Beiträge von Luise

    Liebe Isabel,


    ich bewohne eine barrierefreie Wohnung, die für meine Bedürfnisse gut passt.... breite Türen... bodengleiche Dusche... Aufzug... Flurreinigung und Winterdienst...


    So etwas ähnliches muss ich erst mal finden... so viele Wohnungen gibt es hier nicht... betreutes wohnen ist nur auf Warteliste ( ca. 2 - 3 Jahre) zu bekommen... dazu oft mit Berechtigung.

    Ausserdem kostet der Umzug einschließlich sämtlicher Handwerkerleistungen ( bei mir muss ja z. Bsp. jede Lampe usw. angebracht werden), Küche umgeplant und montiert werden. Das sind Kosten, die ich nicht stemmen kann.


    Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass ich durchaus noch selbständig leben und bei Bedarf Hilfe beantragen kann.


    Dafür sind aber Einkommensgrenzen gesetzt, zum Beispiel habe ich für eine beantragte Hilfe 20,-Euro zu viel im Monat.


    Es ist alles schnell gesagt, aber die Wirklichkeit sieht oft anders aus.


    Bisher "leiste" ich mir doch schon einiges zu meiner Erleichterung.... Getränkelieferung... tiefgekühltes Essen... einen Hausnotruf... und eine Putzfee, alle vierzehn Tage für 2 Stunden...bezahle alles privat... mehr geht nicht.


    Und falls ich Amy auch nicht mehr gerecht werden kann, brauche ich noch einen Gassigeher... der will auch bezahlt werden.


    LG Luise

    .

    Meine Lieben,


    es ist jetzt 18 Uhr und das Alleinsein erdrückt mich. Fast schon wieder Abend und ausser heute früh zur Blutabnahme keinen Menschen gesprochen.


    War zwar mit Amy Gassi, aber leider immer nur kurz, für einen ausführlichen Spaziergang reicht es nach dem neuen Schlaganfall erst recht nicht.


    Mein grosser Wunsch wäre es wenigstens eine halbe Stunde laufen zu können...

    damit meine Seele atmen kann.


    Könnte dann zum Grab regelmässig gehen... so ist es immer ein Kraftakt... danach total erledigt und weine dann auch vor Schmerzen... seelisch und körperlich. So bleibt bei Sehnsucht

    nur meine kleine Urne zu Hause.


    Mein Rollator hat auch eine Macke, konnte ihn heute Morgen fast nicht aufklappen um ihn aus dem Auto zu ziehen.

    Muss wohl einiges geölt werden... mein Neffe will Ende des Monats kommen, bis dahin muss es so gehen.


    Das alles macht mir zu schaffen, aber die Einsamkeit ist das schlimmste. Aber ins

    Heim? Mit 65 Jahren... nur auf das Ende warten?


    Heinz wäre dagegen... wir haben auch über die Möglichkeit, wenn ich alleine sein werde ( die letzten Monate als keine Hoffnung mehr bestand, dass er es nicht mehr lange schafft) gesprochen. Er war vehement gegen ein Heim für mich.


    Es muss irgendwas anders werden... so halte ich es nicht mehr lange aus.

    Bekomme zwar hin und wieder Besuch aber ich möchte mal raus.... was anderes sehen... einfach ein wenig "normal" leben... soweit es ohne Heinz geht.


    Was soll nur werden? Wird es noch mal besser?


    LG Luise

    Liebe Jassmin,


    deine Verluste sind schier unerträglich...

    bitte hole dir Hilfe, alleine mit deinem Kind wird es zu schwer sein.

    Wir alle sind jederzeit für dich da, wenn du schreiben kannst...

    Alles Liebe und eine stille Umarmung.

    LG Luise

    Meine Lieben,


    wieder ein Sonntag überstehen... trotzdem bin ich froh nicht mehr im KH zu sein.


