Mein Sohn ist tot!

  • Liebe Rosenna,

    herzlich willkommen hier im Forum und mein tiefes Mitgefühl für Deinen schrecklichen Verlust!

    Wie lang ist es her, dass Dein Sohn auf so tragische Weise sein Leben verloren hat? Gibt es Menschen, die Dich unterstützen? Erzähl doch ein bisschen mehr von Dir, wenn Du magst.

    Alles Liebe Dir <3<3<3

  • Oh nein, ich glaube das ist so ziemlich das schlimmste was einer Mutter passieren kann. Aber hey, drüber reden hilft ein bisschen. Lass dir Zeit bis du bereit bist und dann erzähl uns mehr ja? Wir haben hier alle jemanden verloren und verstehn dich.

    Also bis bald und bis dahin eine erträgliche Zeit.

    Liebe Grüße...

  • Liebe Soraja, liebe Still Crazy,


    vielen Dank für deine Antwort. Mein Sohn ist vor zwei Wochen verunglückt. Es war in der Nacht des Halloween, er war auf einer Party und hat eine ganze Flasche Wodka und viel harte Getränke getrunken. Auf dem Weg zu Fuß ist er auf die Schienen ins Koma gefallen, dann ist die Bahn gekommen und hat ihn tot gefahren. Früh morgens um 4 kamen zwei Polizisten mit einer Seelsorgerin zu mir nach Hause. Er war sonst kein Trinker. In jener Nacht hat er sich jedoch tot getrunken. Ohne Kontrolle. Hätte ich ihn kontrollieren sollen? Aber das wollte er ja nie, denn er sagte immer, er sei schon 21. Meine Freunde lassen mich nicht alleine, sie kümmern sich um mich. Bin froh darüber.

    Liebe Grüße

  • Nein Rosanna, du kannst auf einen 21-jährigen nicht derart aufpassen. Er war erwachsen und du warst ja nicht mit auf der Party, wie willst du da was verhindern was er so wollte. Er wollte ganz sicher nicht sterben, aber er hat sich entschlossen derart viel zu trinken dass er sich selber nicht mehr unter Kontrolle haben konnte. Ich bin grad gar nicht sicher ob ich überhaupt etwas dazu sagen sollte, weil es könnte dich verletzen was ich ja mal so gar nicht will. Doch unsere Gefühle sind in der Zeit der Trauer unberechenbar und können durchaus etwas ausdrücken was man mit Verstand so nie sagen würde. Nur der Verstand funktioniert oft nicht so wie man das will, wenn die Gefühle überschäumen.

    Es ist ganz wichtig dass du Freunde hast die da sind wenn du zu fallen drohst, die dich halten und dir wieder aufhelfen. Ich wünsch dir eine einigermaßen ruhige Nacht und drück dich ganz fest. Mit lieben Grüßen Soraja

  • guten Morgen

    Das du mein Mitgefühl hast,hab ich dir ja schon geschrieben.

    Für Mitleser setze ich eine Eltern oft sehr hilfreiche Organisation ein

    https://www.veid.de/hilfe-fuer-betroffene/

    Viel Kraft.

    "Hütet euch vor falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. " (Mt 7,15)

    Nicht jede Geschichte,die im Internet erzählt wird, ist wahr.Trauernde haben oft sehr viel Mitgefühl für andere .Passt gut auf euch auf.

  • Liebe Soraja, liebe Indian Summer,


    ihr habt ja so recht. Ich konnte auf einen 21-jährigen nicht derart aufpassen. Es war unmöglich. Er war selbst verantwortlich für sein Handeln. Er hatte gar keine Kontrolle mehr. Ich stelle mir gerade vor, wie es gewesen wäre, wenn er danach behindert geblieben wäre und ich ihn jahrzehntelang pflegen müsste. Das hätte ich wahrscheinlich noch weniger verkraftet. Oder wenn er einen Flugzeugabsturz gehabt hätte, sodass ich keinen Leichnam hätte. Jetzt weiß ich wenigstens, wo er liegt. Trotzdem kann ich die innere Leere nicht füllen. Danke nochmal für den Link.

  • Nein, sterben wollte er ganz bestimmt nicht. Er war voller Leben. Deshalb zog er ja auch von Party zu Party. Er war jung, das ist normal. In mir ist ein ganz großer Teil gestorben. Er war auch noch Einzelkind.

