Beiträge von Lilifee
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Lieber King,
dafür ist es am Tabellenende meistens umso spannender. Man kann halt nicht immer alles haben.


Kölsch ist schon herzig, und der Spruch "et kütt wie et kütt" ist so wahr. Den verstehe auch ich, aber sonst? Bayerisch und sächsisch sind auch schöne Dialekte. Das Schwäbsche gefällt mir auch gut, klingt so gemütlich. Aber Deine vielfältigen Kenntnisse sind schon bewundernswert. Respekt.
Ich hoffe trotzdem daß Blatter und Konsorten doch irgendwann ihren gerechten Lohn bekommen. Und wenn nicht in dieser Welt, dann eben in der nächsten.
Aber jetzt konzentrieren wir uns auf die Schweiz.



LG Lilifee
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Liebe Renate,
hier ist jeder willkommen und darf schreiben was ihn bewegt. Annie ist auch mein lieber Gast, und jeder der möchte darf ihr hier schreiben. Was sollte ich denn mit einem Wohnzimmer in das niemand kommen will? Das wäre doch ganz traurig und einsam. Einsam will ich aber nicht sein. Ich brauche euch.


daß ihr da seid. -
Liebe Annie,
es ist schön wieder von Dir zu hören, und vielleicht gibt es ja einen Grund warum es Dich immer wieder hierher zieht. Ehrfürchtig brauchst Du aber nicht sein. Was euch widerfahren ist war doch nicht viel besser, sondern genauso unmenschlich. Ihr mußtet und müßt auch sehr viel aushalten. Ihr habt Fragen die euch quälen, und auf die es vielleicht nie eine Antwort geben wird.
Und ihr steht noch ziemlich am Anfang, eure Trauer ist noch frisch. Da kannst Du Deinen Kindern auch kaum vermitteln, daß man Vertrauen ins Leben haben kann, und daß alles einen Sinn hat. Laß Dir Zeit damit. Deine Kinder sind noch so klein. Was sie jetzt miterleben ist der Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen. Daß das Leben endlich ist. Daß es verdammt weh tut wenn jemand stirbt. Aber eben auch, das Leben muß weitergehen und es geht weiter. Das ist auch eine wertvolle Erfahrung für das spätere Leben. So traurig es ist.
Ich habe mir schon gedacht, daß es nicht gerade aufheiternd für Dich ist hier mitzulesen. Aber Trauer ist nun mal so, und manchmal nur schwer auszuhalten. Deshalb reagieren ja viele Menschen genervt wenn der Trauernde nicht bald wieder „normal“ wird. Weil es das eigene Wohlbefinden stört. Auch das muß man aushalten. Aber Du kannst hoffentlich auch lesen, daß der Schmerz irgendwann ruhiger wird. Das dauert natürlich, aber man lernt tatsächlich damit zu leben. Was jetzt nicht heißt daß die Trauer ganz verschwindet, und irgendwann wieder Friede, Freude, Eierkuchen ist, als wäre nichts gewesen. Das wird wohl nicht mehr so sein. Aber man kann weiterleben, muß es ja auch, selbst wenn man (noch) nicht viel Sinn darin sieht.
Trotzdem gibt es einen, auch davon bin ich überzeugt. Er ist für uns nur nicht immer erkennbar. Ich werde mir den Sinn von Andreas erklären lassen wenn ich endlich bei ihm bin. Er kennt ihn nämlich inzwischen.
Und was mein Wohnzimmer betrifft, hier ist auch Platz für alle Gefühle, und sie dürfen ganz offen geäußert werden. Damit ziehst Du niemanden runter. Wir wissen doch alle wie es ist. Und Du hast Dir ein gutes Versprechen gegeben. Hör auf Deine Gefühle und sei hier wenn und weil Du es möchtest. Sichtbar oder unsichtbar. So wie es für Dich richtig ist.
Ich drücke Dich ganz sanft



