Beiträge von Luise

    Liebe Petra,


    es ist nicht meine erste Gürtelrose. Ich bekomme in grossen Abständen immer wieder diese Krankheit. Wenn der Körper durch irgendwas geschwächt ist ( auch

    seelische Belastungen), vermehren sich die Herpesviren und es kommt erneut zu einem Ausbruch der Krankheit.


    Amy geht es gut. Sie ist mein ganzer Trost, aber auch ab und an nervig. Sie ist nach wie vor keine grosse Gassigängerin, das kommt mir allerdings entgegen, da ich ja gebehindert bin.

    Aber eine Runde um den Block und kleine Spaziergänge in ruhigen Gegenden schaffen wir beide.


    Nur ein Problem mit ihr habe ich immer noch. Sie schläft im WZ, ist ruhig und macht keinen Quatsch, aber morgens liegt immer ein Würstchen auf dem Fußboden.

    Ich weiss nicht genau, wann sie es "legt". Es muss in den frühen Morgenstunden sein, da ich ja meistens erst gegen 1 bis 2 Uhr schafen gehe.


    Ich kommentiere es nicht und mache es stillschweigend weg. Aber es geht doch nicht auf Dauer. Weiss nicht, was ich dagegen tun soll. Ansonsten benutzt sie das Katzenklo regelmäßig, meldet sich aber nicht in der Wohnung , wenn sie muss, nur im Auto zeigt sie es an.


    Ich bin aber nicht in der Lage alle 2 Stunden mit ihr raus zu gehen. Ausserdem ist es bei uns vor der Haustür schlecht. Ich muss mit ihr weiter weg gehen.


    Die Hundebesitzer unter den Forumsmitgliedern werden damit nicht einverstanden sein, aber ansonsten hat Amy bei mir ein gutes Hundeleben. Ich laufe mir ihr, soviel ich kann.


    Leider vereinsame ich immer mehr. Kann eben durch meine Behinderung und täglichen Schmerzen nicht so am sozialen Leben teilnehmen. Dadurch bin ich auch kein guter Gesprächspartner, da ich ja nichts erlebe, was ich mit Anderen austauschen könnte.


    Zu mir zu Besuch kommen ja hin und wieder Menschen ( meine Freundin, letztens eine Ex-Kollegin, eine Nachbarin habe ich für die nächste Woche eingeladen) aber ich muss mal was anderes sehen und erleben, habe sonst keine Abwechslung und somit keinen Gesprächsstoff.


    Ich schaffe halt körperlich nur das Nötigste. Einkaufen, Arztbesuche und was unbedingt erledigt werden muss unter Einnahme von Schmerzmedikamenten.

    Zum reinen "Vergnügen" fehlt mir die Kraft.

    Und das ist sch..., ich vereinsame, werde depressiver, lebensmüde.

    Aber was und wie soll es anders werden?


    LG Luise

    Hallo Heinz,


    ich bin fertig. Weine und weine. Ich will nicht mehr alleine sein. Ich bin so einsam.

    Heute geht es mir so schlecht, dass ich nicht mehr weiss, was ich noch tun soll. Niemand ist hier bei mir. Und das wird immer so sein.


    Heinz ich bin dir böse. Warum bist du nicht mehr da? Hast dich einfach davon gemacht. Du wusstest doch, dass ich es nicht alleine schaffe. Was soll ich denn machen? Ich habe niemanden mehr, der zu mir gehört.


    Du hast gesagt, so ist das Leben und dass das Leben noch keiner überlebt hat. Aber ich lebe noch! Und will nicht mehr!

    Ich kann diesen Schmerz nicht mehr aushalten. Habe wirklich Angst den Verstand zu verlieren. Du kennst mich doch. Es geht nicht mehr.


    Habe wieder eine Gürtelrose,weil ich total fertig bin. Und keiner da, der mir hilft, der mir die Tinktur auf den schmerzenden und juckenden Rücken aufträgt, der mich fragt, wie es mir geht. Der einfach da ist.


    Hätte ich doch deinen Krebs bekommen. Das wäre besser gewesen. Du hättest nicht gelitten und ich würde nun nicht leiden.


