Beiträge von Trommlerin

    Hallo Ihr Lieben,


    gestern war ein schöner Tag. Ich war zu Michis 50.Geburtstag - der Mann von unserer Freundin Sandra - nach Weisendorf eingeladen. Mal wieder viele Bekannte aus der

    "Eichhörnchenszene" getroffen. Die Gespräche gingen dann auch um unser "Legendenhörnchen", die Trommlerin, sie ist einfach unvergessen. Sandra hatte sie ja damals nach einem schweren Sturz wieder aufgepäppelt und sie hatte bei uns in der Wohnung ihren Lebensabend verbracht. Seitdem verbindet uns eine tiefe Freundschaft. Mein Geschenk war eine Collage aus Eintrittskarten von Rockkonzerten seit 1972. Die hing bei mir seit Jahrzehnten im Flur und er hatte mich mal gefragt ob er die nach meinem Tod bekommen könnte. So lange wollte ich ihn nicht warten lassen. Die Freude war riesengroß. Tolles Essen, gute Musik - es war einfach schön. Irgendwann sagte Sandra zu mir, sie spüre ganz deutlich dass Ursel auch anwesend sei. Ich konnte das nur bestätigen. Dann überraschte man mich noch mit einer Taxifahrt zurück nach Nürnberg, immerhin 35 Kilometer. Solche Tage gibt es auch, auch wenn manchmal ein Hauch von Wehmut dabei ist.


    Liebe Grüße von Dieter

    Liebe Bille,


    nachdem meine Frau Ursel gestorben war, ist mir der Boden unter den Füßen komplett weggebrochen. Wut, Schmerz und Verzweiflung haben sich ständig abgewechselt. Wut auf das Krankenhaus, der fürchterliche Verlustschmerz und die tiefe Verzweiflung meine geliebte Ursel nie mehr wiedersehen zu können.

    Die ersten vier Monate waren wie ein schwarzes Loch, das meine ganze Kraft eingesaugt hat. Ich war mehr oder weniger nur spazieren um zuhause nicht verrückt zu werden. Das Zuhause das einmal UNSER Zuhause war. Dann überlegte ich mir dass das nicht ewig so weiter gehen kann und begann wieder zu arbeiten. Das hat mir sehr gut getan, ein paar Stunden unter anderen Menschen zu sein. Meine Chefin war heilfroh mich wieder zu haben, was für mich natürlich auch eine positive Bestätigung war. So kam ich Schritt für Schritt ins Leben zurück. Die Liebe zu Eichhörnchen, die mich täglich in meiner Wohnung besuchen und hier futtern, hat

    mir auch geholfen. Ursels Weggang ist jetzt fast eineinhalb Jahre her. Ich weine täglich um sie, aber manchmal auch mit einem Lächeln bei den Gedanken an sie.

    Es kommen immer wieder heftige Trauerwellen die mich überrollen, aber ich weiß mittlerweile dass sie ganz oft bei mir ist. Sie hilft mir in so manchen Situationen zu überleben und die Zuversicht nicht zu verlieren.

    Die ??? würden Deinem Mann bestimmt nicht gefallen, der möchte dass es Dir gut geht und passt auf Dich auf.


    Liebe Grüße von Dieter

    Liebe Bille,


    mein herzliches Beileid zum Verlust Deines geliebten Mannes. In diesem Forum, in dem keiner von uns jemals sein wollte, versteht Dich jeder. Du kannst hier alles schreiben was Dich bewegt, Du kannst hier Deinen Schmerz herausschreien, jeder von uns weint um einen geliebten Menschen.

    Du stehst noch heftig unter Schock, kannst das unfassbare nicht begreifen. Das wird noch eine ganze Weile so sein, aber irgendwann wird es milder, anders.

    Ja, wir kennen alle das Gefühl, das alte Leben zurück haben zu wollen, können den Verlust nicht akzeptieren. Du machst ja schon eine ganze Menge - Trauergruppe, Trauerbegleitung, Psychotherapie, das ist alles gut und richtig, aber all das dauert bis es greift.


    Herzliche Grüße von Dieter

    Liebe Elster, liebe Cathrin,


    ich sehe das genauso. Das Bewusstsein lockert sich im Schlaf und manchmal geht es dann spazieren. Vor einigen Wochen war es bei Ursel und sie sagte laut und deutlich: "Die haben mich in Öl gebadet!". Was sie damit sagen wollte, kann ich mir bis heute nicht erklären. Diese HD-Träume sind viel klarer als die normalen Träume, bei denen das Gehirn aufräumt und die man schnell wieder vergisst.

