Beiträge von Anja Evers

    Danke Mausebaer,

    ob das alles klappt weiß ich nicht aber ich muss auch noch etwas Geld verdienen. Ich habe aber gemerkt das ich andere Prioritäten setze. Was vor meinem Tag X noch ok war ist es jetzt einfach nicht mehr.

    In meinen alten Beruf als Anwaltsgehilfin werde ich wohl kaum noch arbeiten können.....für diesen versnobten Bereich bin ich zu stark tätowiert und seit 25 Jahren raus.


    Ich werde lernen müssen zu vertrauen. Ich glaube das ist eine weitere Aufgabe für meine Seele.....vertrauen. Ich habe mich gebetsvoll an die geistige Welt gewandt und tue es weiterhin. Heisst nicht das ich mich zurücklehne und warte aber ich bin überzeugt das sie mir auf die eine oder andere Art und Weise die entsprechenden Impulse geben werden.


    Ich hatte ja auch schon mal die Idee noch mit dem Stricken von Islandpullovern selbstständig zu machen. Ich war steicktechnisch immer eine Niete....dann hab ich vor 2 Jahren damit angefangen ....erstaunt über mich selber , denn die Muster in der Passe , wo man ständig zählen und Farben wechseln muss ....einfach gruselig. Aber komischerweise flutscht das bei mir und ich hab die schwierigsten Modelle gestrickt und es hat mir Spass gemacht.


    Aber wie in immer in meinem bisherigen Leben ....ich bin nie in den Quark gekommen auch mal was umzusetzen obwohl ich das Potenzial dazu hatte.....es war so schön bequem mich von Ronald durchs Leben tragen zu lassen .


    Vielleicht ist jetzt Die Zeit gekommen mein Potenzial zu entfalten.


    Wie gesagt ich vertraue darauf das meine Gebete erhört werden und mir die richtigen Impulse gegeben werden.


    Liebe und Frieden für Euch Alle in dieser schwierigen Zeit in der sich Alle hier befinden.

    Renate 1967

    Nein....einfach ist es nicht und wird es auch nicht mehr sein. Wie oft hab ich in den letzten Wochen gedacht...ich will nicht mehr, ich möchte nicht mehr leben. Aber zumindest meine Tochter (25) und mein Sohn (16) haben mir gesagt.....wir brauchen dich, du bist wichtig für uns.

    Ich fühlte mich wie zwischen zwei Stühlen....zwischen dem Wunsch bei Ronald zu sein und dem Wunsch für unsere Kinder da zu sein.


    Es ist noch garnicht lange her da war ich traurig...hab ihn gefragt ....was mach ich wenn Du mal nicht mehr bist. Er hat mir gesagt, dann musst du für die Kinder da sein. Ich hab dann in meiner Traurigkeit gesagt...ich schaff das nicht....er sagte mir ...doch du bist stark.


    Das habe ich immer in dieser Situation von ihm gehört....das ich stark bin ....ich hab es ihm nie geglaubt und vor allem ....ich habe mir selber nicht geglaubt.


    Aber es bleibt....so hat er mich gesehen .


    Vor allem weiß ich.....er hätte nicht aufgegeben, er wäre für unsere Kinder da gewesen.


    Ein weiterer Aspekt ist dazugekommen im Laufe der letzten Wochen. Wir sind Seele, wir sind hier um Erfahrungen zu machen um dann wieder in unsere geistige Heimat zu gehen.


    Für mich hat das eine tiefe Bedeutung. Wie oft hab ich vor unserem Tag X gesagt....ich fühle mich hier falsch, ich fühle ich gehöre hier nicht hin. Mich hat das immer verwirrt, konnte mit meinem Gefühl nichts anfangen. Jetzt weiß ich das es die Erinnerung meiner Seele ist an unsere eigentliche Heimat. Eine Erinnerung die immer mal wieder wie durch einen Schleier durchgeblitzt ist ohne das ich sie verstanden habe.


