Beiträge von Lilifee

    <3<3 Mein lieber Schatz,


    bald jährt sich Dein Todestag zum dritten mal. :5: Vor 3 Jahren hatte ich einerseits noch Hoffnung, andererseits aber die dunkle Ahnung daß Du es nicht schaffen wirst. Für Dich war der Tod Erlösung. Die Ärzte sagten Du wärst ein schwerer Pflegefall geworden, und das hätte ich nie und nimmer gewollt Aber für mich begann die Hölle. Weiterleben müssen ohne Dich. Wie soll das gehen? So richtig weiß ich das bis heute nicht. Der Tod ändert alles. Die Zeit ändert nichts. Die Zeit vergeht, aber mehr auch nicht. Die Sehnsucht nach Dir bleibt. :33:


    Ich durfte aber erleben daß Du weiter bei mir bist, wenn auch unsichtbar. Du hast Dich einige Male durch Zeichen bemerkbar gemacht. Das habe ich mir nicht eingebildet, die Zeichen waren deutlich. Es wäre so schön wenn Du Dich mal wieder melden würdest. :22:


    Ich bin überzeugt daß Du mir im Alltag zur Seite stehst, und mir auch bei der Wohnungssuche geholfen hast. Die hat sich nach längerem vergeblichen Suchen auf einmal so schnell und gut gefügt, das konnte kein Zufall sein. Und bei anderen Gelegenheiten warst Du auch da.


    Manchmal gucke ich einfach zum Himmel, lächle und sage leise, ich weiß daß Du das warst. :2:


    Du bist mir jetzt wieder sehr nahe während ich dies schreibe. Das kann ich spüren.


    Ich blicke auch oft zum Himmel und rede mit Dir. Dann erzähle ich Dir von meinem Tag und wie sehr Du mir fehlst. Jeden Tag. :13:


    Irgendwann und irgendwo werden wir uns wiedersehen. Und bis dahin trage ich Dich in meinem Herzen. Ich vermisse Dich so sehr. Aber Du bist in mir und ich in Dir. Wir sind für immer verbunden. Das wird auch in der diesjährigen Gedenkanzeige für Dich stehen.



    Deine Lilifee

    Liebe Annie,


    es tut mir sehr leid daß es Dir so schlecht geht. Nicht nur körperlich sondern auch seelisch. Leider werden solche Tiefs immer wieder kommen. Die Abstände werden mit der Zeit etwas größer, aber das ist auch alles. Die Lücke bleibt.


    Zwischen Andreas und mir war wirklich etwas ganz Besonderes, das habe auch alle gesagt die uns kannten. So wie es wohl auch zwischen Deinen Eltern war. Es ist ein großes Geschenk wenn man das erleben darf. Du schreibst, daß Du dieses Gefühl (noch) nicht kennst. Wir mußten auch lange darauf warten.


    Als wir uns kennengelernt haben waren wir Mitte 50. Andreas hatte eine langjährige sehr lieblose Ehe hinter sich und seit 1 ½ Jahren wieder alleine gelebt, und ich hatte zwei gescheiterte Beziehungen. Aber zwischen uns hat es sofort gepaßt. Das haben nach einiger Zeit sogar seine Töchter gesagt, obwohl sie anfangs nicht sehr erfreut waren. Aber das hat sich schnell geändert, und wir verstehen uns sehr gut.


    Doch nach noch nicht mal 12 Jahren war das Glück vorbei. Eigentlich wollten wir die Silberhochzeit erleben, aber wir haben nur knapp 5 Jahre Ehe geschafft. Meine unerschütterliche Zuversicht hatte ich trotz aller Trauer von Anfang an. Anders könnte ich auch nicht weiter existieren. Leben kann man das ja nicht mehr nennen.


    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, daß Dein Leben trotz des schmerzhaften Verlustes irgendwann wieder heller wird, und daß Du auch noch dieses besondere Gefühl des eins seins kennenlernen darfst.


    <3 :24:Lilifee

    Liebe Renate,


    Du schaffst es seit 3 Jahren zu überleben, und das ist schon sehr viel. Weiter bin ich auch noch nicht gekommen.

    .

