Posts by Kohlrabenschwarz

    Liebe Kuschel,

    du hast aus traurigem Anlass zu uns gefunden. Hier kannst du dir deinen Kummer von der Seele schreiben.

    Wir alle haben unseren geliebten Partner verloren und wissen, wie du dich fühlst.

    Mein Mann ist auch zu Hause gestorben, ich habe ihn gefunden.

    Das der Tod so plötzlich und unerwartet kam und ich mich nicht verabschieden konnte, hat mich besonders hart getroffen.

    Ich denke, das geht dir genauso.

    Man verändert sich, äußerlich und innerlich, der Tod hinterlässt Spuren an Körper und Seele.

    Ich glaube nicht, dass man wieder wie vorher werden kann. Man wird die Trauer um den Liebsten immer bei sich haben, wie eine Narbe.

    Aber vielleicht lässt sich die Trauer irgendwann besser ertragen, weil sie milder wird.

    Ich wünsche dir und mir, dass wir nicht den Mut und die Hoffnung verlieren.

    Sei lieb gegrüßt

    Sabine

    Ich antworte dir hier.

    Durch die Liebe sind wir geworden, wie wir sind.

    Wer weiß, wie sich unser Leben entwickelt hätte, was aus uns geworden wäre, hätten wir nicht diese große Liebe gefunden.

    Ja, der Preis ist hoch und mir kam schon oft der Gedanke, ach wäre ich doch zuerst gestorben.

    Trotzdem, Liebe zu erfahren ist eine große Gnade, die nicht jedem zuteil wird.

    Die Erinnerung an viele wunderbare Jahre, Höhen und Tiefen, allergrößte Vertrautheit, unsere Kinder... das ist es, was bleibt.
    Ich hoffe so sehr, dass ich irgendwann einfach nur dankbar sein kann, dass es meinen Mann gab und ich ihn sehr sehr lange für mich hatte.

    Aber ich fürchte, das wird noch eine Weile dauern, der Schmerz ist noch zu groß.

    Mein tiefempfundenes Beileid und ein trauriges Willkommen in unserer Mitte.

    Diese Sehnsucht, dieses Heimweh nach unserem verlorenen Liebsten kennen wir alle.

    Es ist, als ob es uns das Herz zerreißt, man wird so entsetzlich kraftlos.

    Am Anfang war ich auch tapfer, habe versucht stark zu sein und funktioniert. Im Moment ist es einfach nur schwer, ganz besonders in Zeiten von Corona.

    40 gemeinsame Jahre, 37 davon verheiratet, 2 erwachsene Kinder... mit einem Schlag ist alles anders, alle Zukunftspläne dahin.

    Auch 6 Monate danach bin ich immer noch fassungslos, kann kaum begreifen, dass mein Liebster nie mehr wiederkommt.

    Dein Verlust ist noch so frisch, es braucht viel Zeit, um diesen Schicksalsschlag zu verarbeiten.

    Schreibe dir den Kummer von der Seele, wir wissen, wie es dir jetzt geht.

    Sei lieb gegrüßt

    Sabine

    Liebe Markiin,

    ich verstehe dich soooo gut. Diese früheren gemeinsamen Momente sind starke Trigger, die bodenlose Verzweiflung auslösen!

    Ja, Liebeskummer ist sehr ähnlich. Ich würde nicht so sehr leiden, wenn mein Mann und ich uns getrennt hätte, dann wäre er ja immer noch da,

    nur nicht mit mir zusammen.

    Aber er könnte sein Leben leben und ich weiß, dass er das Leben geliebt hat.

    Der Gedanke, dass er das nicht mehr kann, quält mich unendlich. Er hätte es verdient, sein Leben zu leben, er konnte so richtig gut genießen, auch die vielen kleinen Momente des Lebens. Lieber wäre ich an seiner Stelle gestorben!

    Aber jetzt muss ich für meine Kinder da sein. Manchmal erscheint mir das wie eine riesige Last.

    Ich bemühe mich wirklich, mich über Wasser zu halten, aber es ist so unendlich schwer, gerade in dieser ungewissen Zeit von Corona.

    Ich nehme dich virtuell ganz fest in den Arm!!

    Heute ist einer der schlimmen Tage.

    Eigentlich war ich ja mit einer Bekannten zum Spazierengehen verabredet, aber sie hat heute früh wegen Krankheit abgesagt.

    Das hat mich völlig aus der Bahn geworfen.

