Schwerer Schlaganfall, meiner Mutter geht es sehr schlecht

      liebe Angie , <3 :24: <3 :30: <3

      ja, Erinnerungen SAMMELN und aufschreiben ... und ZUSAMMEN , jeder einzeln... dann sprechen , . Wenn die Stimme mal bricht, man aufschluchzt ... dafür hat bei einer Grabrede JEDER Verständniss...
      Das ist meine Erfahrung...

      Ich führe jetzt nur einmal ein paar kleine Auszüge aus der Abschiedsrede an Burkard an ...
      Ich erzählte neben anderen Ereignissen... , das er auf der "Freichi " , eine Alm in der Schweiz, perfekt im Lotussitz, die erste Holzschale für mich geschnitzt hat, aus einem Holzscheit einer Arfe...
      Meine Tochter , auch immer wieder aufschluchzend , wie sie als Kind, auf dem Campingplatz , einer Maus das Leben rettete, weil Burkard und ich ihr die LIEBE zu allen Tieren in sie "einpflanzten"...
      und...
      mein ältester Enkel, ganz spontan , auch hin und wieder aufschluchzend, erzählte...
      wie schön es für ihn war, mit Burkard auf den Kongas zu spielen,.... ja er ihm die Musik in sein Leben gebracht hat...
      Jetzt habe ich wieder von mir geschrieben , aber ich glaube , das wir das als Freundinnen zueinander in einem Thread , in einem TRAUERFORUM ,...machen können... <3

      Ja, das sind doch zwei sooooo schöne und auch charakteristische Lebenszüge und Empfindungen deiner Mutter, die einfach in dir , für mich in diesem Moment , sooo liebevoll , einmal zu ihrem Mann und dann trotz aller Differenzen zu euch Kindern... in DEINER Erinnerung JETZT noch sind...

      Schlimm finde ich Grabreden, wenn sie völlig abgehoben und auch nicht dem Leben des Verstorbenen entsprechen...das habe ich und auch meine Eltern häufig erlebt....
      Deswegen hatten beide festgelegt, das der Pfarrer, übrigens ein sehr guter, der sich viel Zeit genommen hat , mit UNS ALLEN die Grabrede vorzubereiten.. nur "ein Teil" der Abschiedszeremonie gestalteten sollte ...

      Es waren keine langen Reden von uns Kindern und Freunden... auch einfach schöne Erinnerungen.
      Bei mir war es eine Wanderung durch ein romantisches Tal und dann später abkochen ( Erbswurstsuppe) in einem still gelegten Steinbruch ... mit Feuerchen machen...

      Liebe Angie, <3

      ganz ehrlich ...Ich glaube mindestens die HÄLFTE der hier Trauernden , hatte eine Zeit , wo sie mit ihren Eltern NICHT konform gingen...Streit hatten... auszogen ...sich IHRE WELT erobernd...
      und....
      ennoch tief innerlich jetzt einfach unsagbar traurig sind, das sie nicht mehr körperlich da sind... TROTZ aller Differenzen ...
      und das hat nichts mit dem Spruch :" über Tote redet man nicht schlecht" zu tun...
      meiner Meinung nach
      sondern.... das wir tief innerlich , aus einem URGEFÜHL heraus ...GELIEBT worden sind ... unter den unsagbar vielen MASKEN , die auch unsere Eltern hatten und haben...

      Weil meine Mami KEINEN Hehl daraus machte , kann ich das hier schreiben... Sie war eine der ersten Frauen , die die "Versuchs - Anti-Baby-Pille " genommen hatte , weil sie ausser uns 4 Kindern auch leider zwei Fehlgeburten hatte, in vorgeschriettener Schwanger schaft hatte ... einmal nur "haarscharf " dadurch am Tode vorbeikam...
      und.... sie wirklich keine Kinder mehr BEKOMMEN wollte...

