Beiträge von Luise

    Liebe Alle,


    es tut mir so gut, dass ihr an mich denkt und versucht trotz eurer eigener Verzweiflung für mich da zu sein.


    Heute ist es so schlimm. Kann mich gar nicht fangen. Ich fühle mich allein auf dieser Welt, keiner ist da.


    Kann nicht essen... kann nicht aufhören zu weinen... es läuft und läuft... Liege auf dem Sofa bei runtergelassenen Rolläden und bedaure mich selber.


    Auch das Gassi gehen mit Amy hat nichts geholfen. Bin hin und her geschwankt wie betrunken... wohl Kreislauf und Unterzuckerung. Muss unbedingt was essen.


    Wie geht es weiter? So kann es nicht bleiben! Was kann ich für mich tun?

    Ich werde noch verrückt vor Einsamkeit.


    Uwe hat zuviel Menschen um sich und ich zu wenig.


    Selbst mein Neffe ruft seit ein paar Tagen nicht mehr an. Trau mich aber nicht nachzufragen was dort los ist.


    Morgen darf ich aber zu Bekannten. Sie haben mich zum Kaffee eingeladen. Aber

    so richtig kann ich mich darauf nicht freuen. Sie reden mir zu viel von früheren Zeiten, als Heinz noch lebte und sagen immer wieder, wie sehr er ihnen fehlt.


    Dabei fehlt er mir an meisten... jeden Tag... jede Stunde... IMMER.


    Trotzdem bin ich ihnen dankbar, dass ich dort hin kann. Sie haben an mich gedacht.


    Ich wünsche euch allen, das das Osterfest schnell vorüber geht oder dass es für die mit Familie erträglich wird. Vielleicht sogar gut.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    bin gerade vom Einkaufen zurück... brauchte eigentlich nichts... musste aber raus.


    Nun sitze ich hier und weine so stark, wie schon länger nicht mehr... vermisse Heinz unendlich... kann meine Freundin nicht erreichen, sie ist auf Osterbesuch bei ihrem Bruder und Familie.


    Habe vorhin aus Verzweiflung die Telefonseelsorge angerufen... kam nicht durch...nur AB. Sind bestimmt viele einsam und allein... so wie ich.


    Es tut heute wieder so weh... sogar körperlich schmerzt mein Herz... hoffentlich bekomme ich nicht wieder einen Infarkt... wenn dann aber richtig... dieses Mal hätte ich keinen Grund mehr um ums Überleben zu kämpfen.


    Während ich schreibe laufen die Tränen nur so... meine Augen brennen... ich tue mir so leid... was habe ich verbrochen, dass ich so allein bin?


    Erholung im Schlaf finde ich nicht... diese Nacht nur 3 Stunden.


    Vor einem Jahr war es noch gut. Er war krank, aber war da. Konnte ihn berühren, ihn umarmen, mit ihm reden, ihn einfach nur lieben.


    Nun ist das alles für immer vorbei!

    Gestern schon 20 Wochen. Ich fühle Heinz nicht mehr. Er ist fort. Schaue sein letztes Foto... eine Woche vor seinem Tod... aus dem KH an. Er zieht noch für mich eine Grimasse... mit dem Sauerstoffschlauch in der Nase. Es tut mir so weh! Da hat er mir zuliebe das letzte Mal etwas gegessen... danach nichts mehr.


    Könnte ich doch die Zeit zurückdrehen... diesmal würde ich versuchen mitzugehen.

    Ich will nicht mehr alleine sein. Nur einmal noch mit ihm sprechen.. ihn um Hilfe bitten... fragen was ich tun soll... so wie wir 46 Jahre alles besprochen haben. Er war auch mein bester Freund und Lebensberater.


    Heinz du fehlst. Du bist unersetzlich. Melde dich bei mir, wenn es dir irgendwie möglich ist... obwohl du nicht daran geglaubt hast... ich glaube auch, dass man nur ein Leben hat. Und deins ist vorbei.

    Warum meins noch nicht?


    LG Luise

    Liebe Regentropfen,


    du wirst schon im Haushalt bestimmt einigermassen Ordnung halten... Chaos im Kopf und in der Seele sind schlimmer.


