Posts by Kohlrabenschwarz

    Liebe Spatz,

    mein tiefempfundenes Beileid zu deinem schweren Verlust!

    Sei willkommen in unserer Mitte, wir sind in der Trauer eine Gemeinschaft und versuchen, uns gegenseitig zu unterstützen.

    Dass du nun Angst vor der Zukunft und vor der Arbeit hast, ist ganz normal.

    Durch den Tod deines Mannes hat sich dein ganzes Leben plötzlich und ungewollt verändert, du fühlst einen seelischen Schmerz, wie du ihn noch nie erlebt hast.

    Auch ihr hattet Pläne und Vorstellungen für euer gemeinsames Leben, all das hat jetzt keine Gültigkeit mehr.

    Mein Mann ist vor 7 Monaten auch ganz plötzlich und unerwartet verstorben.

    Wir haben uns jung gefunden und waren fast 40 Jahre ein Paar, 37 Jahre verheiratet.

    Danach fühlt ich mich wie in einer Blase, abgeschnitten von der normalen Welt, die sich einfach so ohne ihn weiterdreht.

    Ich habe ihn so sehr geliebt und war völlig fassungslos, dass er plötzlich nicht mehr da ist und nie mehr zurückkommt.

    Teilweise fühlte ich mich wie ein kleines Kind, was allein im Wald zurückgelassen wurde.

    Ich habe noch nie allein gelebt, ich hatte unglaubliche Angst vor allem und vor dem Leben an sich.


    Mit den Monaten ist es etwas besser geworden.

    Es klingt banal, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an den Zustand des Alleinseins.

    Ich habe zum Glück Kinder und auch einige gute Freunde, die mich unterstützt haben, dafür bin ich sehr dankbar.

    Am Anfang habe ich mich auch inmitten von meinen Kindern und Freunden schrecklich einsam gefühlt.

    Es war wie ein Loch im Herzen, das früher von meinem Mann ausgefüllt wurde und kein anderer Mensch konnte dieses Loch füllen.

    Ich glaube, dieses Loch wird immer bleiben, aber zunehmend gelingt es mir, es nicht mehr so stark und schmerzhaft zu fühlen.

    Dadurch, dass ich nun alles alleine meistern muss, ob ich will oder nicht, habe ich gemerkt, Schritt für Schritt ist es möglich.

    Nimm jede Hilfe an, die dir angeboten wird oder bitte darum, man muss nicht alles alleine schaffen.


    Sei dir gewiss, du bist mit deinem Schmerz, deinen Gefühlen und der Angst nicht allein.

    Wir alle hier haben unseren geliebten Partner verloren und können dich sehr gut verstehen.

    Vielleicht magst du etwas mehr zu dir schreiben? Sich den Kummer von der Seele zu schreiben, erleichtert oft.

    Wenn du nicht schreiben magst oder kannst, dann ist das völlig ok.

    Manchmal ist es schon hilfreich, einfach nur zu lesen, dass man mit seinem Kummer nicht allein auf der Welt ist und dass es viele Menschen gibt,

    die das gleiche durchmachen.


    Eine tröstende Umarmung schickt dir

    Sabine

    Liebe Sandi,

    es tut mir sehr sehr leid für dich!
    Ganz gleich in welchem Lebensalter und wie lange man zusammen war, der Tod des geliebten Menschen ist immer furchtbar und stürzt einen in tiefe Verzweiflung.

    Ich sehe das als eine Art von Liebeskummer, nur sehr viel stärker, weil es unumkehrbar ist.

    Man könnte bis ans Ende der Welt gehen und suchen, der Liebste ist für immer fort.

    Alle Zukunftspläne haben sich in Schall und Rauch aufgelöst.

    Mein Mann ist vor 7 Monaten ganz plötzlich verstorben, viel zu früh. Meine Trauer ist unermesslich groß.

    Ich habe selbst eine Tochter in deinem Alter und es schmerzt mich ungeheuer, wenn ich sie leiden sehe, weil sie um den geliebten Papa trauert.

    Es schmerzt so, weil ich nichts tun kann, um diesen Schmerz zu lindern. Ich kann nur für sie da sein.

    So ähnlich wird es auch deiner Mutter gehen.

    Ich verstehe auch, dass du dich inmitten von Freunden und Familie einsam fühlst.

    Keiner kann genau das fühlen, was du gerade fühlst, andere Menschen können nur mitfühlen, aber dieses Mitfühlen ist anders.

