Posts by Kleine Frau

    Guten Abend,

    ich weiß, dass es schon so spät ist. Aber nun habe ich den schweren 1. Todestag meines Liebsten hinter mir.

    Am Nachmittag haben wir, meine Söhne, meine Schwiegertochter, mein Enkel und ich, uns am Grab getroffen. Ich habe eine wunderschönes Herz mit roten Rosen und Schleierkraut bestellt. Das haben wir niedergelegt am Fuße seines Grabsteins (ebenfalls ein Herz) und dazu noch zwei herzförmige Kerzen.

    So war ich heute 3x am Grab. Mit und ohne Tränen. Wir konnten leider nicht wirklich lange am Grab bleiben, da es aus Eimern geschüttet hat.

    Anschließen haben wir gmeinsam zu Abend gegessen. Auf dem Tisch stand ein Foto von unserem lieben Det und daneben eine Kerze. So war er uns ganz besonders nah.

    Meine Schwiedertochter hat dem kleinen Mann (jetzt 18 Monate alt) heute die Geschichte vom 2.2.2020 erzählt. er war sehr still und aufmerksam. Nun kann er seit heute "Det" sagen. Das ist wirklich sehr berührend, und ich finde es wunderschön, dass unser Joschi mit dieser Erinnerung an seinen "Opa Det" aufwachsen wird.

    Tatsächlich habe ich den heutigen Tag besser überstanden, als gedacht. Ich habe eine Menge Anteilnahme von Freunden und Bekannten über WhatsApp bekommen. Da draußen sind eine Menge Menschen, die am heutigen Tag an uns gedacht haben. Das macht mich sehr dankbar.

    Ich vermisse ihn genauso wie gestern. Nur weil das 1. Jahr nun vorbei ist, ist nicht die Trauer vorbei.

    Nun werde ich sehen, wie die nächsten Wochen weitergehen. Aber ich werde weiterhin jeden Tag zum Friedhof gehen und meinem Liebsten jeden Tag einen "Himmelsbrief " schreiben.

    LG

    "Kleine Frau" Angela

    So klar hat es uns niemand gesagt. Die Aussagen waren zunächst alle recht positiv. Letztendlich waren es vom Tag der Diagnose bis zum Tod nur 10 Monate.

    Das Rezidiv kam 3 Monate nach Chemo und Bestrahlung. Da war der neue Tumor schon 5 x 6 cm im Hals. Inoperabel. Durch die Bestrahlung war alles kaputt.

    3x aggressive Chemo. Nach der Dritten war er am Ende und der Tumor wuchs und metastasierte in kürzester Zeit. Dann hat man noch eine Immuntherapie begonnen, die aber auch keine Wirkung mehr zeigte. Dann ging alles sehr, sehr schnell.

    Und so musste ich meinen Liebsten gehen lassen.

    Morgen ist der erste Jahrestag. Seit Tagen geht es mir nicht wirklich gut. Die letzten Tage seines Lebens sind vor meinem inneren Auge.

    Manchmal so, als säße ich wieder neben seinem Bett. Die schweren Atemzüge, dieser schwere Kampf. Er war ohne Bewußtsein, hat aber

    darum gekämpft, nicht gehen zu müssen. Aber es war unabwendbar.

    Nun sitze ich hier und vermisse ihn wie verrückt. Die Bilder verfolgen mich. Ich habe Angst davor schlafen zu gehen. Dann ist es dunkel und still. Dann kommen die Bilder noch intensiver. So war es letzte Nacht und manche Nacht davor.

    Und dann denke ich daran, wie unendliche viele Menschen gleiches erlitten haben. Denen es so geht wie mir.

    Warum nur muss man sowas aushalten und ertragen. Mir ist auch bewußt, dass jeder irgendwann mal sterben muss. Aber doch nicht so, auf solch eine Weise und nicht in dem Alter. Das Leben ist so ungerecht.

    Die Trauer ist immer noch so stark. Mir wird dieses besagte "Trauerjahr" nicht ausreichen.

    Ich werde morgen ziemlich beschäftigt sein, somit vielleicht nicht so viel Zeit zum weinen.