    Was die neue Woche an Überraschungen bringt, versuche ich auszublenden soweit es geht. Vielleicht wieder Ablehnungen... neue Kämpfe... bin zu müde dafür.


    Arztbesuche stehen an... was kommt

    weiterhin auf mich zu?


    Zwei Gefühle sind in mir: Trauer um Heinz... Angst um mich.

    Was anderes hat keinen Platz! Sehe nur das Dunkle... Verzweiflung... Hilflosigkeit.


    Wer oder was kann das ändern? Ich glaube das kann nur der Tod... Frieden finden... Ruhe vor den Befürchtungen...

    einfach loslassen... nicht mehr denken und fühlen.


    FREI SEIN... BEFREIT SEIN... LEICHT SEIN


    Der Kampf ist entschieden... meine Kraft verbraucht... es ist sinnlos ohne Lebensfreude nur Tag für Tag zu überstehen...


    Oder Heinz zuliebe doch noch mein Leben zu Ende leben? Er wollte immer leben... hat gekämpft... auch für mich... das darf ich nicht vergessen... er hat mich bedingungslos geliebt... würde mit mir schimpfen, weil ich aufgeben will.


    Aber es ist so schwer... mit meinen Krankheiten alleine zu sein...Entscheidungen zu treffen... ohne das jemand mir zur Seite steht der es gut mit mir meint und dem ich vertrauen kann.


    LG Luise

    Liebe Andrea,


    Johanniskraut passt nicht zu meinen Medikamenten, aber ich nehme öfter die Bachblütentropfen "Rescue".

    Gut das du mich danach fragst, nehme ich sofort... hatte die letzten Tage nach dem KH garnicht daran gedacht.

    LG Luise

    Meine Lieben,

    liebe Kornblume,

    liebe Sonne10 ( Andrea),


    danke für eure Worte, ich freue mich immer auf persönliche Ansprache.


    Liebe Kornblume, leider erwarte ich von Menschen, die ich in mein Inneres blicken lasse, durchaus Mitgefühl.... nicht nur "auf Zeit", weil sie sich selber unglücklich fühlen, sondern erwarte Freundschaft und das nicht nur bei " Regen"... auch bei "Sonnenschein", wenn es einem oder beiden wieder besser geht.

    Vielleicht passe ich nicht mehr in diese Zeit, wo manche ihre "Freunde nur noch sporadisch und zweckgebunden haben und in" hunderten" zählen.


    Ich brauche einfach Menschen mit denen ich gerne zusammen bin, obwohl ich auch Zeit für mich alleine brauche.


    Das alles hatte ich mal... zwar wenige, aber die richtigen für mich.

    Leider sind alle nicht mehr hier.

    Und der allerbeste...mein Mann war auch mein Freund... mein alles... fehlt mir.


    Fehlt mir so sehr, dass ich mich auf gar nichts mehr konzentrieren kann... weder zum Lesen... Handarbeiten... Fernsehen... selbst auf die paar Menschen, die noch für mich da sind. Freue mich, wenn sie mich besuchen oder anrufen, aber dann wird es mir nach kurzer Zeit zu viel... will dann wieder alleine sein und bin danach

    traurig... fühle mich schlecht und vermisse sie.


    Verstehe mich selber nicht... warum bin ich so hin- und hergerissen? Mir fehlt wohl meine innere Mitte... sie ist leer ohne Heinz.

    Bin nur noch halb... aber fühle noch meine Liebe zu ihm... aber ohne Halt dadurch zu finden.


    Ich sehne mich nach Liebe... ohne Liebe zu empfinden bin ich auch tot... ohne tot zu sein. Wie lange kann ich das aushalten?


    Ich habe meine Hoffnung verloren... dachte, das es nach einem Jahr besser wird, dass der Verlust nicht mehr so weh tut...


    LG Luise

    Meine Lieben,


    ein neuer Morgen... verregnet und grau... wie meine Seele.


