Wie kann ich abschließen???

  • Liebe Ela,


    du brauchst Zeit ... Zeit für DICH.
    Natürlich tut es doppelt weh - ein Schmerz hebt den anderen nicht auf. Es ist wohl eher so, daß sich das potenziert. Und damit zeitweise ins "Unendliche" wächst.


    Ich kann deine Wut gut verstehen. Über die "gescheiten" Sprüche (die wir alle kennen), über die "Mieter", über die Sachen, die einfach "weg" sind, unwiederbringlich ... das ist zum aus der Haut fahren - und es tut zusätzlich weh.


    Und auch deine Gefühle über "Heimat" und "zu Hause" kann ich, glaube ich, verstehen. Vati war hier in Österreich "zu Hause", er war gerne hier. Aber seine "Heimat" blieb immer Siebenbürgen, wo seine Wurzeln waren. Ich weiß, daß die Sehnsucht nach der Heimat oft groß war. Und als Kind hatte ich, wenn wir dort waren, öfters das Gefühl, er ist "anders" ... freier, gelöster... dort war er "aus einem Stück", nicht zweigeteilt.
    Ich finde es schön, daß du wieder heimfahren möchtest. Auch wenn vieles sicher nicht leicht wird, ich glaube, daß es dir helfen kann, deinen Frieden zu finden.
    Vielleicht probierst du es wirklich mit dem Schnitzen? Auch das kann eine Möglichkeit sein, auf dem begonnenen Weg weiterzukommen.


    :24: dich, und wünsche dir, daß dich die Welt nicht mehr gar so oft überrollt.
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Liebe Jutta,


    ich danke dir für Deine lieben Worte.
    Das brauche ich.
    Nicht nur das Zuhören und Trösten.
    Auch das an der Leine ziehen.
    Bin im Moment oft ein Pulverfass. :whistling:


    Ja, das mit Deinem Papa und dem zweigeteilt, das kenne ich.
    Bei uns in Hamburg heißt es :"Nicht Fisch, nicht Fleisch".
    Also werder das eine noch das andere.
    Ich brauche Zeit.
    Das geht nicht von heute auf morgen.
    Aber manchmal WILL MAN DAS!!! :D


    Beim nächsten Mal werde ich mir die Zeit nehmen, wirklich durch das Haus zu gehen. Alles in Ruhe anzusehen, alles in die Hand zu nehmen. Zu riechen, zu fühlen, zu stöbern.
    Das brauche ich.
    Natürlich werde ich dann auch zu meiner Liesl und zurChristel gehen. Aber ich werde vorrangig da runter, um das zu tun, was ich WILL und nicht was ich MUSS.
    Das war jetzt beim letzten Mal anders.


    Im Moment gibt es noch so viel, was ich verstehen muss, akzeptieren und verarbeiten muss.


    dass er nicht mehr da ist
    dass diese Menschen das einfach so dürfen
    dass wir uns nicht mehr melden konnten
    dass ich die Vergangenheit bewältigen muss


    Ich verdränge manches einfach momentan. Aber es geht halt nicht immer.
    Ich trage schwer an unseren letzten Worten. Ich kann sie nicht ändern. Es bleiben die letzten.
    Ich trage schwer daran, dass wir beschlossen hatten, uns bei ihm zu melden und es dann nicht mehr konnten.
    Wir alle drei hatten es in der Nacht jeder für sich entschieden, sich bei ihm zu melden.
    Und am nächsten Tag war er tot. Morgens um drei.
    Ich hätte die letzten Worte ändern können/wollen, aber er ist vorher gegangen.


