liebe brija,
ich bin auch in pension und mein dasein plätschert so dahin. wenn ich morgens aufstehe, steht erst mal kaffetrinken und
zeitunglesen an. kaum bin ich in der küche, höre ich schon meinen gastkater auf der terrasse schreien.
wenn der rolladen hochgeht stürmt er rein und will erst mal auf den arm und kuscheln. danach verlangt er seine
leckerli. wenn das wetter schlecht ist marschiert er auf den sofa und schläft eine runde auf der wolldecke.
da ich ein haus und einen garten habe, finde ich eigentlich immer etwas zu tun, wenn ich die energie dazu aufbringe.
insgesamt gehe ich alle arbeiten in einem sehr langsamen tempo an.
am mittag überlege ich mir, ob ich mir etwas koche. für den nachmittag habe ich mir jetzt vorgenommen 1 bis 2 std
in die natur zu gehen. das ist bei mir ohne großen aufwand möglich, feld , wald und wiesen beginnen hinter der
haustüre.da ich arthrose an den meisten gelenken habe, ist bewegung sehr wichtig , um den muskelabbau zu
verhindern. jedoch auch nur unter schmerzen möglich. ich ziehe das jetzt durch, weil ich meine selbständigkeit
so lange wie möglich erhalten will. außerdem merke ich, dass mir das gehen auch etwas den druck aus der brust nimmt und
psychisch gut tut.
ein täglicher gang zum friedhof gehört natürlich auch zum tagesablauf. schwimmen würde ich auch wieder gerne mehr,
aber die derzeitigen einschränkungen durch corona beschränken das angebot doch sehr.
ein gang zum forum steht natürlich auch noch an.
wenn dann der abend endlich erreicht ist,lasse ich den fernseher laufen, häufig auch ohne hinzusehen, nur um
stimmen im raum zu haben. früher habe ich mehr gelesen, aber dazu fehlt jetzt die konzentration.
manchmal hänge ich auch stundenlang im internet, da verfliegt die zeit meist schnell.
wenn mein enkelkind einen ganzen tag bei mir verbringt, ist ein besonderer lichtblick für mich, zwar mega-anstrengend, aber es
fühlt sich wieder nach 'richtigem' leben an. an den wochenenden kommen auch die kinder manchmal vorbei.
da lege ich mich dann mit kochen und backen richtig ins zeug. ich bin sehr dankbar, dass sie mir ein paar unbeschwerte
stunden von ihrer wenigen zeit schenken und da lasse ich mir meinen kummer nicht anmerken. aber sie wissen es auch so
und können mir auch nicht wirklich helfen.
vor einem jahr hätte ich mir noch ein ehrenamt wie tafelladen oder beim geschwisterhaus für schwerkranke kinder
vorstellen können. aber das ist durch corona und auch durch meine eingetretene motivationslosigkeit in den hintergrund
geraten. weitere pläne habe ich zur zeit nicht, ich lasse mich irgendwie treiben.
liebe grüße
flora