Beiträge von Luise

    Liebe Flora,

    Meine Lieben,


    ich habe Angst Heinz zu verlieren... fühle nur noch wenig Vertrautheit... er ist nicht bei mir... innerlich nicht mehr da.


    Denke viel an ihn und dennoch ist da eine Leere...ein Vakuum. Verliere seine Anwesenheit... seine Spuren verwischen in alltäglichen Sachen... jeden Tag mehr. Dies und jenes, was er noch gemacht hat, was er in der Hand hatte wird weniger.


    Es verschwindet... ich kann es nicht halten.

    Es sind noch Konserven da, die wir noch zusammen gekauft haben, die er in der Hand hatte, heute habe ich die restliche Zwiebackpackung entsorgt. Ich habe ihm oft Zwieback mit Tee gegeben, das konnte er bei der Übelkeit noch knabbern.


    Sein Notebook lade ich immer auf....kann es aber nicht einschalten... sind doch seine Fingerspuren drauf...und private

    Videos die er bearbeitet und vertont hat.

    Ich kann das nicht... er hat so gerne daran gearbeitet... sieht auf dem Tisch aus, als macht er nur eine Pause und setzt sich gleich wieder dran.


    Noch während seiner Chemo, wenn er die Kraft hatte. Als es ihn nicht mehr interessierte... genau sowenig wie die Tagesschau und die Zeitung, wusste ich es... und er auch.


    Kann nicht mehr schreiben, es, tut so weh.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    ein trauriger Samstag... Regen und Wind...

    früher ein oft schöner "Sofa- und Kuscheltag"... zu zweit.


    Nun liege ich hier alleine... mit meiner Erkältung... keine Hand, die mich streichelt... kein liebes aufmunterndes Wort... mir ist kalt trotz Decke... die Wärme von Heinz fehlt...


    Heute habe ich alle Telefonnummern, die gespeichert ( Ärzte, Krankenhaus, Palliativkontakte, Sanitätshaus usw.) waren, gelöscht. Ich brauche sie nicht mehr für Heinz.


    So gehen immer mehr Erinnerungen an die letzte Lebenszeit von meinem Mann

    verloren. Ist das gut für mich? Verdränge ich diese schwere Zeit und behalte

    im Herzen nur die guten Jahre?

    Oder verblassen die Schmerzen und ich bin dankbar für die 46 Jahre, die wir gemeinsam hatten?


    In letzter Zeit träume ich viel von früher... sehe uns jung und glücklich. Wer schickt mir diese Träume... soll es eine Art von Hilfe sein?


    LG Luise

    Danke Sverja,


    kuriere deine Hand aus. Ich hatte oft damit auch Probleme. Bin schon 2 mal an der rechten Hand operiert worden, aber bei Belastung immer noch Beschwerden.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    ich spüre nur noch Einsamkeit... Heinz ist fort... ist weit weg von mir.


    Er hat sich wohl verändert... ich empfinde keine Nähe mehr... es tut so weh.


    Diese Welt ist wohl unwichtig geworden.

    Er kann mir nicht mehr helfen.


    Wenn es irgendwie gehen würde, wäre er bei mir.


    Damit muss ich leben... wir sind getrennt... in zwei Welten.


    Erst später wird es wieder ein " uns" geben...falls es weitergeht.


    Bis dahin wird es schwer sein... momentan scheint es Tag für Tag unerträglicher zu werden.


    Ich kann und will es nicht.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    ich vermisse Heinz heute wieder sehr...und bin gleichzeitig wütend auf ihn.


    Warum hat er mich allein gelassen? Ich brauche ihn... seine Hilfe... seine Nähe... seine Liebe.


    Liege auf dem Sofa... schon wieder krank... kein Schlaganfall, sondern ein grippaler Infekt, der mich diesmal total im Griff hat.


    Meinen Mann konnte ich pflegen... für mich selber ist keine Kraft mehr da...


    Früher hat er sich um mich gekümmert, wenn ich krank war. Und nun bin ich allein... wütend auf ihn... er hilft mir nicht.

    Suche ihn... rufe ihn... keine Antwort... er war nur zweimal in der ersten Zeit bei mir... nun nicht mehr...


    Lässt mich zurück... ohne Hilfe... muss alles alleine stemmen... im Haushalt ist schon einiges kaputt... ich kann es nicht wieder herrichten... und nun wieder krank...


    Macht er sich um mich keine Sorgen mehr? Er war doch immer auf mein Wohl bedacht... und wenn es nur ein Tee war den er mir gebracht hat... und

    jetzt nichts mehr... ich bin sauer auf ihn!


    Es ist wohl ungerecht von mir, aber ich empfinde es heute so.