    Dann hab ich bei mir, bei Ronald und bei anderen Menschen erlebt das wir uns im Laufe der Jahre verändern, reifer werden, tiefere Einsichten gewinnen, wachsen im positiven Sinne .....und wofür? Wenn doch dann unser Leben vielleicht hoch betagt einfach vorbei ist und dann nichts mehr kommt, nichts mehr bleibt. Ich konnte mich nie damit anfreunden, es ergab einfach keinen Sinn, war für mich nicht logisch. Für mich wäre es nur logisch gewesen wenn wir weiter leben. Da wusste ich noch nichts bewusst von der geistigen Welt....ich dachte mehr so daran das wir hier als Mensch weiterleben und nicht alt werden und dann sterben. Das dies aber nicht sein würde....das wusste ich ja nun.


    Ich hab oft gedacht....dann können wir unser Leben auch jetzt beenden ...wozu noch Erfahrungen machen wozu auch durchaus schmerzliche Erfahrungen gehören....niemand führt ein Leben das nur glücklich ist.


    Wäre nicht unser Tag X gekommen würde ich mich immer noch in dieser Gedankenschleife befinden. So traurig wie es ist....erst durch unseren Tag X hat sich der Schleier gelüftet. Jetzt ergibt alles einen Sinn, jetzt verstehe ich meine Gedanken die ich all die Jahre wie eine Last mit mir herumgetragen habe.


    Ich werde nächstes Jahr 2 Geburtstsge für Ronald feiern. Der 24.05. als Geburt seiner Seele in diese Welt und den 31.07. als Geburt seiner Seele zurück in die geistige Welt.


    Auch ich werde ihn weiterhin vermissen in dem Sinne das er in seinem physischen Körper nicht mehr bei mir sein kann. Es wird auch immer etwas von diesem Vermissen , der Sehnsucht , der Traurigkeit bleiben aber ich kann mein erlangte Wissen nicht mehr einfach beiseite schieben.

    Ich danke Euch für Eure lieben und tröstenden Worte....es tut einfach immer wieder gut.


    Heute wollte ich eigentlich meinen Haushalt etwas auf Vordermann bringen ....daraus wurde nichts. Stattdessen habe ich in Tigerlillis Wohnzimmer gelesen .....stundenlang.


    Mir hat das neue Impulse gegeben . Ich bin ja noch am Anfang meines langen Weges durch das Tal der Trauer aber ich habe 2 feste Punkte ...oder mehr? für mich gefunden um meinem Leben hier einen Sinn zu geben.


    Klar....für die Kinder da sein aber versteht mich nicht falsch ....das mache ich schon seit 30 Jahren und die Kinder gehen trotz des Verlustes auch ihren eigenen Weg. Natürlich begleite ich sie so lange ich hier lebe aber das reicht mir nicht. Ich will mich nicht an meine Kinder klammern. Um ihnen eine echte Stütze in ihrem Leben zu sein muss ich mich erstmal um die Reparatur des Basisschiffes kümmern das durch den Seitenwechsel von Ronald schwer beschädigt ist.


    Erst dann kann ich das für unsere Kinder sein was sie brauchen.


    Also habe ich heute tief in mich hineingehorcht.

    Weiter in Privathaushalten putzen oder mich von Reinigungsfirmen an der Nase rumführen lassen ....damit konnte ich leben als Ronald noch wie gewohnt an meiner Seite war. Jetzt sind mir andere Dinge wichtig geworden . Ich möchte etwas sinnvolles tun, da wo Menschen gebraucht werden, wo Menschlichkeit, Mitgefühl, Empathie und Liebe gebraucht und wertgeschätzt wird.


    Ich werde mich also informieren wo ich etwas entsprechendes finde im Bereich mit alten Menschen, behinderten Menschen. Sterbebegleitung wäre auch ein Bereich den ich gerne ausüben würde aber ich muss schauen welche Vorraussetzungen zu erfüllen sind. Ich möchte meine verbleibende Erdenzeit sinnvoll einsetzen. Ich werde die geistige Welt um Unterstützung bitten und wenn das der Weg ist werde ich die richtigen Impulse bekommen.


