Beiträge von Karin56

    Liebe Kathi, liebe Elisa,

    Wie ich lese, geht es euch genauso. Das tröstet mich. Ich versuche auch so gut es geht rauszukommen, einkaufen usw. Teile es mir so ein, dass ich mindestens. Einmal am Tag raus muss. Also nicht alles an einem Tag mache. Es wird dauern, bis man sich einigermaßen dran gewöhnt hat denke ich. Ich bin wahrscheinlich deshalb heute so deprimiert, weil ich heute von meiner Schwägerin gehört habe, das sie einen Ausflug nach Holland machen, und sie erzählt mir das auch immer noch oder besser gesagt sie schreibt es mir per watsup. Ich bin dann sehr traurig darüber, weil ich denke könnten sie mich nicht einmal fragen ob ich mit möchte. Das ist jetzt das dritte Mal, das sie mir schreibt wo sie waren oder hin wollen. Vielleicht bin ich ja auch ungerecht und erwarte zuviel, ich weiß es selbst nicht, weiß nur das ich enttäuscht bin und mich verlassen fühle.

    Hallo ihr Lieben,

    Wollte mal hören wie ihr mit der Einsamkeit umgeht.Ich bin seit 6 Jahren Rentnerin. Wir haben uns so darüber gefreut, endlich gemeinsame Zeit zu haben. Leider fingen dann bei mir viele orthopädische Probleme an, die nicht vorhersehbar waren. Ich musste oft ins Krankenhaus und operiert werden. In all den Zeiten hat mein Mann mir immer zur Seite gestanden. Letztes Jahr sind wir dann mal wieder in Urlaub gefahren, auch über Silvester und im März hat Corona ihn mir weggenommen. Wollte damit nur sagen, dass wir beide keinen Freundeskreis hatten. Ich hatte lose Bekanntschaften mit 3 Frauen, aber nichts wo ich sagen könnte da kann ich jederzeit hin wenn mir die Decke auf den Kopf fällt. Wie haltet ihr das aus?

    Liebe Jasel, da hast du Recht, selbst die Dinge die einen genervt haben fehlen jetzt. Die schon öfter von mir erwähnten Barthaare die öfters im Waschbecken im Bad lagen, die brachten mich auch auf die Palme. Jetzt war ich froh, daß ich noch eins gefunden habe. Ich habe es in ein kleines Ringkästchen gelegt und pass auf das es nicht verloren geht.

    Lieber Rüdiger,

    Das Vermissen wird bleiben. Jede Kleinigkeit die wir früher kaum noch bemerkt haben, da sie ja immer da waren, hat jetzt großen Wert und wir Vermissen diese Kleinigkeiten, sei es singen oder sonst was. Stück für Stück fällt einem alles mögliche ein, was uns jetzt fehlt. In der Wohnung ist es zu ruhig geworden. Keiner mehr der singt, hustet oder uns ruft. Die Realität ist so verdammt hart und schmerzt ohne Ende.

    LG Karin

    Das stimmt, den Spruch habe ich auch schon gehört, und wie es wirklich in uns aussieht, das sieht keiner. Ich wundere mich selbst schon über mich und frag mich wie es kommt, das ich noch nicht zusammen geklappt bin.

    Lieber Billi,

    genauso war es bei uns auch gewesen, wenn mein Mann unterwegs war meldete er sich und teilte mir mit, dass er gleich nachhause kommt. Ich vermisse das so sehr. Oft passiert es mir jetzt auch noch, dass ich den Gedanken habe ich müßte ein Ereignis meinem Mann erzählen wenn ich nachhause komme, dann fällt mir schlagartig ein, er ist ja gar nicht mehr da. Es tut so furchtbar weh und keiner außer ihr kann diese Gefühle die wir haben verstehen.

    Liebe Manuela,

    Wie du richtig beschrieben hast, selbst unter Menschen fühlt man sich einsam, das habe ich erst gestern wieder bemerkt, als ich auf der Geburtstagsfeier meines Enkelsohns war. Alle lachen und sind fröhlich, man selbst sitzt allein dabei und wünscht sich so sehr das der Partner auch da wäre. Was ich an mir festgestellt habe, ich kann mich nur noch sehr schlecht auf Unterhaltungen konzentrieren, mit Leuten mit denen ich mich früher gerne unterhalten habe, wird mir das ganz schnell zuviel. So kenne ich mich eigentlich überhaupt nicht.

