Da stimme ich dir zu.
Beiträge von Karin56
-
-
Liebes Linchen, du sagst es, es ist schade bei der eigenen Tochter, dazu muss ich sagen sie ist vom Charakter her sehr pragmatisch und durch und durch Realist, womit ich sie nicht abwerten will, und nicht so sensibel wie ich. In Sachen Gefühle kommen wir nicht überein. Meine Tochter kennt so eine Partnerschaft nicht wie sie mein Mann und ich gelebt haben. Sie lebt seit 9 Jahren mit ihrem 18 jährigen Sohn alleine. Mein Mann war ihr Stiefvater.
-
Liebes Linchen frag mich nicht, ich weiß es selbst nicht, wahrscheinlich weil mir schon immer klar war, das ich das meiste alleine bewältigen muss.
LG Karin
-
Liebe Elisa, liebes Linchen,
danke für euer Verstehen. Es tut wirklich gut sich mit Menschen auszutauschen die in der gleichen Situation sind. Ich bin ja leider immer der Zweifler, der denkt man nimmt sich selbst zu wichtig. Muss euch kurz noch von einem Gespräch mit meiner Tochter erzählen, das ich vorhin noch hatte. Sie meinte doch tatsächlich seit dem Tod meines Mannes wäre ich viel eigenstenständiger geworden und ein Bekannter von ihr meinte ich wäre ausgeglichener. Ich dachte nur es ist schon erstaunlich wie man von anderen eingeschätzt wird, aber das ich mir zuhause wenn ich alleine bin die Augen ausheule und trauere das sieht ja keiner. Klar wird man eigenständiger, was bleibt einem denn anderes übrig. Also ist die Maske die man trägt für andere perfekt.
-
Ihr Lieben,
Gestern Abend hat sich nach langer Zeit mal mein ältester Bruder (75) gemeldet. Ich berichtete ihm von meinem Vorstellungsgespräch in unserem großen Klinikum wegen meiner Knieprobleme. Es wurde etwas darüber gesprochen, aber ich merkte schon während des Gesprächs, das er und meine Schwägerin (76) eigentlich mehr über ihre Probleme sprechen wollten. Während dieses fast 1 stündigen Telefonats musste ich immer mehr feststellen, daß ich mich wirklich nur noch alleine durchkämpfen muss, jeder meiner Familienmitglieder ist mit seiner eigenen Problematik so beschäftigt, sei es Bruder und Schwägerin oder meine 45 jährige Tochter, dass sie sich gar nicht mit meiner Trauer beschäftigen wollen oder können. Automatisch rutschte ich selbst dann wieder in die Rolle der verständnisvollen kleinen Schwester die ja so ein offenes Ohr für die Probleme der anderen hat. Ich nehme mich dann automatisch zurück und spreche den anderen Mut zu (verkehrte Welt?) Zur Zeit beschäftigt mich auch viel die Überlegung ob ich hier in meiner 72 qm Wohnung bleiben soll, wo man sehr anonym in einen großen 8 Parteien Haus wohnt oder in eine kleine altersgerechte Wohnung in einer Wohnanlage ziehe die in der Nähe ist. Früher konnte ich da mit der Familie drüber reden, jetzt nicht mehr, nichts ist mehr wie es mal wahr. Ich muss wie schon erwähnt die Dinge mit mir alleine ausmachen und entscheiden.
Liebe Grüße Karin
-
Liebe Elisa,
genauso war und ist es bei mir auch, ich habe bis auf den Termin im Bestattungsinstitut alles alleine geregelt, war auch irgendwie stolz auf mich es geschafft zu haben. Es sind bei mir am Sonntag 20 Wochen her. Jetzt merke ich aber immer stärker wie sehr er mir fehlt und das Bewusstsein er kommt nie wieder ist wahnsinnig schmerzhaft. Wie ich oben schon schrieb, versuche ich mich abzulenken um nicht ständig ins Grübeln zu verfallen. Zudem wurde mir jetzt gestern in der Klinik bestätigt dass ich ein neues Knie haben muss, es wird aber nicht gemacht, da ich starkes Übergewicht habe. D.h. ich muss abnehmen. Bin immer schon korpulent gewesen, und seit dem Tod meines Mannes habe ich richtiges Frustessen begonnen. Ich sitze in einem schlimmen Kreislauf, den ich mir im Grunde genommen selbst angetan habe. Also zu all der Trauer die in mir ist, kommt das jetzt auch noch dazu. Und ich fühle mich in solchen Situationen dann furchtbar allein, sonst konnte ich alles mit meinem Schatz teilen. Der mir immer zur Seite stand.
LG Karin
-
Lieber Ralph, liebes Linchen,
Ich gehöre auch zu den Menschen die alles macht, weiß aber selbst nicht woher ich die Kraft dazu nehme, eigentlich habe ich sie gar nicht, ich merke nur ich muss was tun, sonst drehe ich durch. Sortiere Papiere usw. Es lenkt mich halt ab. Vielleicht verdränge ich aber damit auch. Ich weiß es selbst nicht.
LG Karin
-
Lieber Ralph,
Ich bin seit 6 Jahren Rentnerin und habe Zeit ohne Ende.
Frage mich auch jeden Morgen wofür aufstehen, wofür frühstücken, aber ich habe von Anfang an versucht den Tagesrythmus den wir hatten beizubehalten, ich weiß nicht wie ich es schaffe, aber irgendwie geht es. Ich habe es sogar geschafft 3 Tag nach dem Tod meines Mannes wieder meine ehrenamtliche Tätigkeit Genau in der Klinik aufzunehmen in der er verstorben ist. Ich bin ein Mensch der unter Leute muss, deshalb musste ich das tun. Es gibt mir Struktur. Jeder ist da anders, für dich sind es die Spaziergänge in der Natur. Mein Mann fehlt mir überall, ich vermisse ihn ständig und immer.
