Posts by Anja Evers

    Danke für Eure Worte....es tut so gut hier zu schreiben....hier fühle ich mich aufgehoben ...hier werde ich verstanden. Ja , die Trauer,der Schmerz fordert so viel Kraft. Ich wollte alles richtig machen, dem Bild entsprechen das andere von mir sehen wollen und hab mich diese Woche total überfordert und dafür die Quittung bekommen. Dabei haben wir bei unseren Pferden am Stall einen Platz den wir beide immer zum krafttanken haben.....das hätte ich mehr nutzen sollen . Hier fühle ich mich ihm nahe , hier geht's mir gut. Er ist erst 3 Wochen fort....ich darf mir Die Zeit nehmen. Ich bin in den 3 Wochen auch finanziell nicht abgerutscht dann kommt es auf eine Woche mehr oder weniger auch nicht an. Ich muss lernen sich die Dinge entwickeln zu lassen.

    Danke für Eure lieben Worte

    Heute ist wieder so ein Tag an dem ich mich Frage welchen Sinn mein Leben eigentlich noch hat. Ja ich weiß.....du MUST für deine Kinder da sein ....ja das höre ich immer und immer wieder und ja es wäre schrecklich wenn sie auch ihre Mama noch verlieren. Meine 3 erwachsenen Kinder gehen aber auch ihren eigenen Lebensweg, machen ihre Zukunftspläne....sie haben im Gegensatz zu mir wenigstens welche auch wenn sie ihren Papa verloren haben und auch mein 16 jähriger Sohn wird seinen Lebensweg gehen, seine Pläne machen aber was ist mit mir? Es macht mich immer wieder fertig wenn ich von anderen diese Sätze höre und das für sie so selbstverständlich ist. Ich fühle mich wie eine funktionierende Waschmaschine oder Staubsauger nur leider kein Toter Gegenstand wie diese ....ich wünschte es wäre so.Leider bin ich ein führendes Wesen und das macht Alles einfach unerträglich schwer.

    Diese Woche war hart. Ich suche nach Jobs ...hab such schon gearbeitet, dazwischen mich vorgestellt...ich bin eigentlich die ganze Woche nur durch die Gegend gehetzt. Zuerst dachte ich toll...du bist abgelenkt ...aber es war einfach zuviel. Ich hab mich in die Richtung treiben lassen wegen.....du trägst jetzt die Verantwortung für die Familie, du must stark sein, du must nach vorne schauen, du must für die Kinder da sein! Eigentlich hätten mir dann alle den Rat gleichzeitig geben müssen etwas für mich zu tun damit ich überhaupt die Kraft habe zu funktionieren.

    Gestern habe ich bei einer Familie geputzt die in unserem Alter sind , die Kinder in dem Alter von unseren und die fast das Leben führen welches wir geführt haben. Nach 4 Stunden war ich psychisch so platt ich wäre am liebsten abgehauen. Auf dem Nachhauseweg rechts ran und nur geheult. Sie bei ihren Gesprächen und kleinen Planungen zu beobachten ....unerträglich für mich. Es war kein Neid sondern unendliche Traueigkeit. Danach noch einkaufen und heulend durch den Supermarkt laufen . Ob die Leute geschaut haben? Bestimmt! Ich hab auf nichts geachtet . Mir war auch alles egal.

    Der Gedanke daran...wenn ich nachhause komme ist da niemand dem ich davon erzählen kann, der gesagt hätte....Ruhe dich aus ich mach den Rest und der mich getröstet hätte.

    3 Wochen ist mein Ronald jetzt nicht mehr bei mir. 3 Wochen ohne ihn und der Gedanke das noch viele Wochen, Monate und Jahre folgen werden und ich wie ein lebloses Gebrauchsgerät meinen Aufgaben pflichtgetreu nachgehe. Was für ein Leben soll das sein?

    Ich kann mich all dem nur anschließen. Heute war bei mir ein harter Tag, ich hab viel geschafft, bin heute sehr stark gewesen ...jetzt sitz ich erschöpft hier und denke....wofür das Alles, ich kann es nicht richtig mit ihm teilen, lebe in meinem Erinnerungen und stelle mir gleichzeitig angstvoll die Frage ....wie lange werde ich damit zufrieden sein , damit klarkommen? Normalerweise wäre er jetzt von der Arbeit Zuhause, würde sich seinen Tee kochen , wir würden quatschen ....mir fehlt das und ich weiß das wird mir immer fehlen und die Sehnsucht nach ihm wird immer größer .

