Meine Trauerzeit nach dem Tod meiner Mutter

  • Liebe Elster 🌷, ja, ich brauche auch keine Beweise und Rationalität ist bei Jenseitserfahrungen für mich nicht wichtig.

    Mich interessieren und berühren Berichte wie die von dir und ich schwinge mit und vergleiche sie mit meinen Erfahrungen und mit Gelesenem.

    Für mich sind diese Nachtodkontakte, Nahtodkontakte, Träume, die in himmlische Sphären führen und Nähe zu meinen verstorbenen Liebsten geliebte Realität. Danke an dich, dass du mir hier geantwortet hast! :24:<3

  • :/ Liebe Mutti & lieber Pape, jetzt bin ich endlich wieder auf euren Gedenkseiten zum Kerzleinanzünden durchgekommen und habe mir wie immer danach eine neue aktuelle Gedenkseite angeschaut; das ist jetzt schon die dritte Jahreszahl ohne dich, Pape, und die vierte ohne dich, Mutti - aber mein Herz 💓 fühlt anders.😥


    Die neueste Gedenkseite von April 2026 ist in liebevoller Gestaltung von einem „Brüderchen“ eröffnet worden für sein 1962 geborenes „Schwesterchen“, also unsere Boomergeneration und eine „Brüderchenschwester“ bin ich ja genauso, das berührte mich also.


    Aber ich bin immer platt, was für manche Leute noch mit Geschwisterliebe vereinbar ist. 👀


    Aus den Bruderworten ging nämlich hervor, dass seine Schwester wohl unerwartet nach 3 OPs eine schlimme Diagnose bekam und danach weitere lebensrettende Behandlungen ablehnte und dann relativ zeitnah verstarb. Alles sehr plötzlich.


    Der Bruder fand, dass sie sich zuwenig hat ärztlich helfen lassen, sonst könne sie noch leben. Hm. . . ihre Sicht nennt er nicht. Gleichzeitig sah er sich selber aber auch nicht in der Lage, hilfreich seiner Schwester zur Seite zu stehen, er wolle sie so krank und sterbend jetzt nicht sehen, sondern sie so gesund und frisch wie früher in Erinnerung halten! <X Wie bitte?

    Und die liebe Schwester hinterließ ihm dazu noch liebevollste verständnisvolle Worte, die er auch abdruckte! X/

    Ich kenne solche schräge Argumentation ja von der Beerdigung von dir Mutti, bei der sie alle fehlten, meine 3 Geschwister, und lieber sich gegenseitig trösteten und Essen gingen. <X
    Aber das auch noch der Sterbenden verständnisheischend mit Bruderliebe vereinbar zuzumuten, das schlägt dem Fass doch den Boden aus! :4:

    Voller Angst sich nicht mehr ins Krankenhaus ans Sterbebett zu trauen, das kennt man ja selber, aber erstens soll man das dann auch vor sich selber ehrlich beim Namen nennen, ist menschlich, und zweitens nicht noch die verlassene Sterbende um Zustimmung fragen. Wie herzlos ist sowas denn?


    Im Studentenalter damals ist ein enger Freund verstorben und ich war auch zu feige, ihn noch zu besuchen. Aber im Senioren-Alter mit Lebenserfahrung?

    Hoffentlich hatte das „Schwesterlein“ andere nahe Angehörige an ihrer Seite. War nicht ganz alleine. Nahestehende, dieü auch ihre Sterbeentscheidung es wert fanden, empathisch nachzuvollziehen statt nur ICH ICH ICH.

    Ja, ihr habt ja recht, was kümmert es mich noch? :5: Ruhe in Frieden, liebes unbekanntes „Schwesterlein“ eines „Brüderleins“ wie ich auch eins bin. <3

  • Dann sehe ich auch zunehmend manche Bestattungsunternehmen, selber Gedenkseiten online für hochaltrige Verstorbene öffnen.

    Da fehlen dann oft Wohn- und Geburtsortangaben und sogar Geburtsdaten.