    Durch dieses tiefe Tal der Trauer müssen wir allein gehen, das kann uns leider keiner abnehmen.


    Aber diese furchtbare Trauer wird sich im Laufe der Monate verändern, sie wird etwas milder und mit der Zeit zu einer Art Wehmut.

    Es wird Fortschritte, aber auch Rückschlage geben, Tage, an denen man sich fast so fühlt, wie am Anfang der Trauer.

    Du bist damit nicht allein, wir sind eine Gemeinschaft von trauernden Menschen, die dich versteht und sich gegenseitig unterstützt.

    Manchmal ist es schon hilfreich, sich seinen Kummer einfach von der Seele zu schreiben.


    Heute, 7 Monate nach dem Tod meines Mannes, bin ich furchtbar traurig, dass er nicht mehr bei mir ist.

    Ich wäre so gerne mit ihm alt geworden!

    Er fehlt mir jeden Tag ganz entsetzlich und ist ständig in meinen Gedanken.

    Aber es gibt wieder Tage, an denen ich mit Freunden etwas Schönes unternehmen kann und manchmal sogar mein Lachen wiederfinde.

    Ich habe mich von Anfang an nicht zurückgezogen, habe vieles unternommen, mich Unternehmungen angeschlossen, obwohl mein Herz geblutet hat und ich mich am liebsten im Bett verkrochen hätte.

    Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und auch wieder schöne Momente erlebt. Natürlich nicht so schön wie früher mit meinem Mann, aber anders schön.

    Es gibt immer noch viele Tage, an denen ich es nicht fassen kann, dass mein Mann nie mehr zurückkommt und ich weine mir dann die Augen aus.

    Aber danach kommen wieder Tage, an denen ich mich besser fühle und Hoffnung habe, dass ich mein Leben in den Griff bekomme und es auch allein lebenswert ist.

    Ich wünsche dir, dass du deinen Weg durch die Trauer findest, nie die Hoffnung verlierst und irgendwann wieder Freude am Leben empfinden kannst.


    Sei lieb gegrüßt

    Sabine

    Ich war knapp 8 Wochen krank geschrieben, stand ja unter Schock und habe diese Zeit auch gebraucht.

    Das Arbeitengehen hat mir dann aber auch gut getan, ich habe nette Kollegen, die sich um mich gekümmert haben.

    Allerdings hatte ich gerade in der ersten Zeit enorme Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren, mir sind auch Fehler unterlaufen.

    Kannst du mit deinem Chef darüber reden und zeigt er Verständnis für deine Situation?

    Liebe Caroline,

    was die anderen geschrieben haben, kann ich bestätigen.
    Es ist ganz gleich, in welchem Lebensalter man seinen geliebten Menschen verliert, der Schmerz ist furchtbar!

    Auch mir ging es genauso wie dir, die ersten Wochen/Monate waren geprägt von heulendem Elend. Zwischendurch auch mal gute Momente, dann wieder

    der Absturz in abgrundtiefe Verzweiflung.

    Mein Mann ist zu Hause unter furchtbaren Umständen verstorben, die Bilder in meinem Kopf sorgen noch heute, 7 Monate danach, dafür, dass ich von daheim

    flüchte, wann immer es geht.

    Vor Corona habe ich mich mit Konzert- und Theaterbesuchen abgelenkt, jetzt wandere ich viel in der Natur.

    Es wird besser, ganz langsam, aber immerhin.

    Im Moment habe ich Urlaub, heute war ich mit einer Bekannten den ganzen Tag auf einem wunderschönen Wanderweg unterwegs.
    Natürlich hätte ich diese Tour am liebsten mit meinem Mann gemacht, er war in meinem Gedanken dabei!

    Aber auch so war es schön, nur anders schön.

    Man darf sich nichts vormachen, so wie früher wird es nie mehr und diese Erkenntnis ist schmerzhaft.

    Aber es gibt nach einiger Zeit wieder anders schöne Momente. Ich suche danach und versuche, sie zuzulassen, weil ich weiß, dass es meinen Mann glücklich machen würde.

    Ich wünsche dir, liebe Caroline, dass dir das Hoffnung macht, auch wenn du im Moment verzweifelt bist.

    Die Hoffnung ist ein Lichtstreif am dunklen Horizont.

    Herzlichst

    Sabine

    Liebe Liesel,

    ja, dieser Schmerz ist schlimm, mit nichts zu vergleichen. Bevor wir unseren Liebsten verloren haben, wussten wir nicht,

    dass es so einen herzzerreißenden Schmerz gibt.