    Nachmittags gehe ich mit den Kindern zum Grab. Da werden die Emotionen kommen.

    Irgendwie werde ich die kommende Nacht und den morgigen Tag über mich ergehen lassen. Eine gute Freundin, ebenfalls Witwe, sagte mir, du mußt das aushalten und du wirst es aushalten. Das heilt. Ich werde es sehen.


    "Kleine Frau" Angela (heute sehr traurig:33::33::33:)

    Ihr Lieben da draußen,

    vielen lieben Dank für eure Worte.

    Der heutige Tag ist ohne große Vorkommnisse und Tränen verlaufen. Vormittags war ich bei meinem kleinen Enkel (18 Monate). Das gibt mir immer Kraft für den ganzen Tag.

    Am Dienstag ist ja nun der Todestag meines Liebsten. Die Kinder und ich haben uns heute verabredet, am Nachmittag alle zusammen zum Grab zu gehen,

    um dort ein Gesteck und Kerzen abzulegen, bzw. aufzustellen. Das wird bestimmt sehr emotional. Aber ich weiß, dass unser geliebter Det sich sehr darüber freuen wird. Ihm war der Zusammenhalt in der Familie immer sehr wichtig. Er ist ja dabei und wird uns beobachten. Irgendwo da draußen ist er um uns herum und wird gut auf uns aufpassen. Bis zu dem Moment, wenn wir wieder vereint sind. Dann gehen wir unseren Weg wieder gemeinsam. Ich vermisse ihn so unendlich. <3<3


    Heute habe ich versucht, Fotos zu verkleinern. Hat leider überhaupt nicht geklappt. Ich werde mir Hilfe bei meinen Söhnen holen. Bin sicher ich bekomme das irgendwie hin.


    Liebste Grüße

    Angela

    Der Verlauf war sehr schnell. Der Tumor ist explosionsartig gewachsen.

    Im Hals, im Nacken war alles voll. Es war irgendwie gar keine Zeit mehr zu planen. Es hat uns quasi überrollt.


    Wie bekommst du nur diese Fotos hier hin? Hab auch versucht, aber die Datenmenge ist pro Bild zu groß.:/

    Ich weiss, dass mein Liebster auch am liebsten zu Hause gestorben wäre.

    Da er nach seiner Kehlkopf-OP aber ein Stoma hatte, war dort ja immer eine Kanüle drin. Die hat er sich aber vor Panik und gefühlter Atemnot rausgezogen.

    Da der Tumor die Beweglichkeit seines Kopfes extrem eingeschränkt hatte, konnte man ihm nur in der Klinik richtige Hilfe geben. Das wäre zu Hause leider nicht machbar gewesen. So hat er seine letzten Tagen auf einer Palliativstation verbracht. Ich bin für diese Tage dann dort mit eingezogen.

    Danke liebe Ulla,


    ja heute ist unser Hochzeitstag.

    Der 14.2. ist der Tag der Beerdigung. Der Valentinstag war für uns immer etwas Besonderes. Eigentlich sollte der 14.2.2020 unser Hochzeitstag

    werden. So wurde der 14.2. auf meinen Wunsch der Beerdigungstag. Ein trauriger Tausch. Aber ich weiß und wußte es damals, dass mein Schatz

    das so gewünscht hätte.


    Angela

    An die lieben Mittrauernden da draußen,

    gerade durchlebe ich eine schreckliche Zeit. Im letzten Jahr um diese Zeit waren die letzten Tage im Leben meines geliebten Mannes.

    Gestern vor einem Jahr war der Tag, als ich ihn ins Krankenhaus bringen musste. Er hat sein zu Hause zum letzten Mal verlassen. Obwohl es ihm wirklich sehr schlecht ging, haben wir beide nicht wirklich gewußt, was nun kommen würde.

    Es war uns noch vergönnt, heutevor einem Jahrzu heiraten, und das 3 Tage vor seinem Tod. Ich bin sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit noch hatten. Und ich bin heute sehr stolz, seinen Namen tragen zu dürfen.

