Beiträge von Liesel

    Ihr Lieben, danke! Ich wünsche Euch auch, dass Ihr diesen Tag gut übersteht.

    Ich habe immer wieder furchtbare Probleme mit meiner Tochter. Sie lässt ihre Wut an mir aus, ist so verletzend, sagt mir ganz schreckliche Sachen, schreit mich an, provoziert mich. Ich weiß, dass sie es schwer hat und sie es ebenso wenig ertragen kann, wie ich. Aber ich habe keine Kraft mehr. Als ich vorhin auf die Arbeit gefahren bin, war es wieder so weit, ich war völlig verzweifelt und dachte, dass ich jetzt nicht die Kurve nehme, sondern geradeaus mit Vollgas gegen den nächsten Baum fahre. Ich habe es nicht getan, aber wenn meine Tochter mir das Leben weiterhin zur Hölle macht, sich entschuldigt und sich 10 Minuten später wieder so verhält, wie soll ich das noch zusätzlich verkraften?


    Liebe Astrid, immer wenn wir Ruhe haben und uns einen schönen Nachmittag machen wollen, verhält sich meine Tochter mir gegenüber schrecklich gemein. Somit wird aus dem Plan einen schönen Tag zu verbringen, hinfällig. Sie sagt so oft, dass Papi lieber war und ich gemein bin. Selbst am Grab war sie gestern ganz schrecklich, sodass ich einfach weggegangen bin. Es tut so weh, ich schaffe das nicht. Ich wäre so gerne nicht mehr hier und muss hier bleiben, weil sie mich ja eigentlich braucht. Aber warum macht sie es nur noch schwerer? Vielleicht kannst Du Dich doch nochmals erkundigen, was in unserer Nähe hilfreicher wäre, als die Psychologen?


    Ja, liebe Blaumeise. Wenn man bloß schon alt wäre, uralt, dann könnte man gehen... :-( Wie soll das Leben denn schön sein, ohne ihn?


    Liebe Pauli,

    es ist einfach nicht auszuhalten. Ich sitze deshalb nie lange am Tisch, wenn ich alleine bin, ich esse schnell und stehe schnell wieder auf und erledige irgendetwas... Mein Mann hätte auch längst eine WhatsApp geschickt oder im Büro angerufen. Und unser Lied war übrigens auch von Silbermond "Das Beste". Wenn es im Radio kam, haben wir uns angerufen oder geschrieben. Wenn ich dieses Lied höre, könnte ich aus der Haut fahren!

    Das Lied "in meiner Erinnerung" kenne ich nicht, werde es mir aber später mal anhören. Oder lieber nicht...?!

    Sind Deine Jungs auch manchmal so? Wahrscheinlich ist es anders, weil sie älter sind.


    Danke, dass es Euch gibt!


    Liebe Grüße

    Liesel

    Liebe Astrid!

    Vielen Dank für Deine Nachricht.

    Ich habe jetzt die zwei Videos gesehen und das mit dem Handschuh werde ich meiner Tochter erklären. Dann begreift sie es vielleicht eher ein wenig.


    Ich bin sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben, es tut gut, wenn ich mir alles von der Seele schreiben kann und dann auch noch liebe Antworten bekomme von Menschen, die es so sehr nachempfinden können. Ich bin nicht allein mit dieser Trauer, auch wenn das mein Schmerz leider nicht weniger werden lässt. Dennoch hilft es ungemein.


    Bei uns gibt es ein Trauer-Café, welches 1 x im Monat stattfindet. Dort war ich letzte Woche das erste Mal. Dort sind die Leute gemischt. Eine Trauergruppe, die wöchentlich stattfinden soll, wird in naher Zukunft wohl gegründet. Hier wird aber darauf geachtet, dass es sich um ähnliche "Fälle" handelt. Dort stehe ich auf der Liste.


    Für Kinder und Eltern gibt es auch etwas. Das habe ich allerdings schleifen lassen, weil wir so furchtbar viele Termine hatten. Aber ich merke, dass meine Tochter jetzt mehr leidet, als am Anfang, gerade wenn wir abends zur Ruhe kommen. Sie stellt jetzt viele Fragen und ist traurig. Mir geht es ja genauso. Ich habe das Gefühl, es wird schlimmer, er fehlt mir von Tag zu Tag mehr, ich will es einfach nicht wahrhaben. Ich denke, dass ich das jetzt wieder in Angriff nehme und dort einen Termin ausmache. Vielleicht hilft das tatsächlich mehr.


