Tod meiner Mutter

  • Hallo zusammen, ich brauche mal einen Rat bzw eine Bestätigung. Ich habe am Sonntag meine Mutter verloren. Sie hatte Krebs und seit letzte Woche Mittwoch wussten wir das Sie sterben muss. Wir haben Sie dann ganz schnell nach Hause geholt, Sie dort gepflegt und bis zur letzten Sekunde Ihre Hand gehalten. Als ich erfahren habe, dass Sie sterben muss habe ich natürlich geweint und auch ein paar mal danach. Und natürlich auch am Sonntag, aber seit dem ist es irrgendwie alles so unwirklich. Kann kaum trauern. Die ersten Tage war viel zu erledigen und man hatte garkeine Zeit zum nachdenken und jetzt haben wir etwas mehr zeit zum nachdenken, aber trotzdem ist es so merkwürdig. Würde gerne weinen aber es geht irrgendwie nie. Habe teilweise sogar eher ein gutes Gefühl, weil wir Mama bis zu letzte alle Wünsche erfüllen konnten und auch bei der Beerdigung alles so organisieren konnten, wie Sie es gerne haben wollte. Aber ich fühle mich so schlecht, weil es mir nicht nur schlecht geht. Es ist jetzt noch der Schock, weil doch alles so schnell ging. Kommt die richtig schlimme Zeit noch? Ich möchte meine Mama doch vermissen, aber irrgendwie geht das nicht, obwohl ich viel an Sie denke. Denke immer ich bereife das ganze einfach noch nicht. Aber ich habe SIe doch sterben gesehen und weiß, dass Sie nicht wieder kommt. Aber warum vermisse ich Sie dann noch nciht so doll, dass ich weinen kann und so dass es weh tut. ( Habe sonst auch so gelitten) Habe mit meiner Mama immer ein gutes Verhältnis gehabt. Haben fast täglich telefoniert.Haben zwar die letzte Zeit, in der es hier schlechter ging (ca 4 Wochen) weniger gesprochen, aber ich war trotzdem oft bei Ihr. die letzten Tage sogar fast 24 Stunden am Tag. habe bei Ihr am Pflegebett geschlafen
    Kennt Ihr diese Gefühle? Kann das normal sein. Höre immer nur von Leuten, denen es danach nur schlecht geht:-(

  • Liebe(r) Trauerengel!
    Willkommen bei uns ! Es tut mir sehr leid,das deine Mama gehen musste!
    Ich kann dich sehr gut verstehen.Ich bin schon eine Weile hier im Forum.Vor knapp zwei Jahren starb mein Vati ziemlich plötzlich.Vor einer Woche haben wir meinen Bruder tot in seiner Wohnung gefunden.Völlig plötzlich,nichts deutete darauf hin.Er war noch jung.
    Für die Trauer-das was wir "danach" empfinden-habe ich jetzt bemerkt,gibt es kein "Schema".Jedenfalls bei mir nicht.
    Mein Vati ist im Krankenhaus gestorben,aber auch unerwartet.Aber scheinbar war es dieser "Umstand" der mich ähnlich trauern ließ(ich meine,das er im Krhs.lag),wie dich jetzt.Konnte erst sofort weinen und war wütend,aber dann war es wie bei dir.Erst Nach und nach kam dann alles hoch.Selbst der zweite Todestag war richtig schlimm.Man realisiert dann erst richtig,was geschehen ist.Das es entgültig ist.
    Jetzt,wo mein Bruder ging war es für mich viel schlimmer.Könnte nur weinen,oft aus heiterem Himmel,ohne Grund.
    Du hast deine Mama begleitet durch alle Höhen und Tiefen dieser schlimmen Krankheit.Hast sie gehen sehen.Man glaubt es dennoch nicht.Sie fehlt einfach nur.
    Tausend Dinge erinnern an sie.
    Hast du einen Partner/Freunde/Geschwister mit denen du deinen Schmerz teilen kannst?
    Möchtest du uns von deiner Mama erzählen?
    Ich wünsch dir einfach nur ganz viel Kraft!
    Liebe Grüße
    Karla

    Mein Kind Juliane,
    Mein Bruder Rene,
    Mein lieber Vati,
    Ihr seid mir nur einen Schritt voraus-tief in meinem Herzen lebt ihr weiter :005:

  • Liebe Trauerengel,


    ein liebes Willkommen hier im Forum. Es tut mir sehr leid, daß du deine Mama verloren hast!


    Du mußt dich nicht schlecht fühlen, weil es dir nicht schlecht geht. In der Trauer gibt es kein "richtig" oder "falsch". Und deine Reaktion ist durchaus "normal".
    Wir könnten die ganze Tragweite des Geschehens gar nicht auf einmal verkraften, und so schützen sich Körper und Geist, und lassen alles nur in "kleinen Portionen" durchdringen - so, wie wir es im Moment aushalten können.
    Umso mehr, wenn alles, so wie du schreibst, so schnell geht.
    Ihr habt eurer Mama ihre letzten Wünsche erfüllen können, das ist so schön und wird ihr sehr geholfen haben. Behalte dieses "gute Gefühl" ganz fest in deinem Herzen, es wird dir sehr viel helfen, wenn es dir einmal nicht so gut geht, deine "Zeit des Vermissens" kommt. Denn sie wird kommen, das bleibt keinem von uns erspart, die wir einen geliebten Menschen verloren haben. Doch jeder hat seinen eigenen Rhytmus, seine eigene Geschwindigkeit - auch, und gerade in der Trauer.


    War die Beerdigung schon? Magst du davon erzählen?
    Hier kannst du (wenn du magst) über alles schreiben was dich bedrückt oder beschäftigt, hier sind viele, die dich verstehen können und dir "zuhören".


    Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft in dieser schweren Zeit
    Alles Liebe
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Lieber Trauerengel,


    herzlich willkommen hier bei uns im TrauerForum. Grundsätzlich sind wir hier immer der Meinung, dass in der Trauersituation jedes Gefühl erlaubt ist - gerade am Anfang ist es oft so, dass man nur ganz wenig spürt. Lass´ es einfach mal so stehen und schau´ was kommt!


    Wir freuen uns, wenn Du uns weiter von Deiner Geschichte erzählst!


    Liebe Grüße,
    Markus