Beiträge von Luise

    Meine Lieben,


    besonders Adi und Flora,


    ich bin wirklich erfreut, dass ihr an mich gedacht und mich nicht vergessen habt.

    Es tut einfach nur gut, zu wissen "draussen"gibt es noch empathische Menschen in dieser egoistischen Umwelt.


    Mir ist nun wirklich ganz bewusst geworden, dass mein Mann tot

    ist. Ich muss das Wort" tot" schreiben, es so benennen, um es jetzt endlich zu akzeptieren.


    Ein Jahr ist fast vergangen (Samstag) und es wird zwar im Alltag erträglicher, ich funktioniere nicht nur, sondern habe auch manchmal wieder eine gewisse Lebensfreude erlangt. Ich kann ab und an Kleinigkeiten am Tage mit einer gewissen Zufriedenheit empfinden.

    Aber im Grossen und Ganzen ist doch immer wieder eine innere Leere, ein Verlassenheitsgefühl, ein Nichtwahrhabenwollen, zu spüren...und das wird wohl immer so bleiben.


    Ich schreibe seit geraumer Zeit "Briefe" an meinen Mann... es ist wohl so wie eine Art Tagebuch...aber in Briefform.

    Erzähle ihm meine Erlebnisse, Wünsche und schildere ihm meine Gefühle.

    Nicht jeden Tag, aber immer, wenn ich es brauche. Es hilft mir sehr, obwohl ich meistens dabei weine. Ich klebe auch kleine Erinnerungen... Notizzettel, Aufzeichnungen jeglicher Art ( Rezepte,Beschriftungen, o. ä.) , die ich noch immer von ihm finde, hinein.


    Ausserdem gehe ich 2x im Monat

    Sonntags von 15 - 17 Uhr in ein "Trauercafe" . Es ist kein Café in dem Sinne, sondern wird in einem Raum, in einem Gemeindezentrum von ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen (es sind Krankenschwestern, die in einem Hospiz tätig sind), angeboten.

    Es ist ganz unkompliziert, wer kommt, der kommt. Meistens sind wir ca. 5 - 6

    Trauernde, wir sprechen über unsere Gefühle, aber auch über Alltägliches... ja, wir weinen und lachen. Das tut mir sehr gut.... vor allen Dingen, ist der Sonntagnachmittag erträglich.

    Denn Sonntags ist für mich und auch für die anderen, der schlimmste Tag der Woche.... weil es im Prinzip ja der" Familien - und Paartag" ist und auch für uns war.

    Meine Lieben, nun muss ich mit meinem Hund Gassigehen, bzw. bei uns

    ist es mehr ein Gassistehen, da ich ja behindert bin und nicht so gut zu Fuss.

    Aber wir kommen damit

    beide klar und so ist es eben.


    Bis bald mal, ich werde mich wohl wieder öfter melden.


    LG Luise :love:

    Hallo meine Lieben,


    ich hatte ja geschrieben, dass ich mich wieder melde.


    Nun ist es am Samstag ein Jahr her. Ich kann es einfach nicht richtig glauben.

    Es sind so viele Tage vergangen... und jeder Tag war anders.

    Aber doch immer gleich: ohne Heinz... ohne Liebe... ohne Zweisamkeit... ohne einen Lebenssinn.

    und doch nicht sinnlos... er lebt in mir weiter... aber nicht mehr mit mir.


    Das habe ich jetzt wohl verinnerlicht. Insoweit ist es "leichter" geworden...gleichzeitig aber auch schwerer.


    Mein Leben liegt wie eine weite Wüste vor mir: schier endlos, ohne offensichtliches Leben, aber unter dem Sand ist Leben, ist Wärme, ist Liebe, die ich erfahren durfte.


    Es wird dauern, diese Weite zu durchqueren... ich werde Durst haben, Durst nach der Vergangenheit... Durst nach Liebe... unstillbar.


    Aber ich hatte im Leben 46 Jahre "Wasser" - sprich Liebe - reichlich und konnte auch etwas davon speichern. Das muss nun reichen und ich werde damit bis zum Ende des Weges auskommen müssen.


    Es wird weiterhin mühsam sein... aber

    ich weiss nun, dass kleine Schlucke meines " Wassers" (Liebe) - Speichers, helfen werden zu überleben.


    Ich vermisse meine Quelle (Heinz) sehr, bin aber froh, dass zwar sein Lebensquell versiegt ist, aber er immer und ewig

    ein Teil des Weltmeeres ist und bleiben wird. Er ist bereits angekommen und wartet auf mich.


    Dieser Gedanke hilft mir und ich vertraue darauf, dass nichts und niemand einfach für immer tot ist. Es lebt in anderer Form weiter und weiter und weiter.


    Irgendwann sind wir alle wieder beisammen... nur anders.


    Das sind zur Zeit meine Gedanken und Empfindungen. Der Verlustschmerz allerdings ist täglich spürbar... nur nicht mehr andauernd so intensiv.