    Dann werde ich mich weiter mit unserer geistigen Heimat beschäftigen und allem was dazugehört. Ich sitze hier in Schleswig Holstein und leider nicht in der Schweiz aber auch hier werde ich um Unterstützung bitten.


    Vielleicht lassen sich auch beide Bereiche miteinander verbinden. Ich werde sehen wohin die Reise geht.


    Ich mache mir nichts vor...es wird sicher nicht einfach aber ich bin fest entschlossen hartnäckig auf mein Ziel hinzuarbeiten.


    Noch vor kurzem habe ich es als Last empfunden das ich erst 54 bin und war am Boden das mir vielleicht noch so viel Zeit übrig bleibt bis auch ich zu Ronald gehen kann. Jetzt sehe ich das nicht mehr so . Ich sehe es jetzt so das mir noch genug Zeit bleibt ....wenn mein Lebensplan es denn so vorsieht...etwas sinnvolles mit dieser Zeit anzufangen und den Menschen dieser Welt etwas von der Liebe abzugeben die ich 36 Jahre durch Ronald erfahren durfte.


    36 Jahre hatte ich den besten Lehrmeister darin, bedingungslos geliebt zu werden , beschützt, gehalten und getragen zu werden ....jetzt bin ich dran . Ich habe die Wahl....mich in der Trauer zu verlieren oder den Menschen etwas abzugeben . Ich wähle das zweite und hoffe mir bleibt noch genug Zeit.


    Ich hoffe auch das unsere Kinder etwas davon für sich mitnehmen und auch ihre Zeit die sie hier in unserer Welt verbringen sinnvoll nutzen.

    Liebe Birgit,

    ich hab mich auch vor dieser Jahreszeit gefürchtet....sehe aber jetzt etwas heilsames darin. Es wird ruhiger draussen. Mein Ronald ist am 31.07.20 gegangen. Sonniges Wettet, überall fröhliche Menschen in den Gärten , Grillpartys, fröhliches Kinderlachen, die Eisdielen waren gut besucht. Das alles war sehr schmerzlich. Jetzt kehrt Ruhe ein und auch mein Geist kann zur Ruhe kommen. Wenn jetzt noch Weihnachtsmärkte und festliche Beleuchtung ausfallen würden wäre es geradezu perfekt.

    Ich versuche diese Ruhe bewusst zu tanken und wirken zu lassen um vielleicht daraus die Kraft für die Weihnachtszeit zu schöpfen.

    Vielleicht hilft Dir diese, meine Sichtweise ein klein wenig.

    Meine Gedanken schweifen heute immer wieder ab.


    Ich hänge in der Erinnerung. Ich rechne nach. Vor 11 Wochen...vor 12....vor 14 Wochen. Ich sehe mir Bilder an die noch kurz vor dem Tag X gemacht wurden als wenn ich auf der Suche bin .


    Frage mich dabei.....hab ich irgendetwas übersehen? Es kann doch nicht sein das ein Leben so plötzlich vorbei ist. Einfach so...


    Wenn ich darüber nachdenke, darüber schreibe, darüber rede , kommt es mir immer noch so vor als wenn ich über jemand anderen denke,schreibe,rede.


    Ich würde ihn so gern fragen....wie würdest du das meistern....wenn es mich getroffen hätte. Wie würdest du damit umgehen. Ebenso wie ich ihn immer gefragt habe.


    Wenn ich so traurig war hat er mich immer in den Arm genommen, mir Mut gemacht.....ich vermisse das so.

    Mein Herz will sich einfach kein Leben ohne ihn vorstellen.


    Ich hangel mich von einem Tag zum nächsten. Heut morgen war das aufwachen besonders schlimm.

    Mich hat das gestern in eine tiefe Krise gestürzt. Hatte das erst mal Alpträume.


    Ja jeder von uns trauert und jeder auf seine Weise. Das ist es aber nicht, das ist nicht der Grund.