    Oft ist aber eine detaillierte familiäre Todesanzeige abgedruckt, also hätte man doch nur die fehlenden Daten ablesen brauchen.


    Wenn es vereinsamte Verstorbene ohne Angehörige sind, ist solch eine Onlineseite ja lieb, falls sie doch nochmal von alten entfremdeten Bekannten, Freunden, Verwandten gesucht und somit gefunden werden.
    Aber mit Angehörigen und dann lückenhaft ausgefüllt? Werbezweck?

  • Das "gesund und jung in Erinnerung behalten wollen" find ich so daneben. Vor allem bei engsten Verwandten, dann hätte er sich am besten gleich mit Ende zwanzig von ihr verabschieden sollen. Als meine Mutter starb kam ich eine halbe Stunde zu spät ins Krankenhaus. Ich hab' mir ganz lange Zeit Vorwürfe gemacht, aber es war zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht abzusehen dass sie so schnell gehen würde.

  • Ihr Lieben,

    Ich bin einmal so, hm, dreist, eine etwas andere Sichtweise anzubieten. Ich hoffe, das ist okay und ich hoffe, es ist klar, dass ich niemandem dazu seine / ihre Sichtweise nehmen oder auch gar nur in Frage stellen oder kritisieren will.
    Weit davon entfernt.
    Denn eigentlich geht es sogar genau darum:

    Grad hier wird so unglaublich oft - und unglaublich wahr - gesagt, dass Trauer und somit auch der Umgang mit dem Tod und dem Sterben - höchst individuell sind.
    Manches erscheint dem einen oder der anderen von uns, manchmal vielleicht auch den meisten, vielen oder gar allen unverständlich, aber das lässt eigentlich kein Urteil zu.

    Wie oft ist es doch so, dass der sterbende Mensch sogar derjenige ist, der nicht möchte, dass bestimmte Personen aus seinem Umfeld und oft sogar alle, ihn / sie "so" sehen. Wie oft wird gesagt: Nein, bitte behalte mich so in Erinnerung, wie ich einst war.
    Und nein, das ist keine Hollywood Erfindung.
    Wissen wir, wo in diesem Fall Huhn oder Ei sind? Ob die Schwester das nicht vielleicht schon mal vorab, vielleicht noch in der Blüte der Jahre und der Gesundheit so als Thema mit ihrem Bruder besprochen hat? Und wenn nicht, wieso können Außenstehende beurteilen, ob der Bruder eine Art Absolution wollte und ob die Schwester diese nicht aus tiefstem Herzen ehrlich erteilt hat.?
    Vielleicht hätte er, wenn die Schwester signalisiert hätte, dass sie eben kein Verständnis dafür hat und ihn braucht, ohne zu zögern ihren Wunsch respektiert?
    Und ist es so verwerflich, dass er damit hadert, dass sie keine weiteren Maßnahmen wünscht? Würde es nicht jedem trauernden Menschen so gehen, egal wie viel Verständnis man für den Sterbenden hat?
    Ich sage bewusst "damit hadern" und nicht "es ablehnen" oder gar "verurteilen". "Damit hadern" heißt doch genau das, was man hier so oft liest. Dieses nagende "Warum?" und / oder das nicht minder nagende "musste es so kommen?" das so viele so gut kennen - sind diese Fragen nicht vermutlich genau das, was der Bruder zum Ausdruck bringt?

    Ich gebe zu, ich wäre auch nicht so. Ich würde den Menschen so in Erinnerung behalten, wie er war. Egal, wie er am Ende aussah. Meinen Papi habe ich schon zu Lebzeiten im sehr fortgeschrittenen Alter immer noch mit den Augen des kleinen Mädchens gesehen. Also IHN, nicht sein Erscheinungsbild.
    Für mich wäre ein körperlicher Verfall kein Argument.
    Aber ich würde mir nie anmaßen über Menschen zu urteilen, für die das so ist. Denn es fehlen die Hintergründe.



  • (Hatte das erst alles zusammen in einem Beitrag, aber ich denke, ich trenne die Antworten, da du, liebe Mayatochter, sie ja auch thematisch getrennt hast.)