    Unser Sohn und seine Freundin haben wie Löwen darum gekämpft und es geschafft. Die Standesbeamten sind in die Klinik gekommen. Mein Liebster war schon in sehr schlechter Verfassung, aber in dem wichtigen Moment war er hellwach und klar. Da er ja wegen seiner Krankheit nicht mehr sprechen konnte, hat er statt "Ja" zu sagen, beide Daumen in die Höhe gestreckt. Da er unter extremer Angst und Atemnot litt, hat man ihn am selben Abend "schlafen gelegt". Von da an hat er nicht mehr reagiert - er lag quasi im Koma.

    Ich bin dann die nächsten 3 Tage bei ihm geblieben. Leider war ich in seiner Todesstunde nicht bei ihm, da Schwestern, Ärzte und Freunde geraten hatten, ihn mal allein zu lassen. Ich hatte mich vorher ausgiebig von ihm verabschiedet und ihm gesagt, dass er gehen dürfe, wenn er wolle. So hat er es getan - ohne mich.

    Er hat sich immer sehr um mich gesorgt und sich gekümmert, dass es mir gut geht. Ich glaube, dass es ihm unendlich schwer gefallen ist, mich zurückzulassen.

    Trotzdem kann ich mir das bis heute nicht verzeihen.

    Nun durchlebe ich alle diese Stunden. Sie sind so präsent. Alle Bilder sind da. Es tut im Rückblick fast mehr weh, als damals in der Realität. Nie hätte ich erwartet, dass mich diese Tag so umhauen würden. Es sind schon unendlich viele Tränen geflossen.

    Am 2.2. ist der Todestag und am 14.2., Valentinstag, jährt sich der Tag der Beerdigung. Vielleicht wird es nach diesen vielen Jahrestagen etwas erträglicher.

    Ich denke, dass da draußen viele von euch, dieses nachzuvollziehen.

    LG "Kleine Frau" Angela

    Hallo, liebe Bine,

    es freut mich, dass ich dich zum Schmunzeln bringen konnte. Und das auch noch völlig unbeabsichtigt. Reine Schusseligkeit.

    Gestern war ich bei unseren engsten Freunden. So waren wir zu Dritt. Zum Jahreswechsel haben wir alle drei da gesessen und bittere Tränen geweint.

    Früher haben wir 2 Paare immer zusammen Silvester gefeiert. Jahrelang.

    Ja, eine neues schreckliches Jahr ohne meinen geliebten Mann. Der Jahreswechsel hat in mir seltsame Gefühle ausgelöst. So, als wolle das alte Jahr mich zwingen, endlich loszulassen. Ich will das nicht und ich kann das nicht. Daher fühle ich mich im Moment sehr komisch. Nun kommen in kurzer Zeit bis zum 1. Todestag am 2.2. die letzten schrecklichen Wochen auf mich zu. Schmerzhafte Erinnerungen an seinen Kampf. Unser Hochzeitstag am 30.01. Der Tag, als mein Geliebter zum letzten Mal wach war. Am Abend nach unserer Eheschließung hat man ihn "schlafen gelegt" und er ist nicht mehr wach geworden. Die Bilder sind noch so präsent, als sei es gestern gewesen. Jeden Tag aufs neue erkennen, dass er nicht mehr zurückkommt. Tatsächllich ist es manchmal für mich immer noch unfassbar.

    Wenn ich nach Hause komme, habe ich immer mal wieder im Geiste die Vorstellung, dass er doch jetzt da sitzen muss, wenn ich die Tür öffne. Da sitzt aber keiner mehr - nie mehr.

    Diese vielen besinnlichen Tage haben mich sehr viel Kraft gekostet. So viele Tränen und tiefe Trauer. Und das geht jetzt auch erstmal so weiter.

    Im Moment hat mich die Trauer wieder voll im Griff. Und ich bin völlig machtlos dagegen. Meine Trauerbegleiterin hat mir eine Mappe voller Übungen gebracht, die ich nun in den nächsten Tagen durcharbeiten will. Werde sehen, ob das hilfreich ist, die Trauerphasen zu durchbrechen, zu verkürzen.

