Beiträge von Trommlerin

    Ich habe gerade etwas sehr schönes gelesen:


    Aus meinen Augen


    Ich stehe am Meeresufer. Neben mir spreizt eine Jolle ihre weißen Segel im Wind und macht sich auf in den blauen Ozean.

    Sie ist schön und stark. Ich stehe da und schaue ihr nach, bis sie schließlich wie eine kleine weiße Wolke dort hängt, wo Meer und Himmel sich mischen.

    Dann sagt jemand neben mir: " Sie ist verschwunden." Wohin verschwunden? Aus meinen Augen. Das ist alles. Sie ist mit Mast und Rumpf und Takelage

    genauso groß wie damals, als sie von meiner Seite wich. Und sie ist genauso in der Lage, ihre lebende Fracht zum Zielhafen zu bringen.

    Dass sie kleiner wird, liegt an mir - nicht an ihr.

    Und genau in dem Moment, in dem jemand sagt: " Sie ist verschwunden ", sehen andere Augen, wie sie ankommt, und andere Stimmen machen sich bereit

    für den freudigen Ruf: " Da kommt sie! "

    Das ist Sterben.


    Henry von Dyke

    Liebe Linchen,


    ich habe gerade erfahren, dass es der Kleine nicht geschafft hat. War schon zu lange allein unterwegs, dadurch ausgezehrt und voller Parasiten im Körper. Am schlimmsten sind die Clostridien, da hatte der kleine Körper keine Chance. Ich werde ihn auf meinem geheimen Hörnchenfriedhof hier im Hof bestatten.


    Traurige Grüße von Dieter

    Baumhasel sind mit den Haselnüssen verwandt. Die Bäume werden bis zu 30 meter hoch. Die normalen Haselnüsse wachsen in Sträuchern. Google mal Baumhasel, das sind interessante Bäume, vor allem im hinblick auf den Klimawandel.

    Liebe Christine,

    das hab' ich hier wahrscheinlich noch nicht erwähnt. Jakob lebt in Leipzig und ist Gefängnispsychologe in Torgau. Opa bin und werde ich nicht, denn Kinder will er keine. Wir Hörnchenfreunde sind sehr gut vernetzt in Deutschland, da hilft man sich untereinander. Ich bekomme zum Beispiel immer mal ein Paket aus Frankfurt mit Baumhaseln, die gibt's hier kaum, aber in Frankfurt ganze Baumhasel-Alleen. Nach dem Fernsehbericht haben mich tatsächlich Leute auf der Straße angesprochen - Sie sind doch der Eichhörnchenmann. Vier Wochen Kenia müssen ein ganz tolles Erlebnis gewesen sein.


    Liebe Grüße von Dieter

    Heute mal wieder Hörnchen-Einsatz. Notruf kam, allein umherirrendes Baby in der Grolandstraße. Das ist bei mir gleich um die Ecke. Spindeldürrer Fünfwöchner mit Durchfall. Der kleine Kerl jetzt heißt Ice, weil er so kalte Füße hatte und ist jetzt in der Päppelstation.

    Liebe Elster, liebe Lilifee, die Hörnchen haben alle individuelle Merkmale. Fellfarbe, kleine Verletzungen z.B. an den Ohren - haben meistens die Jungs durch Streitigkeiten um die Mädels - Farbe der Krallen von durchsichtig bis schwarz usw. Das größte Unterscheidungsmerkmal ist aber das Verhalten von Draufgänger bis ängstlich. Wenn ein Hörnchen durchgehend 6 Wochen zu mir kommt, dann bekommt es einen Namen.

    Liebe Christine, mir ging es genauso. Ich hab' mich auch immer Mal darin gesehen. Dass der Tod zum Leben gehört hab' ich lange verdrängt, jetzt hab' ich da keine Berührungsängste mehr. Ich kann den Vater verstehen, er sagt er möchte noch einiges erleben, für mich kann ich mir eine neue Beziehung allerdings nicht vorstellen. Ich fühle mich nicht einsam, ich vermisse diesen einen Mensch.

