Weiß nicht mehr weiter

  • Hallo, hab mich hier aus Verzweiflung angemeldet.
    Weiß nimmer weiter. Mein Papi ist am 1. März diesen Jahres verstorben(74) an Blutvergiftung, wo die Ärzte nicht erkannt haben.
    Meine Familie behandelt mich wie eine Aussätzige - so nach dem Motto, ich bin schuld an dem Tod.
    Ich brauch hier ein paar sehr einfühlsame Helferinnen, die mit dem Thema umgehen können u nd für mich da sein können.
    Hoffe, es melden sich ein paar Leute, wäre super.
    Danke
    Delfinchen

  • Liebes Delfinchen!


    Zuerst einmal meine herzliche Anteilnahme zum Ableben deines Papis!


    Deine Familie behandelt dich wie eine Aussätzige? Das finde ich sehr traurig. Man sollte doch in dieser schweren Zeit besonders füreinander da sein. Warum geben sie D I R die schuld? Willst darüber schreiben?


    Hier kannst du dich gut aufgehoben fühlen. Wir alle haben einen lieben Menschen schon verloren und können dich verstehen, wie sehr es schmerzt. Schreib dir deinen Kummer von der Seele.


    Alles Liebe :30:


    Linda

  • Ich bin Unfallopfer seit 31 Jahren. Da haben meine Eltern viel gekämpft. Mein Papi war auch noch an meinen Akten gesessen und hat dran gearbeitet bis er total schlimme Rückenschmerzen bekam.
    Dann musste er ins Krankenhaus.
    das wäre alles nicht passiert, hätte ich nicht in der Kindheit die Unfälle gehabt. Mutti ist böse auf mich, weil sie nie ein Eheleben hatte,
    weil ich immer zwischen meinen Eltern stand, weil Papi immer an meinen Akten saß.
    Nun ist er tot und ich lebe noch.
    Mutti sagte vor 4 Wochen: "Papi ist tot, Du wolltest doch sterben, wenn Papi tot ist, warum lebst du noch".
    Ich weiß nimmer weiter...........
    Delfinchen
    Hab Angst, dass dies hier jeder lesen kann,
    brauche geschützten Rahmen,
    darf nicht reden über meine familie
    bitte kann mir wer helfen und geshcützten Rahmen bieten?

  • Liebes Delfinchen!


    Ach, das sind harte Worte. Die tun weh. Aber bitte lass dich nicht dafür verantwortlich machen, dass sie nie ein Eheleben hatte. Das war eine Angelegenheit zwischen deinem Papi und deiner Mutter. Es gab wohl so einige Probleme in deiner Familie und die Dinge sind oft wahnsinnig kompliziert. Ich weiß nun gar nicht Recht, was ich dir Tröstendes schreiben kann.
    Hast du schon Mal mit einem Therapeuten gesprochen? Da wärest du halt 100 % geschützt und könntest dich total sicher fühlen. Vor allem sind diese Therapeuten spezialisiert und können dir wirkliche Hilfen anbieten. Denn liebes Delfinchen, du klingst total verzweifelt und ich weiß nicht, ob es genügt, wenn wir dir zuhören. Natürlich sind wir gerne da, aber vielleicht würde es nicht schaden, zusätzlich Hilfe zu suchen. Es gibt wohl ganz viele unverarbeitete Angelegenheiten, die dein Herz so arg bedrücken.


    Sei ganz besonders lieb gegrüßt :30:


    Linda

  • Liebe Linda,
    danke für deine ehrliche Antwort. Genau aus diesem Grund bin ich alleine. Weil die meisten mit mir überfordert sind - leider eben auch Therapeuten, da meine Problem zu komplex sind und zu verwurzelt und zu abhängig, etc.
    Okay, dann gehe ich wieder von hier, war ja nur ein versuch.


    LG
    Delfinchen

  • Liebes Delfinchen,
    in der Leiste ganz oben am Bildschirm kannst du private Nachrichten an Forumsmitglieder schicken, die kannst dann nur du und dein Adressat des Vertrauens lesen. Natürlich bist du herzlich hier willkommen, wir hören dir gerne zu und vielleicht haben wir manchmal sogar eine gute Idee, wie du deine Situation verbessern können.
    Alles Liebe
    Christine

  • Liebes Delfinchen,


    auch von mir meine herzliche Anteilnahme zum Tod deines Papa.
    Und ein liebes Willkommen hier im Forum.


    Ich glaube, du hast Linda ein bissel falsch verstanden. Sie wollte dich sicher nicht "loswerden" Wir sind hier immer für alle da, hören gerne zu, versuchen, aus unseren eigenen Erfahrungen heraus "Tipps" zu geben. Du kannst dir hier alles was du willst, von der Seele schreiben.
    Aber wir Forumsmitglieder sind alle nur "Laien" - nicht ausgebildet. Und das ist manchmal zu wenig. Manchmal ist es nötig, sich auch von jemand professionellem beraten zu lassen. Und ich meine - einem wirklich guten Therapeuten ist kein Problem zu komplex. Aber ich weiß auch, daß es nicht so leicht ist, einen wirklich guten zu finden.


