Liebe Puzzle,
jetzt
enttäuschst Du mich aber. Zugegeben, der Handschuh war klein, eher
Kindergröße. Ich habe Dir widersprochen. Ätsch.
Zu dem was Du
heute geschrieben hast gibt es aber keinen Widerspruch. Du hast sehr
anschaulich beschrieben wie es Dir ergangen ist, und ich finde mich
problemlos darin wieder.
Mit dem auf die Beine kommen und sich wieder aufrappeln ist das so eine Sache. Manchen gelingt das ganz gut, und es dauert auch nicht so lange. Manche brauchen tun sich schwerer, brauchen länger. Und manche schaffen es nicht mehr. Zu welcher Kategorie gehöre ich? Zur ersten auf keinen Fall. Zur letzten hoffentlich auch nicht. Bleibt also noch die mittlere. Die bietet auch den Spielraum der zum Scherben weg kehren benötigt wird. Und ich denke, das sollte man auch sehr sorgfältig und mit Ruhe tun. Damit man sich später nicht an einer vergessenen oder übersehenen Scherbe schneidet.
Jetzt
habe ich meinen letzten Beitrag nochmal durchgelesen, auf der Suche
nach bittersüß. Und nun sage ich, nichts gefunden.
Ich klinge doch
schon verhalten optimistisch. Oder meine ich das nur? Sicher, ich
habe mich noch nicht ganz mit meinem Schicksal ausgesöhnt, bin
manchmal schon noch sehr wütend auf selbiges. Aber das Schicksal
soll sich mal nicht so anstellen. Es hat meine Wut ja
herausgefordert. Auch wenn das Schicksal das vermutlich anders sieht.
Und die überraschende Wendung in Deinem Leben hat mich wirklich aufgemuntert. Puzzle hat so viel mitgemacht, dachte ich. Aber es ist trotzdem möglich daß Licht und Wärme zurück kommen. Vielleicht anders als man es sich wünscht, aber es kommt. Ich schätze mal, so habe ich es jedenfalls herausgelesen, daß Du zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt damit gerechnet hast. Und dann begann ganz zaghaft die Hoffnung zu keimen, ob das bei mir auch so werden kann?
Den Begriff „Trauerarbeit“ müßte man wirklich mal definieren. Für mich bedeutet das in erster Linie die Trauer aushalten und den Verlust verarbeiten. Und da steckt das Wort „arbeiten“ drin. Folglich ist das auch Trauerarbeit, und die kann auch durch eher passives Verhalten im Alltag geleistet werden. Dann muß ich gar nicht besonders aktiv werden. Es sein denn ich möchte das.
Für mich sieht es immer nur hinterher so aus, als hätte ich ganz viel getan.
Ja, so ist es wohl. Man erkennt ja manches erst im Rückblick. Das gilt nicht nur für die Trauerbewältigung. Nur steckt man bei der ganz zäh und tief drin. Kommt kaum vom Fleck, so fühlt es jedenfalls an. Und doch, man geht immer weitere Schritte, auch wenn es manchmal nur kleine Trippelschritte sind. Und rückblickend erkennt man auf einmal, ich habe ja doch wieder eine Strecke zurückgelegt.
Der Schmerz ist immer noch da, und wird sich dauerhaft und häuslich bei mir einrichten. Die Verzweiflung ist aber lange nicht mehr so groß wie am Anfang, und die Hoffnungslosigkeit läßt gerade ein wenig nach. Die Sehnsucht nach meinem Andreas wird nicht mehr vergehen, aber vielleicht wird mir ja trotzdem das Geschenk zuteil, nochmal Wärme und Licht zu finden.
Übrigens hatte ich heute eine liebe und ausführliche Antwort des Chefredakteurs in meinen Mails. Durch verschiedene andere Artikel von ihm hatte ich den Eindruck, daß er mit seiner Familie im selben Ortsteil wohnt wie ich. Ich schrieb also am Schluß testhalber, „Liebe Grüße aus Taunusstein-Hahn“, und war gespannt ob er darauf eingehen würde. Und tatsächlich, er schrieb „mit Grüßen von Hahn zu Hahn“ und einem netten Zwinkersmiley.
Das
sind auch so kleine Lichter die aufmuntern. ![]()
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Danke für die guten Wünsche. Freude, Licht und Hoffnung sollen auch bei Dir wieder Einzug halten. Und vielleicht stehen sie ja schon vor Deiner Tür.
Laß
Dich auch ![]()
Lilifee