    Aber was oder wie, oder was weiß auch immer um Himmels Willen soll es besser machen???


    Das, und nur das ist mein persönliches Problem.

    genau das frage ich mich auch jeden Tag. Es gibt nichts was es wieder besser macht, und Dein Problem haben wir wohl alle. Ich habe für mich nur die unerschütterlich Hoffnung auf das Wiedersehen mit Andreas.


    Liebe Grüße

    Lilifee

    Wenn ich ein Engel wär, ich käm zu Dir geflogen

    und stünde segnend über Deinem Haus,

    die dunklen Wolken, die darüber hin gezogen,

    die weinten sich woanders aus…


    Ich würde Dir mit weissen Flügeln winken,

    damit es hell wird in der dunklen Nacht,

    und lässt Du Deinen Kopf betrübt und mutlos sinken,

    dann streichle ich Dich mit den Flügeln sacht…


    Ich würde Dir den Himmelssegen bringen

    und Dich befreien von Schmerzen und Pein,

    Du könntest endlich wieder ohne Ängste leben

    und ganz gesund und voller Hoffnung sein...


    Du müsstest niemals mehr vor Kummer weinen

    und schlaflos liegen in der Nacht,

    weil ich Dir lichte Botschaft brächte,

    von denen, die über Deinem Leben wachen....


    Wenn ich ein Engel wär....

    (unbekannt)


    𝔻𝕚𝕖 ℍ𝕚𝕞𝕞𝕖𝕝𝕤𝕝𝕖𝕚𝕥𝕖𝕣.(Teil1)


    Hallo lieber Mensch da unten,

    ich seh dich weinen, manche Stunden,

    seh die Trauer, all die Tränen,

    drum möcht ich hier und jetzt erwähnen,

    mein Erdenkleid, ich zog es aus,

    weil ich's nicht brauche, hier, Zuhaus,

    doch trotzdem bin ich dir ganz nah,

    in deinem Herzen immer da.

    Ich zähle wahrlich jeden Schlag,

    glaube mir, wenn ich dir sag,

    nur jener, den man nicht vermisst,

    in Wahrheit auch gestorben ist.

    Und weil ich dir im Leben fehle,

    bin ich Teil von deiner Seele,

    bin ich Teil von deinem Sein,

    niemals lass ich dich allein.

    Versteh, ich bin doch nur Zuhaus,

    ich ging nicht fort, nein nur voraus,

    ich ging dorthin, wo's einst begann,

    wo wir uns treffen... irgendwann.

    Nun leb, weil's doch nichts Schön'res gibt,

    ich hab das Leben auch geliebt,

    lächle wieder... Schritt für Schritt,

    lächle einfach für mich mit.

    Nichts und niemand kann uns trennen,

    auch das nicht, was wir Sterben nennen,

    der Tod kann Liebe nicht vertreiben,

    weil du mich liebst, drum darf ich bleiben.

    Fährt nun der Wind dir sanft durch's Haar,

    glaub daran, dass ich es war,

    ich sitze auf der Himmelsleiter

    und lieb dich von hier oben weiter


    Die Himmelsleiter (Teil 2)

    Hallo lieber Mensch da unten,

    du hast noch keine Ruh' gefunden,

    ich seh' dass du schon wieder weinst

    und kaum mehr Kraft zu haben scheinst.

    Das tut mir so unendlich leid,

    drum bin ich gerne nun bereit,

    dir ein wenig Trost zu schicken...

    Vielleicht magst du nach oben blicken...

    Kannst du diese Stufen seh'n,

    die bis in tiefste Sphären geh'n,

    die alle Seelen dorthin führen,

    wo sie nie mehr Leid verspüren...?

    Werde still und lass dich fall'n,

    wenn Welten aufeinander prall'n...

    Meine wird in deine fließen...

    Komm, lass uns jetzt die Zeit genießen...

    Gedanklich eng zusammen sein...

    mög' es dich vom Schmerz befrei'n...

    Ich male dir ein Wolkenbild,

    welches deine Sehnsucht stillt.

    Spürst du wie der Wind sich hebt,

    wenn mein Kleid, aus Licht gewebt,

    sanft um deine Augen schwingt

    und dir meinen Frieden bringt...?