    Auch ich möchte meinen Mann einfach nur wiederhaben. Er ist in jeder Sekunde des Tages in meinen Gedanken, meinen Erinnerungen.

    Genau wie du habe ich mich angeklagt, weil ich an seinem Sterbetag nicht zu Hause geblieben bin.
    Die Psychotherapie hilft mir, meine Selbstvorwürfe zu verarbeiten.

    Vielleicht ist jedem von uns sein Schicksal vorherbestimmt.

    Unsere Männer mussten nicht lange leiden, vielleicht ist ihnen durch den schnellen Tod langes Leid erspart geblieben. Wenn es mir sehr schlecht geht, versuche ich dies als kleinen Trost zu sehen.


    Memento

    Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,

    Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.

    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

    Allein im Nebel tast ich todentlang

    Und lass mich willig in das Dunkel treiben.

    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

    Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;

    – Und die es trugen, mögen mir vergeben.

    Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,

    Doch mit dem Tod der anderen muß man leben.


    Mascha Kaléko



    Ich umarme dich
    Sabine

    Ja, Mausebär-Bine, wir wurden ins Wasser geworfen und müssen jetzt schwimmen.

    Ich denke auch oft, dass Jens sich freut , wenn ich mich über Wasser halte und es schaffe, mich zu behaupten.

    Es ist elend schwer, aber wir müssen es lernen.


    Gestern, als ich mit den Kindern beim Kaffee saß, hat mir mein Sohn eröffnet, dass er Endes Jahres aus Berlin wegziehen will.

    Im Moment wohnt er recht nah bei mir, mit dem Auto 15 min., so dass er immer mal vorbeikommen kann, wenn ich Hilfe brauche, etwas Schweres zu tragen ist usw.

    Die Nachricht hat mich kalt erwischt, das muss ich erst mal sacken lassen.

    Wenn mein Mann noch leben würde, wären wir sicherlich auch etwas traurig darüber, weil wir beide Familienmenschen sind/waren und immer gerne mit unseren Kindern zusammen waren. Aber wir hätten ja uns gehabt, egal was kommt.

    Gestern war der Gedanke richtig schlimm für mich, hat sich wie ein schwarzes Tuch über mich gelegt...

    Ich habe versucht, mir das nicht anmerken zu lassen.

    Ich weiß doch, dass man seinen Kindern Flügel geben und sie ziehen lassen muss. Das ist der Lauf der Welt.

    Wir können uns ja trotzdem ab und zu besuchen, aber im Moment ist das für mich wie ein weiterer Verlust. Und mit Verlusten kann ich derzeit nur schwer umgehen.

    Liebe Caroline,

    mein tiefempfundenes Beileid zu deinem schlimmen Verlust!

    Wenn jemand so plötzlich und unerwartet verstirbt, man nicht Abschied nehmen kann, dann stellt sich die Welt auf den Kopf.

    Man fühlt sich wie in einer Blase, hilflos wie ein kleines Kind, abgeschnitten von allem.

    Der Tod deines Mannes ist noch nicht lange her, du stehst bestimmt noch unter Schock.

    Obwohl man weiß, dass es den Tod gibt und wir alle einmal sterben müssen, ist man doch fassungslos, wenn es einen geliebten Menschen trifft.

    Diese Fassungslosigkeit kann sehr lange anhalten.

    Mein Mann ist vor 7 Monaten auch ganz plötzlich und unerwartet mit 59 Jahren verstorben, er war allein zu Hause, ich habe ihn abends gefunden.

    Noch heute habe ich oft das Gefühl, es kann doch nicht sein, dass er nie mehr zurückkommt. Es ist, als wäre er einfach nur eine Zeitlang weg und würde gleich um die Ecke kommen. Wir haben uns so sehr geliebt, hatten noch so viel vor, wollten zusammen alt werden.


    Du bist mit deinem Schmerz nicht allein. Wir alle hier haben unsere geliebten Partner verloren und können nachfühlen, wie es dir damit geht.Schreibe dir deinen Kummer von der Seele, wir sind für dich da!

    Herzlichst

    Sabine

    Liebe Lorenza,

    das ist jetzt eine aufwühlende und anstrengende Zeit für dich.
    Mein Mann ist leider ganz unerwartet und alleine gestorben, aber meine Mutter konnte ich beim Sterben begleiten.

