Beiträge von Luise

    Liebe Sverja,


    genau so ist es. Ich muss mehr an mich denken. Aber es gibt Menschen, die sagen dazu Egoismus. Musste ich erst jüngst erfahren.


    Solange man anderen zuhört, ihre Probleme fast zu seinen eigenen macht, ist man nett. Aber wenn es zu schwer fällt und man selber Hilfe und Zuwendung braucht, schaut man sich um und niemand ist da.


    So ist es mir kürzlich ergangen. Das tut weh!


    Ich habe oft mit meinem Mann darüber diskutiert. Ich war... und bin... eigentlich davon überzeugt, dass es mehr "gute" als "schlechte" Menschen gibt.


    Aber immer wieder werde ich enttäuscht.

    Langsam glaube ich es liegt an mir, aber ich habe eben niemanden, den ich fragen kann, was ich ändern sollte.


    Bin mittlerweile stark verunsichert. Vielleicht gehöre ich zu den "schlechten"?


    Ich traue mir schon gar nichts mehr zu. Alles scheint falsch zu sein!


    Ziehe mich immer mehr zurück... habe Angst Fehler zu machen... falsch verstanden zu werden... und schreie stumm nach Liebe und Verständnis.


    Bin einfach nur noch verzweifelt... und zweifle an mir selbst.


    LG Luise

    Liebe Helga,

    Liebe Sverja,


    danke für eure Worte. Es ist zur Zeit

    wichtig für mich, dass ich hier schreiben kann. Meine Gedanken kann ich sonst nirgends loswerden.

    Sie versteht keiner... manchmal ich selber auch nicht. Es ist alles so wirr in meinem Kopf.


    Einerseits akzeptiere ich den Tod von Heinz und weiss, er kommt nie wieder... aber dann erwische ich mich, wie ich daran denke, wie es wäre, wenn er zurück kommt.


    Was ich ihm alles erzählen muss, was er verpasst hat, wie ich ihn vermisst habe.


    Von meinen wenigen persönlichen Kontakten, kann ich es nicht erwarten, dass sie sich meine Probleme anhören Zumal ich früher immer alles mit mir bzw. mit Heinz zusammen ausgemacht habe.


    Mein Neffe kennt mich nur als die Tante, die alles regelt... die stark ist. Ich habe beim Sterben begleitet, meiner verwitweten Mutter beigestanden und geholfen, für meine Nächsten war ich immer da. Das ich nun selber Hilfe brauche, kommt niemanden in den Sinn.

    Und ich überspiele es auch, genauso wie meine Schmerzen und Ängste.


    Nur bei meinen Mann war ich einfach nur ich...


    Deshalb denken alle, ich komme klar. Nach außen wirke ich organisiert und fest im Leben stehend.


    Wie es in mir aussieht und wie verzweifelt ich bin bekommt nur mein Hund mit... sie spürt es....und sieht, wie oft ich weine.


    Selbst das Beerdigungsinstitut habe ich am Todestag alleine aufgesucht und da es keine Trauerfeier gab (hätte ich körperlich nicht geschafft), war nur ich an seinem Grab.


    Ich war wohl im Schockzustand und habe wie ein Roboter gehandelt.


    Habe mir nicht gestattet, schwach zu sein. Und nun kommt wohl alles verspätet und verstärkt raus.


    Deshalb bin ich froh, hier im Forum schreiben zu können, dadurch verarbeite ich einiges was mich belastet.


    Tagebuch schreiben ist anders... hier sind reale Menschen, wenn ihr auch nur "digital" seid. Aber es kommen Rückmeldungen und ich weiss, dass ihr auch so leidet...


    ICH BIN NICHT ALLEIN


    und das tut mir gut.

    Danke.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    dieses tagelange ständige Alleinsein... nur mit Hund... macht mich fertig.


    Obwohl ich heute Morgen schon um 8 Uhr Frühstücksbesuch von meinem Neffen mit Familie hatte, fühle ich mich einsam. Ab 11 Uhr war ich wieder allein. Diese plötzliche Ruhe war wie ein kalter Guss!


    Allein... ohne nach Besuchsende das gemeinsame Gespräch darüber... der Gedankenaustausch... das Miteinanderplanen über den weiteren Tagesablauf... das fehlt.