    Dieser Frieden soll dich lenken,

    dir lichtvolle Momente schenken,

    solang bis du dir sicher bist,

    dass Sterben nicht das Ende ist...

    Wahres Sterben kann's nur geben,

    wenn Seelen nicht mehr weiterleben,

    in den Herzen ihrer Lieben...

    Aber ich bin doch geblieben...

    Weil du mich liebst, so wie ich dich,

    für alle Zeiten...ewiglich...

    Schau nach oben...weit und weiter,

    ich sitze auf der Himmelsleiter,

    und erfreu mich an den Stunden,

    in denen du zurück gefunden,

    ins Leben...und in frohes Lachen...

    Ich würde es genauso machen ...


    Leider weiß ich nicht von wem das ist, deshalb muß der Autor ungenannt bleiben

    Hier ein Gedicht von einem lieben ehemaligen Mitglied. Der eine oder andere wird sich vielleicht noch an Kornblume erinnern. Dieses Gedicht hatte sie für mich geschrieben als ich erst kurze Zeit im Forum war. Es bezieht sich zwar auf Andreas und mich, ist aber so formuliert daß es für alle Herzensmenschen paßt. Als ich es damals zum ersten Mal gelesen habe sind die Tränen nur so gelaufen. Aber es ist so schön und hoffnungsvoll daß ich es hier nochmal mit euch teilen will:


    Mir geht es gut, wo ich jetzt bin,

    die Zeit vergeht so schnell wie der Wind.

    Die Brücke kannst Du jetzt noch nicht sehn,

    erst wenn Deine Zeit da ist, zu gehen.

    Oh, wie oft steh ich neben Dir,

    bitte, bitte glaube es mir.

    Ich bin noch da, ich bin nicht fort,

    mein wahres Selbst ist im Himmelsort.

    Oh, ich kann all Deine Tränen sehn,

    glaub mir, wir werden uns wiedersehn.

    Spürst Du denn meine Nähe nicht?

    ich seh all die Tränen auf Deinem Gesicht.

    Sei nicht mehr traurig, mir geht es gut,

    bitte verliere nicht Deinen Lebensmut.

    Die Zeit vergeht so schnell wie der Wind,

    bis wir wieder für immer zusammen sind.


    Vielleicht gefällt es euch ja auch.

    Liebe Annie,


    es ist völlig richtig was Du schreibst. Ihr trauert um den Opa/Papa/Freund, aber für Deine Mama ist es am schlimmsten. Deine Schwester und Du habt trotz aller Trauer noch euren gewohnten Alltag der euch Halt gibt. Für Deine Mama gibt es diesen Alltag nicht mehr, und es wird ihn auch nicht mehr geben. Sie hat den Menschen verloren mit dem sie in Liebe ihr Leben geteilt hat. Und wenn man so glücklich war wie eure Eltern, und wirklich eins war, dann ist der Schmerz fast nicht auszuhalten. Und wie soll man noch mal Glück empfinden können, wenn die Hälfte von einem fehlt, und man nie mehr vollständig sein wird.


    Euer Verlust wiegt deshalb nicht weniger schwer. Auch in eurem Leben gibt es jetzt eine Lücke die nicht mehr geschlossen werden kann. Es ist alles so sinnlos, aber danach wird leider nicht gefragt.

    Er war Papa, bester Freund, Ruhepol, bester Ehemann, aller aller bester Opa und freundlichste Person der Welt.

    Er war für euch alles, ein ganz besonderer Mensch und ist nicht zu ersetzen. Kein Wunder daß es euch den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Aber es ist leider die Realität daß man mit diesem Schmerz weiterleben und ihn aushalten muß. Irgendwie.


    Früher, als ich noch jung und dumm war, habe ich geglaubt wenn die offizielle einjährige Trauerzeit vorbei ist geht das Leben ganz normal weiter. Wie naiv diese Annahme war. Von dieser Annahme hatte ich mich zwar schon lange verabschiedet, man wird ja älter und ist nicht mehr ganz so dumm und naiv. Ich konnte schon nachvollziehen wie unermeßlich groß der Verlust sein würde. Aber die ganze Wucht erlebe ich jetzt, seit mittlerweile 3 Jahren. Und Glück kann ich erst wieder empfinden wenn ich endlich bei Andreas bin.