    Ich habe mir dann im Fernsehen die Übertragung des Europakonzerts mit den Berliner Philharmonikern angeschaut, so wunderbare Musik!

    Da hat mich abgrundtiefe Verzweiflung gepackt und ich bin in Tränen ausgebrochen.

    Mein Mann hätte das so gerne mit mir angeschaut, er war ein großer Fan klassischer Musik, insbesondere der Philharmoniker. Wir hätten hier zusammengesessen und gelauscht, dazu Kaffee getrunken und Kuchen oder Kekse genascht.

    Er war in solchen Momenten immer sehr bewegt und gerührt, wenn etwas besonders schön war, kamen ihm auch manchmal die Tränen.

    Die Erkenntnis, dass wir solche innigen gemeinsamen Momente nie mehr haben werden, hat mich regelrecht zu Boden gedrückt.

    Mein ganzes restliches einsames Leben liegt wie eine riesige Last auf mir und ich kann gar nicht mehr mit dem Weinen aufhören.

    Ich bin 60 Jahre alt und habe jetzt schon Angst vor der Rente. All die schönen Pläne, die wir hatten, Reisen die wir dann machen wollten...alles vorbei.

    Wir haben vor 10 Jahren zusammen den Motorbootführerschein gemacht, haben uns oft Boote geliehen, wollten uns später evtl. ein eigenes Boot anschaffen und damit viel unterwegs sein.

    Auf dem Wasser war mein Mann immer besonders glücklich.

    Vor 8 Jahren haben wir an der Müritz eine Yacht gechartert und waren mit unseren beiden Kindern und deren Lebensgefährten 2 Wochen lang auf Flüssen und Seen unterwegs.

    Er hat danach immer gesagt, das war der schönste Urlaub seines Lebens.

    Es tut mir vor allem so entsetzlich leid für ihn, dass er die ersehnte Rente nicht mehr erleben kann.

    Nach seiner Herzmuskelentzündung fehlte ihm viel Kraft, oft hat er gesagt, er würde so gerne vorzeitig in Rente gehen.

    Meine Tochter und ihr Lebensgefährte wollen nächstes Jahr heiraten und planen Kinder. Der Papa sollte sie zum Traualtar führen, und ach, er wäre so ein toller Opa geworden!

    All das muss ich jetzt alleine erleben, es ist einfach furchtbar.

    Ich wünsche mir, morgens aufzuwachen und zu merken, es war nur ein böser Traum.

    Ihr Lieben, ich danke euch allen für eure Anteilnahme und die herzlichen Worte!

    Es ist wie es ist, ich versuche mich über Wasser zu halten.

    Mein Jens fehlt mir in jeder Stunde des Tages.

    Es gibt richtig schlimme Tage, manchmal dann wieder etwas bessere, an denen man Luft schöpft und Kraft sammelt für die nächste schlimme Trauerwelle.

    Ich hoffe, dass sich im Laufe des Jahres Veränderungen ergeben, die die Situation erträglicher machen.

    Für uns Trauernde ist es durch Corona besonders schwierig geworden, gerade jetzt bräuchten wir so viel Nähe zu lieben Menschen.

    Das Schreiben hier erleichtert etwas.

    Danke, dass ihr mir zuhört!

    Liebe Isabel,

    ich lebe nach wie vor mit dem Anblick von Blutresten.
    Der Sessel in dem die Blutung begann steht im Wohnzimmer an der Seite. Ich habe ihn mit Decken abgedeckt.

    Meine Kinder müssten zu mir kommen dürfen, um ihn auseinander zu nehmen und zum Sperrmüll zu transportieren.

    Das ist durch Corona im Moment nicht möglich, die Kinder dürfen mich nicht besuchen, der Sperrmüll hat geschlossen.

    Ich hatte mir im Februar einen neuen Sessel gekauft, damit ich einen anderen Anblick habe, das hat ein kleines bisschen geholfen.

    Auch im Gäste WC, wo mein Mann dann verblutet ist, sind noch Spuren an der Wand und in den Fugen.
    Ich müsste es renovieren lassen, das geht aber im Moment nicht.

    Alles ist zum Stillstand gekommen.

    Generell belastet es mich furchtbar, dass mein Mann hier zu Hause unter so schrecklichen Umständen sterben musste.

    Dazu kommt das erzwungene Alleinsein, die Sehnsucht nach Nähe, einer Umarmung. Manchmal weiß ich nicht, wie ich das alles aushalten soll.