    Diese Stille danach... sie ist mein ständiger Begleiter... trotz Radio und Fernseher... ist sehr laut. Meine Einsamkeit und mein Verlust schreien...

    Doch niemand hört sie.


    Der Tag liegt endlos vor mir. Kann nichts arbeiten... kann nicht lesen oder Handarbeiten...

    Die beruhigende Nähe von Heinz...die Zweisamkeit... empfand ich als mein Zuhause. Nun bin ich verwitwet und heimatlos.


    Das schmerzt... nicht nur die Trauer.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    kann wieder mal nicht schlafen... es ist 1Uhr nachts.


    So geht es nicht weiter.


    Immer dieses Grübeln... diese Gedanken... dieses nichts tun... dieses sich gehen lassen... das Leben zerrinnt mir... sehe kein Ende dieses Zustands.


    Es wird immer schlimmer- statt besser.


    Mir ist alles egal und wieder nicht.

    Ich habe nicht nur Heinz verloren... sondern auch mich. Kenne mich nicht mehr... bin auch tot und lebe doch.


    Und dieses Gefühl zerreißt mich.


    Es muss sich was ändern... ich muss mich ändern. Aber wie?


    Immer wieder sage ich mir, dass es gut ist, wie es gekommen ist. Er leidet nicht mehr... aus Liebe zu ihm habe ich es auch gewollt und gewünscht, dass er gehen konnte.


    Aber nun allein... ängstlich... verzweifelt... hilflos... wo ist die Frau, die so stark war als er nicht mehr konnte... die ihm gesagt hat : du kannst loslassen... und Heinz hat es lächelnd getan...am nächsten Morgen.


    Wo ist die Frau? Es gibt sie nicht mehr.

    Sie ist auch tot... weil ein halber Teil von ihr fehlt.


    Die andere Hälfte ist zwar lebensunfähig, muss aber noch bleiben. Wie soll das gehen?


    Das ist die Frage... nur die Antwort habe ich nicht gefunden... noch nicht?... oder finde ich sie nie?


    Ich brauche Hilfe... bin aber überzeugt, dass nur ich mir helfen kann. Das kostet Kraft, die ich jetzt eigentlich für meinen kranken Körper brauche...


    Ich will aber nicht mehr kämpfen. Ich bin müde...


    LG Luise

    Liebe Isabel,


    bin zwar seit Geburt behindert, kann aber alles selbstständig...

    Assistenz bekommen nur die, die so behindert sind, dass sie im Alltag nicht zurechtkommen.

    Dazu gehöre ich nicht... ich bin auch über 40 Jahre einer "normalen" Arbeit nachgegangen... (keine besondere Einrichtung oder Werkstatt).


    Trotzdem danke für deine Anregung.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    fast ist W. vorbei. Trotzdem werden die nächsten Tage auch noch schwer werden.

    Die "guten Rutsch - Wünsche" und danach das "frohe Neue".


    Meine Ängste werden bleiben...was hat das Leben für mich noch bereit?

    Kann ich es aushalten? Oder sogar verstehen und mich damit abfinden... wieder etwas Lebensfreude empfinden.


    Kann es mir nicht vorstellen... zur Zeit so wenig wie nie zuvor. Es geht mir dermaßen schlecht... körperlich und seelisch..., dass ich absolut keine Kraft mehr habe.


    Ich lasse mich gehen... treiben von Stunde zu Stunde... von Tag zur Nacht. Schlafe so gut wie gar nicht mehr... bisher habe ich wenigstens 2 - 4 Stunden am Stück geschlafen... jetzt nur noch ganz kurz.


    Aber das wird mein Körper nicht mehr lange mitmachen, befürchte ich.

    Mein Aussehen ist mir zwar egal, aber langsam schaut mein Gesicht... besonders die Augenpartie... schlimm aus.


    Habe gestern meine Einladung zum Essen kurzfristig abgesagt. Fühlte mich nicht imstande mit Menschen zusammen zu sein.

    Heute hin ich auch wieder nur zu Hause... zu Hause?... es ist kein Zuhause mehr... nur noch ein Ort, an dem ich gezwungen bin weiter zu machen.