    Mein ältester Sohn war immer ein absoluter Egoist und das ist er auch geblieben. Meine Erwartungshaltung ist das Problem....ich dachte oder habe mir gewünscht, das die Familie zusammenhält.


    Mein Ältester wird sich nicht ändern ...auch nicht in dieser für uns alle schweren Situation.


    Ich musste jetzt schon einige Gemeinheiten über mich ergehen lassen von ihm. Das entschuldige ich nicht alles mit seiner Trauer.


    Auf dem Firmenlaptop waren auch unsere privaten Sachen....das sind Erinnerungen ebenso auf dem Handy.

    Für mich gibt es da keine Entschuldigung. Er wusste das, ich hab ihn mehrfach gefragt ob er die Sachen hat und ihm auch gesagt das da wichtige Dinge drauf sind.


    Ich durfte den Firmenwagen den wir auch als Privatfahrzeug genutzt haben nicht mit ausräumen.....das hat er mir sozusagen verboten. Ich hab aber nicht alle Sachen bekommen. Es fehlt ein kleines rotes Notizbuch....das wäre sehr wichtig gewesen.


    Das ich immer noch keine Witwenrente bzw. dieses Übergangsgeld habe liegt daran das er zwar alle Unterlagen zusammen hatte aber alles erst megaspät abgeschickt hat.


    Er hat alles an sich gerissen, die Kommunikation dann eingestellt. Ich habe hinterherbetteln müssen.


    Erst als ich dann Klartext geredet habe das er mit seinem Verhalten nich nur mir schadet sondern auch seinen Geschwistern und ihn darauf hingewiesen habe , das alle das Erbe nicht ausgeschlagen haben....da ging es dann wieder.


    Als Ronald noch da war da konnte man damit leben....wir hatten ja uns. Jetzt ist das sehr schwer.


    Ich weiß im Moment nicht ob ich durchhalte. Solche Sachen lösen bei mir sofort wieder Ängste aus. Im Prinzip müsste ich den Kontakt zu meinem Ältesten erstmal auf Eis legen.....


    Es kann nicht sein das er , 30 Jahre alt, kommt....einen Scherbenhaufen hinterlässt und sein 16 Jahre alter Bruder sitzt dann hier mit einer wieder am Boden liegenden Mutter und muss das richten. Das geht so nicht.


    Das er jetzt dieses Weihnachten nicht kommt weil sein Papa nicht da ist glaub ich nicht. Es ist anders bei ihm aber ich weiß nicht wie ich das erklären soll. Es ist seine Art, sein Charakter. Das ist auch der Grund warum alle seine Beziehungen scheitern. Er investiert nichts und erwartet viel von allen anderen. Jetzt ist Zusammenhalt gefragt, Egoismus fehl am Platz und das ist nicht sein Ding. Es geht jetzt nicht um mich allein, nicht um irgendjemanden allein , sondern um ein Zusammen.


    Ich hoffe ich konnte mich irgendwie verständlich ausdrücken.

    Mein ältester Sohn war heut Nachmittag da wegen unserer Heizung. Ich hab dann gleich die Gelegenheit genutzt und nach den Sachen von Ronald gefragt. Auch wegen seinem Firmenhandy, Firmenlaptop. Mein Sohn arbeitet ja in der gleichen Firma.


    Sein Firmenhandy auf dem auch noch Bilder von uns sind....bereits plattgemacht. 😭

    Ich wollte das Handy nochmal haben weil da auch seine Stimme drauf ist. Ich hab so gebettelt, immer wieder gefragt....

    Seine Kleidung vom Tag X.....er weiß nicht wo die sind 😭

    Sein Laptop, wo auch noch Privatschreiben drauf sind und private Bilderordner von uns.....bereits plattgemacht😭


    Wie oft hab ich nachgefragt....das ist furchtbar gemein.


    Und übrigens kommt mein Sohn dieses Jahr nicht zu Weihnachten wie sonst jedes Jahr.