      Ob du Angie oder Mama genannt wirst von Bianca , ... im tiefsten Inneren seid ihr eine wunderbare Mama/Tochter EINHEIT.... und das spürte man sehr , in Vienna..... <3 <3 :love:

      Ich wünsche dir weiterhin sehr viel Kraft... und glaube , das du deinen Bruder gut unterstützen kannst... Du bist eine gute Organisatorin und irgendwie für mich auch eine gute Managerin in bürokratischen Angelegenheiten....

      fühle dich liebevollst umarmt <3 :24: <3 :30: <3
      im Moment sooooooo als Herzensfreundin "dich fühlend" deine Amitola

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Amitola (rainbow)“ ()

      Liebe Angie <3 , liebe Bianca <3

      mein herzlichstes Mitgefühl :24: :30: .

      Deine Mama ist jetzt frei. In der Welt "hinter den Schleiern" - ohne Schmerzen, ohne irgendwelche Beeinträchtigungen ihrer letzten Tage.
      So schön für sie ... soo schmerzlich für dich :24:
      Ja, geh zum Medium ... auch ich denke, du wirst die "Bestätigung" bekommen - ihr habt euch bei eurer letzten Begegnung alles "gesagt", was zu sagen war. Sie hat auf dich gewartet, deine Hand genommen und dich verstanden, so wie du sie ebenfalls verstanden hast.
      Ich glaube fest daran, deine Mama hat mit diesem Blick ihren Frieden gefunden. Und ich weiß, du wirst ihn auch finden.

      Mach langsam, überfordere dich nicht - sorg auf dich.

      Kraft, LICHT und Liebe für diese schweren Tage die noch kommen schickt dir
      Jutta

      Und JA - die Idee mit den Erinnerungen von euch allen, die ist wirklich gut - macht das :24:
      Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
      das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
      die uns Gott geliehen hat.
      Manchmal kann ich noch nicht glauben, dass meine Mutter tot ist. Denk mir oft, ich sollte sie wieder anrufen oder wenn ich etwas Interessantes lese oder erlebe, will ich es ihr erzählen. Es war oft mühsam jeden Tag einen Gesprächsstoff für unser Telefonat zu finden, weil sie ja sehr oft depressiv war, deshalb war ich immer fieberhaft auf der Suche nach etwas Unterhaltsamen , was ich ihr berichten konnte.
      Das war so ein Ritual die täglichen Anrufe.

      Heute habe ich ihr Telefon abgemeldet, die Nummer in meinem Handy gelöscht und unter gedacht: Mutter, jetzt brauchen wir das nicht mehr, wir können jetzt auch so miteinander reden. :13:
      Liebe Angie, ich habe gerade dein Bild mit den Spuren im Sand gesehen und mag dir einfach dieses Gedicht von M. Fishback mitgeben. Ob Gott, das große Ganze oder die innere Stärke - egal wie du es nennst. oder glaubst. Vielleicht ist es ein bisschen erleichternd für dich. Mir läuft es immer kalt den Rücken hinunter, wenn ich es lese.

      Mir gefällt deine Einstellung zum Handy deiner Mutter:

      Angie64 schrieb:

      Mutter, jetzt brauchen wir das nicht mehr, wir können jetzt auch so miteinander reden.


      Auch wenn es weh tut und wieder die EndGÜLTIGkeit zeigt.

      So und jetzt das Gedicht:

      Spuren im Sand
      Eines Nachts hatte ich einen Traum:
      Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
      Vor dem dunklen Nachthimmel
      erstrahlten, Streiflichtern gleich,
      Bilder aus meinem Leben.
      Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
      meine eigene und die meines Herrn.

      Als das letzte Bild an meinen Augen
      vorübergezogen war, blickte ich zurück.
      Ich erschrak, als ich entdeckte,
      dass an vielen Stellen meines Lebensweges
      nur eine Spur zu sehen war.
      Und das waren gerade die schwersten
      Zeiten meines Lebens.

