aber wir waren zu zweit, er war bei mir und jetzt bin ich alleine, ohne meinen geliebten Mann ... aber in meinem Herzen und in meiner Seele ist er immer bei mir.
    Ganz liebe Grüße!
    Marion

    Hallo ihr Lieben!
    Ich danke euch - dieses Auf und Ab der Gefühle ist sehr verwirrend.
    Stephan und ich haben Weihnachten geliebt, Stephan hat ja auch am 27.12. Geburtstag. Er hat sich immer so auf diese Zeit gefreut und hat es so gemocht, wenn ich unsere Wohnung geschmückt habe. Bei uns hat es immer wie in einem Weihnachtsdorf ausgesehen, Stephan hat gesagt, bei uns daheim ist in jedem Eck Weihnachten.
    Heuer habe ich zuerst gesagt, dass ich diesmal nichts dekorieren und Weihnachten nicht feiern werde. Ich habe mich aber jetzt anders entschlossen. Wir beide haben diese Zeit gern gehabt. In diesem Sinne habe ich gestern mit der Deko begonnen. Es wird sicher nicht so viel wie sonst, aber es steht unser geliebter Lichterbogen im Fenster, es hängt unser Leuchtstern beim Fenster und auf der Kommode stehen unsere Lieblingsweihnachtsfiguren. Stephan wäre sicher enttäuscht, wenn es in unserer Wohnung kein Weihnachten gibt.
    Und einen kleinen Christbaum werde ich mir auch kaufen, schön schmücken und im Gedanken mit Stephan das Weihnachtsfest feiern.
    Liebe Grüße!
    Marion

    Hallo ihr Lieben!


    Ich möchte euch etwas erzählen:


    Seit gestern ist es anders - wie wenn ich es jetzt so wirklich realisiert habe, dass Stephan tot ist und nicht mehr zurückkommt. Ich kann es nicht genau erklären, aber es ist einfach anders wie noch vor ein paar Tagen ... irgendwie macht mir das Angst. Was passiert mit mir?


    Ich bin doch genauso traurig wie vorher, mein erster Gedanke beim Aufwachen und mein letzter vorm Einschlafen ist Stephan, ich vermisse ihn ... aber ich habe schon länger nicht geweint, warum plötzlich?


    Ich war heute am Friedhof und nicht mal da habe ich geweint. Ich habe mit Stephan gesprochen, habe ihm wie meistens die Ohren voll gequatscht - aber ich habe nicht geweint.


    Ich habe mir gestern Fotos angesehen - es hat mir diesmal nicht sofort die Tränen in die Augen getrieben, ich habe sogar dabei gelächelt.


    Bin ich dabei, mich mit meinem neuen Leben zu arrangieren? Oder bilde ich mir nur etwas ein? Versuche ich unbewusst meine Trauer zu verdrängen?


    Ich werde sicher noch viele traurige und schlimme Tage haben. Weihnachten und der Geburtstag von Stephan naht und davor habe ich ziemlichen Bammel. Keine Ahnung, wie ich das überstehen werde.


    Irgendwie bin ich verwirrt ...


    Wünsche euch einen schönen Sonntag,
    liebe Grüße,


    Marion

    Hallo ihr Lieben!
    Liebe Christine!
    Liebe Amira!


    Es tut gut zu hören, dass man am richtigen Weg ist. Ich bin sehr unsicher, wie wahrscheinlich die meisten von uns, weil ja alles, was ich tue, neu und anders für mich ist. Einfach schon aus dem Grund heraus, dass ich es, was auch immer, alleine mache.


    Ich denke schon, dass ich mich am Sonntag - so wie du schreibst, Christine - zumindest kurz in dieser dritten Trauerphase befunden habe. Und meine Möbel-Umstellerei gefällt mir wirklich und ich fühle mich gut damit. Ich glaube, dass habe ich echt gut gemacht! :8:


    Ich habe heute auch mit der Behandlung meiner Schmerzen (Nacken, Schultern) begonnen. Ich leide schon lange unter ziemlich starken Beschwerden, habe sie aber immer hintan gestellt. Ich habe Stephan gesagt, dass ich mich darum kümmern werde, wenn es ihm wieder gut geht.


    So habe ich heute die erste Massage, Infrarot- und Strombehandlung genossen. Ich versuche mehr auf mich zu schauen. Das ist auch sehr ungewohnt, da ich mich nie in den Vordergrund gestellt habe - für mich war es immer das Wichtigste, dass es Stephan gut geht. Das muss ich auch lernen ...


    Amira, noch kann ich es nicht glauben, dass es irgendwann einmal leichter wird. Ich bin unendlich dankbar für die Zeit, die ich mit Stephan verbringen durfte. Stephan wird immer in meinem Herzen bleiben. Und die Erinnerung kann mir niemand und nichts wegnehmen. Irgendwann werde ich hoffentlich an all das nur mit einem Lächeln, ohne Hadern und Tränen, denken.


    Josef, ich wünsche Dir alles Liebe und viele schöne Momente, ganz viel Kraft!


    Liebe Grüße


    Marion