    Ich bin enttäuscht, ich bin wütend , traurig , verzweifelt


    Warum? Frag ich mich nur, was hab ich getan , das ich so behandelt werde, meine Gefühle so getreten werden.


    Bedeute ich den Kindern überhaupt etwas? Macht es Sinn für sie am Leben zu bleiben?


    Ich weiß....hört sich furchtbar an aber ich könnte im Moment verzweifeln.

    Lieben Dank an Alle,

    wie ich grad schon bei Renate geschrieben habe....ich hätte so gern mal einen Tag zum Luft holen, ich bräuchte dringend eine Auszeit von diesem Kummer.


    Ja big...dieses gefangen sein in diesem Alptraum ist manchmal kaum auszuhalten. Für alle Probleme gibt es eine Lösung nur für dieses Problem nicht.


    48 Wochen hältst Du das schon aus...ich grad 11 und denk immer lange schaff ich das nicht mehr. Mir fehlt einfach Ruhe.


    Immer dieses los m ü s s e n. Vieles überfordert mich und ich merke dann geht's mir schlecht. Problem ist ....die anderen da draußen interessiert es nicht.

    dieses furchtbare Gefühl zwischen den Stühlen zu sitzen....ich will auf der einen Seite meine Kinder noch so lange begleiten wie es geht und auf der anderen Seite kann ich mir ein vielleicht 30 Jahre noch durchhalten einfach nicht vorstellen. Jetzt hab ich grad mal 11 Wochen hinter mir....11 Wochen von vielleicht 30 Jahren Sehnsucht und Vermissen....was für eine Vorstellung.

    So bin wieder zuhause. 2 Stunden Arbeit. Mich hat eine nette Bewohnerin des Hauses zum Kaffee eingeladen.


    Zuerst war ich froh....dann hat sie von ihren Leben erzählt . 4 Kinder hat sie .

    Ihre eine Tochter ist mit 18 an Krebs gestorben, ihr einer Sohn hat sich mit 28 das Leben genommen, 3 Jahre später ist ihr Mann an Krebs gestorben und 2 Wochen danach hat sie die Krebsdiagnose bekommen.


    Mich hat eine Welle der Angst ergriffen. Auf dem Nachhauseweg kam dann auch wieder verstärkt das Gefühl der Einsamkeit ....zuhause wird jetzt nicht mein Ronald sitzen dem ich das erzählen kann ...nicht mehr dieses direkte ....mein Ronald in Fleisch und Blut.


    Schnell krampfhaft versucht die Gedanken umzulenken. Er ist nicht tot....seine Seele lebt und ist sicher bei mir. Hab wieder diesen Druck , mir ist übel....versuche das zu verdrängen.


    Einen neuen Partner hat sie nicht, der Tag plätschert für sie so dahin....Tag ein Tag aus. Sie ist jetzt knapp 70.

    In mir drin schreit alles und ruft Hilfe...soll so mein Leben aussehen?


    Schnell wieder versucht meine Gedanken umzulenken. Versuche mich daran zu erinnern was ich noch umsetzen möchte. Sage mir....nein du führst doch jetzt schon nicht so ein Leben. Du beschäftigst dich mit dem Thema das die Seele weiterlebt....möchte in dieser Richtung auch gern Kurse besuchen. Ich könnte wieder anfangen zu malen, könnte wieder meine geliebten Islandpullover stricken....möchte mich um einen sinnvollen Job bemühen der mit alten Menschen zu tun hat.


    Jetzt sitz ich hier Zuhause, mein Magen krampft sich zusammen. Der Druck steigt.


    Nein ich möchte definitiv nicht irgendwann in einem Mehrfamilienhaus leben....immer lauschend ob ich irgend jemand höre auf dem Flur damit ich mich mal unterhalten kann. Freudig die Treppenhausreinigung zum Kaffee einladen ....eine völlig fremde Person...damit ich Gesellschaft habe.

    Nein,nein,nein....soll das mein neues Leben sein? Ich wollte mit Ronald zusammen alt werden ....ist das die Alternative?