    Trotz verzweifelter Hilfeschreie hat Heinz mir kein Zeichen gegeben. Ist da doch nichts mehr von ihm? Er antwortet nicht... warum?... ist es unmöglich oder ist doch alles vorbei für immer?


    Samstag muss ich wieder ein wenig funktionieren. Mein Neffe mit Familie hat sich schon zum Frühstück angesagt.

    Einerseits freue ich mich darüber... anderseits belastet es mich.


    Sollte aber dankbar sein...schließlich habe ich ihn gebeten, meine Patientenverfügung durchzusetzen, wenn ich es nicht mehr kann... und ihm eine Vorsorgevollmacht im Falle des Falles ausgestellt.


    Dies ist wieder lang geworden, aber ich habe ja niemanden, mit dem ich reden kann, wenn ich es brauche.


    LG Luise

    Liebe Flora,


    ja, bei uns gibt es auch solche Wohnungen, manche mit Betreuung im herkömmlichen Sinne, aber auch solche mit Angeboten, die einzeln gebucht werden können.


    Die Nachfrage ist allerdings hoch. Vor einigen Monaten hatte ich einen Besichtigungstermin für eine neu gebaute Einheit. Es war wohl so weit in Ordnung, aber ich konnte mich nicht zu einem Umzug und den damit verbundenen Anstrengungen aufraffen.


    Ausserdem ein neues Umfeld und wieder neue Nachbarn ( hier wohne ich auch erst 3 Jahre, 2 davon mit Heinz), sollte unsere letzte Wohnung sein. Sie ist barrierefrei und ich brauche mich nicht um Reinigung der Flure, Kellerräume und Aussenanlage ( Schneeräumen, Rasenpflege usw.) kümmern, oder dafür jemanden besorgen.


    Nun bin ich vielleicht soweit, aber da ich noch nicht weiss, wie es gesundheitlich in naher Zukunft wird ( eine Diagnose verschiedener Untersuchungen erst nach W.), kann ich noch nichts entscheiden.


    Ausserdem läuft jetzt auch Antrag auf Pflegegrad und Verschlimmerungsantrag bei Versorgungsamt.


    Je nach dem werde ich entscheiden und eine Einrichtung aussuchen und mich auf die Warteliste setzen lassen.... oder mir hier Hilfe dazu holen, wenn die Finanzierung klappt.


    Vielleicht auch mehr Hilfsmittel beantragen ( Rollstuhl oder Ekektromobil).


    Ich muss erst mal abwarten.


    LG Luise

    Liebe Adi,


    auch bei mir ist es das 2. Mal ohne meinen Mann. Es ist einfach immer noch nicht ganz angekommen bei mir.


    War bis 3 Uhr auf... danach zwar im Bett, aber ohne Schlaf bis heute früh.


    Es ging mir zu viel durch den Kopf.

    Erinnerungen... Schuldgefühle... Fragen....


    Nun sitze ich hier mit Kopfweh und warte darauf, dass der Abend kommt. Dann soll ich zu Bekannten zum Essen kommen.


    Aber eigentlich will ich das nicht... obwohl es die beiden gut meinen. Er ist der einzige Freund meines Mannes von früher, der noch in der Nähe wohnt und einer der wenigen, die noch leben.


    Sie laden mich immer zu Feiertagen ein, obwohl er auch krank ist und sie noch im Altersheim arbeitet...auch

    heute bis 14 Uhr.


    Wir sprechen dann viel über Heinz ... aber es tut mir weh, dass die beiden noch zusammen sind und ich allein.


    Dann wird mir noch bewusster, dass ich allein nach Hause fahren muss.

    Der Autositz neben mir ist leer... kein Heinz sitzt dann dort.


    Ich kann dich gut verstehen...


    LG Luise

    Liebe Traurige83,


    dafür was deine Mutter euch allen antut, gibt es keine Entschuldigung.... es ist egoistisch und selbstsüchtig.


    War sie schon öfter nur auf sich bedacht? Kein Verlust der Welt rechtfertigt es.


    Sprich mit ihr und mache ihr klar, daß du deine Familie schützen wirst und es nicht hinnimmst, wie sie sich benimmt.


    Wenn sie es nicht kann, muss sie gehen, auch wenn es dir in der Seele leid tut.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    ja, das ist auch meine Absicht, solange es geht und ich geistig über mich bestimmen kann, will ich auch in meiner Wohnung bleiben.