Liebe Grüße Karin
-
Liebe Kathi, ja das tue wir. Jasel die hier auch im Forum ist hat ihren Mann auch nach einem Corona Infekt verloren. Wir sind also nicht die einzigen. Aber es muss jeder jeden Tag aufs Neue die Kraft aufbringen zu überleben.
-
Liebe Kathi 57,
Auch ich habe keine Menschen um mich, die meine Trauer verstehen können, da sie ihre Partner noch haben, oder wie meine Tochter, die im Moment soviel um die Ohren hat, dass sie mir auch keine Stütze ist. Man muss alleine damit klar kommen habe ich das Gefühl. Keiner außer wir hier im Forum weiß wieviel Kraft man dafür jeden Tag aufbringen muss. Keiner sieht meine Tränen die täglich laufen, da ich es zuhause bei mir tue. Wie soll es jemals wieder besser werden, wenn man einen geliebten Menschen verloren hat. Ich kann es mir absolut nicht vorstellen. In meinem eigenen Wohnzimmer hatte ich ja schon mal erwähnt, dass mein Mann nach einem Corona Infekt innerhalb von 14 Tagen an Lungenversagen und anschließendem Organversagen verstorben ist. Diese Fassungslosigkeit darüber ist immer noch präsent.
Liebe Kathi du hattest ja auch schon erwähnt, dass es bei deinem Sohn auch nach einem Corona Infekt passiert ist.
Liebe Grüße Karin
-
Lieber Ralph,
Ich kann das was du schreibst sehr gut nachempfinden. Bei mir sind es Sonntag 5 Monate her, seit mein Mann nicht mehr bei mir ist. Mir wurde gestern auch wieder die Frage von meiner Schwägerin gestellt ob es mir denn jetzt etwas besser ginge, ich mußte lange überlegen was antwortet man darauf, sage ich schlecht verstehen sie es nicht, sage ich gut ist es gelogen, also sagte ich es geht so lala. Heute ist wieder so ein Tag wo ich schon morgens weinen muss und immer wieder unseren letzten Chat lese, der noch so zuversichtlich klang. Habe einen Mann ins Krankenhaus gebracht damit er gesund wird und habe ihn nicht wiederbekommen.

LG Karin
-
Liebe Jasel, bei mir sind es heute 19 Wochen her, mir geht es genauso. Es ist ein rauf und runter der Gefühle. Und keiner von der Familie kann meinen Gemütszustand nachvollziehen. Das tut nochmal zusätzlich weh.
LG Karin
-
Lieber Ralph,
Willkommen im Forum der Trauernden, ich habe meinen Mann am 19.03.23 verloren. Es ist jetzt immer noch verdammt schwer für mich es zu akzeptieren, ein Mann der nie groß krank war, stirbt nach einer Corona Infektionen. Meine Gefühle gehen rauf und runter. Der Weg zum Friedhof und das sprechen mit ihm geben mir das Gefühl er ist noch bei mir. Verstehen von meiner Familie ist auch nicht wirklich vorhanden, sie kennen die Situation selbst noch nicht. Verstanden fühle ich mich auch nur bei meiner Trauerbegleiterin und im Trauercafe. Hier verstehen dich alle.
LG Karin
-
-
Guten morgen liebe Nicki,
Ich bin seit März in diesem Forum. Aus Erfahrung kann ich nur sagen, dass du hier immer eine Reaktion auf all deine Beiträge bekommst. Mir tut es immer gut, mich hier verstanden und angenommen zu fühlen. Ich habe nur noch meine Tochter und einen Bruder mit Frau, die mir nahestehen, leider können sie meine Trauer nicht mit tragen, sie haben noch ihre Partner. Von meinem zweiten Bruder höre ich seit der Beerdigung nichts mehr. Dieses Verhalten von Familie und Freunden gegenüber uns Witwen oder Witwer kennen viele in diesem Forum. Ich wünsche dir, dass du dich hier gut aufgehoben fühlst.
Liebe Grüße Karin
-
Liebe Esmussweitergehen,
Du hast die richtigen Worte gefunden, "hinnehmen müssen", keiner von uns würde es je freiwillig hinnehmen. Dieses "müssen" ist so furchtbar. So verdammt schwer, man kann sich noch so sehr dagegen wehren, es bleibt wie es ist, wir sehen sie in unserem Leben nie wieder. Es ist so schmerzhaft.
-
Guten Morgen ihr Lieben,
Ich hoffe ihr kontet schlafen. Sonnenschein Hennig hat den wahren Satz geschrieben, es ist soviel Liebe für unsere verlorenen Partnern in uns, dass man sich im Moment so verletzlich und freudlos fühlt.
-
Liebe Elke,
Das finde ich toll, wenn man so eine langjährige Freundschaft hat.
Liebe Grüße Karin
-
Liebe Elisa,
Es tut immer wieder gut zu hören, daß man doch nicht so verkehrt denkt. Bei mir war es ja auch so, daß mein Bruder und Schwägerin keine zwei Monate nach dem Tod meines Mannes in Urlaub fuhren, weil sie den so dringend bräuchten, und schöne Bilder im Status hatten. Ich frag mich dann auch jedesmal stimmt mit mir was nicht das mir das weh tut. Ich überlege auch schon ob ich evtl. im nächsten Jahr eine Reise für Alleinstehende machen soll. Ich weiß es noch nicht. Man muss abwarten wie es einem dann geht.
Liebe Grüße Karin
-
Liebes Linchen,
Danke für deine lieben Worte. Schade das die Welt außerhalb des Forums nicht auch so denkt.
LG Karin