    Alle die ich kannte und kenne, denken dass ich es schaffen werde ohne dich.

    Aber das ist ein Irrtum. Meine vermeintliche Stärke kam aus und von dir.

    Nun bist du nicht mehr da und meine Stärke und Wille zum Leben ist mir abhanden gekommen.

    Und kommt nie mehr wieder... genau wie du.

    Darüber kann ich mit keinem reden...wie es mir in Wirklichkeit geht, weiss niemand.


    Bitte, bitte wenn du kannst dann hole mich ab.


    Deine Luise

    Liebe Gabi,


    ich versuche es jeden verd.... Tag. Aber immer wieder kommt ein tiefes Tal, aus dem ich mühsam Schritt für Schritt versuche hochzukommen.... dann rutsche ich ab und möchte aufgeben.

    Leider kann ich dir heute nichts tröstendes schreiben.

    Aber drücke dich fest.

    LG Luise

    Liebe Gabi,

    Lieber Frank,


    es ist einfach immer wieder mal ganz schlimm. Heute ist so ein Tag. Wieso trifft es uns manchmal besonders tief?


    Das Alleinsein macht mir so zu schaffen. Ich brauche Menschen um mich herum. Wo finde ich welche?

    Aufgrund meiner Behinderung kann ich ja leider nicht so viel unternehmen, um unter Leute zu kommen. Der normale Alltag ist schon schwer für mich zu bewältigen.


    Aber deshalb ins Heim? Dafür finde ich mich noch nicht alt genug, und glaube, ich habe noch zu viel geistige Energie. Da würde ich eingehen, falls sie mich überhaupt in einem Altersheim nehmen.


    Eine WG oder etwas ähnliches wäre gut.

    Aber hier bei uns gibt es entweder betreutes wohnen oder Demenzwohngemeinschaften. Ich brauche nur etwas Hilfe aufgrund körperlichen Einschränkungen und halt eben soziale regelmäßige Kontakte.


    Wo finde ich sowas?

    Am besten eine "Kita" für Senioren.

    In die Tagespflege kann ich auch nicht, bin in dem Sinne nicht pflegebedürftig.


    Wenn ich nicht bald irgendetwas tagsüber finde, drehe ich durch und werde noch depressiver.


    LG von einer einsamen Luise

    Meine Lieben,


    es ist 16:15 Uhr und ich komme erst jetzt zum Schreiben.

    Heinz ist heute 15 Wochen tot (ich kann jetzt TOT schreiben) ... ist wieder Freitag...habe den ganzen Morgen nur das im Kopf gehabt...


    Aber dann seine Sockenschublade geleert und den Inhalt entsorgt. Tat so weh!


    Als ich am Container stand, rief meine Freundin an (sie hat Urlaub) und war schon unterwegs zu mir.

    So war ich bis 15 Uhr nicht allein.


    Und nun ist es wieder so still in meiner Wohnung... Amy schläft... ich halte es nicht aus... und das WE muss ich auch noch überstehen... allein....


    Habe nur das Forum zur Bewältigung meiner Trauer.


    Bin traurig und weine.


    LG Luise

    Liebe Wagi,


    auch ich kann es nicht glauben, dass ich es schaffen werde. Aber wir beide sollten es versuchen... für unsere verlorenen Seelenmenschen.

    Mein Mann hat es gewollt. Deiner bestimmt auch.

    LG Luise

    Lieber Uwe,


    doch meine "guten" Gefühle sind tot.

    Es ist nicht nur vorübergehend ein Vakuum entstanden... eine totale Leere "füllt" mich aus.

    Ich bin nur noch halb... da passt keine Liebe und Hoffnung hinein.

    Aber das ist nicht so schlimm... ich hatte viel davon und bin dankbar dafür.


    Nur das Alleinsein und die Einsamkeit machen mir arg zu schaffen. Da helfen mir die gelebten Jahre mit Heinz und die Erinnerungen an ihn nicht.


    Aber ich will noch ein wenig weitermachen, weil mein Mann es wollte und es mir immer gesagt hat... bis zum Schluss:

    Lebe auch ohne mich...jeder hat nur eins... werfe es nicht weg. Denke daran, wie gerne ich noch gelebt hätte... tu es für mich...du wirst es schaffen.