    Daß deine Familie dir die Schuld am Tod deines Vaters gibt ist traurig. Laß dir das nicht einreden!
    Was kannst du für eine nicht erkannte Blutvergiftung? Eben - gar nix!


    Bleib ein bissel bei uns, tausch dich mit uns aus - du wirst sehen, das miteinander schreiben kann manchmal ganz hilfreich sein.


    Ich schicke dir ein großes Kraftpackerl, und wenn du magst eine liebe Umarmung
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Liebes Delfinchen!


    Ja, Jutta hat absolut Recht, ich wolle dich keinesfalls "loswerden", an den nächsten Therapeuten weitereichen. Nein, nein. Aber momentan hatte ich ein wenig "Panik", auf die Worte deiner Mutter hin und auf dein "ich weiß nimmer weiter". Ich kann dich sicher verstehen und gerne zuhören, aber ich dachte mir, ich kann dir vielleicht nicht die Hilfe geben, die du erwartest??


    Schuld zuweisen, das ist immer schnell getan. Lass dir die Schuld am Todes deines Papis nicht anhängen. Man hat mit der eigenen Trauer, mit dem großen Verlust, mit dem Schmerz selber genug zu tun, da kann man solche Schuldzuweisungen nicht gebrauchen. Du "weißt" im Grunde deines Herzens natürlich, dass D U n i c h t schuld hast, aber trotzdem tun solche Anschuldigungen einfach weh, nicht wahr?


    Liebes Delfinchen, es täte mir leid, wenn ich dich nun wirklich verscheucht habe.


    Liebe Grüße


    Linda

  • danke für Eure Rückmeldungen.
    Ich bleibe - ich weiß nur nicht recht, wie hier reden. Ich kenne ja noch kaum Leute.............
    Ich möchte gerne wissen, wo mein Papi jetzt ist.
    ich möchte gerne wissen, ob es meinem Papi gut geht.
    Ich möchte gerne wissen, wie lange das Trauern weh tut.
    Ich möchte gerne wissen, ob Papi mich noch sieht und hört und ob er böse ist,
    wenn ich meine Gedanken äußere.................


    es gibt da nämlich noch eine tiefere Familiengeschichte, schlimm........., werd ich hier aber nicht äußern................


    Liebe Linda,
    ich suche nur gewöhnliche Leute, keien Therapeuten. Ich bin nur sehr eingeschüchtert und darum braucht man schon bei mir Fingerspitzengefühl,
    geb ich zu.
    Aber vielleicht gibt es hier ja ein paar Leute?
    Vielleicht kann ich ja auch pn schreiben????


    LG
    Delfinchen

  • Hallo Delfinchen,
    wo dein Papa jetzt ist, das kann dir keiner beantworten, das sind die Fragen, bei denen wir - auch wenns schwer ist - eben damit Leben lernen müssen, dass es keine genaue Antwort gibt.
    Wichtiger erscheint mir die Frage: Wo ist er denn für dich? Spürst du ihn um dich, in dir?


    Trauern tun Menschen unterschiedlich lange. Die Trauer ist einerseits, der "Preis", den wir bezahlen, wenn wir jemanden lieben durften, andererseits ist sie ein Bewältigungsprozess: Auch wenn es schmerzt: Es führt kein Weg an der Trauer vorbei, man muss durch sie hindurch, um am Ende gesund daraus hervorzugehen. Klingt jetzt etwas abgehoben, aber wir im Forum kennen das Phänomen alle. Der Schmerz zeigt, dass du an der Bewältigung arbeitest und du kommst immer ein kleines Stück weiter. Auch wenn es dir nicht so erscheint, irgendwann wirst zurückschauen können auf deinen bisherigen Weg durch die Trauer und feststellen, jetzt bin ich doch ein großes Stück weitergekommen. Meiner Erfahrung nach dauert die sehr schmerzhafte Zeit ca. 2 Jahre. Im ersten Jahr ist der Schmerz sehr frisch und man muss den gesamten Jahrekreis das 1. Mal ohne den geliebten Menschen bewältigen und sich für denAlltag, besonders aber auch für alle Jahreszeiten, Jahrtage, Feiertage neue Strategien zurechtlegen. Im 2. Jahr ist man schon geübter, aber es tut bei den meisten noch sehr weh. Allmählich im Laufe des 2. und 3. Jahres lernt man, dem Schmerz, der Trauer, dem Verlust im Leben einen Platz zu geben und dennoch wieder Lebensfreude zu bekommen.


    Darf ich dich fragen, was bei dem Unfall damals passiert bist und ob du dadurch mit Einschränkungen zu kämpfen hast?


    Alles Liebe
    Christine

  • Liebes Delfinchen!


    Christine hat es mal wieder treffend erklärt. Keiner weiß das, wo unsere Verstorbenen sind und dass es vor allem wichtig ist, wo sie für uns sind.