    Mache dich bitte nicht verrückt. Es ist momentan eben nicht "normal". Trotzdem gibst du deiner Familie alles an Liebe und Zuneigung, was dir möglich ist... das bemerke ich in deinen Posts.


    LG Luise

    Liebe Karo,


    ja, mir geht es nicht besonders... bin sehr unglücklich, weil fast immer allein... möchte mehr unter Menschen... durch meine Behinderung jedoch nur eingeschränkt möglich... das ist mein grosses Problem... neben meiner Trauer.


    Hoffe natürlich auf Wendungen... sind aber sehr unwahrscheinlich... versuche es ja ab und an ( an "guten" Tagen) neue Kontakte zu knüpfen.


    Bin aber mittlerweile nicht mehr fähig, verbale Unterhaltungen zu führen, da ich nichts Neues erlebe und nichts erzählen kann. Lebe zu abgeschottet.


    Will es aber weiterhin versuchen.


    LG Luise

    Liebe Karo,


    auch ich werde allein sein und weinen.


    Mein Leben ohne Heinz ist schwer... schwerer als ich mir vorgestellt habe nachdem wir wussten, daß es nicht mehr lange gut gehen wird.


    Er sagte, du wirst schon klarkommen... wir hatten eine lange Zeit zusammen, aber er hat sich geirrt! Ich schaffe es nicht und werde es auch nie schaffen.


    Ohne ihn bin ich nicht lebensfähig... wird mit jedem Tag deutlicher... wieso hat er es mir zugetraut? Ich bin zu schwach.


    LG Luise

    Liebe Adi,

    ich kann deine Angst nachvollziehen. Auch mir graust es vor den Feiertagen. Leider habe ich weder Kinder noch Enkelkinder zu denen ich gehen könnte.


    Es werden wohl traurige Tage werden, zumal Heinz letztes Jahr noch bei mir war.


    Zur Zeit träume ich jede Nacht von ihm... von früher... es fühlt sich sehr real an. Das Aufwachen ist dann fürchterlich.


    Ich hasse regelrecht diese sonnigen Tage... sitze allein auf dem Balkon und versuche so zu tun, als wäre alles "normal".


    Aber es ist nicht schön... komme innerlich nicht zur Ruhe... sitze da und bin unglücklich... versuche zu stricken... geht nicht...schaue in den Himmel... suche meinen Mann darin... finde nichts.


    Und überall ringsum Menschen, die zusammen sitzen... Pärchen, Familien mit Kindern... nur ich allein mit Hund.


    Es tut so weh... diese Einsamkeit... diese Ruhe bei mir...


    Könnten wir doch real zusammen sein... das würde vielleicht etwas helfen. So können wir uns hier nur virtuell beistehen... ich denke an dich.


    LG Luise

    Liebe Tery,


    heute bin ich nach einem fürchterlichen Traum tieftraurig aufgewacht. Konnte mich erst gar nicht beruhigen. Es ist schon der 3.Tag hintereinander dass ich solche Alpträume von Heinz habe. Immer in den frühen Morgenstunden nach einem Toilettengang.


    Ich glaube, dass ich den Tod von meinem Mann erst jetzt realisiere und im Gehirn verarbeite. Bis hierhin war es mir bewusst, aber nicht wirklich... wollte es wohl nicht wahrhaben... im tiefsten Inneren.


    Und nun kommt die bittere Erkenntnis mit Macht. Muss es mir immer wieder bewusst machen und mir selbst "vorsprechen" : Heinz ist tot! Es ist so... und es bleibt so!


    Diese Träume empfinde ich als so real, als verlässt mich Heinz erst jetzt. Erlebe es immer wieder im Schlaf... wie eine Endlosschleife. Das macht mir zu schaffen... auch tagsüber.


    Deshalb schreibe ich momentan nicht so viel... es geht nicht...

    Aber ich lese alles von euch.


    Und mit Amy habe ich zur Zeit auch Probleme. Sie ist richtig zickig geworden, macht Sachen, die sie bisher nicht gemacht hat. Hört gar nicht mehr.