      Besorgt fragte ich den Herrn:
      Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
      da hast du mir versprochen,
      auf allen Wegen bei mir zu sein.
      Aber jetzt entdecke ich,
      dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
      nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
      Warum hast du mich allein gelassen,
      als ich dich am meisten brauchte?

      Da antwortete er:
      Mein liebes Kind,
      ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
      erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
      Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
      da habe ich dich auf meinen Schultern getragen.
      von: Margaret Fishback Powers

      Einen lieben Gruß in deinen Tag, wie er auch immer sei.
      Lg. Astrid
      Liebe Angie,
      ich lade bei meinen Trauerfeiern die Familie und die Freunde ein, dass wir gemeinsam Erinnerungen an den Verstorbenen zusammentragen. Wir stehen dann im Kreis um den Sarg oder die Urne und jeder, der möchte, erzählt kurz, an was er sich gerne erinnert oder darf sagen, was er noch sagen möchte. Dadurch wird keiner überfordert eine lange Rede vorbereiten und halten zu müssen und es entsteht ein Sammelsurium von Erinnerungen an und Blitzlichtern auf ein Leben. Da werden auch kurze Anekdoten erzählt, auch die etwas schwierigen Seiten oder Zeiten einer Person dürfen zum Ausdruck kommen, die hat ja jeder Mensch. Und die Hauptsache ist: Es wird nicht steif.
      Alles Liebe und Gute
      Christine
      Liebe Angie, auch ich schicke dir einen ganz lieben, warmen Gruß und eine Umarmung , ich hoffe es geht dir den Umständen entsprechend gut und du hast nicht zu viel an Streitereien beim Bearbeiten des Nachlasses deiner Mutter..

      das Telefon-Erlebnis hatte ich auch, ich war auch sehr traurig denn meine Mutter hatte mir noch auf die Mailbox gesprochen und das war eigentlich ihr Abschied, aber leider wird das gelöscht. Ja, du hast das so schön gesagt, besser kann man es gar nicht sagen "wir brauchen das nicht mehr, wir können jetzt so sprechen" - danke, du hast aus deiner schweren Stunde heraus jetzt auch mich sehr getröstet - danke für diesen Gedanken!

      Achte gut auf dich - und vielleicht magst du erzählen wie die Beerdigung war? Die Grabrede, das Erinnern?

      liebe Grüße, Malena

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      Liebe Malena, naja das mit der Rede lief nicht so wie geplant. Mein Bruder hat eine Rede geschrieben mit Erinnerungen, die ich nicht teilen kann, wie gesagt, ich hatte einfach zu wenig Bindung zu meiner Mutter, weiss zu wenig über sie und die Geschichten,die da von meinem Bruder kamen, die kenne ich nicht.

      Meine Schwester hat dann ein paar Einwände gegen die Rede gehabt, die hat behauptet, dass Mutter nie babygesittet hätte (kann dazu nichts sagen, habe ja 25 Jahre in Tirol gelebt, aber wenn ich auf REHA war, haben meine Eltern sehr wohl Bianca betreut), sie bestand darauf, die Rede zu ändern.Dafür dass sie Mutters Lieblingstochter war, verhält sie sich sehr seltsam. Jammerte meinem Bruder vor, die Eltern hätten ihr finanziell zuwenig geholfen (ich weiss da anderes).
      Ich habe mich da rausgehalten, will meine Nerven nicht zu sehr strapzieren. Auch die von mir vorgeschlagene Vorfinanzierung des Begräbnissses (jeder soll eine Teil auf ein Sparbuch zahlen) wurde nicht gerade erfreut von ihr angenommen. Dabei hat die einen Superjob und verdient gut und ich bin nur Mindestrentnerin.

      Zum Begräbnis am Dienstag kommen Leute, die ich kaum kenne, werde mich vermutlich nicht lange dort aufhalten.
      Werde mich sehr beherrschen müssen, bin sicher, dass da wieder ein paar unschöne Worte fallen werden.