    Daran denke ich, wenn es ganz dunkel in mir ist, ansonsten könnte ich nicht mehr.


    LG Luise

    Lieber Uwe,


    es ist Vergangenheit... so weh es tut.


    Ich spüre keine Liebe mehr... das Gefühl ist auch gestorben.


    Nur die Erinnerung daran gibt mir Seelenwärme und hält hoffentlich für den Rest meines Lebens...bis zum etwaigen Wiederfinden.


    LG Luise

    Ihr Lieben,


    heute fing der Tag leichter an als sonst. Mir war nicht übel und die Würgerei beim morgendlichen Zähneputzen fiel aus.


    Gestern war meine einzige Freundin bei mir und wir konnten sogar über Amy lachen, die sehr munter war. Auch ihr hat der Besuch wohl getan... genau wie mir.


    Aber dann....heute Nachmittag.... fing es wieder an. Dieses Gefühl der Verlassenheit und Traurigkeit kam auf und erfasste mich. Der Verlust raubt mir den Atem. Wann kann ich denn mal wieder frei und tief atmen, ohne den Kloß im Hals?


    Wird denn je eine Zeit kommen, in der es nicht ständig so sehr schmerzt? Kann ich dann an Heinz denken mit dem Gefühl der Dankbarkeit für seine Liebe und für die lange Lebensspanne, die wir gemeinsam hatten?


    So dass noch ein wenig die Restwärme der Sonne meinen Lebensabend wärmt, obwohl sie am 30.11.2018 für mich untergegangen ist.

    Ich wünsche mir ein wenig inneren Frieden und Ruhe um mit positiven Gefühlen zurück zu schauen, um zu sagen:


    ICH HABE UND WURDE GELIEBT.


    Mein Mann Heinz fehlt mir zwar unendlich, aber wir hatten uns.


    Ohne ihn ist es schwerer, aber er ist doch in mir drin... und wird es immer sein. Eigentlich ist er nicht tot, solange ich lebe.


    LG Luise

    Liebe Tery,


    auch ich kann zur Zeit meine Lieblingsbeschäftigungen wie lesen und handarbeiten nicht in dem Umfang wie gewohnt ausüben. Mir fehlt die Konzentration. Meine Gedanken fahren Karussell dabei. Denke an alles Mögliche... meistens an Heinz, wie er mich immer Leseratte genannt hat und Strickliesel.


    Ich habe sogar angefangene Handarbeiten

    nicht beendet und weggeworfen, weil mein Mann das noch gesehen und seine Kommentare dazu gegeben hat.

    Auch ein damals angefangenes Buch liegt noch.

    Spät zu Bett bin ich schon immer gegangen... aber Heinz fand das nicht gut.

    Er nannte mich "Nachteule".

    Allerdings konnte ich dann bis in die "Puppen" schlafen, jetzt nur noch 2 bis maximal 4 Stunden.

    Das sieht man mir auch an und ich bin tagsüber schlapp.


    Schlaf gut, bis morgen.

    LG Luise

    Lieber Uwe,


    du hast mich missverstanden.


    Ich stehe auch zu dem was ich sage oder schreibe.


    Nur manchen Menschen fällt es leichter, sich zu öffnen, wenn es nicht von Angesicht zu Angesicht ist.


    Nichts für ungut, aber wir sind alle individuell... und das macht die Welt so bunt.


    LG Luise

    Liebe Tery,


    da stimme ich dir zu. Wer weiss, ob wir uns im "wirklichen" Leben auch so gut verstehen. Gerade die Anonymität birgt eine gewisse Offenheit.

    Trotzdem würde ich gerne einige aus dem Forum kennenlernen, in "Persona".

    Aber dann besteht die Gefahr des Nichtmögens, weil doch die Chemie nicht stimmt.

    Auch ich fühle mich hier bei euch wohler, als bei so manchem "leiblichen" Mitmenschen.


    Ohne zu schreiben kann ich mir meinen Tag gar nicht mehr vorstellen. Es ist wie Tagebuch führen und doch besser, weil Antwort... Trost... Zuspruch... und vor allen Dingen Verständnis, zurückkommt.

