Jahre des Glücks gingen zu Ende

  • Hallo, bin zum ersten mal in einem Forum. Ich halte es einfach nicht mehr aus. Kann vor Tränen kaum noch etwas lesen.


    Ich habe am 3.11.08 meinem Ehemann beim sterben zusehen müssen (Lungenkrebs). Zwei Wochen danach fast auf die Stunde genau verstarb dann auch noch meine Schwester (Brustkrebs). Die Beerdigungen sind vorbei, Weihnachten ist geschafft und ich sitze hier allein und möchte das alles nicht mehr.


    Alle sagen, ich könne froh sein eine so schöne Zeit gehabt zu haben, manche finden nie ihr Glück. Was für ein Trost soll das denn sein? Es ist alles vorbei und wird nie mehr wie es war. Das ist die Wirklichkeit.

  • Liebe Tati!


    Zuerst einmal sei willkommen in diesem Forum !


    Es tut mir sehr leid Dass Du in so kurzer Zeit so schwere Schicksalsschläge hinnehmen musstest.Mein aufrichtiges Beileid!


    Schreib hier immer wenn Du möchtest auch kannst Du hier alles erzählen,was Dich bedrückt.Ich kann Dich verstehen,dass es Dir sehr schlecht geht,es ist ja alles noch so frisch und unverständlich.Man weiss doch selbst kaum,wie einem geschieht und schon sind die ersten Gescheitredner zur Stelle,kommentare die keiner braucht wachsen wie Schwammerln aus dem Boden.


    Ich habe meinen Sohn im Februar dieses Jahres mit 24,5 Jahren verloren.Bei mir ist es heute noch als wäre es gestern gewesen.Du bist jetzt erst am Anfang Deines Schmerzes und musst Dir so einen Quatsch anhören.Kenne ich alles. Nur die Leute wollen einem trösten und viele wollen es gar nicht sagen dabei die falschen Sachen.


    Viele wollen trösten aber manchmal kommt es bei uns gar nicht an,weil man sich nicht verstanden fühlt in seinem Schmerz,hier bist Du willkommen weil wir verschen uns gegenseitig zu helfen so gut jeder kann. Tut mir leid,nein es wird nicht mehr wie es war,aber es wird anders witergehen. Ich drücke Dich vorsichtig,liebe Grüsse Chrisu

  • Hallo liebe Tati!


    Möchte dir meine herzliche Anteilnahme aussprechen!!


    Lass dich Mal fest drücken!! Hast ja Einiges zu tragen zur Zeit. Schön, dass du ins Forum gefunden hast. Wirst sehen, hier ist immer jemand da, der dich versteht.


    Willst du uns ein bißchen von deinem Mann erzählen und von deiner Schwester? Schreib, wann immer dir danach ist.


    Ganz, ganz liebe Grüße


    Linda

  • Liebe Tati,


    auch von mir ein Willkommen in unserem Forum und schön, dass Du zu uns gefunden hast. Es ist am Anfang nicht leicht zu schreiben, aber Du wirst sehen - nach jedem Posting fällt es etwas leichter. Mit der Frage "Was tröstet" oder "Was ist Trost" stichst Du genau in die Mitte des Problems - Was Du von anderen hörst, kann tatsächlich Trost sein, aber erstmal ist es wie Du es beschreibst: der Tod IST und das "nicht mehr hier sein" der lieben Menschen IST - Was soll in diesem Moment trösten? Diejenigen, die ähnliche Erfahrungen machen, können zusammenstehen, sich gegenseitig zuhören und dasein. Ohne Rezepte zu geben und ohne zu sagen, so und so trauerst Du richtig - so könnte vielleicht Trost aussehen...


    Liebe Grüße,
    Markus

  • Liebe Tati


    Auch von mir ein stilles Willkommen hier im Forum.
    Mein tiefstes Mitgefühl zum Tod deines Mannes und deiner Schwester.