    Auch bei ihr war es so, dass sie nichts mehr zu sich nehmen wollte, ihr wurde nur noch ein Tropf für die Flüssigkeitszufuhr gelegt.

    Sie hat nur noch mit Kopfnicken oder Schütteln reagiert, sprechen konnte sie nicht mehr.
    Ich habe an ihrem Bett gesessen, ihre Hand gehalten und ihr regelmäßig die Mundhöhle befeuchtet.

    Sie hatte Angst, deshalb habe ich ihr alle Schlaflieder gesungen, die sie mir als Kind vorgesungen hat.

    Ich hatte das Gefühl, dass sie das beruhigt. Und ich habe ihr immer wieder gesagt, dass wir sie lieb haben, aber dass sie sich keine Sorgen machen muss,

    weil wir zurecht kommen.

    Meine Gedanken sind bei dir, ich wünsche dir ganz viel Kraft für diesen schweren Weg.

    Sabine

    Ja, liebe Markiin, das ist gut möglich.
    Der furchtbare seelische Schmerz manifestiert sich auch als körperlicher Schmerz.

    Wir kämpfen jeden Tag um Überleben und Weiterleben. Das ist ein ungeheurer Kraftakt und führt dazu, dass wir uns so ausgelaugt und erschöpft fühlen.

    Fühl dich umarmt!

    Liebe Verena,

    das ist ja ganz furchtbar für dich! Dein Verlust ist erst 3 Tage her, du stehst noch unter Schock.

    Hast du Unterstützung, vielleicht durch Familie und gute Freunde oder einen Seelsorger?

    Die brauchst du jetzt ganz dringend. Sowas kann und muss man nicht alleine bewältigen, nimm jede Hilfe an, die du kriegen kannst.

    Sei willkommen in unserer Mitte, hier kannst du dir alles vom Herzen schreiben. Das hilft, seine Gedanken und Gefühle zu sortieren.

    Wir sind in der Trauer eine Gemeinschaft und verstehen dich.

    Ich drücke dich fest und wünsche dir ganz viel Kraft,

    Sabine

    Liebe Mausebär-Bine,

    du sprichst mir aus dem Herzen!

    Ja, ich probiere vieles aus. Aktiv zu werden, scheint die einzige Alternative zu sein, wenn ich nicht ständig heulend zu Hause sitzen will.
    Ich brauche den Kontakt zu anderen Menschen, will nicht vereinsamen.

    Heute war ich mit der Mutter meines Schwiegersohns in spé in einem Gartenlokal frühstücken und danach ein bisschen durch die Natur bummeln.
    Sie ist durch Scheidung auch alleinstehend, das trifft sich gut.
    Wir haben heute eine kleine Ferienwohnung auf Sylt gebucht, wollen da gemeinsam Silvester verbringen.

    Damit entlaste ich meine Kinder, die sich sonst Sorgen machen würden, wenn ich zum Jahreswechsel allein zu Hause hocke.

    Ich hoffe nur, dass uns Corona nicht einen Strich durch die Rechnung macht.
    Für Außenstehende sieht es so aus, als ob ich mein Leben im Moment gut im Griff habe.
    Keiner sieht, dass ich zu Hause oft weinend und jammernd einen Trampelpfad durchs Wohnzimmer trete, die Hände ringe und mich frage, wie ich das Leben ohne meinen Jens bewältigen soll. Die Trauer macht mich dann total unruhig, ich kann mich kaum mal 5 Min. hinsetzen, dann fange ich wieder an zu laufen.

    Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich unterwegs bin, mich ablenken kann.

    Ich glaube, es wird noch lange dauern, bis ich mein Zuhause ohne meinen Jens gut ertragen kann.

    Glaubst du, wovor ich im Moment furchtbare Angst habe?

    Ich muss ja Ende Juni die Bahnfahrt nach Sylt buchen, damit ich noch einen guten Preis bekomme. Solche Sachen hat immer mein Mann gemacht, günstige Flüge und Bahnfahrten für den Urlaub rausgesucht und gebucht, dafür habe ich mich um das Drumherum gekümmert, Literatur, Stadtpläne, Sehenswürdigkeiten, Eintrittskarten, Stadtführungen/Wanderungen geplant...

    Ich kriege jetzt schon Herzrasen, wenn ich an die Buchung denke, eigentlich blöd, ich weiß, aber es ist so.

    Sachen, die ich noch nie gemacht habe, stressen mich zur Zeit total.

    Auch tun sich vor meinem geistigen Auge Katastrophenszenarien auf, der Zug fällt aus, das Umsteigen klappt nicht, ich stehe alleine und hilflos im Nirgendwo...

