Liebe Sverja, liebe alle,
ich hoffe euch geht es gut, in diesen heftigen Zeiten. Mir geht es nicht so gut und gleichzeitig kommt dann immer der Gedanke an die Menschen, denen es grade noch viel schlimmer geht. Alles nicht hilfreich.
Wir waren am Wochenende bei meinen Eltern. Endlich hatte das Heim mal nicht wegen Quarantäne geschlossen und wir konnten meinen Vater zu seinem Geburtstag nach Hause holen. Seitdem fühle ich mich furchtbar erschöpft. Es war schon vorher zu viel - auf Arbeit habe ich ein dickes Aufgabenpaket dazu bekommen und auch wenn ich es eigentlich gern mache - das war zu viel für meine eh schon halb leeren Akkus. Und dann meinen Vater so zu sehen und mit absoluter Sicherheit zu realisieren, dass meine Mutter Demenz hat und, dass es sehr schnell geht. Die Erkenntnis, dass hier noch ein Abschied bevor steht, war fast Zuviel. Mittlerweile beobachte ich alle betagteren Menschen in meinem Umfeld mit Misstrauen - wirst du auch gleich sterben? Muss ich mich jetzt von dir verabschieden? Ich hab langsam das Gefühl nur noch Trauer in mir zu haben. Und von meiner Mutter, das wird ein schwieriger Abschied mit all der Liebe und all den nie ausgesprochenen Komplikationen. Oh Gott, ich hab so keine Kraft mehr dafür. Aber vielleicht ist das auch der Schlüssel. Nicht mehr dagegen ankämpfen, es einfach über sich drüber rollen lassen… Aber es ist wirklich viel.Euch alles Liebe, auf dass es euch gut geht.
Cildie
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