    Wobei ich noch dazufügen möchte: Ich als Christin hoffe natürlich auf ein Wiedersehen "irgendwo". Es macht mir den Gedanken leichter und tröstet mich. Ich schicke auch oft liebe Gedanken zu ihnen. Und natürlich hoffen wir alle, dass es ihnen gut geht.
    Wie lange das Trauern weh tut? Ich denke, auch das hat Christine gut erklärt. Und auch bei mir ist es in etwa in diesem beschriebenen Zeitraum gewesen. Natürlich kann es bei jedem etwas anders sein. Ich denke, es kommt auch darauf an, wie intensiv man die Trauer"arbeit" betreibt, od. ob man sie immer nur beiseite schiebt. Ich denke, es ist auch ein ziemlicher Kraftaufwand, wieder zurückzufinden, so wie schon Christine erwähnt, dem Schmerz, der Trauer und dem Verlust im Leben Platz zu geben und dennoch wieder Lebensfreude zu bekommen.
    Du hast gefragt, ob dein Papi böse ist, wenn du deine Gedanken äußerst. Hm. Ich denke Mal, wenn sie wirklich "da oben" sein sollten, was uns die Erzählungen von Jesus ja versprechen, so glaube ich, dass es das Gefühl von böse sein, nicht gibt. Man "darf" seine Gefühle und Gedanken doch äußern, ich würde "platzen", wenn ich nicht könnte od. aus Rücksichtsnahme nicht dürfte. Wobei ich auch nie jemanden schlecht machen möchte, aber über Gefühle und Erlebnisse zu sprechen od. schreiben ist wirklich erlaubt.


    Willst erzählen, wie es zu der Blutvergiftung gekommen ist?


    Hast du noch Erinnerungsstücke von deinem Papi?


    Sei herzlich gegrüßt :30:


    Linda

  • ich kann es nicht sagen, wie es zur Blutvergiftung kam. Ich weiß nur, dass er es durch eine Infusion oder Spritze bekam....
    Ja klar, ich habe noch alle Erinnerungen an Papi. Nie wird das vergehen. NIEMALS. Ich glaub halt nur, dass es Papi war, der die Familie zusammengehalten hat.
    Denn jetzt ist sie endgültig kaputt. Mich meiden alle.
    Also, dass Mutti damit mehr Probleme hat, versteh ich ja, aber alle anderen.
    Aber ich muss eben irgendwo das alles mal woanders schreiben.
    Ich hoffe, dass Du Linda und Du Christine mit den pn's einverstanden seid.


    Und ihr alle anderen: es kommt soviel hoch bei mir, ich kenne euch ja alle nicht, auch wenn ich mir eine Familie wünsche, ich habe Angst, zu reden - öffentlich.
    Und gleichzeitig wünsche ich mir dringend Kontakt.


    Kann aber nur über Arbeitsplatz schreiben - also auch nicht immer.


    Ich brauche aber irgendwie Unterstützung, wenigstens so etwas.


    BITTE.........


    LG
    Delfinchen

  • Liebes Delfinchen,


    anfangs möchte ich Dir alles Liebe und recht viel Kraft senden. Habe vor ein paar Monaten meine über alles geliebte Mutti verloren, bin nun ganz allein und oft verzweifelt und sehr traurig.
    In diesem Forum habe ich liebe Menschen gefunden, die alle unser Schicksal teilen und wir versuchen, uns gegenseitig ein wenig zu helfen ! :005:


    Wenn Du aber - was ich sehr gut verstehen kann - im Forum nicht alles Private ausbreiten möchtest, sende eine private Nachricht an das jeweilige Mitglied des Forums, diesen Text erhält dann nur derjenige, dem Du ihn schickst.


    Viel Kraft und Liebe für Dich, :30:


    Reinhold


    (p.s. hab eben gelesen, dass Du schon private N. versendest. das ist gut, vielleicht hilft es Dir ein wenig in Deiner so schwierigen Situation !!)

  • danke Reinhold.
    Ja, ich habe mit 2 Leuten ein wenig Kontakt mit pn, soweit es mir und den beiden anderen möglich ist.
    Ich wollt nur, ich wäre gestorben, statt mein Papi......., das wäre viel besser gewesen..................


    LG
    Delfinchen

  • Liebes Delfinchen,


    eigenartig, dieser Gedanke - den Du da schilderst -ist mir anfangs auch immer durch den Kopf gegangen. Bin jetzt (sind ja erst ein paar Monate) oft recht verzweifelt :wacko: und einsam...


    Mein Papi starb ja schon vor Jahren (ich war damals erst 15)---seit damals waren meine Mutti und ich unzertrennlich und haben eisern zusammengehalten. Nun bin ich ganz allein in der Wohnung.


    Aber jedes Schicksal ist komplett anders, ich weiß--ich kann auch nicht damit umgehen...-aber mein Mitgefühl ist Dir sicher. Mitfühlen---mithelfen---unterstützen.. :24: .ich glaub`, dazu gibt es dieses Forum überhaupt.


    Alles, alles Liebe :30: :30:


    Reinhold