    Dir und Heinrich wünsche ich eine erträgliche Nacht.

    LG Luise

    Meine Lieben,


    eure aufbauenden Posts haben mir zwar gutgetan, aber ich bin nicht stark, ich versuche nur zu überleben. Und frage mich: wofür... für wen... weshalb?


    Bei meinen Gefühlen geht es laufend auf und ab. Ich bin total durcheinander.


    Heute Abend ist mir ganz plötzlich beim Fernsehen der Gedanke ins Gehirn gesprungen: Heinz kommt nie wieder, er ist tot, begreife es endlich.


    DAS TAT SO WEH!


    Den ganzen Tag über habe ich es heute verdrängt. Einfach so. Und nun ist es stark präsent.


    Ich weiss einfach nicht mehr weiter. Was ist mit mir los? Ich mache Pläne... aber warum? Ich denke voraus... wozu? Will ich doch weiterleben? Ohne meinen Mann?


    Ich vermisse ihn... und habe Angst ihn zu verlieren... seine Art, seinen Geruch, sein Lachen, sein alles ihn ausmachendes Wesen, seine Seele...


    Habe ich Heinz schon verloren? Mein Herz schmerzt... meine Seele weint... ich schreie lautlos.


    Könnte ich doch die Zeit zurückdrehen und dann festhalten... für ewig.


    Was wird werden? Wie werde ich leben müssen? Und wie lange noch? Wie schwer wird es noch werden? Ich habe den Supergau schon überstanden! Was kann denn noch schlimmeres passieren?


    Trotzdem verspüre ich Angst. Angst vor körperlichen Schmerzen... Angst vor dem Alleinsein... Angst vor eventuellem Dahinvegetieren... Angst hilflos zu sein... Angst vor der Einsamkeit... Angst das sich niemand um mich sorgt und kümmert.


    ANGST VOR ALLEM!


    Alle sind tot. Nur ich nicht. Nie hätte ich das für möglich gehalten.


    Alle Ärzte haben mir aufgrund meiner angeborenen Behinderung eine kürzere Lebenserwartung attestiert... neben meiner geringeren Lebensqualität.


    Und nun bin ich noch da. Was soll das?

    Die anderen müssten noch leben... Was ist falsch gelaufen?


    Diese Frage kann mir keiner beantworten.


    LG Luise

    Liebe Adi,


    ja, kleine Schritte... die fallen sogar schwer. Aber wir müssen es versuchen... Schritt für Schritt.


    Ich denke, wir haben schon ein Stück geschafft... nur manchmal geht es statt weiter wieder etwas zurück. So wie bei mir heute.


    Es ist nur gut, dass wir uns im Forum haben... wir alle wissen : wir sind hier gut aufgehoben und stützen uns, wenn mal jemand "wackelt".


    LG Luise

    Lieber Frank,


    daran habe ich auch schon gedacht. Aber die Klinik ist mir zu weit entfernt. Ich wohne im Ruhrgebiet. Vielleicht finde ich etwas in der relativen Nähe, möchte nicht so weit fahren, da ich mit dem Auto anreisen will, mit Zug und umsteigen schaffe ich aufgrund meiner Behinderung nicht.


    Natürlich möchte ich nicht, dass es so weitergeht wie bisher, aber Heinz ist erst

    4 1/2 Monate tot und ich kann noch nicht an eine andere Umgebung denken. Ich muss mich erst hier zu Hause zurechtfinden, mit dem Alleinsein klarkommen, daran gewöhnen. Jetzt schon wieder Änderung finde ich zu früh.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    wieder Sonntag... der schlimmste Tag der Woche für mich.


    Heute Morgen war es fürchterlich. Habe den Fehler begangen und mich nach kurzem Toilettengang um 6 Uhr noch mal hingelegt und geschlafen. Hatte einen Alptraum über Heinz und mich. Bin laut schreiend mit trockenem Mund aufgewacht und musste weinen.


    Bin bis jetzt noch ganz durcheinander... noch nicht angezogen...ungeduscht... motivationslos... konnte nur Amy versorgen.