Lilifee
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Lieber King,
ja wer sonst? Es gibt aber auch noch andere Vereine die das Wort Eintracht im Namen haben. Und so langweilig ist die Bundesliga in dieser Saison doch gar nicht. Zu mindestens bis jetzt nicht. Aber am Ende wird es schon wieder so sein, daß die Meisterschale in den Münchner Himmel gereckt wird.
Doch, doch, Du bist ein Sprachgenie. Kein Wunder daß Du früher bei so vielen Sprachen auch mal was vermischt hast. Ich frage mich eh wie das bei Kindern ist, die zwei- oder sogar mehrsprachig aufwachsen. Das ist ja eine feine Sache, aber wie schaffen sie es die Sprachen auseinander zu halten.
Kölsch ist ja auch nicht einfach zu verstehen. Aber das ist ja bei allen Dialekten so. Da steht Otto Normalverbraucher nur noch staunend auf dem Schlauch. Habe mir gerade das Video mit dem unsäglichen Sepp Blatter angesehen. Am Anfang war wieder reinstes klingonisch. Aber es klingt gut. Ich finde Dialekte auch schön, beherrsche aber leider keinen.
Kommen die Drecksäcke dieser Welt eigentlich immer und mit allem durch? Können sie sich alles erlauben? Das ist so frustrierend. Bis jetzt sind 44% der Meinung, die Freisprüche sind gerechtfertigt. Was sind das für Menschen??? Und für Herrn Infantino gibt es (noch) keinen Gegenkandidaten. Wie kann das sein, frage ich mich. Kommt denn niemand auf die Idee, daß der Mann dringend abgelöst werden muß?
Naja, uns fragt eh niemand. Gucken wir halt mal wie es so wird bei der EM. Für Deutschland.
Aber jetzt heißt es am Dienstag erst mal Schweizer vor, noch ein Tor.