    ER HAT MICH IM STICH GELASSEN.


    46 Jahre waren wir zusammen... aber

    nun... alt und krank... lässt er mich allein.


    Liege hier mit Fieber und fantasiere... warum kommt er nicht?


    Ist seine Liebe zu mir auch tot?


    Wieso dann ich nicht? Ich kann nicht mehr.

    LG Luise


    PS: Bedingt durch meine in momentane körperliche Verfassung bin ich wohl ungerecht. Er kann ja nichts dafür.

    Meine Lieben,


    wir vermissen alle diese liebevollen "Kleinigkeiten", die wir stets durch unsere Liebsten bekommen haben. Das Fehlen macht auch einen Teil unseres Schmerzes aus.


    @ Helga, du nimmst deinem Ralf nichts von deiner Liebe... du darfst und sollst wieder lachen und Freude empfinden. Denn wer liebt und geliebt hat wünscht sich das es dem geliebten Menschen gut geht.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    die letzten Tage war ich mal wieder tief im Trauertal.


    Nun sind es fast schon 14 Monate und ich kann es nicht glauben, dass ich noch atme...esse...lebe... jeden Tag... immer wieder. Ohne Sinn und Zuversicht... ohne Liebe im Jetzt... ohne Hoffnung...nur mit Erinnerungen und Träumen.


    Ich spüre Heinz nicht mehr... er hat mich wohl endgültig verlassen... ich rufe ihn, aber es kommt nichts mehr bei mir an.


    Selbst meine Gedanken fangen an ohne ihn zu leben... das will ich nicht! Ich denke nicht mehr als "wir"... habe ich es schon verlernt?


    Er war immer in meinem Herzen und immer in meinem Kopf. Nun ist mein Herz tot und mein Kopf betäubt.


    Fühle mich leer ohne Liebe... aber voll mit Leid und Tränen...es tut so weh!


    LG Luise

    Liebe Evelyn,


    du hast deinen Mann leider schon so früh verloren, mit 3 Kindern alleine in dieser Situation.

    Umso mehr kostet es Kraft wieder positiv in die Zukunft zu schauen. Ich hoffe, das du trotzdem nach vorne schauen kannst.


    Danke für deine Worte und dein Mitgefühl.


    LG Luise

    Liebe Helga,


    ja, es würde mit guttun unter Menschen zu sein. Ich will auch sehr gerne.


    Wenn ich nicht mehr so angeschlagen bin und es mir etwas besser geht, noch ermüde ich schnell und mit meiner Sprache klappt es nur mit viel Konzentration. Selbst beim Schreiben ist es schwer.


    Aber ich arbeite dran und nächste Woche kommt ja ein Therapeut zu mir.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    danke für eure Worte. Aber das Alleinsein muss ich wohl selber in den Griff bekommen... noch hoffe ich auf Besserung meines körperlichen Zustand.


    Wenn ich etwas "fitter" werde, kann ich mich mehr um Aktivitäten bemühen, die mich unter Menschen bringen.


    So wird das nichts, wenn immer wieder ein Rückschlag erfolgt. Zu Hause bin ich einfach zu viel allein... und ab und an Besuch reicht nicht. Ich möchte mal was anderes sehen... Anregungen bekommen, damit ich mich mit anderen unterhalten kann... was Neues erzählen kann....


    Ich erlebe zur Zeit nichts was andere interessieren könnte...ich bin langweilig nicht gesellig...

    Das muss anders werden sonst werde ich noch "sonderbar"... in meinen Augen und auch in anderen.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    sitze schon wieder seit heute Morgen weinend auf dem Sofa. Möchte mit irgendeinem Menschen sprechen... meine Sorgen teilen... getröstet...einfach ein wenig geliebt werden... mich nicht so einsam fühlen.


    Habe heute Nacht wieder intensiv von Heinz geträumt und von meinem toten Bruder. Es war alles so real, als wären sie beide noch hier.


    Der Tag zieht sich schon wieder endlos... ohne Hoffnung auf eine Änderung meines Alleinseins... bin nur eine alte, kranke Frau mit Hund... sehe hier sehr oft viele wie mich... aber keiner spricht den anderen an... haben wohl wie ich einfach aufgegeben.


    Mir fehlt das Vertrauen mich auf neue Menschen einzulassen. Seitdem ich alleine bin, wurde ich wohl zu oft enttäuscht...bin zu dankbar für jede Zuwendung... deshalb öffne ich mich schnell und stimme einfach zu, obwohl mein

    Bauchgefühl mich warnt.

    Es ist wohl so, dass ich vor Einsamkeit jeden Strohhalm umklammere den ich greifen kann.