    Liebe Grüße von Dieter

    Eins meiner rotbefellten Schützlinge braucht eine Einmaldosis eines bestimmten Medikaments. In solchen Fällen bereite ich einen Brei aus gemahlenen Haselnüssen und Babybrei zu, den lieben sie und da fällt der Geschmack von Medizin nicht so auf. Das Problem ist nur, ich weiß nie wann ein bestimmtes Hörnchen jeweils kommt. Die anderen sollen das ja nicht fressen. Manchmal kommt es zwei Tage nicht weil es zur Zeit ein paar Blocks weiter wohnt. Heute hatte ich eine plötzliche Eingebung diesen Brei anzufertigen und an die Futterstelle auf dem Fensterbrett zu stellen. Und - ich konnte es schier nicht fassen - exakt 29 Sekunden später - ich lasse in solchen Fällen immer eine Kamera mitlaufen - war das Tier da und fraß den Brei. Da muss mal wieder Ursel ihre Finger im Spiel gehabt haben, da bin ich ganz sicher. Sie hat dem Hörnchen gesagt, es soll hier her kommen und zwar sofort. So bekommt das Hörnchen seine Saugwürmer im Darm los und ich freue mich dass Ursel immer noch mithilft. WinWin...

    So, jetzt hat auch meine Hausärztin begriffen dass man auch ein gutes Jahr nach dem Tod der geliebten Ehefrau noch in tiefer Trauer sein kann und deshalb ein paar Blutwerte nicht so toll sind. Keine Überweisungen von Dr.Pontius zu Dr. Pilatus.

    Das war ja ein unschönes Vorstellungsgespräch. Kannst Du mit Deiner Ausbildung auch in Kindergärten arbeiten, da wird doch immer gesucht, meine ich gelesen zu haben. Es gibt auch die evangelische Fachakademie für Sozialpädagogik, wo die Erzieher ausgebildet werden. Die haben auch Musikunterricht.

    Ich wünsch' Dir ganz arg dass Du bald was findest, zumindest ein weiteres Jahr wo Du jetzt arbeitest.

    Liebe Turicum,


    ja, an den Wochenenden ist es manchmal besonders schlimm. Vielleicht wäre es was für Dich, die Hunde von anderen Menschen, die wenig Zeit haben oder nicht mehr so gut zu Fuß sind, auszuführen. Da gibt's so eine App, die heißt " nebenan.de ", da werden immer mal Hundesitter gesucht oder Du kannst Dich da selber anbieten mit den Hunden Gassi zu gehen. Oft gibt's da auch eine kleine Bezahlung dafür. Das wäre dann auch in Deiner Nähe.

    Gut dass Du die Unterlagen abgeschickt hast.


    Liebe Grüße von Dieter

    Liebe Beate,


    einige Wochen nachdem meine Frau Ursel gestorben war, roch es in der Wohnung intensiv nach Schuhcreme, obwohl ich nicht die Schuhe geputzt hatte. Auch bei meinen Spaziergängen war ich immer wieder mal in einer Wolke Schuhcremeduft. Die Lieblingsbeschäftigung meiner Ursel im Haushalt war Schuhe putzen, das hat sie geliebt. Das ging einige Wochen lang, aber jetzt schon lange nicht mehr.

    Liebe Christine, ich fahre Essen für Kindergärten aus. Das hatte ich unterbrochen als Ursel ins Krankenhaus kam. Nach ihrem Weggang hab' ich dann noch 4 Monate gebraucht um wieder arbeiten zu gehen. Meine Chefin ist sehr froh mich wieder zu haben, ich bin absolut zuverlässig. Zum Schlafen nehme ich etwas verschreibungspflichtiges, ich kann sehr gut damit umgehen. Ich bin jetzt 73, da gönne ich mir das an Tagen, an denen das Sandmännchen nicht so pünktlich kommt. Ja, unser aller Leben hat sich verändert. An ganz schlimmen Tagen empfinde ich das als nicht enden wollenden Albtraum.


    Liebe Grüße von Dieter

    Liebe Christine, auch ich habe große Schlafprobleme. Ab und zu nehm' ich dann was zum Einschlafen, mehr als 5 Stunden sind aber nie drin. Ich stehe um 4:00 auf und setz' mich an den PC. Seit Ursel ins Krankenhaus kam ist das so. Früher haben wir jeden Tag ein Nachmittagsschläfchen gehalten, das geht jetzt gar nicht mehr. Solange ich trotzdem fit für die Arbeit bin ist das okay für mich. Albert Einstein hat nie mehr als 4 Stunden geschlafen, hab' ich mal gelesen.


    Liebe Grüße von Dieter