    Und bis dahin, weiterleben und durchhalten auch wenn es noch so schwer und sinnlos ist. Mehr fällt mir leider nicht ein.


    Mitfühlende Grüße

    Lilifee

    Liebe Maike,


    ich kann Dich so gut verstehen. Alles was Du geschrieben hast trifft auch auf mich zu. Voll und ganz.

    auch ich habe die Freude am Leben verloren, und kann mich kaum erinnern


    wie sich Glück anfühlt.

    stimmt, Glück gab es für uns auch einmal. Das muß in einem anderen Leben gewesen sein. Meine Sehnsucht nach Andreas begleitet mich jeden Tag. Aber irgendwann kommt der Tag an dem sich die Sehnsucht in ein freudiges Wiedersehen verwandelt. Dann werde ich wieder wissen wie sich Glück anfühlt. Vorher nicht.


    Halte durch

    Lilifee

    Liebe Steffi,


    da hast Du schon recht. Die Frage kann immer nur im Nachhinein beantwortet werden. Die Trauer als Teil unseres restlichen Lebens zu akzeptieren ist auch richtig und mildert bei mir etwas die Wut die ich ja auch wegen dem Verlust von Andreas empfinde. Aber der Schmerz ist für mich gleichbedeutend mit der Sehnsucht nach Andreas. Und die wird nie vergehen. Daß aus dem "Wir" wieder ein "Ich" geworden ist wird immer schmerzen.


    Ich gönne es aber jedem wenn der Schmerz weniger wird.


    Liebe Grüße

    Lilifee

    Liebe Annie,


    die Tage verbringe ich sehr geruhsam, zurückgezogen und unaufgeregt. Mit einem Wort, für viele vermutlich ziemlich langweilig. Nächsten Monat werde ich 68 J und habe mein Berufsleben schon eine Weile hinter mir. Ich stehe vormittags auf wann es mir behagt, trinke dann erstmal Kaffee und lese Zeitung. Und bis der Kaffee Trinktemperatur hat schmeckt die erste Zigarette des Tages auf dem Balkon. Ich mache die Hausarbeit wobei ich mich aber nicht überschlage, gehe einkaufen wenn es nötig ist, verträume manche Stunde, höre Musik, lese auch gerne Bücher und mache dieses und jenes am Laptop, z.B. im Forum sein. Ich telefoniere und maile regelmäßig mit den Geschwistern von Andreas. Da sie in Berlin wohnen können wir uns leider nicht mal eben so treffen. Mit der noch vorhandenen Verwandtschaft von meiner Seite bin ich auch telefonisch und online in Kontakt, aber nur unregelmäßig. Mit meiner Freundin und Bekannten aus der Nähe treffe ich mich ab und zu. Da ich alleine lebe hat sich mein Wach/Schlafrhythmus seit Andreas` Tod sehr verschoben. Meistens gehe ich erst nach 2 Uhr morgens ins Bett.


    Andreas ist nicht durchgehend in meinen Gedanken, das geht ja auch gar nicht, aber oft. Und jetzt kurz vor seinem Todestag noch öfter. Ich bin gerade dabei die Anzeige zu seinem 3. Todestag zu gestalten. Die wird dann wieder in unserer Tageszeitung erscheinen. Und mein Andreas ist mir während des Gestaltens besonders nahe. Aber das ist ja kein Wunder. Ansonsten ist es manchmal so daß mir völlig grundlos eine Begebenheit in den Sinn kommt, oder ich sehe sein Bild (es hat Monate gedauert bis ich nach seinem Tod wieder ein Bild von ihm angucken konnte), und es trifft mich wie ein Hammerschlag. Andreas ist nicht mehr da und kommt auch nicht mehr wieder. Und dann ist sofort der Schmerz wieder da und ich könnte Löcher in die Tischkante beißen.