    Hallo Ihr Lieben,


    heute Nacht hatte ich einen wunderschönen Traum. Aspetos hatte ein Sommerfest veranstaltet, an dem auch unsere lieben Vorausgegangenen in ihrer physischen Form teilnehmen durften. Wir sind mit kleinen Booten auf einen See hinaus gerudert, es gab Essen und zu trinken, es war alles wunderbar.

    Das Aufwachen in der Realität war ernüchternd. Trotzdem musste ich hinterher lachen, weil ich während des Traums gedacht hatte, das macht Aspetos als Wiedergutmachung für die mangelhafte Betreuung des Forums.


    Liebe Grüße von Dieter

    Das "gesund und jung in Erinnerung behalten wollen" find ich so daneben. Vor allem bei engsten Verwandten, dann hätte er sich am besten gleich mit Ende zwanzig von ihr verabschieden sollen. Als meine Mutter starb kam ich eine halbe Stunde zu spät ins Krankenhaus. Ich hab' mir ganz lange Zeit Vorwürfe gemacht, aber es war zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht abzusehen dass sie so schnell gehen würde.

    Liebe Ashelia,


    mein herzliches Beileid zum Verlust Deines Stiefvaters. Schön, dass Du hier her gefunden hast. Hier versteht Dich jeder, jeder hat hier einen geliebten Menschen verloren. Du kannst Dir hier alles von der Seele schreiben.


    Liebe Grüße von Dieter

    Liebe Sonnenente,


    Du hast ja so recht. Ganz am Anfang, noch völlig unter Schock, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen eine Verbindung zu Ursel zu haben. Ich konnte nicht mal ein Bild von ihr aufstellen, war kurz davor alle Fotos zu löschen. Jetzt bin ich heilfroh das nicht getan zu haben. Ich hätte nie gedacht ein Jahr später ein Andenken-Video zu machen, war emotional auch nicht einfach. Unsere abendlichen Gespräche sind mir ganz wichtig, und ich glaube Ursel auch.

    Die Biene ist weiterhin fleißig, kommt jeden Tag wieder. Hörnchen Angela stört das überhaupt nicht, da muss schon ein anderes Kaliber kommen, wie vor ein paar Monaten ein Bussard, da ist die Minimini damals gerade noch rein gesprungen.


    Einen angenehmen Sonntag und liebe Grüße von Dieter

    Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben wenn Du eine Zeit lang den Kontakt zu ihr nicht zulässt. Wichtig ist jetzt dass Du zur Ruhe kommst.

    Deine Schwester hat ihren Sohn wenn sie Hilfe braucht. Du kannst absolut nichts für ihre Krankheit.

    Hallo Beate Stocker,

    Liebe Bettinalein,


    dieses auf und ab ist schrecklich. Trauer ist leider kein linearer Prozess, wir müssen immer damit rechnen dass es plötzlich steil bergab geht in die tiefe Verzweiflung. Und dann kommen wieder Stunden, Tage an denen man fröhlich sein und lachen kann, wie zum Beispiel als Du kürzlich so einen tollen Tag mit Deinen Schülern hattest. Von solchen Momenten zehren, das ist schwierig. Früher war doch alles unbeschwert und gut, danach sehnen wir uns, aber wir wissen auch dass es NIE wieder so sein wird.

    Ich weiß nicht ob Du einen Balkon hast, bei diesem Wetter bietet es sich ja an Kaffee oder Tee zu kochen und draußen ein Buch zu lesen, was heiteres, was nicht triggert.


    Liebe Bettinalein, ich wünsch' Dir dass Du bald wieder leichtere Gedanken hast.:24:

    Liebe Christine, ich wünsch' Dir auch einen wundervollen Tag. "Meine" Biene ist sowas von fleissig, ständig raus und rein. So ein Regal hat ja auch viele Löcher, da hat sie noch eine Weile zu tun.

    Liebe Grüße von Dieter

    Hallo Ihr Lieben,


    jetzt hab' ich mich doch entschlossen Euch von einer Begebenheit zu erzählen die mir widerfahren ist. Anfang April bemerkte ich an meinem Küchenfenster außen eine Biene, die wahrscheinlich wegen der Kälte etwas lahm war und länger dort blieb. Dabei fiel mir ein dass ich Ursel am Anfang unserer Beziehung öfter Honigbiene nannte. Bei unserem nächsten abendlichen Gespräch bat ich sie mir als Zeichen eine Biene zu schicken.