    Danke und liebe Grüße

    Liesel

    Liebe Lotte!

    Ja, was ist besser, sich zurückzuziehen zu können oder funktionieren zu müssen. Ich wäre auch gerne an seiner Stelle und ich glaube, wenn die Maus nicht wäre, tja, wahrscheinlich wäre ich dann auch nicht mehr hier, ich weiß es nicht...

    Genau, ich habe Angst, dass ich seine Stimme, seinen Geruch, sein ganzes Wesen vergesse, ich klammere mich fest an ihn, schaue mir immer wieder seine Fotos an, trage seine Jacke, manche Sachen riechen nicht mehr nach ihm - es ist schrecklich.
    Ich will Dir jetzt einfach mal glauben, dass es vielleicht doch irgendwann erträglicher wird. Es darf eigentlich auch nicht ewig so weitergehen, ich wüsste nicht, ob ich lange die Kraft hätte. Ich habe stark abgenommen und nehme auch nicht mehr zu, obwohl ich wieder relativ normal esse.
    Du sprichst mir aus der Seele, ich habe auch das Gefühl an meinem gebrochenen Herz zu sterben.
    Eine hoffentlich gute Nacht!
    Danke! 😔

    Liebe Lotte!

    Danke für Deine Nachricht. Ich verstehe das, ich kann meistens erst abends schreiben - wenn überhaupt. Oft schläft die Maus nicht, wenn sie merkt, dass ich noch nicht schlafen kann/will.
    Es tut mir sehr leid, dass es Dir nicht gut geht. Trauerwellen. Davon habe ich auch gelesen. Die Zeit heilt nichts!
    Es ist genauso wie Du es beschreibst, jeden Morgen einen Kloß im Hals, jeden Morgen krampft sich der Magen zusammen, jeden Morgen möchte ich nicht aufstehen, möchte ich am Liebsten nicht mehr aufwachen - aber dann schaue ich nach links, sehe meine Tochter, die so zart und verletzlich neben mir liegt. Dann stehe ich auf, mache Frühstück und ihr Essen für die Schule, dann wecke ich sie und es geht weiter, traurig und verzweifelt. Schreien könnte ich, ganz laut, aber das verlege ich auf später, wenn ich dann alleine im Auto sitze und gegen jeden einzelnen Baum fahren könnte. Ich weine und schreie bis ich auf die Arbeit komme. Dann reiße ich mich zusammen und erst wenn ich wieder im Auto sitze, fängt es wieder an...

    Ich möchte dieses Leben nicht führen, ich will nicht, dass das passiert ist, ich will es nicht wahrhaben, dass ich meinen lieben Mann nie wieder sehen darf, er seine Tochter nicht mehr sehen darf, seine Tochter ihn nicht mehr küssen darf...😢

    Danke für Dein „Lob“, ja, ich funktioniere wie eine Maschine. Diese scheiß Welt dreht sich einfach weiter, jeder hat seinen Alltag und seine kleinen Probleme (die kleinen Probleme, die wir früher auch hatten). Sie wollen nichts mehr hören von diesem Thema. Ich merke das und ziehe mich zurück. Ich habe kein anderes Thema. Wie können liebevollen Menschen einfach so und viel zu früh sterben während Mörder oder alte Menschen, die nicht mehr wollen, weiterleben dürfen / sollen. Wie sagte gestern meine Psychologin: Die Welt ist nicht gerecht. Ich muss es akzeptieren, ich bin jetzt Witwe mit 44... Ja, ich weiß und trotzdem kann ich es nicht fassen.

    Lotte, ich kann mich nicht an kleinen Dingen freuen, ich kann einfach nicht. Mir tut das so leid für unsere Tochter. Sie hat solche Angst um mich. Manchmal bin ich schrecklich wütend auf alles und jeden. Es kann ja keiner etwas dafür, aber...

    Bei Dir ist es 20 Monate her und es schmerzt noch immer. Was ein Leben...😔

    Es ist einfach nur schrecklich! Was soll ich Dir wünschen, viel Kraft weiterhin oder gutes Durchhaltevermögen?! Alles sinnlos, wir müssen es einfach hinnehmen und weitermachen, irgendwie Tag für Tag!

    Danke liebe Lotte!

    Liebe Grüße

    Liesel

    Liebe Pauli!