    Ohne die Psychotherapie wäre ich verloren.

    Heute ist wieder einer dieser Tage, an denen ich mir das Bild vom Todestag vor Augen halten muss, um glauben zu können, dass mein lieber Mann tatsächlich tot ist und nie mehr wiederkommt.

    Ich habe ihn ja inmitten einer Blutlache gefunden, ich weiß also, dass er tot ist und trotzdem...

    Beim Tod meiner Mutter war es anders, sie war schwer krank und wurde immer weniger.

    Der Tod war absehbar und ich durfte sie beim Sterben begleiten.

    Aber mein Mann... gerade eben war er noch da, mit seinem klugen Geist, seiner Gutmütigkeit, seiner Zuversicht und seiner Freude an den Kleinigkeiten des Lebens...

    Ich seh ihn noch vor mir, wie ich ihn am Todestag zurückgelassen habe, gemütlich im Fernsehsessel sitzend.

    Er hatte sich 2 Filme einprogrammiert, die sind heute noch da, ich kann sie nicht ansehen, aber auch nicht löschen.


    Nun sind fast 6 Monate vergangen, meine Trauer ist nicht weniger geworden, nur anders.

    Ich vermisse ihn in jedem Moment, tagein, tagaus, aber ich bin froh, dass er diese schlimme und ungewisse Zeit nicht mehr erleben muss.

    Die Kinder nicht mehr in den Arm nehmen dürfen, das hätte ihm das Herz gebrochen.

    Aber ich bin auch egoistisch, ich hätte ihn jetzt so gerne an meiner Seite. Zusammen hätten wir allem irgendwie getrotzt.

    Heute habe ich schon wieder so viel geweint, ich sehne mich so sehr nach seiner Umarmung.

    Liebe Mausebär Bine, ja, genauso ist es im Moment.

    Ich umarme dich ganz lieb!


    "Trauer ist privat. Man kann sie nicht teilen, wie eine Schachtel Pralinen.

    Sie gehört einem ganz allein.

    Eine stachlige Eisenkugel, die man am Knöchel hinter sich herschleppt. Ein eng anliegendes Nagelkleid. Eine Dornenkrone.

    Kein anderer kann diesen Schmerz empfinden.

    Trauer ist die schlimmste Art von Folter..."

    Liebe Janin,

    mein tiefempfundenes Beileid zu deinem Verlust!
    Das ist wirklich schlimm für dich und die Kinder, du stehst noch unter Schock.

    Wir alle hier können mit dir fühlen, wissen, wie es jetzt in dir aussieht, wie groß deine Verzweiflung ist, denn auch wir haben unseren Partner verloren.

    Die einen nach längerer Krankheit, die anderen ganz plötzlich, so wie du.

    Sei willkommen in unserer Mitte, hier kannst du dir alles von der Seele schreiben. Es ist eigentlich fast immer jemand da, der liest und antwortet.

    Mein Mann ist vor 5 Monaten auch ganz plötzlich gestorben, ich habe ihn gefunden, als ich abends nach Hause kam.

    Bis heute kann ich es oft nicht fassen, dass er nicht mehr da ist.

    Das man nicht Abschied nehmen konnte, so vieles ungesagt und ungefragt bleibt, ist schwer zu ertragen.

    Ja, am liebsten möchte man seine Trauer abschalten können, sie ist so unglaublich schmerzhaft und zermürbend.
    Du musst nun für deine Kinder stark sein, ich hoffe, du hast in der Familie oder bei Freunden etwas Unterstützung.
    Fühl dich umarmt
    Sabine

    Liebe Gabi, liebe Helga,

    danke für eure warmherzigen Worte.

    Ja, Durchhalten trifft es, diese Osterzeit ist so anders, wir müssen sie einfach überstehen.

    Ich wünsche mir oft, morgens einfach aufzuwachen und zu merken, dass alles nur ein böser Traum war.

    Mein Mann war so klug und immer besonnen. Seine Liebe und Ruhe fehlt mir in dieser Zeit ganz besonders.

    Ich hoffe, dass er auf mich wartet und bis dahin ein bisschen über mich wacht.

    Möge es für euch auch ein paar schöne, tröstliche Momente für die Seele geben und vor allem, bleibt gesund!

    Liebe Markiin,

    dieses Jahr ist das Osterfest anders, für alle Menschen, aber ganz besonders für uns.

