Liebe Ruth,
zunächst auch von mir mein tiefes Mitgefühl zu deinem entsetzlichen Verlust.
Was niemand auch nur eine Sekunde lang in Gedanken ertragen kann, ist unsere Wirklichkeit. Wir haben (den) einen intimen und geliebten Menschen, unser DU, an den Tod verloren und es gibt nichts, was daran etwas ändern, reparieren oder wiedergutmachen kann. Es gibt keine grausamere Realität als das Nie-wieder, keine niederschmetterndere Wahrheit als das Es-ist-unmöglich.
Es gibt keinen Trost, keine Lösung, Abhilfe oder Linderung in der unmittelbaren Umgebung des Einschlags. Wir können einzig Schmerz und Trauer (und damit unserer Liebe!) den Raum geben, den sie fordern und uns gegenseitig beistehen und in den Abgrund begleiten.Damit wird nichts besser oder leichter. Nur werden wir so etwas daseinsfähiger.
Rückzug, atmen, trinken, essen (soweit möglich), lesen, und ruhige Spaziergänge sind meine Maßnahmen, um das Unüberlebbare zu überleben. Auf keinen Fall jedoch (so meine persönliche Strategie) "nach vorne sehen", denn keine noch so glanzvolle Aussicht kann uns ein Leben mit dem, ohne den wir nicht leben können, bieten.
Wir schaffen es, du liebe, weil wir keine Wahl haben.
Ganz herzlich
*** Niobe