    Aber ich vermisse meinen Schatz so sehr und ich glaube, dass dieser Schmerz niemals weniger wird.

    Ich wünschte einfach nur, ich könnte ihn zurückholen.

    So, ihr lieben Mitkämpfer, es ist nun spät und ich wünsche euch eine hoffentlich geruhsame Nacht.

    Ich werde jetzt noch meinen täglichen "Himmelsbrief" an meinen Lieblingsmenschen schreiben.


    Bleibt tapfer "Kleine Frau" Angela

    Guten Abend an alle draußen,


    endlich sind diese 4 endlos langen und dunklen Tage vorbei. Heiligabend war soweit ja okay, da ich nicht alleine war. Die letzten Tage, habe ich außer 1x am Telefon mit keiner Menschenseele gesprochen. Diese ewige Stille, Leere und Einsamkeit. Ist wirklich kaum zu ertragen. Hätte heute am liebsten mal ganz laut gebrüllt, um diese Stille zu vertreiben. Macht man ja nicht. Ich freue mich schon drauf, dass ich am Dienstag mal zum Einkaufen gehen kann.

    Nun gilt es ja auch noch, den Jahreswechsel hinter uns zu bringen. Der ist ja immer schon ein bisschen emotional gewesen und um 12 Uhr sind auch immer ein paar Tränchen geflossen. Was wird dieses Jahr sein? Sturzbäche?

    Ich werde den Abend bei einem befreundeten Ehepaar verbringen. Wir 4 haben früher immer Silvester zusammen verbracht. So bin ich froh, dass ich nicht alleine zu Hause sitzen muss.

    Ich wünsche euch allen, dass ihr diesen Abend in einem für euch ertragbaren Rahmen verbringt und euch die Gefühle nicht völlig aus der Bahn hauen.


    Ich wünsche euch allen einen guten Silvesterabend, wie immer der auch aussieht.


    Ganz liebe Grüße und Umarmungen


    Angela "Kleine Frau"

    Guten Abend an alle da draußen.

    Nun ist auch der 1. Weihnachtstag fast erledigt. Gestern am Heiligaben war ich bei meinem Sohn, seiner Frau und und meinem Enkelsohn.

    Vorher war ich mit beiden Söhnen auf dem Friedhof. Wir haben Kerzen angezündet und ich habe ein kleines Geschenk mit einem Brief von mir

    dort abgelegt. Einerseits war es sehr feierlich, aber auch schrecklich traurig. Ich musste so hetfig weinen, meinen ganzen Schmerz rausweinen.

    Mein Liebster und ich haben die Weihnachtszeit immer sehr geliebt und entsprechend zelebriert. Viel Deko und ganz viele Lichter.

    Letztes Weihnachten war er noch bei uns. Trotz schon heftigen Einschränkungen (er Konnte nicht mehr sprechen, essen oder trinken) war er so glücklich

    mit uns zu feiern und seinen kleinen Enkel zu erleben.

    Niemand hätte daran gedacht, dass mein Liebster nur noch wenige Wochen hat. Die Erinnerungen an diese Zeit raubt mir immer wieder den Atem.

    Und ich weiß nicht, ob das jemals aufhört. Die Bilder sind alle noch so präsent, als sei es gestern gewesen. Und ich vermisse meinen Schatz wie am ersten Tag.

    Ich hoffe, ihr hattet alle liebe Menschen an diesen Tagen um euch, damit ihr nicht alleine wart.

    Jetzt haken wir schnell noch den 2. Feiertag ab, dann haben wir Weihnachten geschafft. Welch ein Irrsinn - früher hätte ich alles darum gegeben, wenn Weihnachten

    dreimal so lang wäre.

    Wie sehr sich Sichtweisen in wenigen Monaten ändern können.

    Ganz liebe Grüße an euch alle

    Angela "Kleine Frau"

    Liebe Annekathrin,


    mein tiefempfundenes Mitgefühl. Dein Mann war noch so jung. Jünger als meine beiden Söhne.

    Was tut man gegen die Einsamkeit am Abend oder in der Nacht? Ich habe in den ersten Wochen einfach gar nichts gemacht. Ich konnte nicht.