    Ich kann einfach nicht aufhören zu weinen... es läuft und läuft... seit dem ich aus dem Krankenhaus bin geht es so.

    Überall sehe ich Heinz... doch er ist nicht da. Ich träume von ihm... schöne Träume...


    Ist er bei mir? Will er mir helfen? Ich spreche zu ihm und bitte um seine Unterstützung... sage ihm, dass ich nach dem Schlaganfall noch verzweifelter bin.

    Brauche seine Hilfe... brauche seine Liebe... brauche ihn...


    Kann ohne Heinz nicht weiterleben... es wird nicht gehen... spüre es... mein Leben ist sinnlos... ich bin sinnlos... treibe vor mich hin... in den Trauerwellen... mal oben um Luft zu holen...doch es reicht nicht aus... die Tiefe ist stärker... gleichzeitig auch verlockender zum Dableiben und zum Aufgeben...


    LG Luise

    Liebe Flora,


    hier gibt es auch einiges, dass ich versuchen würde... aber durch meine Behinderung bin ich sehr gehemmt.. da sie sichtbar ist... allerdings nicht auf den ersten Blick.


    Da dauert es bin ich genug Vertauertheit entwickelt habe und mich öffnen kann. Solange bin ich distanziert und vorsichtig.


    Bin gerade in meiner Trauerzeit von Menschen, die ich neu durch die Trauerverbundenheit ... auch z. T. digital... kennengelernt habe sehr enttäuscht worden.

    Jeder trauert anders, dass verstehe ich ja, aber einfach eine monatelange Verbindung einfach so abrupt zu beenden, nach dem man sich so viel erzählt und auch getröstet hat, tut mir sehr weh...


    War wohl zu froh um zu verstehen, das es sich nur um eine vorübergehende " Notgemeinschaft" gehandelt hat und keine beginnende Freundschaft war.


    Deshalb bin ich zur Zeit extrem vorsichtig weil ich nicht wieder enttäuscht werden will.

    Das verkrafte ich nicht auch noch.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    seit gestern weine unaufhörlich, seit zwei Tagen mit keinem Menschen ( ausser der Krankenkassenmitarbeiterin) und mit Amy gesprochen.


    Ich vereinsame immer mehr... nun auch noch die Einschränkung durch den Schlaganfall... mit Amy mache ich sowas wir "Standgassi". Laufen geht noch schlechter als sonst.

    LG

    Wenn ich einen Pflegegrad bekomme, versuche ich jemanden zum Gassigehen zu finden, den ich dann bezahlen kann.

    Vielleicht ein mal gegen Abend, für eine grosse Gassirunde.

    Mit Rollator und Leine ist es schwierig.


    Wenn ich nicht bald unter Menschen komme, weiss ich nicht mehr weiter.

    Ich möchte so gerne mal aus dem Haus kommen... was anderes sehen...


    LG Luise

    Liebe Kornblume,


    mein Herz spricht zu mir nicht.. jedenfalls höre ich es momentan nicht... es ist tot. Nur mein Kopf dreht alles von links nach rechts... Zukunft... Vergangenheit... Krankheit... Einsamkeit... Ängste...


    Danke für dein Gebet. Aber an den Gott, der für uns alle da ist, den verstehe ich nicht mehr... habe viele Fragen an ihn... aber ich bekomme keine Antwort.


    Ich hoffe, das irgendwo im Jenseits später meine Fragen beantwortet werden, damit ich es alles verstehe, was im Hier geschehen ist und weiter geschieht.


    Wünsche mir Zeichen der Liebe und Zuversicht, damit ich weiterleben kann... nicht nur leiden an Körper und Seele... sondern mit noch etwas Lebensfreude... die mein Mann "mitgenommen" hat und

    die mir genauso fehlt wie Heinz.

    Er war meine Sonne... mein alles.