Wünsche noch einen schönen Abend
Lilifee
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Liebe Puzzle,
Du bist so wunderbar pragmatisch, das erdet. Und nicht nur Deine Ärztin hat Humor, sondern Du ebenso. Manchmal auch Galgenhumor, aber der hat auch seine Berechtigung. Und tut soooo gut.
Egal, wie die Katastrophe passierte, egal, wie sie über uns hereinbrach, es geht uns allen gleich.
Diese Gewissheit war für mich der „Schalter“, den du dir wünschst. Jedesmal, wenn eine dieser Fragen auftaucht, erinnere ich mich daran, dass es allen gleich geht und dass egal, wie das alles passiert wäre, es nichts geändert hätte. Es ist, wie es ist.Es klappt noch nicht immer, aber auch in mir wächst immer mehr die Erkenntnis, es nutzt nichts sich zu quälen, vorbei ist vorbei. Wir haben unser Möglichstes für unsere Lieben getan. Und wir sind leider nicht allmächtig sondern nur kleine schwache Menschen. Schuldgefühle werden uns immer wieder mal plagen, das wird sich nicht vermeiden lassen. Aber ich lasse mich von ihnen nicht mehr so erdrücken wie in der ersten Zeit.
Allerdings sehe ich, auch wenn ich nach vor schaue, nichts, was mich freut. Das ist gerade mein Problem, an dem ich knoble. Wie bekomme ich Licht, Farben und Freude auf diesen Weg?
Momentan lasse ich den Weg, wie er ist - weil ich erstens keine Kraft mehr habe, großartiges zu ändern, weil ich zweitens keine Idee hab, was ich ändern könnte und weil ich es drittens normal finde, dass es dunkel, kalt und freudlos ist.Das könnten meine Worte sein. Perfekt ausgedrückt was ich auch empfinde. Mir ist auch das Winterhalbjahr lieber. Da ist es draußen früher dunkel und oft trübe. Das paßt besser zu meinem Inneren als strahlender Sonnenschein. Freude läßt sich nicht erzwingen. Das ist so was von wahr.
Wer weiß schon, wann die Sonne wiederkommt? Wer weiß schon, wann die Farebn wieder leuchten und das Licht die Seele erreicht? Ich weiß es nicht - aber ich verspreche: ich sag’s euch, wenn’s so weit ist
Niemand weiß das. Vielleicht wird es ja noch mal so. Dann nehme ich es dankbar an und sage wieder leise zu Andreas „ich weiß daß Du das warst. Danke“ Und wenn es nicht mehr so wird, auch gut, ich bin ja inzwischen dran gewöhnt.
Liebe Puzzle, Du bist hier sehr willkommen. Mein Wohnzimmer ist groß und hat Platz für alle lieben Menschen, die sich hier wohlfühlen können. Ich habe es Annie schon geschrieben, und das schreibe ich jetzt auch Dir: bleib solange Du möchtest. Die interessante Unterhaltung mit Dir bereichert mich und tut mir gut.
Wünsche Dir noch einen besinnlichen 2. Advent
Lilifee
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Liebe Renate,
darfst Du immer, schrieb ich auch schon mal. Was Du erleben mußtest ist ja noch schlimmer als der schlimmste Albtraum. Diese Entscheidung brauchte ich nicht treffen, und darüber bin ich auch sehr froh.
Wer meine Geschichte kennt weiß das ich mit der Entscheidung die Apparate auszuschalten, für immer, mir meinen eigenen Stein um den Hals gebunden habe, der mich schön langsam in den Abgrund zieht. Egal was alle anderen sagen, er zieht und zieht und lässt das Kopfkino nicht aufhören.
Das kann ich so gut verstehen, denn mir ginge es genauso. Ich hätte das Gefühl meinen Mann eigenhändig umgebracht zu haben. Das stimmt natürlich nicht, aber so würde es sich anfühlen. Angehörige, die zu allem Schweren auch noch diese Entscheidung treffen müssen, tun mir so unendlich leid. Andere Mitglieder waren auch in dieser Situation und ich habe immer gedacht, wie kann man das aushalten. Vermutlich wie alles andere, man hält es aus weil man es muß. Aber das würde mich auch für den Rest meines Lebens verfolgen. Du bist so tapfer, bewältigst einen arbeitsreichen Alltag und versuchst ein sinnvolles Leben zu leben. Das habe ich in etlichen Beiträgen von Dir gelesen. Auch wie schwer es Dir von manchen Menschen aus Deinem Umfeld gemacht wurde und vielleicht noch wird. Und dazu noch der Mühlstein um den Hals.
Liebe Renate, verlange nicht zu viel von Dir. Andere wären längst zerbrochen. Ja, irgendjemand muß immer Schuld haben. So sind wir, das stimmt. und Im Zweifelsfall sind wir diejenigen die schuld sind. Auch das eint uns hier. Aber Puzzle hat auch Recht wenn sie schreibt „Dieses Zurückblicken hat für mich den Sinn verloren.“ Das stimmt auch, denn wir können die Vergangenheit nicht ändern. Alles „hätte, könnte, würde“ ist nur zu menschlich. Aber der Zug ist abgefahren wie es so schön heißt. Zu der Erkenntnis muß man sich durchringen, auch wenn es nicht immer einfach ist.
Ich wünsche Dir Kraft und daß der Stein leichter wird.
Liebe Grüße
Lilifee
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2 : 0 für England. The three lions et les bleus wollen wohl weiterkommen?
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Wieder so schön und passend ausgesucht. Ich hoffe, Annie gefällt es auch.
Linchen -
Liebes Linchen,
gestern habe ich leider nicht gleich geschaltet. Hast Du auch ein schönes Bild für unsere liebe Annie, die ja um ihren Papa trauert? Damit sie sieht daß wir an sie denken. Das wäre ganz lieb von Dir.
Ich wünsche Dir einen besinnlichen 2. Advent
Lilifee
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Ach Linchen,
schade daß Du Andreas nicht gekannt hast. Dann hättest Du gewußt was liebevoll heißt, und warum ich ihn über alles liebe.




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Liebes Linchen,
was für ein schönes Bild hast Du da wieder ausgegraben.
Du darfst hier so viele Bilder einstellen wie Du möchtest. Egal für wen, sie sind alle willkommen. 