    Dann wäre ich lieber jetzt schon in der geistigen Welt....


    Jetzt werde ich erstmal eine Meditation machen...und hoffen das mein Geist sich beruhigt.


    Ich kämpfe gegen die aufkommenden Tränen.....klappt nicht ....sie laufen


    Ich bin erst 54 ...und das erste mal in meinem Leben traurig das ich nicht schon älter bin . 20 Jahre älter und ich würde wenigstens ein Licht am Horizont sehen.

    Hallo ihr Lieben,

    die Kluft zwischen mir und den Menschen da draußen, den Menschen um mich herum wird zunehmend größer. Nicht in der Liebe aber in dem was für die meisten wichtig ist wie Besitz etc.


    Ich kann mich immer weniger damit identifizieren. Ich habe durch meinen persönlichen Tag X zu einem anderen Bewusstsein zu einer anderen Wahrnehmung und Einstellung gefunden. Nur die meisten da draussen können damit nichts anfangen. Ich bin ihnen fremd geworden und sie mir.


    Ich bin leider noch nicht in Rente und so bin ich noch in der Form im System das ich arbeiten muss. Ich bin nicht faul oder bequem aber meine Arbeit quält mich. Sie erfüllt mich in keinster Weise noch nicht mal materiell.


    Es war schon vor dem Tag X so aber da war Ronald noch in gewohnter Form an meiner Seite. Jetzt wo das nicht mehr so ist wird es immer unerträglicher für mich. Ich war schon immer ein sehr kreativer Mensch, sehr empathisch und es war schon immer so eine starke innere Sehnsucht das auch zu leben.


    Alles oberflächliche was den Menschen um mich herum sooooo wichtig ist ,war für mich vorher schon schwierig und ist jetzt nur noch schwieriger geworden.


    Ich fühlte mich vorher schon wie im falschen Leben und jetzt noch mehr.


    Ich bin immer noch dabei die Orientierung zu finden...wie das umsetzen was ich fühle, was ich liebe.Es reicht nicht es nur im Innern zu fühlen wenn man es nicht auch leben kann...mich jedenfalls befriedigt es nicht.


    Zeit zu finden sich einfach nur mal in den Wald zu setzen, die Natur zu spüren und auf sich wirken lassen. Stattdessen Formulare ausfüllen, Bankgespräche, sich Gedanken machen und hinterhertelefonieren warum die Rentenkasse immer noch nicht gezahlt hat, im Landhandel klären warum ausgerechnet jetzt mit deren Rechnungen alles quer läuft obwohl es Jahrelang immer super funktioniert hat....heut Nachmittag wieder einer Arbeit nachgehen die mich nicht erfüllt und die mir auch finanziell nicht viel nützt .


    Gestern Abend ging es mir gesundheitlich nicht gut....ich will nicht jammern aber ich hatte das Gefühl ich werde krank. Die Trauer , der gleichzeitig stattfindende Stress zehrt an meinen Kräften, saugt unerbittlich Energie ab.


    Ich bekam gestern Abend Angst, hab mich dann frühzeitig hingelegt. Dachte nur krank sein, schlapp machen....kann ich mir nicht leisten. Kann ich mir eigentlich nie mehr leisten. Dann weiß ich.....aus diesem Gedankenkarrussel muss ich schnell wieder raus.


    Als ich gestern Abend allein weinend am Tisch saß kam mein jüngster, hat mich wieder in den Arm genommen ...wie sooft in den letzten Wochen ....und meinte ....wir schaffen das und wenn wir unser Zuhause verlieren sollten dann reicht auch eine kleine Wohnung, für ihn wäre das nicht schlimm.


    Was bin ich für eine Mutter? Ich sollte ihn trösten, ihm mut machen , ihm Stärke vorleben , ihm Kraft geben. Er ist mit seinen 16 Jahren so eine liebevolle , verständnisvolle Seele.


    Als er sich vor 2 Jahren in ein Mädchen verguckt hatte , hat er uns gefragt ob wir ihm sagen können was er alles tun kann damit SIE glücklich ist. Da war er 14.