    Das alles möchte ich nicht mehr missen.


    Ich lese eure Beiträge mit Interesse und bin immer wieder von eurer Ausdruckskunst beeindruckt, und auch die Gedichte sprechen mich an.


    Nur die Musik kann ich mir nicht anhören, dabei werde ich total schwermütig.

    Aber das ist momentan sowieso nicht möglich, weil mich Musik unwahrscheinlich emotional beeinflusst.


    So, nun werde ich duschen und etwas essen... mit Amy im Arm danach noch Fernsehen. Meistens gehe ich erst gegen 1 bis 2 Uhr ins Bett. Vorher geht schlafen nicht.


    Gute Nacht an alle. Versucht Schlaf zu finden.

    LG Luise

    Lieber Uwe,

    liebe Tery,

    ihr Lieben,


    ja, durch einen Wohnungswechsel wird es nicht besser werden. Ich überlege nur, wie ich aus der Seelenpein eine Erinnerung machen kann, ohne zu zerbrechen.


    Sobald ich in mancher Situation die von Heinz mit seinen Händen berührten Gegenstände und Sachen sehe, drehe ich durch. Dann verzweifle ich und will nicht mehr.


    Und das wollte mein Mann nicht. Diesen Wunsch respektiere ich... noch.


    Mein Alleinsein... meine Einsamkeit... meine Unbeholfenheit in praktischen Dingen... meine Schwäche ( psychisch und physisch)... meine Behinderung... meine allgegenwärtigen Schmerzen... meine Zurückgezogenheit... meine Unfähigkeit zum lockeren Umgang und Smalltalk mit anderen Menschen...WÄCHST UND WÄCHST.


    Wenn ich nicht bald aufwache, werde ich zur Einzelgängerin und sonderbar.


    Ich brauche Menschen, die mich mögen und gerne mit mir zusammen sind. Und die ich auch mag. Wo finde ich diese?


    SOLCHE WIE IHR!


    Aber nicht nur virtuell, sondern sozusagen in echt zum Anfassen.


    Nun, heute bin ich mal wieder schlecht drauf, wie ihr bestimmt schon bemerkt habt.


    War fast eine Stunde bei der Bank und habe alles umschreiben lassen. Dabei bin ich nicht wohlhabend, sondern nur eine kleine Rentnerin. Aber sie wollten unbedingt die Sterbeurkunde kopieren.

    Nur Papierkram für nichts.


    Dies ist ein langer Post geworden, hoffentlich stört es euch nicht.

    Aber es ist wie Tagebuch schreiben.


    LG Luise

    Liebe Wagi,


    genau so geht es mir.

    Heinz war auch so geschickt und stark.


    Manchmal bekomme ich irgendwas nicht auf, im Moment das Batteriefach meiner elektrischen Zahnbürste. Dann bin ich fertig mit den Nerven.


    Aber mein Mann konnte die letzte Zeit keine Wasserflasche mehr aufmachen... zu schwach geworden. Es tat mir weh, dass er mich bitten musste.


    LG Luise

    Ihr Lieben,


    irgendwie ist wieder mal die grosse Leere in mir... seit einer ca. einer Stunde bin ich tieftraurig und denke an Heinz sehr intensiv.

    Warum kommt es immer so unverhofft und in Wellen? Ohne direkten Anlass fließen meine Tränen.

    Er fehlt mir so sehr... immer und immer mehr.

    Sein Sofa... Sein Bett... Sein Notebook... seine Lieblingstasse... Seine Notizbücher... Alles noch da, als kommt er wieder.


    Es tut mir zu weh, wenn ich dann weiss, er hat es noch in der Hand gehabt, er hat es gebaut, er hat es angeschraubt, er hat es benutzt, er hat es geschrieben, er hat... er hat...

    er hat es für mich getan oder gemacht.


    Vielleicht sollte ich doch in eine andere Wohnung ziehen. Hier erinnert mich einfach zu viel an unsere Zeit und Liebe.

    Selbst die Pflanzen in den Balkonkästen.


    Ich kann nicht mehr.

    Hört es nie auf so weh zu tun?

    Können die Erinnerungen nicht gut tun?

    Wenn ja, bitte ab wann?


    LG Luise