    Manchmal kann ich aber auch für eine Weile an die Zeit mit ihm denken ohne daß es weh tut. Dann kann ich auch lächeln oder sogar herzhaft lachen, wenn mir dies oder das durch den Sinn geht, z.B. wie er beim letzten Besuch bei seiner Schwester auf den Rand vom Katzenklo getreten ist. Dieses hat natürlich abgehoben und seinen Inhalt weiträumig verteilt. Meine Schwägerin sagte kürzlich, was wäre es doch so schön wenn Andreas noch mal das Katzenklo umtreten könnte. Das fand ich auch. Tja, und so wird es wohl bis an mein Lebensende sein. Mal geht es, und dann wird der Schmerz wieder übermächtig.


    Und nein, ich empfinde mein Leben nicht mehr als lebenswert. Da liegst Du völlig richtig. Rein äußerlich geht es mir sogar sehr gut. Ich bin gesund, habe keine finanziellen Probleme, eine nette Wohnung und für meine Bedürfnisse genug soziale Kontakte. Das Dummer ist nur daß mich nichts mehr wirklich freut seit Andreas nicht mehr da ist. Ich sehe keinen Sinn mehr in meinem Leben, frage mich immer wieder warum ich noch hier aushalten muß. In mir ist eine große Sehnsucht nach meinem Andreas, mal wieder in den Arm genommen zu werden, lieben dürfen und geliebt zu werden. Aber das wird in diesem Leben nicht mehr so sein. Ein anderer Mann ist nicht vorstellbar. Das würde sich anfühlen wie fremdgehen. Natürlich könnte ich mich ehrenamtlich betätigen, habe ich auch schon mal gemacht. Aber ich sage es ganz ehrlich, ich will mich nicht mehr verpflichten zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein zu müssen. Ich möchte spontan entscheiden können ob ich vor die Tür gehen will, oder eben nicht.


    Du schreibst, daß Du/Ihr wohl noch lange ohne Deinen Papa leben müßt. Das kann natürlich niemand wissen, aber nach menschlichem Ermessen müßt ihr damit rechnen. Ich weiß nicht wie alt oder jung Deine Mama ist. Du hast zwei kleine Kinder, bist vermutlich noch nicht mal halb so alt wie ich, wirst also noch etliche Jahre vor Dir haben. Da bin ich schon sehr froh, daß es für mich wohl nicht mehr so viele Jahre sind, obwohl es noch genug sein werden. Und bei dem Gedanken daß es vielleicht noch 10 oder gar 20 Jahre sein können wird mir ganz anders. Wie das auszuhalten wäre weiß ich auch noch nicht. Meine Freundin hat vor einiger Zeit zu mir gesagt, irgendwann verwandelt sich die Trauer in Wehmut. Papperlapapp. Bei Gelegenheit werde ich sie mal fragen ob ihr Mann für sie irgendwann nur noch eine wehmütige Erinnerung wäre. Vermutlich und wie ich sie kenne und einschätze eher nicht.


    Wie schon mal gesagt, ich habe kein Patentrezept, mache einfach weiter, Tag für Tag.

    Außerhalb des Forums versuchen viele immer das Thema zu umgehen. Und hier wird jede Aussage ernst genommen, Verständnis aufgebracht.

    Viele Menschen verdrängen den Gedanken an den Tod obwohl ihm ja keiner entkommen kann. Dementsprechend ist dann der Umgang mit Trauernden. Sie werden mit ihrer Trauer als lästig empfunden weil man dadurch an die eigene Vergänglichkeit erinnert wird. Das mag manchmal gar keine böse Absicht sein, ist aber wie ein Schlag ins Gesicht. In diesem Forum ist das anders weil wir alle wissen wie es ist. Wenn der Schmerz ohnmächtig und hilflos macht, wenn die Gefühle nicht wissen wohin, wenn der seelische Schmerz körperlich spürbar wird. Niemand kann den eigenen Verlust oder den der anderen Trauernden rückgängig machen, aber wir trösten uns und fangen uns auf weil wir eben wissen wie es ist. Und jede Trauer, jedes Befinden wird ernst genommen, denn es ist ernst.


    So, nun habe ich ganz offen und ungeschminkt über mich und meine Gefühle geschrieben. Hoffentlich war es nicht zu langweilig. Aber nun höre ich auf, es ist auch schon wieder gleich 2 Uhr.