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Liebe Puzzle,
der gestrige Tag ist rumgegangen. Ich hatte Kontakt mit den Geschwistern von Andreas, habe eine sehr liebe unerwartete SMS von Andreas Lieblingskollegin bekommen, sogar meine Schwester hat eine Mail geschickt, und abends hatte ich das Forum und euch. Ich hoffe, Du hast Deinen schwierigen Tag auch überstanden. Der Geburtstag des geliebten Partners ist ja nicht irgendein Tag. Aber was bleibt uns letztlich übrig, als auch solche Tage zu überstehen. Bei mir konzentrieren sich diese Tage auf einen Zeitraum von knapp 2 Monaten. Nach dem Todestag am 02. Dezember kommen Weihnachten und Silvester ohne Andreas, und am 31. Januar sein Geburtstag. Und dann noch im Sommer unser Kennenlerntag und der Hochzeitstag. Aber diese beiden Tage belasten mich seltsamerweise nicht so sehr. Vielleicht weil sie schon so unwirklich geworden sind. Wie aus einem ganz anderen glücklichen Leben.
Ich habe auch lange damit gehadert daß ich nicht bei Andreas sein konnte als er starb. Es hatte ja nichts auf seinen Tod hingedeutet, und ich hätte niemals grundlos schon morgens um 8 Uhr im Krankenhaus sein dürfen. Habe auch diejenigen beneidet, die ihre Partner im Arm halten durften als sie gegangen sind. Für Andreas hätte ich das auch so gerne getan. Ich hätte ihn gerne spüren lassen daß er seine letzte Reise nicht alleine antreten muß, hätte ihm gerne noch ein letztes Lebewohl gesagt. Aber das Schicksal hat es nicht gewollt. Oder hat Andreas es nicht gewollt? Weil er mir genau das ersparen wollte? Wenn wir uns wiedersehen werde ich ihn danach fragen. Ob es so war und warum er mich ausgeschlossen hat. So habe ich mich nämlich auch gefühlt.
Ja, das liebe Kopfkino. Unsere Geschichten sind naturgemäß sehr unterschiedlich. Bei manchen kam der Tod plötzlich, bei anderen hat das Sterben länger gedauert. Einige konnten bei ihren Angehörigen sein und sie noch ein Stück weit begleiten, andere hatten diese Möglichkeit nicht. Aber eines haben alle Geschichten gemeinsam, das schlimme Ende. Was auch immer noch getan werden konnte oder nicht, es hat nichts geholfen und nichts geändert.
Dein Partner hat mit Sicherheit versucht Hilfe zu holen wenn er noch bei Bewußtsein war. Da fragt man ja nicht, bin ich dazu in der Lage? Das ist einfach der Überlebenswille, der einen noch antreibt. Und Du hast Dich immer wieder gefragt, was wäre gewesen wenn. Du hättest sofort Hilfe holen können, ganz bestimmt. Aber hätte es letztlich was geändert? Was glaubst Du, wie oft ich im Geiste den Besuch des Hausarztes nochmal erlebt und durchgespielt habe. Er war Montags bei uns, und der Schlaganfall war am Donnerstag. Hätte sich der Schlaganfall vielleicht sogar verhindern lassen wenn Andreas noch am Montag in eine Stroke Unit gekommen wäre? Fragen über Fragen, sie treiben Dich um, doch das Schicksal bleibt stumm. Habe ich sinngemäß irgendwo gelesen und fand es sehr passend.
So habe ich Frieden geschlossen.
Und diesen Frieden wünsche ich uns allen. Nicht mehr fragen, nicht mehr suchen… Frieden.Das wäre schön. Keine Fragen mehr, einfach nur Frieden. Leider ist das nicht so einfach. Ich hadere inzwischen nicht mehr, und das Kopfkino hat sich auch beruhigt. Trotzdem gibt es immer noch ein kleines Teufelchen das sich manchmal in den Vordergrund drängt und fragt: Hättest Du nicht doch und was wäre gewesen wenn? Ja, hätte hätte, Fahrradkette. Alles Sch….
Aber irgendwann bekommen wir Antworten, und irgendwann haben wir Frieden. Irgendwann ….
Ich wünsche Dir einen ruhigen und besinnlichen 2. Advent.
Alles Liebe
Lilifee
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Tja, der Anschlußtreffer hat leider nicht gereicht. Jetzt bleibt vom möglich gewesenen Triple nur noch die Nati übrig. Also alle Daumen drücken für die Schweiz.
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Liebe Puzzle,
Du bist sehr stark, das erkenne ich immer wieder in Deinen Beiträgen. Und ich habe schon wesentlich mehr davon gelesen als Du bei mir geschrieben hast. Aber täusche Dich nicht. Bist Du wirklich sicher daß Du es Fall Deines Partners ganz genau wissen willst?
Als das Herz von Andreas stehen geblieben ist haben die Ärzte fast eine Stunde lang versucht ihn zu reanimieren. Und wenn ich es richtig verstanden habe wurde dabei mindestens eine Rippe gebrochen. Ich weiß ja nicht was man in diesem Stadium noch mitbekommt, aber ich will es auch gar nicht wissen. Auch heute nicht. Der Gedanke daß er bei dieser Tortur doch noch etwas gefühlt hat, läßt mich frösteln. Deshalb gebe ich diesem Gedanken erst gar keinen Raum und hoffe nur daß er schon tot genug, und seine Seele bereits gegangen war.

