Muss mich jetzt outen

  • Hallo zusammen,
    Ich bin ja nicht die eifrige Schreiberin, aber aus gegebenem Anlass will ich mich mal wieder melden.
    Morgen ist Georgs Geburtstag - und es ist erstaunlich, wie es einen nach 9 Jahren immer noch einholt, natürlich nicht in der Heftigkeit wie in den ersten Jahren, aber immer wieder. Knödel im Hals, weinerliche Stimmung, antriebslos, reizbar .... "vor 9 Jahren um diese Zeit" ... um dann immer die gleiche Wetterlage wie damals (nicht lachen, aber am 9. September war es in all den Jahren nur 1 oder 2x regnerisch). Über das schöne Wetter freue ich mich natürlich schon!


    Danke und liebe Grüße
    Gini

  • Liebe Gini


    9 Jahre und es holt dich immer noch ein. Ich denke, das können 10 Jahre, 20 Jahre und mehr sein, aber ein Kind zu verlieren wird uns immer einholen.


    Wie ist es dir heute ergangen?Hast du den Tag besonderst gestaltet?


    Alles Liebe
    Chrisi

  • Liebe Chrisi
    Vielen Dank für deine Antwort. Besonders gestaltet ist übertrieben. Am Morgen habe ich mit Elisabeth telefoniert :) war schon mal gut.
    Dann bin ich spontan zu einer kleinen Wallfahrtskapelle in unserer Nähe gegangen - mit meinem kleinen Lauser David in der Rückentrage ... und obwohl ich seit Wochen Rückenschmerzen hatte, hat es mir keine Probleme bereitet (Hilfe von oben?). Am Nachmittag ist mein Mann früher von der Arbeit nach Hause und wir sind zum Friedhof gefahren und haben Blumen gebracht. Meine Tochter Sarah (5 Jahre) hat angefangen Happy Birthday zu singen! Das fand ich rührend und amüsant zugleich.


    Liebe Grüße
    Gini

  • Liebe Christine
    Danke für deine Nachricht! Den 21. September lasse ich seit einiger Zeit immer kommen wie er kommt, außer einem Besuch auf dem Friedhof gibt es keine Fixpunkte oder so. Aber natürlich viele Gedanken an damals. Auch mit Tränen in den Augen, aber immer auch mit Dankbarkeit, Georg gekannt zu haben und in dem Gefühl, dass das Leben, wie es sich jetzt für uns entwickelt hat, nur so und nicht anders möglich war; gerade so als ob er mir die Augen geöffnet und den Weg geebnet hätte.
    Ich habe das Glück, zwei gesunde "nachgeborene" Kinder zu haben, die Georg sicher nicht ersetzen, sollen sie auch nicht. Dennoch bin ich ziemlich sicher, dass ich - wäre Georg bei uns geblieben - nicht noch zwei Kinder bekommen hätte (so belastbar bin ich nicht :) ). Weil ich mir aber mittlerweile das Leben ohne eines von diesen beiden lebenden Kindern nicht mehr vorstellen kann, akzeptiere ich den Lauf der Dinge mit einer gewissen Dankbarkeit. Klingt das schlimm? Oder grausam? Nun ja, so ist es. (So nun ist das auch endlich einmal heraus!)


    Liebe Grüße
    Gini

  • huhu gini,


    ich freue mich über deine offenheit :-) sie klingt weder schlimm noch grausam, sondern ehrlich.


    deine beiden söhne werden nie georg "ersetzen können". sie sind auch kein ersatz für ihn. mit allen dreien verbinden dich erlebnisse und erfahrungen die dir niemand nehmen kann.


    was hat dir geholfen die dinge so wie sie sind zu akzepieren und in dankbarkeit anzunehmen?


    lieben gruss
    burkhard

  • Liebe Gini,


    ich kann deine Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen und muss mich Burkhard anschließen: Danke für deine Offenheit! Außerdem finde ich es schön, dass du "den Lauf der Dinge" so sehen und auch dankbar sein kannst!


    Alles Liebe


    Christine