    In dieser Zeit war ich so durch, dass ich abends einfach vor lauter Elend in den Schlaf gefallen bin. Am Morgen wach werden in der ewigen Stille, nach Erledigungen nach Hause kommen in die ewige Stille. Ich konnte nichts machen, als es einfach irgendwie auszuhalten. Ich konnte anfangs gegen die Stille nichts tun, Radio und Fernsehen konnten die Stille nicht beseitigen. Die Stille konnte ich hören. Habe in der Zeit viele Bilder geschaut von unseren Reisen, oder Videos. Ich habe mich sehr intensiv mit meinem Liebsten beschäftigt. Dafür bin ich sehr dankbar, dass ich das konnte. Viele hätten das nicht ertragen. Ich musste mich immer wieder mit ihm beschäftigen. Bilder aufstellen. Ein Kissen mit seinen Fotos bestellen. Dieses Kissen steht immer auf meiner Couch. Alle Bilder, das Kissen sind immer in meiner Sichtweite. Ich habe eine Erinnerungskiste gekauft, die ich mit seinen Lieblingsstücken und seinen persönlichen Sachen (Brille, Handy, Pass usw.) bestückt habe.

    Diese Sachen schaue ich mir immer mal wieder an und nehme sie in die Hand. Immer wieder kann ich die Nähe zu ihm so spüren und erhalten.

    Auch heute gehe ich jeden Tag zum Grab, um zu sehen, dass alle Kerzen brennen, kein Laub rumliegt. Spreche ein Gebet, spreche mit ihm, erzähle von mir.

    Jeden Tag schreibe ich ihm einen "Himmelsbrief" - mit meinem Tagesablauf, meinen Gefühlen, für ihn wichtige Sportergebnisse.

    Würde ich mich nicht so intensiv mit ihm beschäftigen, hätte ich meine Trauer nicht ertragen.

    Das ist mein Weg. Ob es zu dir passen würde, kannst nur du spüren und fühlen.

    Probiere einfach alles aus, was dir so in den Sinn kommt. Vielleicht ist etwas für dich dabei, was dir hilft.

    Sei ganz lieb gegrüßt und fühle dich umarmt.

    "Kleine Frau" Angela

    Hallo, guten Abend,


    ich habe auch eine Riesenmenge Weihnachtsplätzchen gebacken. Es war schon eine gute Abwechslung, da ich das über Tage betrieben habe.


    Ich habe alle die Jahre immer Kekse gebacken und es war am Nachmittag immer unser Ritual, Kaffee zu trinken und Plätzchen zu essen.


    Im letzten Jahr konnte ich nicht backen, weil es meinem lieben Det so schlecht ging. Er konnte ja nicht mehr sprechen, essen und trinken.


    Ernährung nur über die Magensonde und Konversation über eine kleine Tafel. Es war eine schlimme Zeit für ihn, aber auch für mich. Bei jedem Bissen, den ich ich


    zu mir genommen habe, hatte ich ein schlechtes Gewissen. Alle Bilder dieser Zeit kann ich abrufen, oder sie machen sich in meinem Kopf selbstständig.


    Dazu die besinnliche Zeit. Nichts wünsche ich mir mehr, als ihn zurück zu bekommen. Ich weiß, dass es nicht möglich ist, aber ich vermisse ihn, meinen Fels


    in der Brandung, meinen LIeblingsmenschen so sehr. Ich weiß auch, dass er bei mir ist, mein Leben verfolgt und dass wir uns irgendwann wiedersehen werden.


    Manchmal macht er sich bemerkbar, selten, aber spürbar. Überall wo ich bin, ist er dabei. Ganz tief in meinem Herzen.


    Seid alle ganz lieb gegrüßt und umarmt.


    Die "Kleine Frau" Angela

    Liebe Birgit,

    liebe Kerstin,


    erstmal auch euch Beiden mein tiefempfundenes Mitgefühl. Eure geliebten Männer sind ja erst vor wenigen Monaten von euch gegangen.

