Beiträge von Trommlerin

    Liebe Greteline,


    ging mir ähnlich wie Elster als ich Dein Programm gelesen habe. Und sie hat recht, was hilft ist richtig.

    Ich ziehe mich lieber zurück, bin froh wenn ich nach der Arbeit in meinen "Kobel" zurück kann. An neuen Menschen in natura hab' ich kein Interesse.

    Hier im Forum fühl' ich mich wohl, würde aber niemals in eine Trauergruppe gehen. Alle 3 Monate zur Psychologin ist okay.

    Anfangs war ich sehr viel alleine spazieren, das hat mir gut getan, da hab' ich die Wohnung eher gemieden, die ganzen Erinnerungen und so. Das hat sich im Laufe der Zeit geändert. Da Ursel 7 Monate im Krankenhaus lag, hab' ich ja schon länger quasi alleine gelebt. Ich war von früh bis abends bei ihr, aber die Abende hab' ich zuhause allein verbracht. Deshalb sind die Abende jetzt für mich am wenigsten schlimm. Auf die Abende freue ich mich regelrecht, da "telefoniere" ich mit Ursel regelmäßig.


    Einen erträglichen Tag und liebe Grüße von Dieter

    Ich könnte auch ein Buch schreiben über Panikattacken. Klar denkt man erstmal an einen Herzinfarkt und bekommt Todesangst. Die letzte ist allerdings schon 35 Jahre her. Als der Mist einen Namen hatte war es nicht mehr ganz so schlimm.

    Liebe Greteline, hast Du schon mal körperliche Auswirkungen bei Trauer gegoogelt? Da kann von Kopf bis Fuß alles beteiligt sein. Das liegt auch daran dass der Körper vermehrt Cortisol, ein Stresshormon ausschüttet. Das könnte bei Dir eine klassische Panikattacke gewesen sein.

    Liebe Greteline,


    Trauer verändert so viel im Körper. Ich denke auch oft wo mein Körper all die Tränen hernimmt. Es gab bisher keinen Tag an dem ich nicht um meine Ursel geweint hätte. Kurz nach Ursels Fortgang war ich zum Blutabnehmen und hatte einen eklatanten Natriummangel. Ich musste dann eine Zeit lang Salztabletten nehmen. Es gibt mittlerweile Tage an denen ich mich auch mal freuen kann, aber es kommt immer irgendein Trigger der die Tränen fließen lässt. Natürlich kostet Trauer ganz viel Energie, da hast Du vollkommen recht. Durch das Weinen hab' ich mittlerweile ständig geschwollene Nasenschleimhäute und bin jetzt Nasenspray-abhängig. Wenigstens meinem Apotheker mach ich dadurch eine Freude.


    Liebe Grüße von Dieter

    Ihr Lieben,


    eben wollte ich mal wieder ein Mittagsschläfchen machen, wie wir es immer machten bevor Ursel auf die andere Seite vorausgegangen ist. Die Sehnsucht kam schlagartig über mich, ich konnte Ursel fast körperlich spüren. Da war nix mehr mit schlafen.

    Zur Zeit plagen mich diverse Zipperlein. Nächtliche Muskelschmerzen in den Oberschenkeln, Rücken, ab und zu der Ischias und jetzt auch noch Schmerzen in den Füßen. Deshalb war ich gestern bei meiner Hausärztin um ein Rezept für Physiotherapie und Massage zu bekommen. Da hält sie gar nichts davon - ein bisschen hier drücken, ein bisschen da, ein bisschen Wärme - alles Quatsch, sagte sie. Gegen die Schmerzen soll ich Ibus nehmen. Mein Schwager Frank, der in Konstanz eine Physiopraxis hat, hatte mir erklärt dass diese ganzen Beschwerden von der Trauer kommen können. Das äußerste was sie mir geben kann ist ein Überweisungsschein zum Orthopäden. Da geh ich natürlich hin, vielleicht verschreibt der mir Physio.

    Ich hatte nach dem 3. Januar auch eine bisher nicht gekannte Kurzatmigkeit, die ist seit ein paar Wochen weg nachdem ich Übungen gemacht hatte die mir mein Schwager erklärt hatte. Die Frau Doktor sollte mal "Körperliche Beschwerden bei Trauer" googeln.


    Liebe Grüße von Dieter

    Da fehlen einem die Worte. Nach Ursels Tod hab' ich 4 Monate gebraucht um wieder 2 Stunden am Tag arbeiten zu können. Allerdings hatte meine Chefin Empathie und Verständnis.

    Ja Greteline, Eichhörnchen sind toll. Aber wenn die liebe Nachbarin einen Gärtner braucht um (eventuell) ein paar Setzlinge aus dem Boden zu ziehen, weiß ich auch nicht weiter. Es werden jedes Jahr weniger Eichhörnchen und man schätzt dass sie in 5 Jahren, wie jetzt schon der Igel, auf der roten Liste stehen werden.

    Wenn's Dich interessiert, das Bayerische Fernsehen hat eine kleine Reportage über unsere Eichhörnchen und die Aufzuchtstation unserer Freundin Sandra gemacht. Lenkt auch ein bisschen ab. Ich versuch' mal einen Link hier einzubauen.

    Ja liebe Bettinalein, jetzt beginnt die Nussverbuddelzeit. Da werden die Vorräte für den Winter angelegt. Leider laufen sie dadurch vermehrt über die Straßen und werden überfahren. Nur jedes dritte Junghörnchen überlebt das erste Jahr.

    Heute Nacht hab' ich das erste Mal nach Ursels Weggang von ihr geträumt. Ich war mit meinem Schwager Erwin im Wald unterwegs und fand sie dort in der Nähe eines Waldparkplatzes auf dem Boden in einer Art Kuhle mit Reisig und Blättern liegend. Sie war verwirrt und sagte sie dürfe sich nicht mit mir treffen, das sei ihr gesagt worden.

    Mehr weiß ich nicht mehr. Jetzt bin ICH etwas verwirrt. Ich hab' mal gelesen man soll in Träume nicht soviel Bedeutung hinein interpretieren. Und so mach' ich das jetzt auch.


    Einen schönen, zumindest erträglichen Sonntag wünscht Dieter

    Liebe Greteline,


    natürlich kannst Du ihr das sagen. Du hast jetzt viel emotional belastendes vor Dir, kannst ihr doch vorschlagen Fotos in ein paar Monaten anzuschauen. Ich hätte das auch nicht nach so kurzer Zeit gekonnt. Ich habe nach einem halben Jahr ein einziges Foto auf Ursels Nachtkästchen gestellt, manchmal kann ich sie sogar anlächeln. Lass Dir Zeit Greteline, das kommt alles irgendwann von alleine.


    Liebe Grüße von Dieter

    Liebe Christine,


    die letzte Nacht war wesentlich besser, ich habe die Ratschläge meines Schwagers befolgt. Er meinte auch ich solle keine Scheu vor Schmerzmitteln haben. Es könnte sonst ein sogenanntes Schmerzgedächtnis entstehen. Das bedeutet dass man irgendwann Schmerzen hat obwohl der Grund dafür nicht mehr existiert.


    Liebe Grüße von Dieter

    Was Elster geschrieben hat kann ich nur unterschreiben. Jeder trauert auf seine Weise. Der Autopilot arbeitet ganz zuverlässig, man muss ihn nur manchmal etwas zügeln. Ich war die erste Zeit lieber allein, höchstens die allerengsten Freunde durften an mich ran. Fremde Menschen hätte ich nicht ertragen. Die ersten vier Monate konnte ich auch nicht arbeiten. Du wirst sehen was Dir gut tut, ich wünsche Dir erträgliche Stunden, in denen Du auch mal lachen kannst.

    Dankeschön liebe Elster, das ist meine Abendbeschäftigung das zu googeln. Die Arbeit und den restlichen Tag hab' ich bisher mit ein paar Ibus überstanden. Mir graust nur vor der Nacht. Mein Physio-Schwager wird noch anrufen und mir Tipps geben. Das ist ganz ein fieser Schmerz.