    Liebe Tati.... in so kurzer Zeit zwei Menschen zu verlieren die dir so nahe stehen.... Tati, ich denke du bist irgendwo in einem Schockzustand gefangen. Kannst du es schon irgendwie realisieren? Du hast so schön in dem Beitrag von Kinderfee geschrieben das sie die Zeit nützen soll.
    Es ist immer zu früh, was?
    Auch wenn man von den Ärzten gesagt bekommt das man damit "rechnen" muss.... es ist immer zu früh?!


    Wenn es für dich geht, möchtest du ein bisschen von deinem Hartmut erzählen?
    Wie habt ihr euch kennengelernt.... wann habt ihr die schreckliche Diagnose bekommen?


    Markus hat ganz recht, Worte des Trostes gibt es nicht.... und auch kein Rezept für Trauerarbeit....
    Tati, fühl dich einfach hier ein bisschen zuhause
    ganz liebe Grüße
    deine Chris

  • Liebe Tati,


    herzlich Willkommen.


    Es tut mir sehr leid, d du zwei so große Verluste ertragen musst. Ja, es ist kaum auszuhalten und doch dreht sich die Welt einfach weiter.


    Irgendwann drehen wir uns wieder mit. Anders, als neue Menschen gehen wir irgendwann wieder mit.


    Am Anfang sehr vorsichtig, auf sehr dünnem Eis, verletzt, irgendwann wieder kraftvoller, gestärkt, wissender, reifer.


    Genauso verschiebt sich auch der Trost, Worte die am Anfang nur verletzten, finden irgendwann unser Herz.


    Ich wünsche dir Menschen an deine Seite, die zuhören können, die schweigen können und dich einfach nur in ihrem Armen halten.


    Liebe Grüße


    Karina

  • Liebe Tati!


    Auch von mir ein stilles Willkommen hier im Forum!
    Es tut mir so leid, dass Du zwei geliebte Menschen, Deinen Hartmut und Deine Schwester,
    verloren hast.


    Es ist noch nicht viel Zeit vergangen und wie Chris schreibt, bist Du sicher
    noch nicht richtig fähig, das alles begreifen zu können...
    Wenn Du die Kraft hast, dann beschreib' uns Deine Situation und Deine Gefühle -
    es ist aber auch in Ordnung, wenn Du nach so einer kurzen Zeit das noch nicht
    kannst...


    Hast Du im Moment Menschen, die Dir beistehen?


    Ganz viel Kraft wünscht Dir


    Kate

    Jan *03.08.2002 +13.03.2007
    Ich darf sein der ich bin, und werden der ich sein kann!

  • Hallo Euch allen, habe gerade über eine Stunde geschrieben und plötzlich ist alles weg, weil ich angeblich nicht angemeldet war. Ist wohl mein Problem. Habe leider heute nicht mehr die Kraft alles nochmal zu verfassen. Danke Euch für Eure Hilfe und mache mich später noch einmal bei. Tati

  • Eines Morgens wachst Du nicht mehr auf.
    Die Vögel aber singen, wie sie gestern sangen.
    Nichts ändert diesen neuen Tagesablauf.
    Nur Du bist fortgegangen. Du bist nun frei
    und unsere Tränen wünschen Dir Glück.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Ein Hallo an alle die meine Worte lesen. Ja , ich möchte gern über Hartmut erzählen, aber ich weiss nicht so recht wo ich beginnen soll.