    Dazu muss man sagen, ich werde alleine an- und abreisen, weil ich nicht so viel Urlaub habe.

    Eigentlich weiß ich, dass sich alles irgendwie lösen lässt und trotzdem...

    Liebe Mausebär-Bine, ich wünsche dir von Herzen ruhige, besinnliche Pfingstfeiertage. Und ich hoffe, dass du Unterstützung von lieben Menschen hast!


    Liebe Gundel,

    ich finde es richtig schlimm, dass dein ersehnter Besuch nicht kommen kann. Deine Kinder können ja nichts dafür, aber in dieser Trauer wirft einen so eine Planänderung völlig aus der Bahn. Wir brauchen doch so dringend Verlässlichkeit, wenn schon unser Leben auseinander gebrochen ist.

    Wir haben uns ja schon ausgetauscht, ich bin froh, wenn du dir Unterstützung für diese Tage suchst!

    Wirklich schade, dass wir so weit auseinander wohnen, sonst hätten wir uns Face to Face beistehen können, vielleicht eine schöne Wanderung unternommen.

    Du wirst es überstehen! Ich habe dich in meinem Herzen!

    Ja Isabel, du hast recht. So will ich das sehen, diese Sehnsucht.

    Manchmal sehe ich auch Paare, die sich nichts zu sagen haben, die einander ignorieren.
    Dann möchte ich am liebsten rufen, nutzt die Zeit miteinander, seid liebevoll, es kann so schnell zu Ende sein.


    Heute bin ich bummeln gegangen, habe sogar schöne Schnäppchen erstanden.

    Ich muss sagen, das Bummeln hat mich gut abgelenkt. Mein Jens war dafür nicht zu haben, das habe ich schon immer alleine gemacht.

    Seine Sachen musste ich ihm auf gut Glück kaufen, ansonsten hat er nur im Internet geshoppt.

    Und ich bin anschließend wieder alleine essen gegangen, habe draußen in der Sonne sitzen können. Das fällt nicht so schwer, man kann so viel beobachten.

    Ich habe gesehen, da waren einige Leute, die auch alleine gegessen haben. Da fühlte ich mich nicht so abgeschnitten von allem.

    Inzwischen plane ich auch, Silvester mit einer alleinstehenden Bekannten in einem Kurzurlaub zu verbringen.

    Das letzte Silvester haben die Kinder mit mir verbracht, aber ich möchte, dass sie wieder ganz normal mit ihren Freunden feiern können.

    Ihr seht, ich versuche von zu Hause zu flüchten. Hier überwältigen mich die Erinnerungen so sehr.

    Seit Februar leide ich unter Asthma, das hatte ich seit 30 Jahren kein einziges mal mehr.

    Nun ist es zurückgekommen und ich habe es immer, wenn ich allein zu Hause bin. Wenn ich, so wie heute, unterwegs bin, ist nichts davon zu merken.

    Auch wenn meine Kinder da sind, habe ich keine Beschwerden. Aber wenn ich alleine zu Hause bin, dann sitzt die Trauer wie ein Felsblock auf der Brust, es rasselt und pfeift und ich muss ständig mein Spray benutzen.

    Die Trauer macht einiges mit einem, sie ruft auch körperliche Beschwerden hervor.

    Ihr Lieben,

    ich habe Urlaub, ein Urlaub, wie er so noch nie war.
    Verreisen kommt nicht in Frage, nicht nur wegen Corona. Wie soll ich schöne Urlaubseindrücke genießen, wenn ich sie nicht mit meinem Liebsten teilen kann?

    Ich versuche, jeden Tag etwas zu unternehmen, bin endlos lange mit dem Hund unterwegs, pflücke am Feldrand wilde Blumensträuße.

    Vorgestern habe ich mich zum ersten Mal im Leben allein in ein Straßencafé gesetzt und das Leben um mich herum beobachtet.

    Ich versuche mir Ziele zu setzen, Sachen alleine zu unternehmen, die ich früher mit meinem Jens gemacht habe.

    Das tut weh, weil es so anders und nicht mehr so schön ist, ich vermisse unsere Gespräche, unser vertrautes Beisammensein, das gemeinsame Wohlgefühl.

    Aber manchmal bin ich stolz auf mich, weil ich es versucht habe.

    Auch viele Arbeiten in Haus und Garten und Entscheidungen, die ich jetzt allein bewältigen muss, machen mir große Angst.