    LG Luise

    Liebe Kornblume,


    am liebsten würde ich auch aufgeben, aber für meinen Mann habe ich auch viel durch Kampf erreicht. Aber ich kann einfach nicht! Zumal ich zur Zeit "Sprachprobleme" durch den Schlaganfall habe und mich nicht so äußern kann, wie es erforderlich wäre.

    Auch beim Schreiben mache ich viele Fehler, muss alles korrigieren, es fehlen mir oft die Worte, die ich wohl schreiben will, aber sie fehlen dann einfach mitten im Satz.


    Finde mich in meinem Körper und Geist zur Zeit nicht zurecht. Das bin ich nicht!

    Bin verloren und hilflos... wirke aber nach außen nicht so.


    Ich sehne mich nach Liebe... Zuspruch... Trost... und keiner da!

    Heinz hat mir das alles gegeben.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    zur Zeit seid ihr meine Verbindung in die "Welt". Bin doch noch sehr angeschlagen durch den Krankenhausaufenthalt, kann gerade mich und Amy etwas versorgen.


    Habe es aber geschafft meinen Widerspruch zur Krankenkasse zu bringen.Sie hatten meinen Antrag auf Dauerkrankengymnastik abgelehnt, doch nun kommem noch die Therapien zur Schlaganfallbehandlung ( Ergo- und Logopädie dazu). Wird wohl wieder einen Kampf geben, obwohl der MDK es für erforderlich hält.


    Dann hat mich aber heute schon viel Kraft gekostet und ich befinde mich wieder in einem Trauertal, da bald unser Hochzeitstag wäre.


    Das alles zieht mich dermaßen herunter, dass ich nur noch ins Dunkle schaue.


    Ich lese alles, was ihr schreibt, aber im Moment finde ich keine Worte, um euch zu unterstützen. Ich bin aber in Gedanken bei euch und umarme euch still.


    LG Luise

    Liebe Sverja,


    ja, wir alle hier sind verbunden durch unsere Trauer... dennoch jeder in seiner Art...

    und durch Erinnerungen... durch Verlustschmerzen... einander näher gekommen... und somit gefühlt nicht alleine... einsam und verletzlich... trotzdem hier gut und sicher aufgehoben in unserer Gemeinschaft.


    Das hilft mir sehr. Jeder trauert anders... aber die Toleranz ist spürbar... und das Verständnis ist untereinander da, dass oft in unserem direkten Umfeld nicht vorhanden oder nicht mehr vorhanden ist.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    ein neuer Tag... wieder ein Tag... ohne ihn... wieviele noch?


    Empfinde es täglich schwerer...

    nun auch noch die Sch... Krankheit.... diese Angst was kommt noch auf mich zu?


    Möchte den finalen Schlaganfall mit dem Aus... dem Dunkel... dem Ende und vielleicht wieder Anfang mit Heinz (?).


    Ich bin so müde... kraftlos... ohne Perspektive... ohne Hoffnung... ohne Liebe.


    Aber noch bin ich da... angeschlagen an Leib und Seele... warum?


    Es gibt genug Menschen... eigentlich zuviel... mich braucht niemand mehr... Heinz war mein Leben... mein "Zweck" ist erfüllt...


    Aber nun muss ich weitermachen... kämpfen gegen Krankenkasse usw....

    für mein Leben, das ich nicht mehr brauche... aber dennoch leben muss.


    DIESES IST MIR ALLES ZU VIEL.

    ICH WILL RUHE.


    Vor meinen Schmerzen... vor meinem Ängsten... vor Allem...


    ICH WILL HEINZ ZURÜCK!


    LG Luise

    Meine Lieben,


    habe heute mal ein wenig Kraft gefunden, um etwas zu schreiben.

    Die letzten Beiträge von euch gelesen und an uns alle gedacht, wie schmerzvoll unsere Verluste doch sind.