    Liebe Grüße Karin

    Liebes Linchen,

    Das finde ich total lieb von dir das du dich erkundigst. Am Montag war ich wirklich richtig verzweifelt. Hatte mich dann am Nachmittag zu meinem Glück doch noch mit einer Bekannten auf einen Kaffee verabreden können. Das war auch gut so, obwohl ich vom Kopf her nicht wirklich bei der Sache war. Danach habe ich noch einen schönen Blumenstrauß gekauft und hab ihn zu meinem Schatz auf den Friedhof gebracht. Dienstag morgen hab ich dann gleich meine Trauerbegleiterin angerufen um um ein Gespräch gebeten, leider hatte sie auch erst heute Vormittag einen Termin für mich frei. Das Gespräch hat mir gut getan. Sie ist sehr empatisch. Diese Trauerwellen und das Gefühl der Einsamkeit wird bestimmt jeder kennen.

    Liebe Grüße Karin

    Ihr Lieben,

    Mein Mann ist jetzt 17 1/2 Wochen nicht mehr bei mir, ich habe im ersten Schock einiges von ihm schon an soziale Einrichtungen abgegeben, aber der Großteil seiner Kleidung hängt noch in seinem Schrank, ich kann mich noch nicht davon trennen, somit habe ich immer noch das Gefühl ein Teil von ihm ist noch bei mir.

    Liebe Grüße Karin

    Lieber Rüdiger,

    Mein aufrichtiges Beileid möchte ich dir erstmal aussprechen. Deine geliebte Fraz starb in der gleichen Nacht wie mein geliebter Mann. Sonntag Nacht 4.11 Uhr 19.03. Ich trauere jetzt nach 4 Monaten stärker als am Anfang als alles im Kopf noch nicht richtig angekommen war. Das was du schreibst muss für dich alles sehr befremdlich gewesen sein, hier in Deutschland ist es ja doch ganz anders. Ich kann es mir sehr gut vorstellen wie du fühlst, so oder ähnlich geht es uns ja allen. Wir verstehen was in uns vorgeht, die Welt da draußen die noch keinen geliebten Menschen verloren hat versteht uns nur sehr schlecht oder sogar gar nicht.

    Liebe Grüße Karin

    Liebe LisaTheresa

    Mir geht es nach 4 Monaten auch noch nicht anders, bin ich in Gesellschaft, dann geht es und ich kann mich ablenken lassen, wenn ich dann wieder in die leere Wohnung komme, überfällt mich die Einsamkeit und ich bin nur am weinen. Ich war fast 27 Jahre mit meinem Mann zusammen und davon fast 22 Jahre verheiratet. Habe nie damit gerechnet, das sich die Welt so plötzlich ändern kann.

    Liebe Grüße Karin

    Ihr Lieben alle,

    Es tut so gut eure verständnisvoll Worte zu lesen. Ich bin so froh, daß es dieses Forum gibt, nirgendwo anders kann man sich so öffnen wie hier, das was wir hier gemeinsam tragen würde ein Außenstehender nie verstehen.

    Vielen Dank an euch alle

    Liebe Grüße Karin

    Hallo liebe Elke,

    Ja das fand ich auch ziemlich schlimm, zumal es mir immer nahegelegt wurde, das man zur Not auch dort anrufen kann. Man fühlt sich in solchen Momenten so hilflos und möchte einfach nur in die Arme des verstorbenen Partners flüchten. Er hatte immer ein offenes Ohr für mich.

    Hallo Billi,

    Das ist es ja was zusätzlich schmerzt und einen noch einsamer macht, die Leute da draußen wie du schreibst, die erst groß tönen wir sind immer für dich da, von denen hört man gar nichts mehr. Sie wollen das Thema Trauer nicht an sich herablassen. Solche Worte sind schnell daher gesagt, aber die Taten folgen nicht.