    Dann sind Deine Kinder in einem Alter, wo sie viel „klarer“ denken, als meine achtjährige Tochter. Es ist bei Euch wirklich ähnlich abgelaufen, wie bei uns sowohl was das Familienleben betrifft als auch der plötzliche Tod des Mannes/Papas. Allerdings war Marie zu klein, um bei der Reanimation zu helfen. Sie ist aber ganz tapfer zu den Nachbarn gerannt und hat dort Sturm geklingelt. Wenn Deine Kinder dabei waren, geht das auch nicht aus dem Kopf, selbst unsere Kleine sagt mir oft, dass sie immer dieses Bild sieht, wie ich auf Papa‘s Brust drücke während er in der Küche liegt. Aber tagsüber verhält sie sich auch, als wäre nichts passiert. Damit kann ich nicht richtig umgehen, aber laut Kinderpsychologin ist das wohl normal.
    Wie bei Euch, hat mein Mann alles mit ihr/uns gemacht. Er war immer spätestens um 17.00 Uhr zu Hause, wir waren auch gerne unter uns, haben viele Familienausflüge gemacht. Wir waren verdammt nochmal glücklich 😪 Er war so stolz auf sein Mädchen!
    Ja, wir müssen wohl damit leben und für unsere Kinder da sein. Wie auch immer. Meine Psychologin sagte mir heute, dass es keine Gerechtigkeit auf dieser Welt gibt.
    Kurz bevor meine Tochter heute eingeschlafen ist, hat sie mir gesagt, dass sie nicht versteht, wo Papa jetzt eigentlich ist, er kann doch jetzt nicht plötzlich unsichtbar sein. Es ist zum schreien!
    Alles Gute für Euch und ganz liebe Grüße Liesel

    Ja, liebe Ange! Genauso fühle ich auch. Einfach hinterher... 😔😢


    Liebe Pauli!
    Ich könnte es nicht besser ausdrücken. Genauso ist es! Mein Mann fehlt in jeder Sekunde. Alles haben wir zusammen gemacht, waren nie getrennt. Am 9.9.2019 wären wir 19 Jahre zusammen gewesen und wir wollten zusammen alt werden! Und das wurde uns genommen. Es ist die Hölle, es ist kein Leben mehr und unsere Tochter leidet nicht nur an dem Verlust ihres geliebten Papis, sondern auch an meinem Zustand. Wie alt sind Deine Kinder? Wie nehmen sie es auf?


    Danke liebe Astrid für Deine Antwort und das Video. Ich werde es mir in Ruhe ansehen, wenn die Kleine schläft.
    Das eigene Kind zu verlieren ist ganz schrecklich und auch wenn es schon lange her ist, tut mir das sehr leid. Ich kann mir tatsächlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich ohne ihn wieder glücklich werden kann und will...
    Wenn meine Tochter extrem aufgedreht ist und lachend durchs Haus rennt, denke ich oft, dass das doch nicht angehen kann, ihr Papi ist tot, hat sie ihn schon vergessen? Aber ich muss mir immer wieder vor Augen halten, dass sie ein Kind ist und es anders verarbeitet im Gegensatz zu mir, die jede Sekunde an ihn denkt. Abends wiederum ist sie furchtbar ängstlich. Ich habe mal zu jemanden gesagt, dass ich alles hergeben würde, wenn er bloß dafür wieder zurückkommen könnte. Einige Tage später fragte mich unsere Tochter, ob ich SIE auch dafür hergeben würde. Natürlich nicht 😔


    5 Monate sind für viele schon lange... genau so ist es, ich kann es noch nicht mal akzeptieren und wahrhaben, obwohl ich natürlich genau weiß, dass er für immer weg ist und nie wieder kommt. Der Gedanke schon alleine zerreißt mich innerlich. Ich sehe sein Foto und schüttele mit dem Kopf, könnte laut NEIN schreien!

    Meine Psychologin sagt mir, dass ich es unbedingt akzeptieren sollte...🥺

    Ich vermisse ihn so sehr, so sehr, wie gerne wäre ich an seiner Stelle...


    Liebe Grüße

    Liesel

    Liebe Helga!