    Mein Liebster ging bereits im Februar 2020. Es sind schon viele Monate vergangen. Trotzdem tut es immer noch so weh. Alle Bilder der letzten Wochen ziehen immer wieder wie ein Film vor mir her. Mein Det war voriges Jahr um diese Zeit schon sehr gezeichnet von seiner schweren Krankheit. Nachdem er wochenlang im Krankenhaus war, hatte er den unbändigen Wunsch und Willen, Weihnachten im Kreise der Familie zu verbringen. Er hat es geschafft. Ich konnte ihn am 12.12.19 nach Hause holen. Wir haben alle zusammen bei unserem Sohn gefeiert. Mein Liebster konnte nicht mehr sprechen, essen oder trinken, trotzdem war er so glücklich, bei uns zu sein. Dass ihm von dem Zeitpunkt an nur noch wenige Wochen vergönnt waren, haben wir alle nicht geahnt.

    Umso trauriger macht mich diese Adventszeit. Es ist zum Teil sehr schlimm. Gestern habe ich so oft geweint.

    In früheren Jahren haben wir diese Zeit immer gemeinsam zelebriert. Es war immer so schön warm und kuschelig. Heute ist es auch warm, aber nur durch die Heizung. Ich habe auch jetzt Lämpchen und Lichtlein an. Schwer fällt mir jeden Sonntag, das Adventsgesteck zu nutzen.

    Ich vermisse auch andere Menschen. Gott sei Dank habe ich 2 Söhne, eine Schwiegertochter und einen bezaubernden Enkelsohn. Wenn ich Sie nicht hätte, weiß ich nicht, wo ich nun wäre.

    Fühlt euch von mir ganz feste gedrückt.

    Versucht irgendwie zu überleben, eure Liebsten würden es so wollen, auch wenn es manchmal sauschwer fällt.

    Liebe Grüße "Kleine Frau" Angela

    Vielen Dank für eure lieben Worte. Es tut gut, tröstende Worte zu lesen.

    Heute ist wieder ein ganz schlimmer Tag. Vormittags kamen schon die Tränen, nur weil ein Lied im Radio mich umgehauen hat.

    Am Nachmittag war ich wie jeden Tag auf dem Friedhof. Auch am Grab musste ich so weinen.

    Gerade sitze ich hier und stelle fest, dass ich heute mit keiner Menschenseele gesprochen habe.

    Habe mich lediglich per WhatsApp für nächste Woche mit meiner Trauerbegleiterin verabredet.

    Ja, und da ist Corona! Ja, es ist schlimm, die vielen Infizierten und die vielen Toten. Der Lockdown ist wohl höchst erforderlich.

    Trotzdem muss ich lesen, das täglich in Deutschland ca. 660 Menschen an Krebs sterben müssen.

    An Krebs ist auch mein geliebter Mann gestorben. Wie wahrscheinlich auch viele Partner der Forumsmitglieder.

    Auch das ist unerträglich. Es gehen soviele Gedanken durch meinen Kopf. Aber irgendwie drehe ich mich im Kreis.

    LG "Kleine Frau"

    Guten Abend,

    ich habe seit Monaten nichts mehr geschrieben. Ich habe gedacht, ich schaffe es irgendwie allein. Ich habe eine Trauerbegleiterin und das ist gut so.

    Leider sind alle anderen Aktionen wie Trauercafes Corona zum Opfer gefallen.

    Im Mai habe ich es mit schwerem Herzen geschaftt, unser Cabrio abzugeben. Für mich war es wie eine zweite Beerdigung mit schrecklich viel Tränen.

    Um mit der Sache umgehen zu können, habe ich ein Fotoalbum mit Fotos des Cabrios auf unseren Reisen gefertigt. Das hat es mir sehr erleichtert, diese Zeit nochmal zu durchleben. Als es fertig war, gab es nochmal ein Tränenmeer.

    Von unserem WhatApp-Chat habe ich ein Buch anfertigen lassen. Bloß keine Erinnerungen an die Technik verlieren. Das Buch ist wunderschön geworden.

