Liebe Brija,
Liebe Sommermond,
Meine Lieben,
ja das Schlimme ist die Einsamkeit. Corona wirkt sich bei mir im Alltag nicht großartig aus... allein bin ich immer. Nur die Gefahr es auch zu bekommen und dann? Jetzt noch mehr Krankheiten das fehlt mir noch.
Freitag war mein Neffe kurz bei mir, der einzige den ich noch habe. Er ist derjenige, der irgendwann alles regeln soll oder muss.
Vollmacht hat er und soll meine Patientenverfügung durchsetzen, wenn ich nicht mehr kann. Habe versucht mich bei ihm etwas auszuweinen, weil ich momentan ganz unten bin. Aber es geht nicht... er erzählte nur von sich und seiner Familie und Arbeit. Ich habe es aufgegeben mein Herz auszuschütten. Nur hier im Forum ist es möglich... aber mir fehlt die persönliche Ansprache.
Allein der Gedanke niemanden mehr in diesem Leben zu haben, bringt mich an den Rand der Verzweiflung.
Nach außen wirke ich taff... lasse mir nichts anmerken. Im Gegenteil gebe ich mich kämpferisch im Alltag. Berate noch ältere Nachbarn bei Pflegeleistungen und Mietangelegenheiten... dabei brauche ich eigentlich Hilfe und Beistand... seelisch und bei Haushaltssachen (technisch, handwerklich, kraftmässig).
Ich muss einiges ersetzen, reparieren
... aber ich kann das nicht bezahlen.
Und seit dem letzten Schlaganfall kann ich mich nicht mehr so gut sprachlich ausdrücken... das belastet mich sehr. Früher war ich wortgewandt und schlagfertig, konnte mich gut durchsetzen besonders für meinen Mann.
Das alles ist mir nicht mehr möglich... ich bin nicht mehr ich selbst.
ICH VERMISSE MICH... BIN MIT HEINZ GESTORBEN!
Lg Luise