    Bin zwar wieder zu Hause... hatte es mir so gewünscht... aber nun wieder diese Einsamkeit... dazu noch jetzt die Hilflosigkeit... dieser ständige Kampf... ich bin müde... an Leib und Seele.


    Der MDK war heute zur Begutachtung da... und wieder fiel das Wort " Familienstand: verwitwet".


    Einfach nur ein Wort... und sagt soviel.


    LG Luise

    Liebe Brija,


    genauso empfinde ich es auch...

    Krank und ohne unsere Liebsten..

    Sie fehlen ja immer, aber dann merkt man die fehlende Liebe noch stärker.


    Zu zweit konnten wir uns gegenseitig stützen... bin so froh, dass ich meinem Mann in seiner Krankheit so gut es ging helfen, konnte.


    Wenn er noch bei mir wäre... hätte ich auch mehr Kraft um gegen meine Krankheit zu kämpfen... aber so erscheint alles sinnlos und zu schwer.


    Allein und krank... so wird es nun bleiben.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    es geht doch schlechter, als ich gedacht hatte, wieder zu Hause zu sein.

    Bin doch noch ziemlich angeschlagen und mich zu versorgen fällt mir schwer.

    Will aber meine Freundin nicht schon wieder bitten, sie ist immer für mich da, aber sie braucht auch Zeit für sich.


    Ich kämpfe seit Stunden gegen eine tiefe Trauerphase an, aber ich glaube, es ist eher sowas wie Selbstmitleid weil ich mich momentan noch einsamer und alleine fühle.


    Meine Gedanken und Empfindungen kreisen nur um Heinz. Stelle mir vor, was er zu mir sagen würde, damit ich mich endlich wieder aufraffe um weiter zu leben.


    Ich schreibe ja oft "Briefe" an meinen Mann.... habe ich ja schon erwähnt.... aber nur immer handschriftlich und das klappt noch nicht gut nach dem Schlaganfall.

    Das Schreiben an Heinz bringt mich immer etwas zur Ruhe, obwohl es nur mit weinen geht.


    Amy ist noch immer bei den Nachbarn, ich vermisse sie so, aber noch kann ich nicht mit ihr raus... und die Nachbarin will sie wohl noch nicht wiederhergeben... weil sie so ein Schatz ist. Sie wird dort nur verwöhnt und beschmust... das gefällt ihr natürlich... Immer auf dem Sofa!

    Das gibt es zwar bei mir auch... aber nicht so intensiv... ich werfe und spiele mit ihr mehr.

    Aber bin froh und dankbar dafür, daß sie dort bleiben konnte.


    Ohne meinen Mann an meiner Seite fühle ich mich noch kränker und älter. Es gibt in mir keine Energie und Kraft mehr... wundere mich, dass ich die lange Zeit durchgehalten habe, als er mich brauchte.


    Der Akku ist wohl total entladen und es fehlt der Mensch, der ihn aufladen konnte.


    Meine " Zukunft" liegt wie ein Berg vor mir... Angst... Verkriechen... Geschehen lassen?... einfach nichts tun... hinnehmen...


    Oder doch noch mal kämpfen... wozu?


    -Krankenkasse hat schon meinen Antrag auf langfristige Verordnung abgelehnt, Brief kam in meiner Abwesenheit... -nächste Woche kommt der MDK zur Begutachtung...wird bestimmt auch abgelehnt

    - Versorgungsamt hat sich noch nicht entschieden...

    Wie viele Krankheiten muss ich denn noch haben, damit mir endlich mehr geholfen wird, damit der Alltag leichter fällt.


    Und für alle die Kämpfe fehlt mir die Kraft... Hilfe? Fehlanzeige! Ärzte und die anderen haben nur Sprüche drauf.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    es ist Abend und ich will nicht schlafen gehen.

    Die ganzen Nächte im Krankenhaus habe ich nur von Heinz geträumt... schöne Träume... sehr real empfunden... mit ihm gesprochen und gelacht... glücklich...