    Ich habe meinen Mann vor 26 Jahren, ich war 17, kennen gelernt. Er fing nach seinem Wehrdienst gerade wieder an zu arbeiten und ich war Lehrling im ersten Ausbildungsjahr. Es war nicht unbedingt Liebe auf den ersten Blick. Mir gefiel eher sein Zimmerkammerad und er sagte zu diesem, mit auswertendem Blick auf die neuen Lehrlinge: "Die nie, die ist ja potthäßlich." 2 Wochen später war ich beim Friseur und siehe da, so häßlich war ich nun doch nicht. Meine Mutter hat mir noch jahrelang erzählt, dass ich in meinem ersten Brief über ihn geschrieben habe: er ist nicht besonders groß, hat rote Haare und grüne Augen und ist eigentlich gar nicht mein Typ, aber süß ist er doch. Es war sein Humor, seine Schlagfertigkeit, sein Interesse an allem, das man über alles reden konnte und irgendwann gab es dann eh keinen "schöneren" Mann mehr für mich.
    Obwohl wir sehr unterschiedlich erzogen waren (ich kam aus der Großstadt, er vom Dorf) und mir von Arbeitskollegen prophezeit wurde, wir wären keine 4 Wochen zusammen, haben wir uns zusammengerauft und in 22 Jahren Ehe zwei Söhne groß gezogen (24+25Jahre alt). Ich habe öfter zu ihm gesagt: " Unsere Ehe wird mit den Jahren nicht schlechter, sondern immer besser."


    Ich habe praktisch mein ganzes Erwachsenenleben mit ihm verbracht. Ich haben nicht nur meinen Mann sondern auch den besten Freund und einzigen wirklich Vertrauten verloren. An manchen Tagen kullern nur die Tränen an anderen kann ich seine Fotos ansehen und ihm zulächeln. Er ist nun 8 Wochen tot und er fehlt mir von Tag zu Tag mehr. Der Versuch mich in Arbeit und sportlichen Aktivitäten zu ersticken hat leider nur zur Folge, dass ich schon ziemlich dürr geworden bin. Wird das jemals anders werden? Ich funktioniere noch, aber das ist auch wirklich alles.


    Seit lieb gegrüßt. Ich weiß, dass ihr alle Euer Päckchen zu tragen habt. Tati

  • Liebe Tati!


    Du hast jetzt Deinen Kennenlerngeschichte so lieb geschrieben,ich konnte mir alles bildlich vorstellen.Du hast wirklich einen grossen Teil von Dir mit Hartmuth verloren.Aber es ist wirklich so glaube ich,dass unsere Lieben in unseren Herzen weiterleben.


    Ich habe oft Zeiten,da ist mir mein verstorbener Sohn näher als jeder Lebende.Obwohl die Anderen auch trauern,man ist mit diesem eigenen Schmerz dann doch alleine in sich gefangen.So kommt es mir jedenfalls vor.


    Darf ich Dich fragen wie Eure Söhne mit dem Verlust des Vaters umgehen ? Sind sie dir eine Stütze?


    Es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich,wann es "Besser" wird,glaube ich,Du bist glaube ich erst in der Realisierungsphase also ganz am Anfang der Trauer,ganz oben steht eine Beschreibung von Christine über die Trauer,wenn Du sie lesen möchtest.


    Bei mir sind es jetzt knapp elf Monate am 8. Jänner ich kann nur sagen,gar nichts wird besser zur Zeit.Ich möchte Dich nicht verunsichern nur meine Gefühle dazu zum ausdruck geben.Als ich im Mai das erste Mal in diesem Forum schrieb,war ich noch immer in der Phase wo ich dachte Christian käme jeden Moment zurück.Erst im August bei der Hochzeit meines Neffen merkte ich,es dürfte endgültig sein.


    Aber es ist eben verschieden,man darf niemanden sagen wie lange und wie er trauern soll.


    Liebe Tati! Dein Hartmuth wird auch jetzt noch im Herzen Dein bester Freund und Vertrauter sein,denn wie man weiss geht die Liebe und Verbundenheit über den Tod hinaus. Sei umarmt auch wenn ich Dir keine grosse Hilfe bin,Alles Liebe Chrisu

  • Hallo Chrisu, wir haben auch einen Sohn der 1983 geboren wurde. Ich könnte mir nicht vorstellen einen von beiden zu verlieren. Aber der Tod geht über jede Vorstellungskraft. Ich habe immer angenommen am meisten Angst um meine Mutter haben zu müssen, da sie natürlicherweise in meiner Vorstellung die erste hätte sein sollen. Sogar um das etwaige Ableben unseres 14 Jahre alten Hundes haben wir uns Gedanken gemacht. Das Leben ist nicht fair. Hartmut 47 und meine Schwester 50 sind tod.