    Wie soll ich den Tag überstehen? Keine Pläne... stundenlang keine Menschen um mich...


    Und nächste Woche die Feiertage...sogar das Wetter soll frühlingshaft werden... am liebsten wäre mir ich könnte alles verschlafen.


    Früher war Ostern bei uns ein Familienfest... alle gingen oder kamen... zusammen gegessen und miteinander viel gelacht... einfach zusammen.


    Und nun bin nur noch ich übrig. Allein mit Erinnerungen, die mit niemandem geteilt werden können. Das tut mir so weh. Ich will nicht mehr leiden... nicht allein sein... will bei ihnen sein... bei meinem Mann und meinen anderen Lieben.


    Wie lange muss ich noch darauf warten?


    LG Luise

    Meine Lieben,


    es ist mal wieder so weit. Kämpfe seit Stunden mit Tränen und habe einen dicken Kloss im Hals. Rufe laut nach Heinz. Vermisse ihn heute besonders stark.


    Bin schon seit heute Morgen traurig, obwohl ich viel telefoniert habe. War nicht aus der Wohnung, nur kurz mit Amy Gassi. Sie wollte schnell nach Hause, der Wind ist kalt.


    Und schon steht ein WE vor der Tür. Ich hasse mittlerweile das Ende jeder Woche... bereits ab Donnerstag fühle ich mich besonders einsam.


    Ich kann einfach nichts tun. Als Heinz noch da war, hatte ich die innerliche Ruhe zum Handarbeiten, zum Lesen, zum Surfen.

    Habe mich um den Haushalt gekümmert... um Schriftkram und was zu erledigen war.


    Jetzt bin ich nicht im Stande irgendwie Ordnung zu halten, geschweige denn wichtige Schriftstücke aufzusetzen.


    Um 16 Uhr habe ich einen Kaffee getrunken und wollte dazu ein paar Plätzchen essen. Dabei kam dann die Erinnerung: Heinz hat solange es ging so gerne Kekse zum Kaffee geknabbert... habe ihn im Scherz immer Krümmelmonster genannt, da er oft in seinem Bart danach Krümmel hatte.


    Daran zu denken und das Bild vor Augen war zu viel. Nun sitze ich hier und bin verzweifelt. Nie wieder werde ich ihn necken können...nie wieder zusammen Kaffee trinken... nie wieder für ihn seine Lieblingsplätzchen besorgen... nie, nie wieder... es tut so weh.


    Warum nur überkommen mich immer unvermutet diese Erinnerungs- und Zerrissenheitsgefühle?


    Ich will doch dankbar sein für seine jahrzehntelange, bedingungslose Liebe zu mir... und ihn tief im Herzen bewahren ohne zu verzweifeln. Er wollte doch nicht, dass ich so leide...wenn er mich so sehen würde, wäre er traurig.


    Aber ich kann ich anders... die Lebensfreude in mir ist mit ihm gestorben... warum noch weitermachen... warum noch Sachen planen... alles ist so unwichtig geworden... Was soll ich noch hier?


    Jeder Tag ist eine Qual. Mal kann ich es aushalten, aber dann ist es wieder unerträglich... Zeit ist bedeutungslos geworden... alles ist bedeutungslos geworden... soll es noch Jahre so gehen?


    Ohne Glücksgefühl... ohne Liebe... ohne Schulter zum Anlehnen... ohne Schutz... ohne Trost bei Schmerzen und Leid... ohne Hilfe... ohne Berührungen...


    Nun muss ich alles alleine entscheiden... alleine kämpfen... alleine leben... allein.


    Das werde ich nicht schaffen. So stark bin ich nicht. Ohne Hilfe in jeglicher Form bin ich nicht lebensfähig... war es nie.


    Zukunft... für mich nur Dunkelheit... meine Sonne ist verglüht und ich mit.


    ICH KÖNNTE SCHREIEN!


    LG Luise

    Alle meine Lieben,


    es ist immer wieder aufbauend eure Posts mit Ratschlägen und eurer Anteilnahme zu lesen. Dann fühle ich mich nicht so allein, weil ich weiss, dass ich noch einigen Menschen wichtig bin.


    LG Luise