    Das tut mir sehr leid, was Du durchmachen musstest! War Dein Mann krank oder sind die Luftprobleme an diesem Tag das erste Mal aufgetreten? Es ist schrecklich, plötzlich alleine da zu stehen. Du sprichst mir aus der Seele! Ich behaupte mal, dass ich nicht mehr hier wäre, wenn es unsere Tochter nicht gäbe. Oder ich würde mich verkriechen. Ich muss jeden Tag durch den Wald fahren und denke jedes Mal „jetzt Gas geben und an einen Baum fahren“. Aber dann sehe sich unsere Tochter vor mir, die mich so sehr braucht! Ich fühle mich so leer ohne ihn. Er fehlt mir jeden Tag mehr. Ich flehe ihn an, wieder zu uns zurück zu kommen, aber er kommt nicht mehr. Ich wünsche mir manchmal richtig alt zu sein, damit man diesen Schmerz nicht mehr ganz so lange ertragen müsste...

    Es geht einfach weiter, ob man will oder nicht...

    Du hast bald ein Jahr geschafft und ich merke, dass die Zeit den Schmerz nicht weniger werden lässt.

    Alles Liebe und eine hoffentlich gute Nacht, Liesel

    Ihr Lieben!
    Danke für Eure lieben Worte!

    Meine Kleine ist jetzt eingeschlafen und jetzt habe mal etwas Zeit für mich.
    Nein, man kann es sich tatsächlich nicht vorstellen, dass es irgendwann mal besser werden soll, aber es sagen viele, also muss wohl etwas dran sein.
    Nur manche Ratschläge oder Worte von einigen Freunden sind für mich oft völlig absurd. Ich muss mir so oft anhören „Du wirst wieder glücklich“, „Du bist noch so jung“, „Du findest wieder jemanden, Du musst es nur zulassen“, „Du darfst auch wieder lachen, es sind doch „schon“ 5 Monate vergangen“.... Ich schaue durch die Leute durch, ich könnte aus der Haut fahren. ICH WAR GLÜCKLICH MIT MEINEM MANN!

    Und „er hätte nicht gewollt, dass wir jetzt so traurig sind“. Nein, das hätte er nicht, aber er hätte auch nicht gewollt zu sterben! Er war happy, wie hatten noch Pläne. Er wollte doch seine Prinzessin, für die wir 7 Jahre gekämpft haben (inklusive 5 Jahre künstliche Befruchtungen), aufwachsen sehen! Er war überall dabei, jetzt darf er nicht mehr bei uns sein.
    Und diese Nacht, in der Küche - es war so schrecklich und ich konnte ihm nicht helfen. Ich konnte ihn nicht retten 😔

    Danke, dass Ihr mir so schnell geschrieben habt.
    Und Euch wünsche ich auch ganz viel Kraft für jeden beschissenen einzelnen Tag!
    Die jetzige Zeit wird für uns alle hart!
    Liebe Grüße

    Liesel

    Hallo an Alle, die genauso verzweifelt sind, wie ich, die ihren liebevollen Ehemann ganz plötzlich und unerwartet verloren haben. Ein liebevoller Papi unserer gemeinsamen Tochter.
    Ich bin dermaßen verzweifelt, weiß einfach nicht, wie es weitergehen soll. Er fehlt uns so sehr!
    In der Nacht auf den 2.6. ist mein lieber Mann einfach zusammengebrochen. Ich bin sofort hingerannt, habe die 112 gewählt und habe ihn versucht wieder zu beleben. In diesem Moment kam meine noch 7 Jährige Tochter hinzu. Weder der Notarzt noch die Ärzte des Rettungswagens konnten ihn in dieser Stunde reanimieren - Lungenembolie. Warum? Immer wieder fragt man sich warum? Er war 48 und kann unser absolutes Wunschkind nicht weiter aufwachsen sehen. So zufrieden und glücklich, fit und gesund, wie er war, ist es einfach unfassbar. Es ist über 5 Monate her und ich will und kann es einfach nicht wahrhaben.

    Unsere Tochter hat Verlustängste, lässt mich abends nicht aus den Augen. Ich könnte schreien, laut schreien, mich zerreißt es innerlich!
    Ich habe viel hier im Forum gelesen und ich fühle mich hier aufgehoben. Leider - und das war einem nie so bewusst - gibt es sehr viele Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Das sehe ich hier, in diesem Forum. Allen möchte ich mein Beileid aussprechen und viel Kraft für die furchtbare Zeit wünschen. Hat man die Kraft? Wie lange hat man die Kraft? Ich funktioniere nur, wie eine Maschine, für unsere Tochter, seine Prinzessin, die ihren 8. Geburtstag im August das 1. Mal ohne ihren geliebten Papi verbringen musste.
    Danke fürs Lesen! Alles Gute, Liesel

    Liebe Adi!