    Aber dazwischen... wachgeworden durch Störungen... total traurig, weil es mir sofort klar war... nur geträumt... wollte nicht weiterträumen... dennoch ging es, gefühlt, die ganze Nacht weiter.


    Tagsüber nur nach ihm gesehnt... nach seiner Liebe... seinem Trost... nach

    " komm erst mal nach Hause, dann wird es besser".


    Und nun? Zu Hause... allein... ängstlich... hilflos... und


    ER IST NICHT DA!


    Er war immer da, wenn ich aus dem KH kam, meistens mich abgeholt... mit freudigen Augen... endlich bist du da!


    Da frage ich mich, wozu nach Hause gehen... es ist kein Zuhause mehr... keine Zuflucht... ein kalter Ort ohne seine Wärme. Ich friere.


    MIT IST KALT!


    Und trotzdem fühle ich hier doch noch etwas von ihm... überall... aber es wird schwächer... er ist zulange fort...


    Ich sehe ihn nicht mehr in meiner Vorstellung... sehe ihn nicht mehr im Bett... auf seinem Stuhl... er verschwindet und ist mir doch so nah.


    Was geschieht mit mir? Verliere ich sein Bild in meinem Kopf?


    Löscht ein Schlaganfall solche "sehenden" Erinnerungen aus?


    LG eure verwirrte, gestörte Luise

    Meine Lieben,


    bin seit heute vormittag aus dem KH... ich sage "entkommen". So was wie diesmal habe ich trotz viel erlebten Aufenthalten ( sowohl bei meinen Mann, als auch bei mir) noch nicht so geballt erlebt. Für meinen Mann konnte ich damals kämpfen und konnte Änderungen verlangen, aber diesmal für mich, fehlte mir die Kraft... könnte nur leiden und weinen.


    Nun daheim... ohne Heinz... ohne Perspektive... ohne Mut zum Weitermachen... ohne Ansporn... ohne bedingungslose Liebe...


    Was soll nur werden? Es wird alles noch viel schlimmer und noch einsamer werden...


    Ich weiss nicht wie es weitergeht...


    Heute sind es 58 Wochen ohne Heinz... wie habe ich es nur bis jetzt geschafft?

    Wie konnte ich leben ohne ihn? Woche für Woche?


    Wenn er könnte würde er mir jetzt einen Weg zeigen, wie ich mit den neuen Krankheiten und den damit verbundenen Schwierigkeiten fertig werden könnte. Er war immer lebensbejahend... mir fehlt dieser Wille und die Kraft... er gab sie mir gerne und wurde nie müde es mir beizubringen.


    Ich will eine Entscheidung treffen... schnell... werde mich ernsthaft auseinandersetzen mit meinen Gefühlen... Fragen... Ängsten...


    Habe keine Lust mehr zum Spielball von Ärzten... Behörden... Krankenkassen... Versorgungsämtern... und sonstigen "Mitmenschen" zu sein....


    Alleine bin ich nicht so stark wie früher, als wir ein Team gegen den Rest der Welt waren... als Einzelkämpfer bin ich ungeeignet... mit stumpfen Waffen... die anderen sind mir überlegen...


    Das muss ich nun begreifen... die Kraft fehlt und der Sinn weiter zu machen.


    Heinz wusste das, er sagte mir immer

    " bleibe nicht allein... allein sein kannst du nicht".


    Aber ich bin nun mal allein zurückgeblieben... ohne irgendwelche Menschen, die mich halten könnten.

    Und ohne Halt... hält mich hier nichts... und ohne zu lieben und ohne geliebt werden...


    Das alles werde ich nun neu durchdenken... wenn ich für mich keinen lebenswerten Sinn mehr finde... gebe ich mich wohl auf.


    Heinz, das musst du verstehen... bei all deiner Liebe, die du mir geschenkt hast.



    LG Luise