    Am Pfingstsonntag kommen die Kinder zu mir, ich bin dankbar, dass ich da nicht alleine bin.

    Gerade Feiertage und lange Wochenenden sind schwierig. Die Paare und Familien in meinem Umfeld genießen diese Tage zusammen, da blutet mein Herz.

    Der Gedanke, dass es nun immer so bleiben wird, bedrückt mich sehr.

    Ich möchte meinen Jens einfach nur zurückhaben.


    Liebe Mausebär-Bine, manchmal lache ich, aber das Lachen ist nicht mehr unbeschwert.

    Ich bin ernster geworden, grübele viel.

    Manchmal stelle ich an mir Neid fest, besonders, wenn ich glückliche Paar in meinem Alter sehe.

    Neid, kein schöner Wesenszug, Ich sollte es ihnen gönnen.

    Auch daran will ich arbeiten.

    Wir haben das Bier auf seiner Grabstelle ausgeleert, die Sonne schien und ich hoffe, er hat es genossen!

    Meine Kinder haben den Tag mit mir verbracht, ich war darüber so unendlich froh.


    Und trotzdem fühle ich mich einsam, diese Einsamkeit kann durch nichts und niemanden gelindert werden.

    Es ist eine Einsamkeit, die wie ein Loch tief im Herzen sitzt. Der eine Mensch, der dieses Loch ausgefüllt hat, ist nicht mehr da und kommt nie mehr wieder.

    Ich fühle mich einsam inmitten von anderen Menschen, auch meinen Kindern und lieben Freunden.


    Oft bin ich wie ein kleines Kind, ich will mit dem Fuß aufstampfen und rufen, komm zurück.

    Ich bin wie Hänsel und Gretel im Wald, ich will, dass mich jemand an der Hand nimmt und mir den Weg zeigt.

    Ich habe einfach Angst.




    Gabi, du hast ganz wundervoll und einfühlsam geschrieben. Mir sind beim Lesen die Tränen gekullert.
    Wir trauern alle unterschiedlich, ich habe festgestellt, die Trauer ändert sich auch ständig.

    Ehrlich gesagt, ich kann Susa gut verstehen.

    Ich habe ich auch immer Panik bekommen, wenn ich gelesen habe, dass diese furchtbare Trauer so lange und intensiv anhalten kann.

    Das kann und will man sich nicht vorstellen.

    7 Monate nach dem Tod meines geliebten Mannes kann ich sagen, es gibt oft Fortschritte, aber auch viele Rückschläge.

    Man kann sich bemühen, gute Vorsätze haben, und doch überwältigt einen die Trauer oft unvermittelt und wirft einen weit zurück.

    Ja, ich will leben!

    Ich versuche, ohne meinen Mann zurecht zu kommen und mich nicht hängen zu lassen. Natürlich vor allem wegen meiner Kinder, aber auch,

    weil ich fest glaube, dass mein Mann glücklicher wäre, wenn er sieht, dass ich nicht aufgebe.

    Und doch gibt es immer wieder Zeiten, wo alles zusammenbricht, dann brauche ich dringend Trost und Zuspruch.

    Hier finde ich dann jemanden, der mir antwortet, mir zur Seite steht.
    Ich glaube, das Wichtigste ist, dass wir jeden hier so annehmen, wie er ist und helfen, wo wir können.

    Liebe Mausebär-Bine, das mit dem Loslassen hast du sehr gut und wunderschön beschrieben!

    Ich glaube, das ist es, was uns letztendlich hilft, weiterzuleben und irgendwann ohne diesen furchtbaren Schmerz zurückzublicken.

    Stattdessen mit Liebe und Dankbarkeit für die Zeit, die wir gemeinsam hatten.

    Ich glaube, im ersten Trauerjahr, wenn man die Endgültigkeit noch nicht vollständig begriffen hat, kann und will man nicht loslassen.

    Durch den Schmerz erhält man seinen Liebsten irgendwie noch am Leben, konserviert ihn sozusagen, so geht es mir jedenfalls.

    Und wenn dann irgendwann das Begreifen kommt, ja, dann fällt man wahrscheinlich noch mal in ein tiefes Loch.

    Ich hoffe so sehr, dass ich danach an einen Punkt komme, wo ich lerne, damit zu leben und die schönen Erinnerungen mich trösten und mir Kraft schenken.

    Vergessen werden wir nie, unsere Männer werden immer immer immer ein Teil von uns sein!