    Was die durch Bestattungsunternehmen erstellten Onlinegedenkseiten angeht ... das dürfte schlicht und ergreifend dem Datenschutz geschuldet sein.

    Wenn ein Unternehmen keine Erlaubnis oder Vollmacht hat, solche Daten zu veröffentlichen, dann dürfen sie das einfach nicht. Und damit hat eine ebenfalls abgedruckte Anzeige gar nichts zu tun.

    Denn eine solche Anzeige ist von jemandem in Auftrag gegeben worden, in dem Wissen, dass diese öffentlich sichtbar sein wird. Sei es online, oder in klassischen Print-Medien oder beides. Sprich die Infos sind für jeden erhältlich, der diese Anzeige sieht.

    Aber das bedeutet nicht, dass man sie auch selber als Text-Info online in eine Seite eingeben darf, wenn das nicht explizit erlaubt worden ist.

    Ich sehe das also eher als kleines, ganz bewusstes Schlupfloch, wenn diese Anzeigen mit abgedruckt werden, denn dadurch sehen diejenigen, die die Seite besuchen, eben doch alle persönlichen Infos.

    Und wenn man das richtig anstellt, z.B. mit einem korrekten Benennen der Bild-Datei, wird die Onlineseite über den Umweg über die Anzeige in Bildform genauso gefunden, als würde diese Daten direkt in dem Text der Online-Seite stehen. Ja, natürlich, meist nur über Suchmaschinen und nicht über das Durchforsten des Onlineseitenportals, aber jemand entferntes, der nach jemandem sucht, würde das eh über eine Suchmaschine machen und nicht direkt über ein Portal, denn woher sollte man bei der Masse an Onlineportalen für Trauerseiten wissen, auf welcher man gezielt suchen sollte.

    Also nein. Kein Werbezweck. Sondern rechtlichen Vorschriften geschuldet. Und ja, es kann durchaus sein, dass die Angehörigen gefragt wurden, was an Infos und Daten auf die Onlineseite kommen darf.

    Hinter diesem Busch steckt also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Bandit.

  • Lieber Dieter, Trommlerin , ja, sowas geht einem noch immer nach, überhaupt nicht mit dem Sterben der Liebsten gerechnet zu haben, sie dabei begleiten zu wollen und dann starb die Mutter, als niemand damit rechnete und wir kamen zu spät, das war bei meiner Mutter auch so und manche Sterbende wählen sogar extra die Zeit, wenn niemand da ist, um zu gehen.

    Genauso wie ich ganz alleine ohne Geschwister zur Beerdigung meiner Mutter ging, weil die alle nicht wollten, genauso wie sie danach meinen Vater seltener besuchten als ich, die 700 km entfernt wohnte und sie am selben Ort oder jedenfalls nahe.


    Darum fällt es mir persönlich schwer, liebe Sonnenente , deine andere Sichtweise einzunehmen. Stimmt, es kann auch immer ganz anders sein.
    Bei uns war es das aber nicht und darum (ver-)urteile ich aus eigener schmerzlicher Erfahrung und Erinnerung, die mir heute aufstieg, hier in meinem eigenen Wohnzimmer dann durchaus schon, während ich da in anderen Wohnzimmern vorsichtiger mit wäre oder es gar nicht täte, das stimmt. :24:

  • Liebe Mayatocher,


    Es tut mir unendlich leid, dass du diese Erfahrung am eigenen Leib machen musstest. Dass du es selbst erleben musstest, wie deine Eltern - und du - von deinen Geschwistern allein gelassen wurden und das, so wie sich das anhört, rein und ausschließlich aus deren eigenem höchst persönlichem Befinden heraus, ohne empathisch auf deinen (euren!!, denn das macht es so unverständlich) Vater oder dich zu achten.

    Ja, ich kann das sehr gut verstehen, dass dir aus deinem eigenen Erlebtem heraus es dann sehr nahe geht, einen ähnlichen Fall zu lesen, grad wenn du dich als "Bruderschwester" sogar verbunden gefühlt hast, oder fühlst. :24: