Hallo Ihr Lieben,
ich habe 3 emotional anstrengende Tage hinter mir. Jeder der einmal ein Tier - egal ob Haus- oder Wildtier - geliebt hat wird das verstehen.
Am Dienstag Nachmittag rief mich ein Nachbar aus dem Haus an, er wäre gerade zum Rauchen auf dem Balkon und sieht auf einem Balkon schräg gegenüber im Hof ein Eichhörnchen das sich im Taubennetz verfangen hat und sich nicht mehr befreien kann. Normalerweise gehe ich bei mir unbekannten Nummern nicht ans Telefon, aber diesmal sagte mir eine innere Stimme das zu tun. Ich bin sofort runter und es war ausgerechnet unser vertrautestes Hörnchen, die Minimini - eine Enkelin der Trommlerin - die schon 5 Jahre zu uns kommt. Und ausgerechnet der Balkon eines älteren Ehepaars, die mich vor Jahren auf der Suche nach der Trommlerin bei geschlossener Türe mit einem: "verschwinden Sie" abgefertigt hatten. Ich bin sofort hin, habe fest an die Tür geklopft und die Frau hat geöffnet. Ich hab' mich nicht mit "dürfte ich bitte mal reinkommen" aufgehalten - eigentlich nicht meine Art - aber in solchen Situationen zählt jede Sekunde, Eichhörnchen sterben bei einer solchen Aufregung schnell an einem Herzinfarkt. Ich rannte durch zum Balkon und erlebte das fürchterliche Schreien eines Eichhörnchens in Todesangst. Außerdem musste die Minimini starke Schmerzen haben, ihr einer Arm hatte sich so in das Netz verwickelt dass ihr ganzes Gewicht daran hing. Ich rief nach einer Schere und schnitt das Netz rund um das Tier auf dass sie endlich frei war und sie verschwand sofort. Sie kam am Mittwoch zum Futtern und ich sah was ich schon befürchtet hatte, das Stück Netz um den Arm war so fest dran dass es nicht abgefallen war. Das bedeutet Lebensgefahr wenn die Blutzufuhr dadurch behindert wird. Außerdem konnte sie sich so nicht richtig bewegen. Also musste ein Plan her um die Minimini davon zu befreien. Ich konstruierte mit einem Besen einen Fensterschließer um das Tier im Zimmer fixieren zu können ohne dass es nach draußen flüchten kann. Gestern, am Donnerstag lauerte ich dann immer mit der Hand am Besenstiel bis sie endlich kam. Und es klappte, das Fenster war zu . Jetzt musste noch gekeschert werden, wobei mir eine erfahrene Hörnchen-Päpplerin half. Ruckzuck war das Stück Netz mit einer Nagelschere runter geschnitten und die Minimini konnte in die Freiheit entlassen werden.
Die Moral von der Geschichte ist, dass ich fest daran glaube dass Ursel da mit geholfen hatte. Diese ganze Kette - der Nachbar sieht das Unglück, ruft mich an, ich gehe ausnahmsweise ans Telefon, ich mutiere zum Schimanski, die Einfangsaktion klappt reibungslos - das war nur mit Hilfe aus dem Jenseits möglich, da bin ganz sicher. Danke, liebste Ursel!