    Die Jungs sind mir eine Stütze. Besonders der Jüngere, der schon seine eigene kleine Familie (Enkelin ist 3 Jahre) hat und dichter bei uns wohnt (ca. 40km). Der Große wohnt 120km weg und ist schon deshalb schlechter erreichbar.
    Ich glaube, dass sie ebenfalls sehr trauern aber leider haben sie in der Beziehung viel von ihrem Vater. Ein Mann kennt keinen Schmerz, zumindest nicht nach aussen.
    Wir haben super nette Nachbarn und Freunde und auch meine Kollegen helfen mir sehr, aber wie du schon sagst, wenn die Tür zufällt ist man doch allein.


    Bis bald Tati

  • Liebe Tati


    Ich möchte mich den Worten von Chrisu anschließen .... du hast so liebevoll über deinen Hartmut erzählt... es ist als hättest du uns gestattet damals in deinem ersten Lehrjahr dabei zu sein!


    Männer trauern anders, das haben wir hier im Forum schon festgestellt. Mehr nach innen, sie können so schwer darüber sprechen.
    Sie weichen lieber aus, können mit den Tränen der Frauen schlecht leben.


    Ich lese gerade deine Zeilen

    Quote

    ... und dichter bei uns wohnt...

    Tati, es ist so schön wie du noch immer das uns und das wir schreibst!
    Du schreibst das du dich in den Sport und in die Arbeit stürzt.... mach einfach das was dir gut tut.
    Und wenn es auch mal nichts ist als nur da zu sitzen und sich zu erinnern.
    Wie hast du das Verabschieden von Hartmut erlebt?
    Ihr habt es ja sehr bewusst gestaltet? ... Aber der Tod kommt dann doch immer viel zu plötzlich und unerwartet...


    Wenn man von seinem Ehepartner sagen kann das er der beste Freund und der einzige Vertraute war, dann hattet ihr eine ganz besondere und einzigartige Beziehung.
    Nicht vielen Menschen ist dieses Glück erlaubt! Aber ich denke es müssen auch immer beide daran arbeiten, oder?


    Tati, was hast du morgen, zum Jahreswechsel vor?
    ganz liebe Grüße
    deine Chris

  • Hallo Tati!
    Zuerst möchte ich dir mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Geliebte Menschen zu verlieren ist eine furchtbare Erfahrung und man wünscht sich, dass es einem selber nie trifft. Auch ich habe den liebsten Menschen verloren den es für mich gab und gibt - meine Mutter. Am 1.10.08 ist sie nach jahrzehntelangem Leiden und Martyrium verstorben und am 14.10. wäre sie 80 Jahre alt geworden. Trauer ist etwas persönliches und niemand kann sagen ich weiß wie du dich fühlst. Für mich war es als würde die Zeit stehen bleiben und ich kann bis heute nicht realisieren, dass meine Mama nie wieder kommt. Ein Patentrezept zur Trauerbewältigung gibt es nicht - Trauer ist etwas Idividuelles. Jeder Mensch ist einzigartig, so wie dein Mann und deine Schwester. Erinnerungen sind das Einzige was uns bleibt und die sind kostbar. Auch wenn es Banal klingt - schaue auf dich und verliere dich nicht, das würde dein Mann und deine Schwester nicht wollen. Wenn du weinen mußt, dann weine - schäme dich nicht. Tränen sind ein Ausdruck der Liebe. Ich hoffe, dass du Menschen um dich hast mit denen du reden kannst und auch weinen. Ich denke an dich.
    Lass dich von mir umarmen und drücken.