    Ja, ich verstehe das sehr gut und 1 Jahr ist nichts. Und ich kann mir vorstellen, dass Du weiterhin leidest.
    Ich denke oft, wenn es doch bloß mich getroffen hätte, er wäre sicher stärker gewesen...

    Nach 5 Monaten will ich es noch immer nicht wahrhaben, dass er nie wieder kommt.

    Jeder einzelne Tag ist die Hölle. Es wird schlimmer, immer schlimmer. Unsere Tochter sagte gestern Abend zu mir, dass sie ihren Papi wieder mal küssen möchte. Oh wie gerne würde ich das auch tun. Diese Endgültigkeit, es ist einfach nicht zu fassen und doch müssen wir diesen Weg gehen.

    Sie will nicht zum St. Martins-Umzug ohne Papi, der uns im Dunkeln beschützt. Mir ist das nur Recht, dann muss ich nicht das ganze Dorf auf einen Haufen sehen.

    Dieser Schmerz zerreißt mich. Bin froh, wenn ich schlafe und nicht dran denken muss. Wenn die Augen wieder aufgehen, fängt alles wieder von vorne an.

    Kaum vorstellbar, dass wir das restliche Leben ohne ihn verbringen und diesen Schmerz aushalten müssen. Wenn wir doch bloß alle Drei zusammen gegangen wären... 😔😢 Ich weiß, so etwas darf man nicht denken, unsere Tochter hat noch das ganze Leben vor sich - leider ohne ihren geliebten Papi.
    Was ein bescheidenes Leben...
    GlG Liesel

    Danke liebe Karin! Danke! Ja, ich habe helfende Hände.
    Hörende Ohren eher hier oder vielleicht in einer Trauergruppe. Es kann einfach niemand anderes nachempfinden, der es nicht selbst erlebt hat. Ich kann mit den Ratschlägen meiner Freunde nichts anfangen. Heute ist wieder ein extrem schlechter Tag. Sämtliche Familien sind unterwegs. Meine Tochter und ich sind alleine. Er fehlt hier so sehr.
    Danke!!
    Liebe Grüße

    Liesel

    Liebe Adi!

    Du sprichst mir aus der Seele. Ich höre auch oft, dass ich seine Sachen wegräumen soll, das würde befreien. Ich will aber nicht frei sein, ich möchte ihn wieder bei mir haben. Ich möchte, dass alles wieder so ist, wie es war. Aber dagegen ist man machtlos. Er kommt nicht wieder.
    Seine Klamotten, die er sich für den nächsten Tag zurechtgelegt hat, liegen noch immer da, wo er sie hingelegt hat. Ich schaffe es nicht. Vielleicht kommt der Tag, irgendwann, aber im Moment unvorstellbar.
    Dein Mann ist auch ganz plötzlich verstorben? Ohne Abschied, ohne ein Wort? Mein Mann konnte auch nichts mehr sagen. Als ich zu ihm kam, hat er nur kurz aufgestöhnt und ich habe dann versucht, ihn wieder zu beleben. Ich denke immer wieder und immer wieder an diese Nacht und denke immer wieder, dass ich etwas falsch gemacht habe.
    Man wacht jeden Morgen auf und ist froh, wenn der Tag geschafft ist. Unsere Tochter ist der einzige Grund, weshalb ich funktioniere...

    Darf ich fragen, wie lange es bei Dir her ist?
    Liebe Grüße

    Liesel

    Liebe Lotte!

    Danke 😌! Deine Worte tun mir gut. So sehe ich das auch, es sind „erst“ 5 Monate und vom Glücklich sein kann ich nichts hören. Wer es nicht selbst erlebt hat, sollte besser ruhig sein...


    Für Deine 13 Jährige Tochter muss es schrecklich gewesen sein, zumal sie in diesem Alter schon viel mehr darüber nachdenkt. Es ist gut, dass sie in kinderpsychologischer Behandlung war.
    Wie lange ist es her, seitdem Dein Lieber nicht mehr bei Dir ist?
    Ich bin noch krankgeschrieben und versuche es mit einer Wiedereingliederung von 2-3 Stunden täglich. Es ist hart, aber ich kann sofort wieder zu Hause bleiben, wenn es nicht geht. Sie alle haben sehr viel Verständnis, wenn auch sie manchmal nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Manchmal sitze ich im Büro, denke, jetzt würde er mir eine WhatsApp schicken oder anrufen. Ich sehe sein Foto und breche zusammen. Ich schüttele den Kopf und schreie sobald ich im Auto auf dem Heimweg bin, um meine Tochter abzuholen.
    Sie ist im August 8 Jahre geworden, der erste Geburtstag ohne Papi.
    Sie geht auch zur Kinderpsychologin und ich gehe ebenfalls zu einer Psychologin.
    Der Schmerz zerreißt mich. Er hat so viel mit unserer Tochter gemacht, er hat sie so geliebt.
    Es tut gut, hier „Gleichgesinnte“ zu finden.
    Ganz liebe Grüße