Ich bin alle Wenns tausend Mal durchgegangen. Wenn nur eine einzige Kleinigkeit anders gewesen wäre, wäre ich mittendrin gewesen in der Situation… sie war aber nicht anders. Warum?
Diese Überlegungen wegen "hätte, könnte und was wäre wenn" kennen wir doch alle. Andreas war vor seinem schweren Schlaganfall schon einige Tage krank zuhause gewesen. Es war aber nichts wirklich greifbares. Er hatte oft Kopfschmerzen (die hatte er aber schon von Kind an), ihm war manchmal schwindlig, er war sehr schlapp und hat viel geschlafen. Der Hausarzt mußte sogar zu uns kommen, weil ich Andreas nicht mal bis ins Auto, geschweige denn bis in die Praxis bekommen hätte. Er hat Andreas abgehört und befunden, es wäre eine Magen- und Darmgrippe. Die ist damals nämlich bei uns umgegangen. Ich habe mich zwar gewundert, dachte immer dann kommt man nicht mehr vom Klo weg, und weiß nicht ob man erst drauf sitzen oder davor knien soll. Aber wer bin ich, daß ich einem Arzt ernsthaft widersprechen kann.
Als Andreas dann den Schlaganfall hatte war er zufälligerweise im Wohnzimmer, weil es ihm sogar etwas besser ging. Er saß auf dem Sofa, wir haben geredet, und auf einmal ist er langsam zur Seite gekippt und hat den Mund weit auf und zu gemacht. Da habe ich flugs den Rettungsdienst gerufen, und der kam auch sehr schnell. Zuerst wollten sie Andreas in ein bestimmtes Krankenhaus nach Wiesbaden bringen, aber dann haben sie gesagt ein anderes KH in unserer Gegend wäre näher, und sie bringen ihn dorthin. Später habe ich immer wieder gedacht, warum habe ich dem Hausarzt nicht doch widersprochen und gesagt welche Beschwerden Andreas hatte, und daß das nicht nach einer Magen- und Darmgrippe klingt. Warum habe ich nicht darauf gedrungen daß Andreas in das Wiesbadener KH gebracht wird. Dort gibt es nämlich eine gut ausgestattete Stroke Unit.
So ist er erst abends um halb zehn in ein Koblenzer KH zur CT weiter transportiert worden. Er wurde noch in der Nacht operiert, aber es ist viel wertvolle Zeit verschenkt worden. Der Schlaganfall, an den ja niemand gedacht hat, war gegen 18 Uhr. Und dann ist mein Kopfkino gekreiselt. Hätte es was ausgemacht wenn ich dem Hausarzt die tatsächlichen Symptome geschildert hätte? Hätte es vielleicht noch etwas genutzt wenn Andreas vom Rettungsdienst gleich in die Stroke Unit gebracht worden wäre? Vielleicht ja, vielleicht nein, ich werde es nie wissen. Und ich will es auch nicht wissen. Der Gedanke, Andreas hätte gerettet werden können wenn ich energischer gewesen wäre, ist zu unerträglich. Vielleicht wäre er auch gerettet worden, aber dann ein schwerer Pflegefall geblieben. Und dann denke ich, wenn etwas vorherbestimmt ist kann man sich auf den Kopf stellen und mit den Füßen wackeln, es hätte nichts geändert. Und daß Andreas als schwerer Pflegefall vor sich hin vegetiert wäre hätte ich auch nie gewollt.
Gibt es so etwas wie Schicksal? Gibt es Zusammenhänge? Gibt es womöglich einen Masterplan? Oder sind wir wie Korken in einem Ozean, hin und her geworfen und planlos treibend, bis wir untergehen?
Das frage ich mich auch. Einerseits kann ich nicht glauben daß alles nur Zufall ist, aber andererseits fühle ich mich eher wie ein Korken. Das Dumme ist nur daß Korken nicht untergehen. Die können sehr gut schwimmen.
Es tut mir sehr leid daß Du auch einen schweren Tag hattest. Das habe ich leider jetzt erst gelesen. Hoffe aber, er war zu bewältigen. Hat es etwas mit Deinem Partner zu tun? Wenn die Frage aber zu persönlich ist, überlies sie einfach.
Ich werde für deinen Andreas ein Kerzerl anzünden… und stelle mir vor, wie unsere Lieben alle zusammensitzen und gemeinsam auf uns warten…
Danke fürs Kerzerl, und das stelle ich mir gerne mit vor. Dieses Kopfkino gefällt mir viel besser.
So, nun ist es kurz nach eins, ich habe wieder viel zu viel geschrieben und wünsche Dir eine ruhige Nacht.