    Auch sein erster Liebesbrief fiel uns zufällig in die Hände. In diesem hat er aufgeführt was er alles an ihr schätzt .

    Ein sehr ungewöhnlicher Brief, für Heranwachsende in seinem Alter in der heutigen Zeit und allgemein, denn auch Ronald und ich waren ja mal in dem Alter .


    Das ist alles schön und zugleich erzeugt es bei mir Druck. Diese Welt einfach zu verlassen, ihn zu verlassen , das geht nicht. Das könnte ich ihm nicht antun.


    Mich auf ihn zu stützen erzeugt ebenfalls Druck bei mir...ich will ihm helfen, ihn unterstützen und nicht umgekehrt.


    Das geht im Moment in mir vor. Ich fühle mich wie in einem Irrgarten und hab noch nicht den Ausgang gefunden. Ab und zu vielleicht eine wage Ahnung davon wo er sich befindet aber noch laufe ich dran vorbei oder taucht auf nur um dann wieder von einer Nebelwand verdeckt zu werden.

    Hallo ihr Lieben,

    ich danke Euch für Eure teöstenden Worte, eure Anteilnahme und euer Mitgefühl ....obgleich ihr selber einen schmerzvollen Weg geht. Das sehe ich nicht als selbstverständlich und ich bin mit jedem Tag dankbar dieses Forum mit den darin lieben Menschen gefunden zu haben. Das ihr bereit seid Neue in eurer Mitte aufzunehmen und sie auf ihrem schmerzvollen Weg zu begleiten. Es ist hier wie ein Stück Zuhause, wie ein gemütlicher Platz am wärmenden Kamin wenn draussen der Sturm tobt.

    So empfinde ich es hier zu sein.


    Sverja ich nehme mein ....6 setzen....zurück. Ich lese grad das Buch von Robert Schwarz.....Mutige Seelen


    Etwas schwere Kost aber ich verstehe es und eine Klarheit macht sich bei mir breit, ein heilsamer Prozess des Umdenkes ist eingeleitet. Eine Sichtweise erschließt sich mir.....ich sag bewusst nicht neue Sichtweise denn unsere Seelen wussten das ja vor ihrer Inkarnation. Eher ein wiederentdecken.


    Mein Verständnis wird immer klarer und ist heilsam. Es lindert meine Trauer und setzt einen heilsamen Weg der Liebe in Gang. Ich hoffe das meine Seele stark bleibt und diesen Weg weitergeht. Einbrüche wird es wohl immer wieder geben aber die Erkenntnis über bestimmte Zusammenhänge lassen sich für mich nicht mehr einfach beiseite schieben oder leugnen.


    Jetzt werde ich das erstmal alles sozusagen sacken lassen, darüber nachdenken.


    Da

    Liebe Mandy,

    das Forum wird Dir in Deiner schmerzlichen Situation sicher eine Hilfe sein denn hier findest Du Menschen die Deine Gefühle und das was Du durchmachst verstehen weil sie es aus eigener schmerzvolle Erfahrung selber durchmachen.


    Dein ....ich bekomme keine Luft mehr zum atmen......das kenne ich nur zu gut. Jetzt nach 10 Wochen bekomme ich wieder Luft aber habe ständig dieses Druckgefühl im Körper.


    Alles was in Dir vorgeht kannst Du hier schreiben und alle werden Dich verstehen auch ohne grosse Erklärung.


    Ich selber führe zusätzlich ein Trauertagebuch in das ich jeden Tag meine Gedanken und Gefühle schreibe. Beim schreiben baut sich schon Druck ab. Vielleicht hilft Dir das auch.

    Gleichzeitig hab ich ein schlechtes Gewissen.....er tröstet mich . Ich schaff immer noch nichts richtig im Haushalt, Wäsche macht mein Sohn .


    Ich wollte ihm eine Freude machen....bin zu Bürger King rein ....durch die ganze Coronasache musste ich elendig lange warten. Fast wäre ich wieder rausgegangen.