    Liesel

    Liebe Lotte!

    Danke für Deine Antwort!

    Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen ohne meinen Mann weiterzumachen, aber ich muss - für unsere Tochter.

    Sie hat auch sehr zu kämpfen, sieht ihren Papi immer wieder in der Küche liegen, hat Verlustängste, lässt mich abends nicht aus den Augen, schläft nicht mehr alleine ein.

    Ich habe Schuldgefühle, wäre ich bloß bei ihm geblieben und nicht früher ins Bett. Habe ich etwas falsch gemacht?

    Er fehlt mir so sehr. Jeden Morgen, wenn ich auf die Arbeit fahre, denke ich, jetzt gegen einen Baum fahren. Aber dann denke ich an unsere Tochter und fahre weiter.

    Genau wie Du, schreie und weine ich so laut. Habe auch Wutanfälle oder lege mich in die Küche und flehe ihn an, zurückzukommen!

    Und Du sprichst mir aus der Seele, wenn Du schreibst, dass die gutgemeinten Ratschläge nicht helfen. Ich höre oft „Du bist noch jung, Du wirst wieder glücklich, es sind jetzt schon 5 Monate her, Du musst nach vorne schauen UND Du musst ihn loslassen und akzeptieren, dass er nicht mehr wieder kommt“. Genau wie Du schreibst, ich will ihn aber nicht loslassen. Leider verhalte ich mich wohl auch wie ein trotziges Kind, weil ich es einfach nicht wahrhaben will. Ich kann es einfach nicht fassen...

    Man funktioniert einfach, wie eine Maschine und denkt dann oft „was mache ich hier eigentlich? Mein Mann ist tot“.

    Ohne Abschied, einfach weg - für immer. Wie soll man denn das jemals begreifen?

    Liebe Grüße

    Liesel

    Hallo!

    Ich habe jetzt seit 1 1/2 Monaten hier nur gelesen und traue mich jetzt, Euch zu schreiben.
    Euch geht es genauso beschissen, wie mir und es tut mir sehr leid für jeden Einzelnen hier, das durchmachen zu müssen! Es ist die Hölle und man fragt sich immer wieder „Warum“? Warum musste das passieren? Warum ausgerechnet er?


    Mein Mann und Papi unserer jetzt 8 jährigen Tochter ist in der Nacht vom 1.6. auf 2.6. einfach zusammengebrochen. Ich war früher im Bett, weil ich die Magen- und Darmgrippe hatte und hörte diesen Schlag. Sofort bin ich runtergerannt und sah ihn da liegen. Notruf gewählt und versucht ihn wieder zu beleben bis der Notarzt eintraf. Leider ist unsere Tochter runtergekommen und musste mit ansehen, wie ich versuche ihren Papi zu retten. Er hat es nicht geschafft - Lungenembolie. Warum? Er war sportlich und fit, glücklich und zufrieden. Unser Beschützer, unser Ruhepol, ein liebevoller Mann, bei dem die Familie immer an erster Stelle kam. 7 Jahre haben wir versucht, ein Kind zu bekommen und jetzt darf er seine Tochter, seine Prinzessin nicht mal mehr weiter aufwachsen sehen. Er hatte noch so viel vor. Wir hatten eine sehr enge Beziehung, waren unzertrennlich, jetzt hat uns der Tod getrennt von einer Sekunde auf die andere.

    Wenn meine Tochter nicht wäre, ich würde nicht mehr leben wollen. Es zerreißt mich jeden Tag und jede Nacht aufs Neue...

    Danke, dass ich das hier loswerden konnte.
    Allen hier in diesem Forum wünsche ich viel Kraft und Ausdauer. Keine Ahnung, ob man diesen Schmerz noch lange aushalten kann 😔😢

    Liebe Grüße

    Liesel