Lieber Uwe,
wie tief ist deine Trauer, deine gestellte Frage an Matthias.
Ich sehe das so:
Wer einen langjährigen Partner verliert, mit dem er eine gemeinsame Vergangenheit hatte und eine gemeinsame Zukunft plante, kann nicht einfach zur Normalität zurückkehren. Die Normalität existiert für ihn nicht mehr. Das Leben zerbricht in zwei Teile: die eigene Einsamkeit, Angst, Wut und Verzweiflung -- und das ganz normale Leben auf der Straße, das davon nichts weiß und nichts wissen will.Nichts passt mehr zusammen. Mit dem Verlust der geliebten Person, des Mittelpunkts der eigenen Welt, macht der Rest der Welt kaum noch Sinn. Und das oft für sehr lange Zeit.
Wenn der Partner stirbt, ist das Entsetzen so groß, dass nichts außer dem existiert. Es ist ein grauenvolles Entsetzen, man begreift überhaupt nichts mehr.
Aber kann ich denn wirklich sagen, dass der eine Verlust schlimmer, als der andere ist? Wo sind wir, wenn wir Verluste und Schicksale beginnen zu skalieren? Werten wir dann dadurch nicht die Trauer des anderen ab bzw. auf?
Grüße mir London
alles Liebe
Maike