    Heute war wieder ein ganz schlimmer Tag. Hatte heute Banktermin. Zumindest verliere ich erstmal nicht mein Zuhause....das müsste mich eigentlich freuen ...aber da in der Bank zu sitzen wo wir im Januar noch zusammen waren ....das war sehr schwer.Meine beiden grossen haben mich begleitet. Vorher noch alle Unterlagen sortieren, der Bank ein Konzept vorlegen , das ich mich eifrig um Arbeit bemühe und auch schon was vorweisen kann ....ich war dann völlig platt hinterher. Im Moment ist mir grad alles zuviel. Ich lebe von Beruhigungsmitteln, Kaffee und Zugaretten. Morgen dann wieder ein harter Tag ...2 x arbeiten und 3 Vorstellungsgespräche...und dann kommt es auf einmal heftig wieder durch ....der Schmerz. Er fehlt mir so , ich vermisse ihn so furchtbar. Ich bin so aktiv, bemühe mich alles hinzubekommen ....aber wie eine leere Hülle....ich will gar kein Leben ohne ihn. Er ist nicht mal 3 Wochen fort....ich weiß nicht wo die Reise hingeht. Ich versuch einfach nur zu funktionieren....diese innere leere macht mir Angst. Meine Welt um mich herum interessiert mich nicht mehr. Die schönen Dinge die ich vorher wahrgenommen habe gehen an mir bedeutungslos vorbei .

    Heute war ein schwerer Nachmittag. Ich kämpfe um jeden Job dennoch bekommen kann. Heute 16 Uhr Vorstellung bei einer Familie . Beide im Alter von Ronald und mir. Nettes Häuschen , wie wir, größere Kinder, wie wir mit nesthöckchen noch Zuhause, such wie bei uns, Hunde, Pferde, auch wie bei uns .....und da sitz ich, beobachte das alles, die Zweisamkeit der beiden , das Glück ...ich hätte am liebsten nur geheult. Dann die Frage ob ich jetzt schon wieder arbeiten kann....kann?...ich muss!!! Als ich nach 1,5 std dort nachhause gefahren bin musste ich rechts ran und hab nur geheult. Was ist von unserem Glück , unseren Plänen übriggeblieben ? Ich komm mir so furchtbar Scheisse vor, so einsam, so verzweifelt. Wo ist Ronald? Wer nimmt mich in den Arm und tröstet mich! Ich war dann noch einkaufen komme nachhause und nun? Leere,stille, mein 16 jähriger verkriecht sich in seinem Zimmer.

    Heute ist Ronald 2 Wochen fort...ich möchte zu ihm.

    Ja ich wollte mehr Selbstständigkeit....jetzt wo nur noch unser 16 jähriger Zuhause wohnt....aber doch nicht so! Ohne meinen Partner. Vor Wrihnachten graurmt mir....kann das Fest dieses Jahr nicht einfach ausfallen? Sylvester...das haben wir immer bei unseren Pferden verbracht...Frohes Neues Jahr...überall , zu lesen auf FB...wie soll das denn ein Frohes Neues Jahr werden ....für mich der blanke Hohn. Ich will kein Neues Jahr, es gibt kein Neues Jahr weil auch ich am 31.07.20 gestorben bin.

    Hallo,

    ja wir sind mit 18 und 20 zusammengekommen, haben uns in einer betreuten Wohngemeinschaft kennengelernt, kommen beide aus schwierigen Familienverhältnissen. Ob es Liebe auf den ersten Blick war...ich weiß es nicht. Wir sind nach einem halben Jahr in eine gemeinsame Wohnung gezogen. Ich brauchte ihn , er brauchte mich. Wir haben Höhen und Tiefen gemeinsam überstanden. Ob es sich um unsere Beziehung handelte oder ob es von Aussen kam. Wir waren grundverschieden....er hat Probleme immer von der leichten Seite gesehen und ich war immer sofort in Panik. Dafür war ich strukturierter, das gibt mir Sicherheit. Er morgens schon die Frohnatur ich morgens ein Zombie. Ich dachte oft wir passen nicht zusammen. Wir haben für unser gemeinsames Leben gekämpft....sind beide älter geworden und vor allem ich hab dann auch erkannt.....wir gehören zusammen, wir ergänzen uns. Das hatten Freunde schon lange erkannt und mir auch immer wieder gesagt. Wir sind dann immer mehr eins geworden. Ja bei uns hat sich alles entwickelt bis wir ein vollkommen eingespieltes Team waren. Ich hab in den letzten 2 Wochen oft gedacht....wann habe ich ihm denn zuletzt gesagt, das ich ihn liebe....aber wir brauchten nichts zu sagen, keiner von uns , denn jeder von uns beiden hatte die absolute Gewissheit.....wir gehören zusammen,nichts kann uns trennen und wir lieben uns . Jeder trägt den anderen mit seinen guten Seiten und mit seinen schlechten.