  • Liebe Rosenna,


    meine tief empfundene Anteilnahme zum Tod deines Sohnes, so ein unfassbarer Verlust... wenn ich lese wie du beschreibst wie er gestorben ist, dieser furchtbare tragische Unfall, zieht es mir das Herz zusammen, da verschlägt es mir den Atem und die Worte,... verzeih mir... <3 ich bin ja selbst auch Mama und kann doch auch nachfühlen wie furchtbar diese Tage für dich sind, wie es dir gehen mag - wie geht es dir? ..dass es dir wahrscheinlich das Herz zerreisst...es war einfach viel zu früh!

    ich wünsche dir einfach dass du hier Erleichterung und Hilfe findest, hier und auch um dich herum, und wünsche dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit...

    sag bitte, wenn du was brauchst , und was du brauchst.


    Hast du deine Familie um dich?

    Wie geht es denn dem Papa deines Sohnes?


    Hier ist immer jemand da <3


    Alles Liebe zu dir,

    m.

    Die Wahrheit triumphiert nie, nur ihre Gegner sterben aus (Max Planck)


    rilke.de/briefe/160703.htm


    VORÜBUNG FÜR EIN WUNDER


    Vor dem leeren Baugrund
    mit geschlossenen Augen warten
    bis das alte Haus
    wieder dasteht und offen ist

    Die stillstehende Uhr
    so lange ansehen
    bis der Sekundenzeiger
    sich wieder bewegt

    An dich denken
    bis die Liebe
    zu dir
    wieder glücklich sein darf

    Das Wiedererwecken
    von Toten
    ist dann
    ganz einfach

    (Erich Fried)

  • Liebe Rosenna,

    das ist eine unglaublich traurige Geschichte. Ich bin auch Mama eines Einzelkindes. Wie wäre es für mich...? Ich habe oft darüber nachgedacht, wenn ich erfahren habe, dass jemand ein Kind verloren hat.

    Gut, dass Du hier bei uns bist. Hier gibt es verständnisvolle Menschen und Rückhalt.

    Alles Liebe Dir <3<3

  • Liebe Nebelfrau, liebe Still Crazy,


    vielen lieben Dank. Es ist einfach nur schrecklich! Besonders jeden Morgen halte ich den Schmerz nicht aus. Bin so froh, dass es so verständnisvolle Menschen hier gibt. Ich habe Familie um mich. Mein Ex-Mann ist seit dem Tod des Sohnes ein seelisches Wrack geworden. Es war alles so tragisch. Mir zerreißt es das Herz. Wie oft habe ich meinem Sohn immer gesagt, er soll nachts nicht rausgehen, weil da draußen Gefahren lauern, doch er hörte nie auf mich. Ich finde es schrecklich, dass er mit dem Leben bezahlt hat.

  • zwei Wochen -


    Es tut mir so leid für dich - diesen Schmerz und den langen Weg, der vor dir liegt.


    Ich möchte dir für heute nur ganz viel Kraft wünschen.


    Deinen Freunden möchte ich ganz viel Ausdauer wünschen und


    wir werden uns sicher noch viel lesen hier.



    Was ich gleich schreiben möchte: Unser ältester Sohn ist 20 Jahre alt und auch ihm könnte ich eine Party und auch den Alkohol nicht verbieten.

    Ich könnte ihm zwar ins Gewissen reden, doch ändern würde sich dadurch nicht viel.


    Wie ist denn dein Beziehung zu deinem Sohn?


    Ich wünsche dir heute einen Moment mit einer Erinnerung, die dir für diesen Moment den Schmerz nimmt.

    Lg. Astrid

  • Wie ist denn dein Beziehung zu deinem Sohn?


    Ich wünsche dir heute einen Moment mit einer Erinnerung, die dir für diesen Moment den Schmerz nimmt.

    Lg. Astrid

    leider ist der Sohn tot.

    LG

    "Hütet euch vor falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. " (Mt 7,15)

    Nicht jede Geschichte,die im Internet erzählt wird, ist wahr.Trauernde haben oft sehr viel Mitgefühl für andere .Passt gut auf euch auf.

  • liebe Rosenna

    Nichts für heute,

    Nichts für morgen

    Aber vielleicht für euch übermorgen sehr hilfreich

    Tipp - Therapie

    Du weisst,warum ich dir das schon heute mitteile.

    Heute zählt es nur ,den Tag zu überleben

    Alles Liebe Dir

    "Hütet euch vor falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. " (Mt 7,15)

    Nicht jede Geschichte,die im Internet erzählt wird, ist wahr.Trauernde haben oft sehr viel Mitgefühl für andere .Passt gut auf euch auf.

  • Indian Summer - ich weiß dass der Sohn tot ist. Trotzdem bin ich überzeugt, dass da eine Beziehung ist und bleibt.