    Seid alle umarmt


    Gabriela ;(


    Weinet nicht an meinem Grabe


    gönnt`mir die verdiente Ruh`


    denkt was ich gelitten habe


    eh`ich ging der Heimat zu

  • Ich wünsche Euch allen ein gesundes neues Jahr und das es besser wird als das Alte. Meine Enkeltochter hat zu mir gesagt sie hat Silvester ganz doll "geknallert" bis in den Himmel, damit Opa auch Pary feiern kann.
    Im März 2008 haben wir uns unseren letzten gemeinsamen Traum erfüllt, ein Wohnmobil. Was wollten wir nicht alles unternehmen. Reitturniere bei denen unser Haushalt praktisch mitkommt, wie gemütlich. Urlaub wann und wo wir wollten. Der erste Ausflug war dann auch wirklich sehr schön. Leider konnte Hartmut nicht so richtig schlafen, Rückenprobleme und ein Husten, der nicht so richtig weggehen wollte. Aber eh, davon stirbt man doch nicht. Er war doch sowieso schon seit Juni 2006 mit seiner kaputten Hand krank geschrieben, da kam es auf eine Kleinigkeit mehr nun auch nicht an, dachten wir. Im April war dann die Nachfeier zum 50. Geburtstag meiner Schwester, sie war so froh ihn noch erlebt zu haben, da sie schon seit 10 Jahren Brustkrebs hatte. Hartmut war zu diesem Zeitpunkt schon beim Arzt gewesen, die Diagnose war noch nicht gestellt, aber man sah ihm eine Krankheit nun deutlich an.
    Am 14.04.2008 rief mich Hartmut auf Arbeit an und sagte: "Die haben da so einen Schatten gesehen", das war alles was er sagen konnte. Ich habe meine Sachen gegriffen und bin nach Hause gefahren. Dann kamen Monate der Angst, des Kummers, der Kranken-hausaufenthalte, aber auch der kleinen Hoffnung. Warum sollte nicht gerade er zu den statistischen Ausnahmen gehören und Krebs der Stufe 4 überleben? Der Arzt hatte uns nach der ersten Untersuchung mitgeteilt, dass die Lebenserwartung ohne Behandlung nicht einmal mehr 1 Jahr beträgt. Sie hatten einen nicht mehr opperierbaren Lungenkrebs mit Leber- und Knochenmetastasen (Hartmuts Rückenschmerzen waren 3 gebrochene Rippen) festgestellt. Aber wir wollten ja behandeln, hatten große Hoffnungen in die klinische Studie an der er teilnehmen durfte. Nach den ersten 3 Behandlungen ging es ihm auch tatsächlich etwas besser. Leider waren seine Blutwerte immer wieder so schlecht, dass die Behandlungen verschoben werden mussten.
    Ab August ging es dann deutlich abwärts. Er war mit sich und der Welt nicht mehr zufrieden. Auch wenn er nie gejammert hat, habe ich es an seiner Art gemerkt. Ich habe dann immer wieder versucht ihn auch von anderen Behandlungsansätzen zu überzeugen. Aber das Wort "Naturheilverfahren" war für ihn nur Scharlatanerie. Als die Ärzte ihm dann mitteilten, das die Behandlung nicht geholfen hat, hörte er dann endlich auf mich, leider viel zu spät. 3 Wochen vor seinem Tod hatte er ein 2,5 Stunden langes Gespräch mit einer Fachärztin für Naturheilverfahren. Danach rief er mich auf Arbeit an und war das erste mal seit langem wieder glücklich.
    Die Freude war von kurzer Dauer am Abend hatte er 39 Fieber und musste wieder ins Krankenhaus. Eine Woche später konnte er wieder für eine Woche nach Hause. Schon beim abholen wusste ich, das er nicht in Ordnung ist. Er sprach immer wieder davon, dass seine Steuerung nicht funktioniert. Ich hatte mir 3 Tage Urlaub genommen um ihn zu pflegen, aber er schlief fast nur. An Essen war nicht zu denken, beim trinken musste ich ihm immer öffter helfen, da ihm die Hand wegzuckte. Weinend telefonierte ich mit meiner Schwester, die auch am Sonnabend sofort zu besuch kam. Sie hatte Angst, dass sie selbst später nicht mehr die Kraft haben würde, da sie auch mit einer neuen Chemo beginnen sollte. Zum Abschied flüssterte sie Hartmut etwas ins Ohr. Erst nach seinem Tod erzählte sie mir, dass sie ihm gesagt hat: "Wir sehen uns bald wieder und dann feiern wir eine grosse Pary." Sie meinte es ernst.