    Mein Traum wäre eine eigene Wohnung... mit Tierhaltung... aber quasi mit Betreuung... wenn erwünscht... und Kontakt mit anderen Menschen, die ich mir aber aussuchen kann... Aktivitäten nach Lust und Können, Hilfe im Alltag... auch in Form von Fahrdienst... Begleitung bei Terminen ausser Haus... selbstbestimmt und bezahlbar für mich.


    Aber so was gibt es nicht für "normale" alte Leute. Man muss alles selbst organisieren und bezahlen können.


    Die heutigen Pflegedienst sind für die zu Pflegenden in der Regel eine Zumutung... zu wenig Personal...zu wenig Zeit... nur rein auf Körperpflege und ähnliches fixiert. Es fehlt die zwischenmenschliche Komponente und Zuwendung.


    Ausserdem bleiben die alten und kranken Menschen zu lang allein... werden teilweise schon im 18 Uhr für die Nacht fertiggemacht und zu Bett gebracht. Besonders im Sommer eine Zumutung.


    Morgens um 7 Uhr gewaschen und in den Sessel "verfrachtet" bis zwischen 11 und 12 Uhr das Mittagessen gebracht wird sitzen sie herum... ohne Gespräche oder geistige Anregung zu bekommen.


    Der Kaffee in Warmhaltebechern mit eingepacktem Gebäck hingestellt... bei Lieferung des Mittagsessens.


    So geht es Tag für Tag... bis der Tod die Erlösung bringt.


    So und nicht anders sieht es aus.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    der Hl. Abend ist fast geschafft...ihn habe ich nur mit weinen verbracht.


    Genau heute mit 2 Menschen gesprochen. Selbst beim Gassigehen keinen Menschen getroffen... nur ein paar Autos.


    Amy ist durcheinander... wegen meiner Verfassung nehme ich an... Hat nichts gefressen, obwohl ich ihr ein Würstchen gegeben habe... liegt noch unberührt im Napf. Liegt nur bei mir... will wohl trösten... leckt mich viel, wenn ich nicht aufpasse.


    Es ist das 1.Mal in meinem Leben, dass ich an diesem Tag alleine bin. Wird es jetzt immer so sein?


    Oder später... oder früher... im Alters - oder Pflegeheim unter anderen alten und kranken Menschen?


    Was für eine Zukunft liegt vor mir?

    Will ich das so?

    Kann ich es vermeiden?


    Das sind meine Gedanken und Sorgen, das ist doch keine Lebensperspektive!


    Eine Lösung muss her!


    Entschuldigt meine Schwarzmalerei.


    Hoffentlich habt ihr einen schöneren Tag gehabt. Das wünsche ich euch allen.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    nun ist es da, das Weihnachtsfest.


    Egal was ich anstelle... Radio oder TV... überall nur W.... auch Telefon und Smartphone...nur W. wünsche.

    Lieb gemeint, aber so schmerzhaft.


    Der einzige Wunsch, den ich habe, ist unerfüllbar.


    Warte auf ein Zeichen von Heinz... habe ihn unterTränen laut angefleht, sich zu melden in irgendeiner Form...


    Werde den Tag alleine verbringen... nur mit meinen Erinnerungen...wie soll ich es überstehen?


    Und am Telefon so tun, als ginge es.

    Will den paar Menschen, die ich noch habe nicht das Fest verderben.


    Es tut so weh! Warum bin ich noch hier?

    Nur um Tag für Tag zu leiden? Wer hat sich das ausgedacht? Was habe ich verbrochen? Ich sehe keinen Sinn.


    Wir waren mal viele in der Familie... nie hätte ich gedacht, dass ich von meiner Generation die letzte sein würde.


    Zwar sind noch mein Neffe und eine Nichte da, aber sie wohnen entfernt und ich will auch nicht, daß sie ihr Leben mit mir belasten müssen.


    Sie haben das Recht mit ihren Partnern ein glückliches Leben zu führen. Bin froh, dass sie im Notfall für mich da sind und meine Angelegenheiten in meinem Sinne, wenn es erforderlich wird, erledigen werden.


    Vollmacht und Patientenverfügung sind Ihnen bekannt und ich hoffe, daß Sie meinen Willen dann erfüllen und auch durchführen.