      Bin froh, wenn das vorbei ist. Das Ausräumen der Wohnung müssen wir auch noch regeln, werde das sicher nicht, wie bei meinem verstorbenen Bruder fast ganz alleine machen. Wegen der Erbschaft haben wir schon einen Notar, der schon den Nachlass meine Vaters geregelt hat, der ist sehr korrekt.

      Habe so wenig schöne Kindheitserinnerungen an meine Mutter, denke dauernd darüber nach, finde es traurig, wenn man nicht alles klären oder aussprechen konnte-ungelöste Fragen.....

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      Liebe Angie,
      es ist mutig, dass du dich aus manchem heraushältst, das dich zu sehr belastet.

      Zu deiner Schwester - kann es sein, dass sie tief verletzt ist und jetzt das Negative sucht?

      Und zu dir, wie wäre es, wenn du deine schönen (wenn auch wenigen) Erinnerungen an deine Mutter aufschreibst? Es darf gerne hier sein oder auch in ein Heft oder Büchlein. Vielleicht werden es durch das Aufschreiben mehr schöne Erinnerungen, als durch das Denken.
      Die Grabrede, was würdest du erzählen, wenn ihr es wirklich aufgeteilt hättet? Vielleicht kannst du das deiner Mutter in einer ruhigen Minute erzählen oder mit deiner Tochter austauschen?
      Wie ist das Verhältnis von Bianca zu ihrer Oma? Wenn sie doch zu Reha-Zeiten bei ihr war - vielleicht kann auch sie dir was erzählen.
      Die fremden Personen bei der Beerdigung - ich wünsche dir, dass sich sich ein schönes Gespräch über deine Mutter ergibt. Vielleicht entdeckst du Seiten an ihr, die du noch nicht gesehen hast?

      Ich wünsche dir für morgen ganz viel Kraft, Geduld und den Mut wieder darauf zu achten, was für dich gerade wohltuend ist.
      Alles Liebe Astrid.

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      Liebe Angie,

      so einfühlsam und mit so viel an Wärme wie du bei Mark deine Worte findest da kam es mir in den Sinn "ich kann verstehen warum "der Deinige" sich in dich verlieben musste...verliebt hat...gar nicht anders konnte"....wie schön dass ihr euch gefunden habt. Er steht dir sicherlich morgen bei, jenseits von Raum und Zeit in eurer Liebe ist er ja bei dir - darf ich das so sagen? Wenn es nicht leicht wird, sei leichten Herzens, lass dich nicht beirren...gehe gedanklich über die Wolken...ja, es kann eine Tour de force sein ...und dass jeder in seiner Trauer irgendwo isoliert und reizbar ist, macht es auch nicht einfach. Ich wünsche dir von ganzem Herzen morgen ein gutes Gefühl der Verbundenheit mit deiner Mama, ein Gespräch ohne Telefon, voller Liebe, Zuwendung, so dass auch all das Ungesagte Raum findet und du ein wenig Frieden finden kannst...wie lieb du sie gehabt hast, das merkt man ja an deinen Zeilen, und das hat sie bestimmt gewusst...du weisst es doch auch von deiner Tochter - auch wenn eure Beziehung viel inniger ist - eines ist doch glaube ich immer so - dass eine Mutter die ihr Kind liebt viel mehr weiß und spürt, und auch ihr Kind "lesen kann". Bestimmt war das bei deiner Mama nicht anders...und sonst, lass dir Zeit...viel Kraft Dir, eine Umarmung so du magst,
      mit herzlichen Grüßen
      Malena

      PS es heißt ja, und ich sehe das so bzw. liebe diesen Gedanken sehr dass die Beziehung zu einem lieben Verstorbenen nicht endet, sie verändert sich nur, wird aber weiter geführt. Kann nicht so euer Dialog über all die Erlebnisse, die du nun vor Augen und im Herzen hast, weiter gehen?

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