    Während die Ehen um uns herum in die Brüche gingen hatte unsere Bestand....wir haben dran gearbeitet bis wir so waren wie jetzt.

    Jetzt ist ein großer Teil unserer Basis weggebrochen

    Mich lässt es auch verzweifeln das es nie mehr so sein wird ...es ist nicht nur vorübergehend sondern für den Rest meines Lebens auf dieser Erde.

    Ich bin erst 54 und das lässt mich auch verzweifeln.....da ist noch soviel Rest übrig....für mich zuviel Rest. Eine Restzeit in der ich diesen Schmerz mittragen muss ohne eine Vorstellung zu haben wie das gehen soll. Ab jetzt für den Rest Schmerz ...der zwar weniger werden wird aber immer da ist. Wenn ich Pech habe noch 30 Jahre.

    Das ist mir zu lange !

    Ja..es tut gut zu lesen das man damit nicht allein ist. Das macht die Frage nach dem warum nicht so schwer.Das ist so schwer begreiflich, so schwer zu akzeptieren. Alle Pläne wir noch hatten...weg. vor allem das gemeinsam Alt werden . Nie haben wir daran gedacht das dies nicht eintrifft ...es war so klar für uns, so selbstverständlich. Zu selbstverständlich wie ich jetzt erleben darf. Ich bin dankbar für die Zrit mit Ronald.

    wenn meine Kinder kommen dann bewegen sie sich hier wie immer....ich denke immer die müssen doch sehen das ich absaufe....aber ich kann ihnen nicht böse sein....sie kennen es nur so, das WIR immer alles allein geschafft haben und sehen noch nicht so schnell das es nicht mehr WIR sind.

    Was mich auch traurig macht...die Ratschläge ich kann und soll auch mal so richtig sauer sein auf meinen verstorbenen Mann. Ich kann und will das nicht . Die Familie war ihm immer das wichtigste, er hat nie einfach nach Feierabend die Beine hoch gelegt sondern immer gleich mitgeholfen egal ob es ihm schlecht ging oder nicht . Traurig von ich...das ich erst jetzt so richtig erkenne was er geleistet hat und das ich das für zu selbstverständlich angesehen habe. Er war und ist so ein lieber, wertvoller Mensch ...besser als ich. Ich würde es ihm gern nochmal sagen. Danke , das du so für uns da warst ohne das je eine Beschwerde über seine Lippen gekommen ist. Ich wünschte ich wäre wie er. Ich bedaure das ich mir manchmal im Ärger Luft gemacht habe . Ich denke oft wenn einer es verdient hätte noch hier zu sein, noch alles zu erleben .....dann er und nicht ich.

    Hallo, ja meine erwachsenen Kinder helfen mir. Mir fehlt aber seine direkte Nähe. Dieses sich austauschen über den Tag und was wir noch machen wollen, erledigen wollen. Jetzt erlebe ich wieviel Wert Freundschaften haben bzw. erst in der Not zeigt sich wer dein Freund ist.

    Wir haben Pferde, hatten das Glück günstig einen Stall zu mieten. Aber die 3 Jungpferde...da stehe ich nun mit meinem 16 jährigen allein vor. Die ersten 3 Tage haben meine Pferdefreunde noch geholfen....jetzt wird sich schon Gedanken gemacht ob der Platz wohl bald frei wird und die mit ihren Pferden da hin können. Mich hat das so traurig gemacht. Da wird auf mein Scheitern gewartet. Wie oft haben die gesagt.....wenn du Hilfe brauchst....sag Bescheid. Nun brauch ich Hilfe und auf einmal hat man keine Zeit, fühlt sich unpässlich und was sonst noch.

    An diesem Platz haben wir uns so wohl gefühlt, Kraft getankt...klar, das ich diese einzige Kraftquelle nicht aufgeben oder verlieren will und klar, das sich jetzt erstmal alles neu sortieren muss. Dort bin ich ihm ganz nahe....näher als Zuhause. Wen ich dort bin dann bin ich entspannt und nehme das mit.

    Meine erwachsenen Kinder haben mit den Pferden nicht viel am Hut....wollen das ich sie weggeben. Unnützer Ballast...sagen sie.

