Meine Ursel ist gegangen

  • Lieber Dieter. Ja es ist ein leidliches Problem mit der Gesundheit. Ich kann dich sehr gut verstehen. Deine Schmerzen sind ganz bestimmt psychosomatisch. Der Hausarzt ist für so etwas nicht zu gebrauchen. Das habe ich schon selbst erlebt. Man bekommt im schlimmsten Falle Schmerz - und Beruhigungsmittel. Meine Hüfte ist auch ein treffendes Beispiel. Es ist noch nicht alles verheilt. Der Körper braucht bei mir mehr Zeit zur Heilung, weil er durch den Tod meines Sohnes viel Kraft und Energie verloren hat. Aber geh ruhig mal zu einem Orthopäden. Der kann dir Physiotherapie verschreiben. Die Therapeuten da kennen sich gut aus mit den Schmerzen. Während meiner Reha hatte ich auch viel Therapie. Das Allheilmittel gibt es nicht,weil es eben mit deinem seelischen Schmerz zusammenhängt.Ich bin ja immer der Meinung, es braucht alles Zeit, viel Zeit. Und ein paar Ibuprofen kann man mal nehmen. Dafür sind sie da. Jetzt kommt die dunkle Jahreszeit, da kommen auch wieder ein paar Sorgen mehr dazu. Das Leben ist ein Kampf, es hört nie auf. Aber Kämpfe können gewonnen werden. Ich vertraue mir und meinem Körper. Es war eine harte Zeit mit der Hüfte. Es kam zu einem ungünstigen Moment. Oder war der Auslöser der Verlust meines Sohnes? Im September ist er verstorben und im November fingen die Schmerzen an. Nächstes Jahr werde ich es ganz bestimmt geschafft haben. Ich wünsche dir alles Gute. Liebe Grüße von Christine.

  • Es sollte Fachärzte für Trauer geben. Ich hab' meiner Hausärztin erklärt dass ich unter körperlichen Folgen meiner Trauer leide, nämlich Muskelverkrampfungen im Rücken und den Beinen durch den Stress den mein Körper gerade durchmacht und ein Rezept für Physio möchte.

    Daraufhin hat sie mit den Augen gerollt und mir mitgeteilt was sie von Physiotherapie hält, nämlich gar nichts. Ich bekam eine Überweisung zum Orthopäden der

    mir nach 5 Minuten "Untersuchung" eine Überweisung zum MRT der Lendenwirbelsäule und eine zur Gefäßchirurgie um den Blutdurchfluß meiner Arterien zu messen. Das MRT hab' ich jetzt hinter mir, der Termin für die Phlebologin ist am 4.November. Danach wird weiter entschieden. Ein Irrsinn! Da wundert mich das Defizit der Krankenkassen überhaupt nicht. Ich kenne meinen Körper und meine Psyche am besten. Dieses ganze Theater wegen eines Rezepts für Physiotherapie.


    Liebe Grüße von Dieter

  • Es sollte Fachärzte für Trauer geben. Ich hab' meiner Hausärztin erklärt dass ich unter körperlichen Folgen meiner Trauer leide, nämlich Muskelverkrampfungen im Rücken und den Beinen durch den Stress den mein Körper gerade durchmacht und ein Rezept für Physio möchte.

    Daraufhin hat sie mit den Augen gerollt und mir mitgeteilt was sie von Physiotherapie hält, nämlich gar nichts. Ich bekam eine Überweisung zum Orthopäden der

    mir nach 5 Minuten "Untersuchung" eine Überweisung zum MRT der Lendenwirbelsäule und eine zur Gefäßchirurgie um den Blutdurchfluß meiner Arterien zu messen. Das MRT hab' ich jetzt hinter mir, der Termin für die Phlebologin ist am 4.November. Danach wird weiter entschieden. Ein Irrsinn! Da wundert mich das Defizit der Krankenkassen überhaupt nicht. Ich kenne meinen Körper und meine Psyche am besten. Dieses ganze Theater wegen eines Rezepts für Physiotherapie.


