Liebe Puzzle,
tut mir leid daß ich erst jetzt antworte, aber eine kurze Pause war nötig. Habe ja in den letzten Tagen einiges geschrieben, und mußte die Omme mal auslüften lassen.
Danke für Dein Kompliment, daß ich genauso zurückgeben kann.
Du bist auch sehr einfühlsam. Das direkte Umfeld leidet immer mit wenn etwas ist, und nicht helfen können ist dann sehr schmerzhaft. Das erkennt nur nicht jeder, weil für manche Menschen das eigene Befinden zu sehr im Vordergrund steht. Du hast erkannt wie Deine Angehörigen um Dich gelitten haben. Wie hilflos und ohnmächtig sie sich gefühlt haben müssen. Was Du erleben mußtest war ja absolut heftig, und Du hattest bestimmt genug mit Dir zu tun. Aber ich vermute mal, Du hättest Deinen Angehörigen die Sorge um Dich trotzdem gerne abgenommen wenn Du es gekonnt hättest.
Ob die Blutung durch einen Fehler des Operateurs ausgelöst wurde oder nicht war ja sicher nicht mal das Thema. Sie war aber da und es wurde fast zu spät eingegriffen. Und das war doch das Entscheidende. Das Leugnen einer Krisensituation die man hätte erkennen müssen, und das ganz offensichtliche manipulieren der Unterlagen kann man schon als kriminell bezeichnen. Der Anwalt Deines Vaters hat leider Recht. Als "kleiner Mann" hast Du gegen die Halbgötter in Weiß keine Chance weil Du letztlich nichts beweisen kannst. Ich hoffe aber mit Dir, daß es wenigstens für die tolle Krankenschwester Konsequenzen gegeben hat.
Ich denke eigentlich auch daß Andreas keine Schmerzen leiden mußte. Die Geräteanzeigen lügen ja nicht, und ich hatte bei meinen Besuchen auch immer das Gefühl daß er entspannt war. Es war ja auch nicht so daß er völlig weggetreten war. Wenn ich ihn angesprochen habe hat er sofort den Kopf in die richtige Richtung gedreht, und der Blick ging nicht an mir vorbei, sondern war genau auf mich gerichtet. Gesehen hat er mich wohl nicht mehr, aber er hat reagiert. Schrieb ich auch schon irgendwo, glaube ich jedenfalls.
Deshalb hätte man es ihm sicher angemerkt wenn er gelitten hätte.
Für Dich war es sicher eine große Beruhigung zu wissen daß Deine Mutter keine Schmerzen hatte. Und daß Deine Großmutter auch nicht mehr leiden mußte nachdem sie versorgt wurde. Beim Tod Deines Partners war das wohl leider anders weil er alleine war. Ich glaube mein Kopfkino würde heißlaufen und ich weiß nicht, wie ich den Gedanken ertragen könnte. Daß der geliebte Mensch leiden und sich quälen mußte. Das ist ja außer dem Tod so ziemlich das Schlimmste was passieren kann, wenn man liebt. Mit der lapidaren Aussage "Herzversagen" solltest Du wohl beruhigt werden. Aber letztlich tritt der Tod immer durch Herzversagen ein, egal was vorher war. Wenn das Herz nicht mehr schlägt ist man ziemlich tot, das ist nun mal so. Und es ist auch leider so wie Du schreibst, nämlich nicht mehr zu ändern. Aber besser macht es das nicht.
Ich hoffe Dein Arztbesuch war nur Routine und nichts Schlimmes. Und ansonsten, wie hast Du so schön geschrieben? Aufgegeben wird nur die Post. 
Dir auch alles Liebe
Lilifee