    Ich habe gemerkt.....ich kann am normalen Leben einfach noch nicht teilnehmen. Ich bin gern Zuhause, versorge unsere Pferde, schnell mal einkaufen, mal 2 std arbeiten ....bewege mich nur Stückchenweise in der normalen Welt. Das arbeiten fällt mir aber schwer. 2 std. Halte ich max. durch dann muss ich weg....wieder in meinen geschützten Bereich.


    Ich würde so gern mal aufräumen aber ich kann mich nicht aufraffen.


    Schade das unser Haus so groß ist...ich träume von einem ganz kleinen Häuschen irgendwo auf dem Land. So ein kleines Knusperhäuschen mit Rosen drum herum. Eines wo ich mich verkriechen kann und Ruhe habe.


    Meine Nachbarschaft ist furchtbar. War sie schon immer und das wird sich wohl leider auch nicht ändern. Keiner spricht mich an ....nur diese lauernden Blicke, die sagen ....na schafft sie das! Das Haus kann sie doch bestimmt nicht halten!

    Heut Abend hat mich die Trauer wieder voll erwischt. Erinnerungen sind hochgekommen. Dann wieder der Gedanke .....das kann doch alles nicht wahr sein. Wir haben davon gehört, gelesen aber das passiert doch nicht uns!!! Und dann ist es passiert. Und gerade jetzt in diesem Moment kommt es mir wieder so unwirklich vor.

    Mein jüngster nimmt mich liebevoll in den Arm und tröstet mich, spricht mir Mut zu.

    Guten Morgen ihr Lieben,

    @ Charlott....Deinen ersten Post an mich lese ich jetzt erst. Hab schon öfter das Gefühl mir wird einiges zeitverzögert angezeigt? Oder ich bin so verpeilt.

    Das mit dem Schnupperkurs ist eine gute Idee. Im Moment kann ich aber noch nicht so viel umsetzten wie ich gerne möchte.

    Die letzte Woche ....wo auch noch unser kleines Paulchen gestorben ist und ich alles allein organisieren musste wie Abdecker etc. hat mir sehr zugesetzt. Das einzige was mir geholfen hat....mir ist ja schon das für mich schlimmste passiert...schlimmer geht für mich nicht.

    Hab mich immer gefragt wie Ronald damit umgegangen wäre ....war immer der Meinung er wäre besser damit klargekommen. Hab mir dann gestern die ganzen Seiten von mlederer durchgelesen....ok meine Frage ist beantwortet. Männer trauern vielleicht anders aber auch anders schlimm. War irgendwie in einer irrigen Meinung. Mir hat beim durchlesen mein Herz geblutet.


    Jetzt um 8 wieder arbeiten...sind zwar nur 2 Stunden aber ich hätte gern mal einen Tag Ruhe.


    Ich wünsche Euch Allen einen einigermaßen erträglichen und friedvollen Sonntag

    Ich habe vertretungstechnisch diese Woche in einer kleinen Gewürzfabkrik geputzt. Jedesmal wenn ich da war überkam mich eine solche Traurigkeit. Ich dachte zuerst...das liegt eben an meiner momentanen Situation. Aber dem ist eigentlich nicht so.


    Der Gewürzstaub ist überall ...wirklich überall und der Geruch in der Richtung Kardamon,Nelken,Muskatnuss,Zimt ebenfalls. Jetzt nachdem ich 6 mal dort gearbeitet habe ist mir bewusst geworden....wann hab ich überhaupt mal jemanden dort lächeln sehen ? Noch nicht einmal....weder bei der Arbeit noch im Pausenraum. Geistige Nahrung ist die Bildzeitung und körperliche überwiegend günstige Tütensuppen. Ich sehe nur in abgestumpfte Gesichter die wahrscheinlich froh sind wenn sie am Monatsende ihre Miete bezahlen können. Aber ...diese Arbeiten nimmt den größten Teil ihrer Lebenszeit. Das ist es was mich dort traurig macht.