    Das erste mal erleben wir es ohne unseren Schatz, das ist so traurig. Wir wollten es ja unser ganzes Leben lang zusammen feiern.

    Es gibt kaum Ablenkung, man kann sich nicht mit Familie oder Freunden treffen und das Fest gemeinsam verbringen.

    Ich sitze hier vor den Fotos meines Mannes und erinnere mich an die Zeit, als es noch so selbstverständlich war, dass man zusammen ist.

    Mein Herz schmerzt in jeder Stunde des Tages vor Sehnsucht nach ihm!

    Hast du noch Kontakt zu deinen Schwiegereltern? Fragen sie nach, wie es dir geht?

    Sie tragen ihren eigenen Kummer, es ist schlimm, wenn ein Kind vor einem gehen muss, ganz gleich, wie alt es ist.

    Aber trotzdem können sie Mitgefühl zeigen und sich ein bisschen um dich kümmern.


    Lieber Dieter,

    dass du deine Enkelin nicht sehen kannst, ist wirklich hart, gerade in unserer Situation.

    Da bräuchte man eigentlich ganz viel Nähe und Umarmungen von lieben Menschen.

    Ja, wir müssen stark sein, aber es fällt schrecklich schwer.


    Dieses Osterfest wird nicht schön sein, aber ich wünsche uns allen, dass es sonnig und friedlich wird! :30:

    Hallo ihr Lieben,

    das Leben kommt mir im Moment geradezu unwirklich und wie ein schlechter Film vor.

    Vor Corona hatte ich das Gefühl, dass ich auf einem schweren, aber guten Weg bin, mit der Trauer umzugehen.

    Meine Kinder hatten mir ja ein Jahresabo für Two Tickets geschenkt. Ich hatte also jede Menge Ablenkungen als Strategie, bin selten zu Hause gewesen.

    Das Virus hat mich total ausgebremst und ich habe das Gefühl, dass ich statt vorwärts zu gehen, einige Schritte zurück gemacht habe.

    Keine Treffen mit meinen Kindern, Verwandten und Freunden mehr, kein Kino, Theater, Konzert.

    Ich gehe im Wechsel mit meiner Kollegin arbeiten, mit dem Hund Gassi, ab und zu in den Supermarkt und ansonsten bin ich zu Hause.

    Und da holt mich das Elend ein.

    In der letzten Zeit bin ich extrem viel gelaufen, was anderes kann man ja nicht machen und das Wetter war so schön sonnig.

    Leider macht mir mein Körper jetzt einen Strich durch die Rechnung, ich habe eine sehr schmerzhafte Sehnenentzündung am Bein bekommen.

    Die Gassirunden sind also leider kurz geworden.

    So und nach bin ich auf meine Trauer reduziert worden.

    Mit meinem Mann bin ich immer so gerne zu Hause gewesen, aber allein ist es einfach nur einsam. Er fehlt mir so entsetzlich!

    Jeden Tag höre ich mir Sprachnachrichten von ihm auf Whatsapp an, damit ich seine Stimme bei mir habe.

    Am Ostersonntag werde ich meine Kinder zumindest bei einem kleinen Spaziergang sehen, alles mit 2 m Abstand natürlich.

    Auch diese Distanz macht mir zu schaffen, ich bin im Moment super weinerlich, ständig fließen die Tränen.

    Auch bin ich geradezu antriebslos. Ich habe gelesen, dass viele die freie Zeit für den Frühjahrsputz und Aufräumaktionen genutzt haben.

    Ich müsste mich auch dringend damit beschäftigen, aber ich kann einfach nicht. Ich fühle mich wie ein Luftballon, aus dem man die Luft abgelassen hat, bin nur noch eine schlaffe Hülle.

    Das erste Osterfest seit 40 Jahren nicht nur ohne meinen geliebten Mann, auch ohne die Familie.

    Kein gemütliches Frühstück mit meinem Mann, keine große Runde am Esstisch, bei Kaffee und Kuchen und beim Osterbraten.

    Ich habe keine Lust mehr, für mich allein zu kochen. Im Moment tröste ich mich mit Schoki und Keksen. Nicht gerade gesund.

    Wenn ich morgens aufstehe, mache ich den Fernseher an, der wird erst ausgeschaltet, wenn ich ins Bett gehe. So sind wenigstens Geräusche und Bilder im Raum.

    Ich merke selbst, wie jammerig ich klinge. Danke, dass ich das hier loswerden durfte.