    Zwei Tage später bemerkte ich beim Zeitung lesen ein Brummen, und tatsächlich flog eine Biene ins Wohnzimmer und machte sich gleich am Ikea-Regal zu schaffen. Diese Regale haben hunderte Löcher für die Metallstifte die die Bretter halten. Sie inspizierte viele davon, flog dann ständig raus und kam eine Minute später wieder um jedesmal in eines dieser Löcher zu kriechen. Natürlich hab' ich dieses Verhalten gegoogelt und erfahren dass es sich um eine sogenannte Solitärbiene handelt. Das sind allein lebende Bienen die in diese Löcher ihre Brut zusammen mit Blütenstaub legen und dann versiegeln. Die Brut verpuppt sich in den kleinen Höhlen bis sie sich im Frühjahr durchnagen und ausfliegen. Seit einer Woche macht sie das jetzt jeden Tag stundenlang, ihr Brummen beim Anflug ist mir mittlerweile richtig vertraut. Diese Bienen sind völlig unaggressiv, wenn ich mal im Weg stehe fliegt sie einfach um mich rum.

    Ich hab' mich am Abend dann bei Ursel bedankt und freue mich unendlich über dieses Geschenk.


    Liebe Grüße von Dieter


    PS: ein Screenshot bei einem ihrer unzähligen Anflüge

    Liebe Luise,


    ich kann sehr gut nachvollziehen wie Du Dich fühlst. Gerade an Feiertagen an denen man mit dem verstorbenen Partner schöne Dinge unternahm ist der Schmerz besonders groß. Dass Dich das fröhliche Treiben der Nachbarn neidisch und traurig macht ist nur menschlich. Auch ich habe eine Art Krankenhausphobie entwickelt, allerdings durch den siebenmonatigen Klinikaufenthalt meiner Frau Ursel, die letztendlich an Krankenhauskeimen verstarb.

    Dass es hier still geworden ist liegt hauptsächlich am Betreiber der Seite. Es ist niemand mehr da der sich um die Freischaltung von neuen Mitgliedern kümmert, so habe ich das verstanden.

    Ich bin mit Deinem Schicksal nicht so vertraut, hast Du keine Verwandten oder Freunde die Dich in dieser Zeit etwas auffangen könnten? Nach Deinem Avatar zu schließen ist Amy ein Hund. Tiere spüren oft wie es ihren Menschen geht, kann Amy Dich ein bisschen trösten?

    Ich nehm' Dich in Gedanken in den Arm und drück' Dich sanft.


    Liebe Grüße von Dieter

    Liebe Sonnenente,


    ich finde das auch schrecklich, dass so wenig Menschen stehen bleiben und was tun wenn es um verletzte oder von der Mutter getrennte Tiere geht. Vielleicht liegt es bei vielen auch am Alltagsstress, irgendeiner wird sich schon kümmern. Bei Jungtieren geht es oft um Minuten. Was ist schon dabei so ein kleines Würmchen - egal ob Vogel, Igel oder was auch immer - zu sichern und erstmal Wärme zu geben, das geht da ganz schnell mit der Auskühlung. Dann ins Smartphone schauen, wo ist die nächste Auffangstation, die sagen was zu tun ist. Angst vor Tollwut braucht in Deutschland auch keiner haben, die gibt es hier nicht mehr. Gerade kleine Eichhörnchen laufen Menschen nach und auch die Beine hoch, wenn sie in allerhöchster Not sind. Meistens ist die Mama überfahren worden und die Kleinen schon tagelang alleine unterwegs. Das sind die einzigen Wildtiere die sich dann an den Menschen wenden, eigentlich sind das Fluchttiere. In dem Alter können sie noch nicht mal alleine pinkeln, da stimuliert die Mama die Blase. Genauso schlimm sind aber auch die, die meinen sie könnten selber ein Eichhörnchen aufziehen, ohne jegliche Sachkunde. Da sind schon so viele Tiere totgepflegt worden. Als anerkannte Aufzuchtstation benötigt man eine bestandene Sachkundeprüfung durch das Veterinäramt.


    Liebe Sonnenente, schön dass Du einem hilflosen Tier helfen würdest, ganz liebe Grüße von Dieter