    Ich würde Dir gerne sagen können der Schmerz vergeht, irgendwann tut es nicht mehr weh. Aber das kann ich nicht. Es wird immer schmerzen und weh tun. Andernfalls hat man nicht wirklich geliebt. So sehe ich das jedenfalls. Und es heißt ja nicht umsonst, Trauer ist der Preis den wir für unsere Liebe bezahlen. Aber wahre Liebe ist jeden Preis wert.


    Ich denke an Dich/Euch :24::24:

    Lilifee

    Liebe Annie,


    das freut mich. Es tut mir aber leid daß Du krank bist und nicht bei der Messe dabei sein konntest. Die Messe am Grab war aber ein schönes Gedenken an Deinen Papa. und es war bestimmt kein Zufall daß der Regen aufgehört hat, als der Brief von Deinem Großen verlesen wurde. Ich bin sicher daß Dein Papa mit dabei war. Und Du schreibst ja selbst, es hat sich einiges ereignet was kein Zufall gewesen sein kann. Das waren auch keine Zufälle, das war Dein Papa.

    Er will euch damit zeigen daß er immer noch da ist, wenn auch für euch unsichtbar. Du hast ja in unserem Thread "Zeichen von Verstorbenen" gelesen, daß viele Mitglieder unerklärliche Dinge erlebt haben. Einige auch mehrfach. Haben die sich alle etwas eingebildet? Ganz sicher nicht. Ich bin keine Psychologin oder sonst etwas psychomäßiges, aber ich denke auch, Du stehst Dir noch etwas im Weg. Nicht mit Absicht. Vermutlich ist die Wut über den Verlust noch so groß daß Du diese Hinweise noch nicht annehmen kannst.


    Pia hat ganz recht wenn sie schreibt daß sich Gefühle nicht erzwingen lassen. Es geht eben nicht alles über den Verstand. Kann denn Deine Mama die Hinweise annehmen? Ach Mensch, ich würde Dir so gerne mehr helfen. Als ich den schönen Text von Pia gelesen habe stand mir auch das Wasser in den Augen. Aber er ist sehr tröstlich und ich stelle mir gerne vor daß es so ist. Ich finde das Leben nicht mehr schön, aber alles andere ist sehr zutreffend. Gib Dir einfach Zeit. Jeder trauert und realisiert in seinem eigenen Tempo, und das ist auch völlig ok. Hoffentlich habe ich jetzt nicht zu verschwurbelt geschrieben. Ich wünsche Dir so sehr daß die Zeichen Deines Papas Hoffnung sein können. Der Tod ist nicht das Ende, und es gibt ein Wiedersehen.


    Liebe mitfühlende Grüße

    Lilifee

    Liebe Annie,


    das ist völlig ok. Du bist noch mittendrin in der Phase des Begreifens und Realisierens. Da ist man manchmal einfach nur stumm und fassungslos, das ist ganz normal. Ich weiß nicht ob man meine Gedanken Weitsicht nennen kann. Vielleicht ein wenig. Dieses Forum mit seinen lieben Mitgliedern hat mir beim Bewältigen und Sortieren meiner Gefühle sehr geholfen. Auch wenn sich die Situation nicht ändert, es hilft sehr daß man nicht alleine ist, und daß andere Trauernde dieselbe Palette der Gefühle wie Kummer, Schmerz und Verzweiflung, Sehnsucht aber eben auch Wut durchleben. :33::33:


    Diese Gefühle sind auch immer noch in mir, aber man lernt besser damit umgehen zu können. Das braucht allerdings Zeit und ein verständnisvolles Umfeld. Ich habe das große Glück dieses Umfeld auch in der realen Welt zu haben, und dieses Forum dazu. <3


    Ich schrieb es ja schon, Du bist in meinem Wohnzimmer herzlich willkommen. Gerne auch als stummer Gast wenn die Worte fehlen. Und genauso darfst Du über Deine Trauer, Ängste und Zweifel schreiben. Du wirst hier immer ein offenes Ohr und Anteilnahme finden.


    Eine sanfte :24:und ein Kraftpäckchen für Dich/Euch

    Lilifee