    Meine erwachsenen Kinder haben aber auch ihr eigenes Leben, ihre Freunde und Lebenspartner mit denen sie sich austauschen.

    2 Wochen ist mein Mann nicht mehr....ich fühl mich noch garnicht in der Lage grosse einschneidende Entscheidungen zu treffen die vor 2 Wochen noch nicht mal im Ansatz ein Thema waren.

    Beim Haushalt bräuchte ich Hilfe....alles ist liegengeblieben. Meine Kraft reicht nicht zum Aufräumen und putzen oder Wäsche machen.

    Ja das weiß ich....war bei uns ja nicht anders wenn wir gehört haben das jemand seinem Partner verloren hat. Für uns ging das Leben weiter....und intensivere Gedanken darüber haben wir verdrängt.

    Heut morgen bin ich aufgewacht....einen kurzen Moment das Gefühl alles ist gut....bis ich richtig wach war und mir bewusst war..nichts ist gut, denn Ronald ist nicht mehr da und kommt auch nicht mehr wieder.

    Wenn ich darüber schreibe, darüber rede kommt mir das komisch vor....rede ich da etwa über meine Situation, über meinen Verlust? So unreal ist das alles.

    Gleichzeitig die finanziellen Sorgen. Unser Haus ist noch nicht abbezahlt. Das wäre erst der Fall wenn Ronald in Rente gegangen wäre....also in 11 Jahren. Mit 4 Kindern war nie das Geld übrig sich gross zusätzlich abzusichern. Der Gedanke....ich verliere auch noch unser Zuhause...einfach furchtbar diese Last noch oben drauf.

    War Anfang der Woche beim Arzt..der wollte mich krankschreiben ....schön wärs . Ich habe ihm gesagt das geht nicht ich muss arbeiten und uns Überleben kämpfen ....krankschreiben ist da nicht drin.

    Ich arbeite in einer Reinigungsfirma , hab aber zur Zeit nur 2 Stellen und da verdiene ich knapp über 200 ....das reicht nicht. Jetzt suche ich zusätzlich und habe auch schon Anrufe. Hoffentlich klappt das. Meine Trauer mit Medis zu bekämpfen um das überhaupt hinzubekommen...das ist sehr belastend.

    Hallo,

    ja meine erwachsenen Kinder unterstützen mich aber meine Tochter ist erst 25 und wie sich das anfühlt jemanden zu verlieren mit dem man 36 Jahre sein Leben geteilt hat und dieses so eins sein mit jemanden das kennt sie ja noch nicht und mein 30 jähriger Sohn ist selber so am Boden .Von Freunden höre ich ...du musst stark sein, das wird wieder, Ratlosigkeit, du musst für die Kinder da sein etc. Ich muss und muss....was ist mit mir? Woher Kraft nehmen für alles wenn man nicht mal die Kraft für sich selber hat.

    Hallo,

    habe mich hier angemeldet um mich auszutauschen .

    Am 31.07.2020 ist das Beste was mir im Leben passiert ist gegangen. Herzinfarkt auf einer seiner Arbeitsstellen, 1,5 Stunden Versuche ihn zurückzuholen....vergeblich. Ihm ginge gut, es hat uns völlig überraschen getroffen. Einfach so! 36 Jahre waren wir zusammen....seit ich 18 war. 56 Jahre ist er Ende Mai geworden. 5 Kinder haben wir , einen Sohn 30J.,eine Tochter 25J.,einen Sohn 23J. die leben nicht mehr Zuhause. Nur mein Sohn 16 J ist noch Zuhause und ein Sternenkind .Wir wollten zusammen alt werden, haben jede freie Minute geteilt alles zusammen gemacht, alles zusammen entschieden. Wenn es heißt....ihr werdet ein Fleisch, dann trifft das auf uns zu 100%zu.

    Nach 36 Jahren, jung zusammengekommen hab ich garnicht mehr eine Vorstellung davon wie es ist sein Leben allein zu organisieren. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch....war 2 Tage in Rickling. Ich fühl mich nicht mehr als ein Teil der Gesellschaft. Da sind die einen die strebsam ihren banalen Dingen nachgehen ....und da bin ich...die ,die traurig mit ganz viel Schmerz,Kummer und Sorgen wie ein Zombie das Notwendigste erledigt. Mich unter Menschen zu bewegen tue ich nur wenn ich muss und das kostet mich Kraft die ich eigentlich garnicht habe. Nur mit Medis ist es mir überhaupt möglich zu funktionieren.