    Das habe ich auch diesem Forum zu verdanken, obwohl ich nicht alles, was geschrieben wird, auch nachvollziehen und teilweise glauben kann.


    Aber wir sind alle in Trauer und jeder lebt und erlebt diese anders.

    Deshalb lasst uns weiterhin tolerant sein und nicht irgendwelche Vermutungen, ob es real ist oder nicht... ob wahr oder unwahr... anstellen.


    Ich war und bin froh, mich hier äußern zu können und bedanke mich für die Anteilnahme und wünsche euch alles Gute... soweit ihr es annehmen könnt.


    Eure Luise

    .

    Meine Lieben,


    es ist schön, dass ihr noch an mich denkt.

    Das hat mich sehr berührt.


    Ich habe ab und zu reingeschaut.

    Es hat mich erschüttert, dass es Immer wieder Neubetroffene gibt, aber es ist gut, dass sie den Weg nach hier gefunden haben.

    Mir hat das Forum viel geholfen und das ist eurem Verständnis und Mitgefühl zu verdanken.


    Es ist nun schon bald 1 Jahr (noch eine Woche) , dass mir kalt ist weil meine Sonne des Lebens untergegangen ist.


    Gefühlt endlos und doch wie gestern.

    Irgendwie habe ich diese Zeit gelebt und doch nicht gelebt... Tag für Tag...


    Ich habe gelernt, "ich" zu sagen und nicht mehr "wir", allein zu leben, allein Entscheidungen zu treffen.


    Aber nicht gelernt keine Liebe zu geben und keine Liebe zu empfangen.


    Das fehlt und wird wohl so bleiben... das ist ein Dauerschmerz, mit dem ich zwar lebe, aber wie lange halte ich durch?


    Meine Lieben, es ist fast 3 Uhr nachts, und ich gehe nun zu Bett. Ich werde irgendwann einschlafen... aber auch wieder aufwachen... um einen neuen Tag zu überstehen... warum und wozu?


    LG Luise


    Melde mich demnächst wieder.

    Nochmals danke, dass ihr mich nicht vergessen habt.

    Liebe Shiva,

    danke, dass du an mich denkst. Aber in letzter Zeit war ich nicht in der Lage hier zu schreiben. Ich werde mich bald mal wieder ausführlicher melden.

    Bis dahin alles Gute.

    LG Luise

    Liebe Blaumeise,


    ja ich habe mich etwas rar gemacht.

    Hatte einige Trauertäler... aber dass kennst du ja.


    Du tust mir leid. Existenzangst hatte ich auch die ersten Monate, weil ich noch nicht wusste, wie es finanziell weitergeht..

    die festen Kosten waren da, aber die Einnahmen kamen verspätet und in niedrigerer Höhe.


    Bin manchmal verzweifelt ob ich es schaffe, erst mal hier wohnen (Mietwohnung) zu bleiben. Umzug wäre zu viel gewesen und kostet auch.

    Nun habe ich beschlossen, dieses Jahr keine grossen, weitreichenden Entscheidungen zu treffen.


    Habe einen Budgetplan aufgestellt und hoffe, dass es dieses Jahr reicht. Danach sehe ich weiter.


    Du machst dir Sorgen um deinen Sohn?

    Ich weiss gar nicht, wie alt er ist. Leider bist du damit alleine belastet. Das ist schwer.


    Wenn ich dir helfen kann, schreibe mir in einer pers. Konversation.


    Ich bin hier nicht mehr so oft im Forum.

    Die Gründe möchte ich nicht benennen.


    LG Luise

    Liebe Ingrid,


    auch mir geht es immer wieder so.


    Es wird auch ewig andauern, aber nicht mehr so schmerzen... denn das kann kein Mensch ohne zu zerbrechen, aushalten.


    Wir leben noch... und das ist für uns schwer... aber dadurch "leben" unsere Liebsten in uns weiter.


    Das sollten wir in unserer Verzweiflung nicht vergessen... deshalb versuche ich weiter zu machen... in der Hoffnung noch ein wenig Lebensfreude irgendwann empfinden zu können... meinem Mann zuliebe.


    ER HAT ES GEWOLLT UND VERDIENT.


    Bitte versuche du dein Leben weiterzuleben ohne dich ganz aufzugeben... das wünscht bestimmt dein Seelenmensch und wird dir beistehen...

    wie früher auch... nur nicht sichtbar.


    Er ist bei dir... Immer.


    Daran glaube ich und halte mich daran fest...in dunklen Tagen ist es ein kleines Licht. Es wird nicht erlöschen, weil es durch meine Erinnerungen brennt... solange ich lebe.


    Wir weinen heute... morgen... übermorgen, aber irgendwann erleichtern unsere Tränen unsere Seele und wir können noch weiterleben bis zum Wiedersehen (?).


    Alles Liebe für dich.

    Luise

    Meine Lieben,


    ich musste meine Wunden lecken... in letzter Zeit ist es bei mir ein stetiges Auf und Ab der Gefühle.