Für Dich auch viel Kraft und eine liebe

Lilifee
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Du meinst aber jetzt nicht die Frankfurter Würstchen? Oder doch? Und Joe Biden hat auch Ahnung vom Fußball? Ist ja irre.
Natürlich gibt es in der Schweiz nicht nur einen Dialekt, und die Verständlichkeit derselben ist sicher durchaus unterschiedlich. Aber wenn gaaanz langsam gesprochen wird wie in Bern ist das doch nur gut für die Verständigung. Jetzt wird mir auch klar, warum es einen ganz bestimmten Witz über einen Mann aus Bern gibt. Den verkneife ich mir aber, ist nicht ganz stubenrein. Habe mich nur immer gewundert warum den Bernern Langsamkeit nachgesagt wird.

Deine Eltern kann ich gut verstehen. Ich hatte an dem bewußten Abend auch öfter ein Fragezeichen im Gesicht. Offensichtlich bist Du ein Sprachgenie weil Dir das so leicht fällt.
Hach. Sagt mal "Chuchichäschtli" (Küchenkästchen). Ist so eine gern gestellte kleine Aufgabe.
Ich habs probiert. Sei froh daß Du es nicht gehört hast. "Chuchi" ging ja noch, aber dann ....
Und der Wiener Schmäh ist ja wieder ganz anders. Den kann man gut verstehen. Aber die Österreicher werden die Schweizer wohl nicht so problemlos verstehen. Deine Freundin wird aber Dich verstehen, und das reicht ja. Ansonsten hat sie ja Dich als Dolmetscher. Irgendwo sagt man doch auch nur Dolmetsch. Ist das etwa in der Schweiz?

Ja, das Triple im Achtelfinale wäre schön gewesen. Aber dann hätte es vielleicht eine Paarung gegeben, die Dich in Gewissenskonflikte gestürzt hätte.

Quo vadis Deutschland? Da bin ich auch mal neugierig. Vor allem wegen der EM in 2 Jahren im eigenen Land. Aber wer weiß was bis dahin ist.
Liebe Grüße
Lilifee
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Lieber Simon, (wie willst Du eigentlich lieber genannt werden, King oder Simon? Habe mich jetzt mal für Simon entschieden
)Danke für das schöne Licht das Du für Andreas und mich angezündet hast. Es ist und bleibt ein schwerer Tag. Um diese Zeit war Andreas schon viele Stunden tot. Er ist morgens um kurz vor acht Uhr gegangen. Aber diesen schlimmen Tag hat ja jeder von uns irgendwann. Auch deshalb bin ich so dankbar für dieses Forum. Weil man hier nicht alleine gelassen wird. Weil es hier Menschen gibt die mitfühlen. Und Du bist einer von diesen lieben Menschen.
dafür.Liebe Grüße
Lilifee