  • Lieber Chris, danke für Deine lieben Worte. Versuche sozusagen in Raten zu schreiben, da mir alles zusammen zu schwer fällt.


    War Silvester arbeiten (war der Einzige im Büro und habe mal den Hund mitgenommen,damit ich nicht so alleine bin) und dann bei der Familie von Hartmuts besten Freund (ehem. Kollege). Um 21 Uhr bin ich zum Friedhof gefahren und hab noch mal sein Grab besucht. Ich hatte ihm schon in der Mittagspause eine große Kerze hingestellt, die einsam leuchtete und ihm ein besseres neues Jahr gewünscht.


    Zu hause hab ich nur schnell nach den Tieren gesehen, mich kurz bei meinen Nachbarn bedankt und bin ins Bett gegangen. Mir war furchtbar schlecht und schwindlig. Das Problem hab ich mittlerweile öffter. Ist mir wohl alles auf den Magen geschlagen. Kann mir die Mühe des kochens sparen, wenn ich es hinterher sowieso wieder erbreche.


    Neujahr war ich bei meiner Schwiegermutter. Sie hat ihren Mann mit 48 und ihren Sohn mit 47 Jahren beerdigt, trotzdem kann sie besser damit umgehen als ich. Sie sagt nur immer wieder: "Ach gönnen wir dem lieben Hartmut doch seine Ruhe."


    Ich hoffe, du bist etwas besser reingerutscht als ich. Freue mich bei Euch sein zu dürfen. Bis bald Tati

  • Liebe Tati!


    Mir ging es gestern ähnlich wie Linda,habe dreimal angestzt Dir zu schreiben aber unmöglich die passenden Worte gefunden.


    Ich glaube Du bist gerade in der Phase wo Du alles realisierst.Jetzt merkt man wie alleine man mit seinem Schmerz im Inneren doch ist.Deine Schwiegermutter reagiert genauso wie meine Mutter,sie sind eine andere Generation als wir und gehen mit Verlusten anders um.


    Mir kommt vor während wir unsere Verstorbenen in uns am Leben erhalten ist bei Ihnen jegliches thema,lassen wir die Toten ruhen.Das schmerzt zusätzlich,ist aber eine andere Art von Trauerbewältigung.Wäre doch schön sich vorzustellen,sie hätten im Himmel Party gefeiert und auf uns herabgelächelt,wenn man das wüsste ging es uns auch besser.


    Ich wünsche Dir viel Kraft Tati,alles Liebe Chrisu

  • Liebe Tati!


    Du hast ja heute Geburtstag! Ich wünsche dir alles Liebe und Gute!!! Für dich ist es sicher ein schlimmer Tag. Deine zwei lieben Verstorbenen können nicht dabei sein, eine große Lücke. Aber sie sind immer in deinem Herzen und in deinen Gedanken.


    Ich denke Mal, du bekommst heute Besuch, oder? Ihr habt ja schon zwei erwachsene Söhne. Und ein Enkelkind. Ich hoffe, du kommst gut über den Tag.


    Sei ganz besonders herzlich gegrüßt


    Linda