    Liebe Grüße von Dieter

    Lieber Dieter,

    an sich ist es doch okay, mal so komplett durchleuchtet zu werden. Dein erster Frühling neigt sich ja langsam dem Ende zu und da kann es schon mal unerwünschte Überraschungen geben. Aber ja, die Grätemedizin möchte bitte gerne wahrgenommen und genutzt werden. Hausärzte sind scheinbar nur noch zum delegieren geeignet. Wir kennen das noch anders.
    Vitamin D3 und Schildrüsenhormone steuern viele körperliche Funktionen. Vielleicht kannst du die testen lassen. Ansonsten ja: die (bei dir noch immer frische) Trauer macht einen kaputt. Oder hat das Potential dazu. Wer hier keinerlei körperliche Auswirkungen hat oder hatte, der hebe bitte die Hand!

    Frag Ursel, ob sie mit dir Lockerungsübungen macht. Ich lass mir auch manchmal beim Dehnen helfen. Das wird immer wichtiger. Das dehnen.

    Unsere Toten sind nicht abwesend nur unsichtbar,

    sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.

    Es gibt ein Wiedersehen auf einer anderen Ebene.

    Und die Seelen unserer Vorausgegangenen begleiten uns

    Aurelius Augustinus

  • Liebe Elster,


    Du hast ja recht, schaden kann's nicht, wenn das Gestell mal durchgecheckt wird. Ich geh' brav zu den Docs und lass mir in die Arterien schauen. Mich ärgert nur die Ignoranz meiner Hausärztin. Ich hab' halt nur 20 Meter hin, was beim morgendlichen nüchternen Blutabnehmen - mehr war's bisher eigentlich nicht - sehr vorteilhaft ist. Schilddrüsenultraschall hat sie beim jährlichen Check im Januar - 8 Tage nach Ursel's Fortgang - gemacht, keine Auffälligkeiten. Ich hatte vor vielen Jahren mal eine Überfunktion, dabei nahm ich stark ab, was jetzt gerade nicht so ist. Vitamin D3 nehm ich täglich 2000 Einheiten, daran kann's auch nicht liegen. Mein Problem ist das B12, das kann mein Körper aus der Nahrung nicht verwerten. Das hat mir Ursel alle 4 Wochen als Depot in den Muskel gespritzt, da macht meine Ärztin Theater, das sei keine Kassenleistung, muss ich selber bezahlen - dabei bringe ich Ampulle, Spritze und Tupfer selber mit.

    Die Lockerungsübungen mit Ursel sind eine gute Idee, werde ich heute Abend ansprechen.


    Liebe Grüße!

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich habe 3 emotional anstrengende Tage hinter mir. Jeder der einmal ein Tier - egal ob Haus- oder Wildtier - geliebt hat wird das verstehen.

    Am Dienstag Nachmittag rief mich ein Nachbar aus dem Haus an, er wäre gerade zum Rauchen auf dem Balkon und sieht auf einem Balkon schräg gegenüber im Hof ein Eichhörnchen das sich im Taubennetz verfangen hat und sich nicht mehr befreien kann. Normalerweise gehe ich bei mir unbekannten Nummern nicht ans Telefon, aber diesmal sagte mir eine innere Stimme das zu tun. Ich bin sofort runter und es war ausgerechnet unser vertrautestes Hörnchen, die Minimini - eine Enkelin der Trommlerin - die schon 5 Jahre zu uns kommt. Und ausgerechnet der Balkon eines älteren Ehepaars, die mich vor Jahren auf der Suche nach der Trommlerin bei geschlossener Türe mit einem: "verschwinden Sie" abgefertigt hatten. Ich bin sofort hin, habe fest an die Tür geklopft und die Frau hat geöffnet. Ich hab' mich nicht mit "dürfte ich bitte mal reinkommen" aufgehalten - eigentlich nicht meine Art - aber in solchen Situationen zählt jede Sekunde, Eichhörnchen sterben bei einer solchen Aufregung schnell an einem Herzinfarkt. Ich rannte durch zum Balkon und erlebte das fürchterliche Schreien eines Eichhörnchens in Todesangst. Außerdem musste die Minimini starke Schmerzen haben, ihr einer Arm hatte sich so in das Netz verwickelt dass ihr ganzes Gewicht daran hing. Ich rief nach einer Schere und schnitt das Netz rund um das Tier auf dass sie endlich frei war und sie verschwand sofort. Sie kam am Mittwoch zum Futtern und ich sah was ich schon befürchtet hatte, das Stück Netz um den Arm war so fest dran dass es nicht abgefallen war. Das bedeutet Lebensgefahr wenn die Blutzufuhr dadurch behindert wird. Außerdem konnte sie sich so nicht richtig bewegen. Also musste ein Plan her um die Minimini davon zu befreien. Ich konstruierte mit einem Besen einen Fensterschließer um das Tier im Zimmer fixieren zu können ohne dass es nach draußen flüchten kann. Gestern, am Donnerstag lauerte ich dann immer mit der Hand am Besenstiel bis sie endlich kam. Und es klappte, das Fenster war zu . Jetzt musste noch gekeschert werden, wobei mir eine erfahrene Hörnchen-Päpplerin half. Ruckzuck war das Stück Netz mit einer Nagelschere runter geschnitten und die Minimini konnte in die Freiheit entlassen werden.

    Die Moral von der Geschichte ist, dass ich fest daran glaube dass Ursel da mit geholfen hatte. Diese ganze Kette - der Nachbar sieht das Unglück, ruft mich an, ich gehe ausnahmsweise ans Telefon, ich mutiere zum Schimanski, die Einfangsaktion klappt reibungslos - das war nur mit Hilfe aus dem Jenseits möglich, da bin ganz sicher. Danke, liebste Ursel!

  • Lieber Dieter,

    Wir haben, glaub ich, noch nicht geschrieben. Doch was du hier gemacht hast.....du hast nicht nur das süße Hörnchen gerettet, sondern bist auch über dich hinaus gewachsen, in dem du bei diesen seltsamen Menschen auf den Balkon gelaufen bist. Und deine geliebte Ursel hat geholfen. So etwas vergisst man nie.

    Du bist ein toller Mensch und hast eine feine Seele, wenn ich das so sagen darf.

    Kathi

  • Oh nein! Ausgerechnet Minimini!

    Da geht der Puls schön hoch. Ich hoffe, du bist jetzt okay und das kleine Beinchen hat keinen Schaden davon getragen.


    Die Moral von der Geschichte ist, dass ich fest daran glaube dass Ursel da mit geholfen hatte. Diese ganze Kette - der Nachbar sieht das Unglück, ruft mich an, ich gehe ausnahmsweise ans Telefon, ich mutiere zum Schimanski, die Einfangsaktion klappt reibungslos - das war nur mit Hilfe aus dem Jenseits möglich, da bin ganz sicher. Danke, liebste Ursel!

    Diese Kette von Ereignissen ist ja echt ein toller "Zufall" (haha). Ich hätte nur gern das Gesicht deiner Nachbarn gesehen, als der Nürnberger Schimanski an ihnen vorbeistürmte.

    Unsere Toten sind nicht abwesend nur unsichtbar,

    sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.

    Es gibt ein Wiedersehen auf einer anderen Ebene.

    Und die Seelen unserer Vorausgegangenen begleiten uns

    Aurelius Augustinus

  • Lieber Dieter,


    erschütternd und wunderbar zugleich. Beim Lesen hatte ich Tränen in den Augen. Du bist wirklich ein feiner Mensch. Besonders im Umgang mit Tieren die sich nicht wehren können erkennt man so etwas.

    Die Moral von der Geschichte ist, dass ich fest daran glaube dass Ursel da mit geholfen hatte. Diese ganze Kette - der Nachbar sieht das Unglück, ruft mich an, ich gehe ausnahmsweise ans Telefon, ich mutiere zum Schimanski, die Einfangsaktion klappt reibungslos - das war nur mit Hilfe aus dem Jenseits möglich, da bin ganz sicher. Danke, liebste Ursel!

    das glaube ich auch ganz fest. Anders wäre die Rettung gar nicht möglich gewesen. Auch daran siehst Du daß Deine Ursel weiter bei Dir ist. Und sie wird Dich nie verlassen, auch wenn es Zeiten gibt in denen es so scheint. Sie vermißt Dich genauso wie Du sie, und sie wartet auf Dich.


    Liebe Grüße

    Lilifee

  • Liebe Elster,

    ja, ausgerechnet die Minimini. Ich weiß noch wie Ursel bei unserem Fernseh-Interview darauf bestand sie hereinzulassen und sie in aller Ruhe auf dem Tisch trotz Kameramann, Tonmann und Reporterin ihre Sonnenblumenkerne knuspelte.


    Liebe Lilifee und Herzschmerz,

    das ist so tröstlich dass Ursel mir in solchen Situationen beisteht. Auch eine andere Begebenheit aus der letzten Zeit - über die ich hier vielleicht mal berichten werde - festigt meinen Glauben an ein Wiedersehen.


    Lieber Simon,

    Danke für das hübsche Bild.

  • Hallo Ihr Lieben,


    in der Nacht zum Sonntag war ich mal wieder kurz nach 2:00 wach. Da hab' ich mich an den PC gesetzt und das erste neue Filmchen seit Ursels "Umzug" ins Krankenhaus in Youtube gestellt. Ich war eineinhalb Jahre nicht fähig ein Video von ungefähr 3 Minuten herzustellen, mir fehlte die Heiterkeit, die Muße und vor allem Ursel. Jetzt hab' ich's wieder probiert. Es heißt "Ein Regentag". Vielleicht lenkt es die/den einen oder anderen für ein paar Minuten ab. Hauptdarstellerin ist die Minimini, die kürzlich in dem Taubennetz verfangen war. Ich möchte betonen dass ich bei Youtube nichts verdiene, das ist ein Kanal "just for fun".


    Liebe Grüße von Dieter

    PS: Ton anmachen





  • Meine Güte, lieber Dieter, wie bezaubernd ist das denn <3 und wie besonders? Hast du da fest installierte Kameras? Man kann ja alles glasklar erkennen, das ganze hübsche Minimini mit blitzenden Äuglein, herrlichem Rotfell und entzückendem buschigen Schweif!
    Wo ist denn das nasse Hirschgeweih her? :2: Das ist in der Früh am Montag der herzigste Wochenstart!

  • Liebe mayatochter,


    das freut mich sehr wenn das Filmchen frohe Gedanken weckt. Fest installiert sind die Kameras nicht, das sind so kleine Action-Cams die mal hier, mal da stehen.

    Zum freien Filmen hab' ich noch eine normale Kamera. Am Hirschgeweih (kann man in Tierbedarfsläden kaufen) nagen sie ab und zu um Calcium und Spurenelemente aufzunehmen. Besonders säugende Mamas brauchen das.


    Einen weiterhin frohen Wochenstart und hervorragende Untersuchungsergebnisse wünscht Dieter

  • Lieber Dieter. Ich schaue jeden Morgen ins Forum. Heute -<3 was für ein schöner Beitrag.! Also,da möchte man auch Eichhörnchen sein. Wie es sich putzt! Herrlich. Dann deine schöne Wohnung. Ich glaube, die kleinen Tierchen haben mehr Verstand als wir Menschen denken. Du hast ein wunderschönes Hobby .Das wird dir noch viele Freude machen und vor allem das Andenken an deine liebe Frau immer in Ehren halten. Ganz lieben Dank. Mit freundlichen Grüßen von Christine.

  • Falls es interessiert, ich laufe jetzt zumindest in der Wohnung ohne Gehhilfe. Draußen nehme ich zur Sicherheit noch den Rollator .Gott sei Dank habe ich vorher nicht gewusst, daß so ein Ersatzteil so viele Probleme macht. Aber nun geht es in die letzte Runde. Dann kann ich bald auch alleine zu meinem lieben Sohn auf dein Friedhof fahren. Ich wünsche dir noch einen angenehmen Tag. Christine aus Berlin.

  • Liebe Christine,


    das war unser gemeinsames Hobby. Und gerade das hält mich am Leben. Ich bin sicher Ursel bekommt mit wie es unseren Schützlingen geht.

    Das ist ja eine tolle Nachricht dass es hüftmäßig endlich aufwärts geht und Du selbstständig zum Friedhof fahren kannst.


    Dir auch einen guten Tag und liebe Grüße.