    Weiss nicht was los ist.


    Mich macht alles zur Zeit besonders traurig... Bin sehr empfindlich geworden... lege alle Bemerkungen auf die Goldwaage... Bin andererseits sehr aktiv...

    Erledige viel...


    Sehe aber keinen Sinn darin. Und dann doch wieder. Habe keinen Elan in der Wohnung was zu machen... Will aber Ordnung haben. Alles ein Hin und Her.


    Bin durcheinander... und heute wieder Freitag... D E R Tag... und danach das verdammte WE... und fast ein halbes

    Jahr ohne Heinz... wie kann das sein?


    LG Luise

    Lieber Uwe,


    danke für deine positiven Gedanken.

    Die letzten Tage hatte ich nur negative.


    Amy hat mich getröstet und erfreut.

    Sie geht nun gerne nach draussen, nur die anderen Hunde gefallen ihr nicht.

    Aber sie hält sie mit Knurren und Bellen... was sie so für Bellen hält... auf Abstand. Egal ob Rüde oder Hündin.


    Auch tobt sie durch die Wohnung und durch die Tür zum Balkon, als gäb es kein morgen.


    Die neueste Masche: sie jammert abends so lange, bis ich sie zu mir aufs Sofa nehme. Und das mir! Habe immer gesagt: Hunde gehören auf den Boden oder in ihr Körbchen auf den Platz, den der Rudelführer (ich) bestimmt.


    So ändern sich die Zeiten und Meinungen.


    LG Luise

    Liebe Blaumeise,


    heute geht es. Gestern war ein schlechter Tag. Ich hatte starke Schmerzen und das Trauertal war auch wieder sehr tief.

    Denn ganzen Tag im Prinzip nur gelegen und geweint... Keinen Menschen gesprochen.... nur 3x mit Amy kurz Gassi.


    Meine Freundin kommt doch i. d. R. nur Mittwochs oder ich fahre hin. Ausser es liegt was besonderes an. Sie arbeitet doch noch Vollzeit.


    Morgen gehe ich wieder für 2 Stunden zum Trauercafe. Dann ist der Nachmittag nicht so lang... und ich kann mit anderen reden.


    Mir fehlt Heinz immer mehr... die Verlustgefühle scheinen stärker statt schwächer zu werden. Ende des Monats ist es schon - erst- 1/2 Jahr her.


    Ich möchte so gerne von ihm in den Arm genommen werden... seine Liebe spüren... einfach nur geborgen und umsorgt fühlen.


    Es ist niemand mehr da, der irgendwie zu mir gehört. Bin allein übriggeblieben.

    Das tut mir so weh und macht mir Angst vor meiner Zukunft... die wer weiss wie lange noch...andauert.


    Wie soll das alles noch werden? Mit zunehmenden Alter?


    Habe mich aber gefreut, dass dass du an mich gedacht hast.


    LG Luise

    Liebe Wagi,


    das du im Trauertal bist, kann ich gut verstehen. Gerade wenn solch ein Tag vor dir liegt.


    Trotzdem ist es bestimmt besser, wenn deine engste Familie bei dir ist.


    Ihr könnt euch gegenseitig trösten und vielleicht sogar gemeinsam Erinnerungen austauschen und so deinen Mann in eurem Kreis dazuholen, wenn es nicht zu weh tut.


    LG Luise

    Lieber Uwe,


    verfolgen will ich dich natürlich nicht.


    Es könnte aber sein, dass es Amy war.

    Sie hat ein kleines Halsgeschirr auf dem "FBI"und" Ich wars nicht"steht.


    Durchaus möglich, dass sie dienstlich unterwegs war, um Prinz zu beschatten.


    Sie mag nämlich keine anderen Hunde, bzw. keine anderen "Götter"neben sich.


    Ansonsten scheint hier im Ruhrgebiet die Sonne. Amy liebt sie und liegt gerne auf dem Balkon zum sonnen.


    Ist eben ein Mädchen.


    LG Luise & Amy

    Meine Lieben,


    bis jetzt konnte ich keine Filme oder Fotos von Heinz ansehen. Nur die Fotos, die ich an seinem Sterbebett gemacht habe, um mich immer zu überzeugen, dass er friedlich mit einem Lächeln eingeschlafen ist.


    Warum ich letzte Nacht seine Stimme hören wollte, weiss ich nicht.

    Ich war total durcheinander und wollte sterben... sah nur noch eine schwarze Zukunft vor mir.


    Es ist alles so schwer... Immer diese Schmerzen... kann nicht "normal" meine Lebensführung gestalten... möchte auch mal spontan etwas machen...

    ohne Planung geht es nicht... muss meine Kraft einteilen... selbst zum Friedhof gehen, geht nicht nach Wunsch.


    Wenn es mal einen Tag besser ist... körperlich und seelisch... kommt wieder ein Tiefpunkt - besonders am WE -.


    Ich will, dass es besser wird. In jeder Beziehung. Das warte ich noch ab... wenn nicht....


    LG Luise