Meine Lieben,
endlich finde ich wieder die Kraft hier etwas zu schreiben. Konnte die letzte Zeit nur lesen... kaum schriftlich Anteil nehmen.
Mir geht es schlecht. Hatte wohl wieder sowas wie einen kleinen Schlaganfall oder Durchblutungsstörung im Gehirn. Seitdem ist meine Sprache gestört... ich "stottere" und mir fehlen Worte. Ich bin fertig... traue mich kaum zu sprechen und zu telefonieren...es hat am Telefon schon zu Irritationen von Gesprächspartner geführt.
Das trifft mich sehr hart... oft ist das telefonische Gespräch ( z. B. Telefonseelsorge, meine Freundin, eine Nachbarin und mein einziger naher Verwandter... mein Neffe, der weiter weg wohnt) meine einzige Kommunikationsverbindung.
Dadurch vereinsame ich noch stärker... habe schon Angst überhaupt zu reden. Es entsteht ein Teufelskreis, denn ich müsste trainieren zu sprechen.
Wie viel kann ein Mensch noch ertragen?
Mein geringer Lebenswille schwindet immer mehr!
Mir graust schon vor dem Gedanken, falls ich nicht mehr schreiben könnte aufgrund Hirnschäden, weil Worte fehlen oder die Feinmotorik zum Tippen nicht mehr klappt. Sprachbefehle fallen dann auch aus.
Es ist zum Verzweiflen!!! Ich bin nur noch am weinen und überspiele meinen Zustand in Gegenwart von den paar Mitmenschen, die ich noch ab und an treffe. Heute war ich beim Friseur und sagte nur ja und nein aus lauter Angst beim Sprechen zu versagen... ich will es auch selber nicht hören, weil ich es mir nicht bewusst machen will. So merke ich es nicht... Selbstbetrug...
Wenn es mein Mann mitbekommt, warum hilft er mir nicht? Kommt um mich zu holen... oder gibt mir Zuversicht auf Besserung... er war 46 Jahre mein Halt!
Wir alle trauern... tiefes Leid um Verlorenes ist unsere Verbindung... wir wollen nicht abwägen, wen es mehr trifft.
Aber manchmal beneide ich einige von euch, die ihr in Gott oder durch die Natur gehend oder durch Musik oder durch Engament für Andere Trost findet.
Ich empfinde es ungerecht und
bin gleichzeitig geschockt, dass ich so denke.
Aber so ist der Mensch...sieht nur sein Leid....
MACHEN WIR ES HIER ANDERS 

Eure nachdenkliche Luise