    Würde so gerne raus gehen, durch die Natur... zum Friedhof...aber ich bin zu schwach, schaffe gerade die kurzen Gassirunden (ist eigentlich nur Stehgassi).

    Und ohne Begleitung ist es zu "gefährlich"... brauche Unterstützung falls es nicht alleine weitergeht.


    Muss noch etwas einkaufen, danach wohl erschöpft, aber ich war wenigstens etwas

    draussen... unter Leuten...bin froh, dass ich noch Auto fahren kann... das ist meine Möglichkeit mobil zu sein... bin dafür dankbar, dass es noch klappt und ich ein Auto unterhalten kann.


    LG Luise

    Meine Lieben,

    liebe Helga,


    ja, das ist das traurige am Heimleben, die vielen Todesfälle... auch wenn du schreibst, dass viele über 90 sind.


    Aber für ein direktes Heim fühle ich weder alt noch zu krank. Das halte ich nicht aus!


    In mir ist doch noch irgendwo ein Funken Lebenswille... zwar verschüttet... aber von meinem Mann noch gesät... er wollte und will es, wenn ich weitermache bis mein Lebensziel erreicht ist.


    Meine Verzweiflung... meine Einsamkeit... meine Schmerzen (körperlich & seelisch)...

    hindern mich meistens daran... weiter zu kämpfen... denn für mich ist es täglich schwer und manchmal will ich mich einfach fallen lassen und Ruhe finden.


    Eben wieder zusammen sein mit Heinz...

    meiner Sonne, die ich zum Leben und zum Lieben gebraucht habe und vermisse.


    LG Luise

    Lieber Uwe,


    auch mir geht es so. Morgens erst mal in Aspetos lesen... gehört schon zum Tagesbeginn.


    Mein Schlaf ist leider immer noch zu wenig... und durch Träume von Heinz manchmal beim Aufwachen mit Herzklopfen verbunden.

    Bin dann richtig benommen und denke sofort wieder an meinen gerade überstandenen Schlaganfall ( noch mit Einschränkungen) mit Angst vor einem weiteren.


    LG Luise

    Liebe Blaumeise,


    ich nehme dich mal ganz fest in den Arm und möchte einfach nur mit dir weinen...

    du empfindest Selbstmitleid und du hast Grund dazu.


    Denke einfach nur mal an dich... alle anderen sollen sich an die eigene Nase fassen.


    Dieses Selbstmitleid empfinde ich auch... irgendwie ist es auch angebracht.

    Ich tue mir so leid, weil ich auch anderen an meiner Stelle Mitleid entgegen bringen würde.


    Also müssen wir uns beide dafür nicht verurteilen... wir dürfen klagen und jammern.


    Ich glaube, das es der erste Schritt ist um weiterzuleben...wir denken wieder an uns... und das ist wichtig... wäre es auch für unsere Liebsten...denn nur wer sich selber liebt, kann Liebe geben... auch über den Tod hinaus.


    Das will ich... und deshalb...


    LG Luise

    Liebe Flora,

    liebe Sverja,


    danke für eure Angebote mit Amy Gassi zu gehen.


    Es stimmt, sie ist sehr lieb, aber zur Zeit in ihrer Scheinschwangerschaft sehr genervt, wenn sich ihr andere Hunde nähern, d. h. schon auf der anderen Straßenseite...

    Sie knurrt und bellt und hört nicht auf mein "Aus".


    Nächsten Monat wird sie operiert... vielleicht wird es dann besser.


    LG Luise

    Liebe Helga,

    das gibt es bei uns auch. Bin schon auf Warteliste. Kann aber dauern, da ich keinen Wohnberechtigungsschein bekomme, dafür reicht meine Behinderung nicht aus im "Behörden Deutsch".


    Muss dann eine freifinanzierte Wohnung beantragen und die Wartelisten sind lang ( eine ehemalige Nachbarin hat über 2 Jahre gewartet, sie hat immer gesagt, erst wenn einer ins Pflegeheim kommt oder stirbt, wird eine Wohnung frei).


    Auf mittlerweile zwei Wartelisten habe ich mich bereits setzen lassen, auch für einen geplanten Neubau, der aber erst frühestens Ende 2022 bezugsfertig wird.

    Geplant sind 55 Wohnungen, mittlerweile schon ca.150 Bewerber, neue werden nicht mehr angenommen.


    Aber man sagte mir, dass erfahrungsgemäß einige dann doch absagen oder auch nicht mehr in Frage kommen.


    Also vielleicht habe ich Glück, dass es

    was wird. Tierhaltung wäre dort auch erlaubt.


    LG Luise