    Ich war zum Ende des Sommers mit der Familie meines Sohnes eine Woche auf Kreta. Es war eine schöne Woche. Jeden Tag bin ich zur Kirche, um dort eine Kerze anzuzünden und mit meinem geliebten Mann zu sprechen. Er war mir in dieser Woche so nah, wie selten zuvor. Ich habe ihn in den Nächten neben mir atmen gehört.

    Den Herbst habe ich so halbwegs hinter mich gebracht. In dieser Zeit habe ich ein Fotobuch meines Liebsten erstellt, aus den Jahren die wir uns kannten. Verarbeitet habe ich Sportfotos, Urlaubsfotos und Fotos des täglichen Lebens.. Es sollte ein Buch werden, dass Außenstehende ihn als Menschen kennenlernen können, bzw. ihn wiedererkennen. Titel des Buches -I did it my way- nach Frank Sinatra.

    Nun ist Adventszeit. Zur selben Zeit im letzten Jahr ging es meinem Mann sehr schlecht, aber er hat sich so bemüht und darum gekämpft, Weihnachten zu Hause verbringen zu können. Und er hat es geschafft! Wir haben den Heiligabend im Kreise unserer Familie feiern können. Und er war so glücklich, obwohl er nicht sprechen, essen und trinken konnte.

    Im Moment geht es mir so schlecht wie lange nicht mehr. Die Erinnerungen an das vergangene Jahr, die Adventszeit, Weihnachten setzen mir sehr zu.

    Durch die Coronabeschränkungen fühle ich mich abgehängt und einsam. Meine Kinder und mein Enkel sind da, aber sie führen ihr eigenes Leben. Und das muss auch so sein. Ich habe weihnachtlich geschmückt. Wir haben es immer so sehr geliebt, diese Zeit feierlich zu gestalten.

    Ich habe die Deko nahezu komplett neu gekauft. Alles wie früher, hätte ich nicht ertragen.

    Und überhaupt, kann ich diese Zeit kaum ertragen. So viele Tränen und Trauer wie in den letzten Wochen hatte ich längere Zeit nicht.

    Manchmal denke ich, dass ich das alles nicht schaffe. Es ist einfach nur schrecklich. Ich vermisse meinen Liebsten so sehr, er fehlt immer und überall.

    Wie gut, mir das jetzt mal von der Seele zu schreiben.

    LG "Kleine Frau" :33::33:

    Guten Tag.

    Heute ist wieder ein Sonntag. Der für mich mit Abstand schlimmste Tag der Woche. Heute ist es 6 Wochen her, dass meine geliebter Mann gehen musste.

    Auch nach 6 Wochen immer noch nicht begreifbar. Es tut einfach nur unendlich weh. Wieder muss ich daran denken, dass ich in seiner Todesstunde nicht bei ihm war. Weil mir so viele Leute zugeraten haben, ihn mal eine Weile alleine zu lassen. Ich habe große Zweifel, ob das die richtige Entscheidung war. :33:

    Jetzt wird Frühling. Alle sagen, dass es dann leichter wird, wenn die Sonne scheint. Bei mir bewirkt es eher das Gegenteil. Je mehr die Sonne scheint, umso trauriger werde ich. Unser Leben war immer von Sonne und Helligkeit geprägt. In den Wintermonaten haben wir uns zu Hause immer mal ein bisschen eingerollt. Wir sind aber auch gerne in diesen dunklen Monaten in die Sonne gereist. Daher verbinde ich mit meinem Liebsten immer die Sonne, Unternehmungen, Glück und Freude.

    Das alles fehlt nun und daher kann ich im Moment am Frühling keine Freude empfinden.

    Auf unserem Hof steht noch unser Cabrio, mit dem wir mehr als 100.000 KM gereist sind. Da ich nicht mit solch einem Auto umgehen kann, muss ich es bald abgeben. Aber je länger es da steht und ich es jeden Tag sehe, umso schwerer fällt es mir. Eigentlich eine gute Jahreszeit, um ein Cabrio zu verkaufen. Aber es bereitet mir Schmerzen. Was soll ich nur tun?

    Danke, dass ich mal wieder meinen Seelenmüll bei euch abladen durfte.

    LG und trotzdem einen schönen Sonntag für alle Anderen<3