    So wie die Liebe bleibt.


    Liebe Rosenna,

    die Frage nach der Beziehung zu deinem Sohn rührt vor allem daher, dass unser Sohn vor 15 Jahren ganz plötzlich starb. Er war 3 1/2 Jahre alt. Und noch heute habe ich eine Beziehung zu ihm, verbindet uns die Liebe und er ist so tief in meinem Herzen, dass ich ihn nie verlieren kann. Aaron hat mein Leben nachhaltig geprägt. Durch sein Leben, seinen Tod, die Trauer um ihn und unsere Beziehung und unsere Liebe.


    Darum kann ich erahnen, durch welche Hölle du gehst, so wie viele trauernde Menschen durch ihre persönliche Hölle gehen. Und auf diesem Weg gehe ich hier ein Stück mit dir, wenn du magst.


    Und so wünsche ich dir für heute einen heilsamen Moment, in dem du die Liebe zu deinem Sohn spürst.

    Lg. Astrid.

  • bei den meisten trauernden Müttern , die ich kenne, entwickelte sich diese veränderte Beziehung erst nach einer gewissen Zeit nach dem Tod.

    Aber auch hier geht jeder seinen eigenen Weg

    "Hütet euch vor falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. " (Mt 7,15)

    Nicht jede Geschichte,die im Internet erzählt wird, ist wahr.Trauernde haben oft sehr viel Mitgefühl für andere .Passt gut auf euch auf.

  • Astrid hat Recht. Ich habe kein Kind verloren, aber eine Freundin von mir. Ihr Sohn hat Suizid begangen und deshalb ist Ihre Beziehung zu ihm sehr gespalten. Sie sagt sie kann nicht wirklich trauern, sie ist wütend auf ihn. Weil er sie als Mutter wegen einer Frau verlassen hat. Das nimmt sie ihm auch nach 6 Jahren noch übel, kann aber nicht gut damit umgehn, weil sie ihn ja dennoch vermisst. Sie ist deshalb immer wieder mal in der Psychiatrie um irgendwie, irgendwann damit leben zu lernen.

  • Liebe Astrid,


    vielen lieben Dank. Ich habe eine sehr innige Beziehung zu meinem Sohn. Deshalb tut es mir sehr weh. Jeden Morgen kommt es mir hoch. Ich habe keine Lebenskraft mehr. Bitte pass gut auf deinen 20-jährigen Sohn auf. Es tut mir sehr leid, dass du deinen 3,5,-jährigen Sohn verloren hast. Mein herzliches Beileid. Ich wünsche dir auch viel Kraft. Danke für deine Wünsche.

  • Astrid hat Recht. Ich habe kein Kind verloren, aber eine Freundin von mir. Ihr Sohn hat Suizid begangen und deshalb ist Ihre Beziehung zu ihm sehr gespalten. Sie sagt sie kann nicht wirklich trauern, sie ist wütend auf ihn. Weil er sie als Mutter wegen einer Frau verlassen hat. Das nimmt sie ihm auch nach 6 Jahren noch übel, kann aber nicht gut damit umgehn, weil sie ihn ja dennoch vermisst. Sie ist deshalb immer wieder mal in der Psychiatrie um irgendwie, irgendwann damit leben zu lernen.

    Liebe Soraja,


    vielen lieben Dank. Es tut mir sehr leid mit dem Suizid. Das ist nochmal eine Spur härter bei deiner Freundin, weil sie ihren Sohn dadurch verloren hat. Schrecklich! Wie wird sie denn damit fertig? Ich danke allen, die mir im Forum so lieb beistehen.

  • Naja Rosenna, so wirklich wird meine Freundin eben nicht fertig damit. Sie lebt irgendwie, wird aber eben immer wieder von Depressionen geschüttelt. Jetzt war sie nicht ganz ein halbes Jahr zu Hause, es ging alles irgendwie und seit einer Woche ist sie wieder in der Psychiatrie. Wie sie immer sagt ist das schlimmste ihre Wut auf ihn, die sie aber selber nicht versteht, weil es ja nun mal ihr Kind ist.

    Dir kann ich nur immer wieder die seelische Kraft wünschen irgendwann damit leben zu können. Von damit fertig werden, wie man immer wieder liest, kann wohl keine Rede sein. Mit dem Tod eines geliebten Menschen wirklich fertig zu werden, halte ich für unmöglich. Man kann damit umgehn lernen, aber fertig sein wird man damit nie.


    Ganz liebe Grüße von mir