Meine Lieben,
bin seit heute vormittag aus dem KH... ich sage "entkommen". So was wie diesmal habe ich trotz viel erlebten Aufenthalten ( sowohl bei meinen Mann, als auch bei mir) noch nicht so geballt erlebt. Für meinen Mann konnte ich damals kämpfen und konnte Änderungen verlangen, aber diesmal für mich, fehlte mir die Kraft... könnte nur leiden und weinen.
Nun daheim... ohne Heinz... ohne Perspektive... ohne Mut zum Weitermachen... ohne Ansporn... ohne bedingungslose Liebe...
Was soll nur werden? Es wird alles noch viel schlimmer und noch einsamer werden...
Ich weiss nicht wie es weitergeht...
Heute sind es 58 Wochen ohne Heinz... wie habe ich es nur bis jetzt geschafft?
Wie konnte ich leben ohne ihn? Woche für Woche?
Wenn er könnte würde er mir jetzt einen Weg zeigen, wie ich mit den neuen Krankheiten und den damit verbundenen Schwierigkeiten fertig werden könnte. Er war immer lebensbejahend... mir fehlt dieser Wille und die Kraft... er gab sie mir gerne und wurde nie müde es mir beizubringen.
Ich will eine Entscheidung treffen... schnell... werde mich ernsthaft auseinandersetzen mit meinen Gefühlen... Fragen... Ängsten...
Habe keine Lust mehr zum Spielball von Ärzten... Behörden... Krankenkassen... Versorgungsämtern... und sonstigen "Mitmenschen" zu sein....
Alleine bin ich nicht so stark wie früher, als wir ein Team gegen den Rest der Welt waren... als Einzelkämpfer bin ich ungeeignet... mit stumpfen Waffen... die anderen sind mir überlegen...
Das muss ich nun begreifen... die Kraft fehlt und der Sinn weiter zu machen.
Heinz wusste das, er sagte mir immer
" bleibe nicht allein... allein sein kannst du nicht".
Aber ich bin nun mal allein zurückgeblieben... ohne irgendwelche Menschen, die mich halten könnten.
Und ohne Halt... hält mich hier nichts... und ohne zu lieben und ohne geliebt werden...
Das alles werde ich nun neu durchdenken... wenn ich für mich keinen lebenswerten Sinn mehr finde... gebe ich mich wohl auf.
Heinz, das musst du verstehen... bei all deiner Liebe, die du mir geschenkt hast.
LG Luise