Hallo ihr Beiden!
Ja Linchen, ich hab auch oft an dich gedacht... und ich hoffe, es geht dir "gut" - du weißt wie ich das meine.
Kornblume geht es auch gut soweit. Das Wetter macht manchmal zu schaffen - aber wem nicht.
Wie ist es mir ergangen... Nun, das Leben fordert seinen Alltag - Tag um Tag... Der Schmerz, dass Mama nicht mehr da ist, der ist immer da aber ich lerne damit zu leben. Am 25. September sind es schon 2 Jahre - unglaublich!
Dieser Schmerz wird mich begleiten, bis auch mein Stündchen gekommen ist.
Sie ist immer "da" irgendwie - und dann auch wieder nicht. So GAR nicht! Aber das ist ok so! Sie hat ja nun ein ganz "neues" Leben dort drüben...
Es ist immer eine Gradwanderung. Und auch das ist ok! Trauer verwandelt sich... jeden Tag... sie gehört so zum Leben dazu.
Heute las ich einen Satz: Nichts ist gewisser als der Tod und nichts ungewisser als seine Stunde. Oder so ähnlich.
Ja, so ist das! Wir gehen auf den Tod zu - vom ersten Atemzug an...
Und dennoch ist das Loslassen, das Gehen-Lassen eines geliebten Menschen so unglaublich schwer... So ist mir nicht um mein Gehen bange sondern um das Gehenlassen derer, die ich lieb hab... Das "Davonfliegen" das ist leicht! Das DA BLEIBEN das ist schwer, so viel viel schwerer... und unsere Lieben wissen das!
Sie können uns den Schmerz nicht "abnehmen" - wenn sie könnten so würden sie es bestimmt... Aber uns fehlt die Nähe, die physische Nähe! Das Anfassen, Spüren, Riechen, das miteinander Lachen, Weinen, Reden...
All das fehlt einfach!
Nun kann man diese Lücke nicht "füllen" - aber man kann diese Lücke integrieren. Und ich glaube, darum geht es - auch - in der Trauer! Wie nehme ich sie an, wie baue ich sie gut in mein Leben ein...
Oh, glaubt nicht, dass es leicht ist! Es gibt Tage da zerreißt es mir das Herz! Schon am frühen Morgen...
Aber dann gibt es Tage, da kann ich dankbar sein - dankbar, dass sie meine Mama war, dass sie so lange bei mir sein konnte, dass sie nicht mehr leiden musste.. und sie hat SEHR gelitten! Ihre Schmerzen waren unmenschlich...
Und trotzdem wollte sie da bleiben! Bei Papa und mir... aber als es "Zeit" war, war es so. Annehmen. Annehmen was sich nicht ändern lässt... Das macht ruhig. Ruhig in der Seele. Annehmen. Vertrauen dass das was geschieht in Ordnung ist und sein darf. Sein muss...
Ich bin gerade dabei, meinen Garten auf Vordermann zu bringen und hab ein hilfreiches Helferlein dafür gefunden.... denn 1000 qm sind einfach zu viel für mich. Aber so nach und nach wird es.
Mama liebte den Garten auch wenn sie null einen grünen Daumen hatte! Im Ernten war sie super... aber die Zwiebeln hat sie Kopfüber in die Erde gesteckt... Aber alles hatte sie liebevoll im Blick. Nun, dieses Jahr fällt mir auf - es mag auch am vielen Regen liegen - dass der Garten auch den Kopf hängen lässt: ALLE Apfelbäume tragen so gut wie keine Äpfel, sie sind dürr und kümmerlich... Büsche, die immer toll geblüht haben, dümpeln vor sich hin... Die Trauben muss man suchen... Es ist, als ob auch dem Grünzeug ihr liebevoller Blick fehlt.
Das nehme ich nun als Herausforderung an! Im Herbst werden sie ordentlich geschnitten und dann!
So ist das Leben irgendwie doch immer im Fluss... Mal bleibt es stehen, mal fließt es tüchtig voran...
So viel für heute... ich will euch nicht zutexten... 