    Das ist das einzige.... ausser Amy versorgt zu wissen. .. das ich noch will.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    ich weiss nicht mehr, wie es weitergehen soll. Sitze schon wieder weinend auf dem Sofa.


    War noch etwas Futter für Amy einkaufen. Die Leute drehen durch. Auf dem Parkplatz habe ich gesehen, wie einer dem anderen Autofahrer den Mittelfinger gezeigt hat. Soviel zum Fest der Liebe und des Friedens!


    Bin so traurig und fühle mich so verlassen. Doch es ist etwas Unerklärliches passiert.


    Als ich mit Amy zum Einkaufen gefahren bin, lag im WZ auf dem Teppich etwas Füllwatte aus einem kaputten Spieltier von Amy. Wollte es nach Rückkehr aufsaugen.


    Nun sind die Flocken weg! Heinz hat früher oft gesaugt, um mir zu helfen,weil es für mich anstrengend war.


    Meint ihr, er wars? Oder drehe ich langsam durch? Jedenfalls ist es weg.


    Ich weiss nicht was ich denken soll.


    LG Luise

    Liebe Helga,


    wir haben es auch besprochen, aber wenn es noch nicht geschehen ist, fallen Vorsätze leicht.


    So habe ich es mir nicht vorstellen können. Wie schwer es ist... wie allein man sein kann... wie verzweifelt... ohne Hoffnung auf Besserung...


    Ich dachte, ich bin ja richtig "erwachsen" in meinem Alter und kann mit den Lebensgeschehnissen umgehen.


    Das ist ein Trugschluss! Es ist alles neu und kommt viel zu früh. Ja, das Leben ist endlich...aber warum konnte ich nicht zuerst gehen?


    Heinz war von uns beiden pragmatischer, er hätte den Verlust besser verarbeitet... nicht zuletzt, weil er ja schon früh viele Bezugsmenschen verloren hat.


    Er hat als Kind schon erfahren, dass man es überlebt.


    Andererseits wollte er mich nicht verlieren, hatte Angst davor wieder ohne Liebe leben zu müssen.


    Wir waren beide ungewollt und erfuhren erst miteinander, wie es ist, geliebt zu werden... bedingungslos.

    LG Luise

    Meine Lieben,

    liebe Ange,

    liebe Mirachen,


    es ist einfach zur Zeit bei mir eine tiefe Depression... warum jetzt wieder,weiss ich nicht.


    Sehe nur Dunkelheit in der Zukunft. Habe Angst... Angst davor so krank zu werden, dass es nicht mehr geht alleine zu leben.


    Will euch nicht herunterziehen mit meinen negativen Worten, aber hier ist es mir nur möglich mich mitzuteilen. Weiss sonst nicht wohin mit meinen Gedanken und Gefühlen.


    Es ging ja schon mal wesentlich besser... konnte sogar anderen Trauernden (Trauergruppe, Trauercafe) eine Stütze sein.


    Aber nun kommt wohl bei mir alles zusammen raus. .. Krankheit, Trauer, Einsamkeit. Sehe keinen Weg nach vorne.


    Kann nur immer denken... Heinz... Heinz...Heinz.


    Er würde mit mir schimpfen und doch in den Arm nehmen.


    Schaue mir immer das allerletzte Foto von ihm an... im Handy... als er so da lag... tot.... und doch so friedlich ohne Schmerzen... mit einem Lächeln...

    Das ist gut, zu wissen, er hat es geschafft und ist frei.


    Aber er fehlt mir so. Wäre er doch noch da. Ich würde alles dafür geben!


    LG Luise

    Meine Lieben,


    kann wieder nicht schlafen. Bin so unruhig. Denke nur an meinen Mann.

    Ein Jahr ist er fort.


    Es hat sich in diesem einen Jahr schon viel verändert.


    Ich habe mich verändert. Würde er mich noch kennen? Wie würde er mich sehen?


    Manches würde Heinz nicht gefallen...

    meine Verzeiflung... mein Sichgehenlassen...meine Art jetzt zu leben...


    Verbringe die Tage sinnlos... hake sie ab...

    fülle sie nicht aus... lebe sie nicht... warte eigentlich... aber auf was?


