Lieber Paul,
Deine/Eure Geschichte hat mich sehr berührt. Ein plötzlicher Tod im Ausland, das ist besonders schwer. Denn man kann niemand Vertrautes anrufen und bitte, zu kommen. Man ist wirklich auf sich alleine gestellt, es ist sehr gut, dass Du empathisch und vor allem auch praktisch unterstützt wurdest. Nicht vorstellbar, wenn Du Dich alleine hättest durchschlagen müssen und das in einer solchen Ausnahmesituation. Mein Schatz ist ein paar Tage nach unserem Urlaub im Ausland auch an einem Herzinfarkt gestorben. Es hätte mir also ähnlich gehen können wie Dir. Da wir Alleinreisende waren, wäre ich dann auch wirklich allein gewesen, ich mag es mir gar nicht vorstellen.
Die Gefühle (auch deren Ambivalenz) ist ganz normal, das weiß man aber erst, wenn andere Betroffene einem sagen, dass es Ihnen ähnlich geht. Das macht den Austausch hier so wertvoll, denn zwischendurch fragt man sich schon, ob das, was man erlebt und fühlt denn normal ist. Man fühlt sich fremd mit sich selbst. Das Hinterhersterben wollen ist ein Zeichen des Riesenverlustes, der Sinnlosigkeit des Lebens ohne seinen Seelenmenschen und der Ausdruck des schmerzhaften Vermissen. Niemand von uns hätte dich vorstellen können, wie tief, schmerzhaft und langandauernd Trauer ist. Wie intensiv verzweifelt man sein kann.
Schreibe hier alles, was Dich bewegt, es tut einfach gut und vor allem: Du wirst in Deinem Schmerz gesehen und aufgefangen….
Lg Herzschmerz