    Darauf finde ich keine Antwort... verliere mich selbst... in Gedanken und in Träumen, dass alles wieder gut wird.


    Stelle mir vor, er kommt zurück. Muss ihm viel erzählen... ist so viel aufgelaufen... er hat viel versäumt...


    Manchmal tue ich einfach so, als kommt er wieder.


    Aber dann holt mich die Wirklichkeit ein.


    ER IST TOT! TOT! TOT!


    Und das will ich nicht wahrhaben. Er war mein Leben... mein Fels im Lebensmeer... nun treibe ich haltlos durch die Wellen.

    Sehe keinen Horizont - bin immer im Wellental -.


    Ich vermisse Heinz unendlich... es ist unerträglich...


    Wann tut es nicht mehr so weh? Wie kann ich weiterleben mit diesen Schmerz?


    Ich hatte schon Tage, da glaubte ich : ich schaffe es... Heinz will das ich noch gerne lebe... 46 Jahre lang war er immer für mich da... das soll nicht umsonst gewesen sein... seine Liebe zu mir ist nicht tot...sie reicht noch für den Rest meines Lebens.


    Das will ich mir nun jeden " verdammten" Tag sagen...ob es hilft?


    LG Luise

    Liebe Flora, Adi, Karo, Mirachen

    und all die anderen Lieben,


    beim Lesen eurer Worte musste ich weinen, aber es waren Tränen der Dankbarkeit. Dass so viele Menschen an mich denken und mich trösten.


    Jedes Wort gibt mir Halt und ja, auch wohl etwas Zuversicht. Gerade jetzt, wo so vieles im Unklaren bei mir ist und ich nicht weiss, wie es weitergehen soll.


    Es ist schwer, zu schwer? alleine damit klarzukommen.


    Einige Menschen, die in der ersten Zeit Anteil an meinem Alltag nahmen, sind "verschwunden".


    Dabei habe ich nicht nur gejammert, sondern im Gegenteil hatte auch an ihren Sorgen, an ihrem Leben, Interesse mit Zuhören gezeigt...und empfunden.


    Nun kann ich aber nicht mehr... nicht mehr zuhören... nicht mehr "aufbauen"... nicht Zuversicht zeigen.


    Es wird wohl wieder anders werden, aber im Moment kann und will ich nicht. Jetzt muss ich sehen, dass ich irgendwie meinen Lebenswille wiederfinden kann, schon alleine Heinz zuliebe.


    Denn, wenn ich nicht mehr bin, stirbt er ein zweites- und letztes Mal.


    LG Luise

    Danke dir Tigerlily,


    es tut mir schon gut, wenn jemand an mich denkt.


    Zur Zeit fühle ich mich ganz allein... allein kämpfen macht müde und ich empfinde es als zwecklos.


    Doch tief in meinem Inneren meine ich doch noch etwas Lebenswillen zu spüren... vielleicht ist es Heinz, der es veranlasst.


    Er war ein positiv denkender Mensch und hat mich immer aufgebaut. Er hat erst aufgegeben, als ich zu ihm sagte,

    er kann loslassen, ich verstehe es. Am nächsten Morgen ist er gegangen... wie er gelebt hat... leise...ohne mir weh zu tun... mit einem Lächeln auf den Lippen.


    Darin liegt mein ganzer Trost, dass ich nicht versucht habe

    ihn zu halten... aber es hat meine ganze Kraft und Liebe gekostet.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    alle sind beschäftigt mit den Vorbereitungen für das Weihnachtsfest.


    Es ist so schwer, all den Menschen auf ihren Wunsch " frohe Weihnachten" ins Gesicht zu lächeln und zu antworten, wie es erwartet wird.


    Ich weiss einfach nicht, wie ich es schaffen soll... weine jetzt so oft am Tage, wie eigentlich noch nie.


    Mir fehlt einfach ein Seelenverwandter, wie Heinz es für mich war, der mich in den Arm nahm, der da war, mir das Gefühl gab beschützt und geliebt zu werden...ohne das wir Worte wechseln mussten.


    Das vermisse ich... ich brauche es zum Überleben... eigentlich bin ich tot... eine tote Seele... und das auch noch in einem kranken Körper, der zusätzlich eine schwere Last ist.


    LG Luise