    Es ist schwer, zurück zu bleiben mit
    dem Schmerz
    der Trauer
    der Scham
    der Wut


    Heute ist ein schlechter Tag.
    :33:

  • Ah Ela,


    eigentlich bin ich ja auch so eine, die nicht warten kann und alles am Liebsten "sofort" hätte.
    Vielleicht ist das ja auch ein Grund, warum ich euch allen immer "GEDULD" predige ;) - sage es mir damit immer auch selbst.
    Andererseits hab ich halt im Lauf der Zeit gelernt, daß es oft sehr wichtig ist, sich in Geduld zu üben, nicht alles zu überstürzen. (obwohl ich es selbst ganz gerne des öfteren "vergesse")


    Ich habe eigentlich nicht das Gefühl, daß du wirklich verdrängst. Du bist dir allem sehr bewußt. Aber - alles auf einmal geht nicht. Immer eins nach dem anderen. Ich glaub, du machst das schon richtig.


    Die letzten Worte - sie sind sicher schwer zu tragen. Und, wie du schreibst, du kannst sie nicht mehr ändern. Aber - du wolltest sie ändern, du hattest beschlossen, dich zu melden. In DIESER NACHT. In dieser Nacht in der er ging - vielleicht mit dem "Wissen" ging, daß ihr in Gedanken bei ihm seid.
    Ihr könnt nichts dafür, daß die Zeit zu kurz war, um diese Gedanken auch wirklich auszuführen. Es zählt nur, daß ihr sie hattet.


    Du kannst jetzt sagen, es ist zu leicht, das so "umzudrehen". Doch ich glaube, mit ein wenig Abstand wirst du verstehen, wie ich das meine. Es gibt manchmal Situationen im Leben, da muß man den Willen als Tat nehmen. Sonst kommt man nie darüber hinweg.


    Ich wünsche dir die Ruhe, wieder zu dir selbst zu finden, und für morgen einen besseren Tag
    Alles Liebe, je t'embrasse (hab extra nachgesucht, was ich da schreibe ;) )
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Ach Jutta,


    zum Schluß hast Du mir doch wieder ein leichtes Lächeln entlockt.
    Das mit den verheulten Augen und dem Schnaufen.
    Aber ein Lächeln.(Dafür hätt ich gern nen Smiley und einen plattgewalzten, die fehlen mir hier).


    Ja, das mit der Geduld, da hapert es bei mir. Die hatte ich noch nie.


    Ich wünsche mir, dass er es gewußt hat.
    Aber ich weiß es halt nicht. :33:
    Im Heim meinte die Pflegerin nur:
    "Vielleicht hat er auch Angst vor der Antwort gehabt und ist deshalb vorher gegangen. So hat er gefragt, den ersten Schritt gemacht und konnte in dem Wissen gehen ohne die vielleicht negative Antwort zu erhalten."
    Das kann auch sein, aber es gefällt mir so gar nicht. :33: :33: :33:


    Ich versuche mir zu sagen, dass er das gespürt hat und deswegen gehen konnte. Aber ich hab Angst, dass es nicht so ist.
    Ich hoffe, dass ich im Haus seine Nähe spüren kann und dass er mir zeigt, dass er es weiß.
    Muss jetzt grad mal aufhören, krieg kaum noch Luft.

  • Liebe Ela!


    Diese Sprüche von den anderen, was und wie wir Dinge machen sollen oder nicht machen sollen, wie wir trauern und wie lange, die kennen wir hier leider alles nur zu gut...Ich habe da auch so eine Tante, die mich mit ihren Ratschlägen regelrecht attackiert!!! :4:
    Es ist DEIN Vater, der gestorben ist, und es ist DEINE Trauer, liebe Ela! Und Du musst und darfst sie so verarbeiten und wie lange DU alleine es brauchst.... Wenn ich so einen Quatsch lese, " Ihr hattet so lange keinen Kontakt! " dann könnte selbst ich hier : :013: !!!!!
    Da frage ich mich wirklich, wie kann ein Mensch soetwas zu jemanden sagen, der um einen verlorenen Menschen weint...., egal wie die Hintergründe sind....das ist einfach nur herzlos und gemein!


    Dass Du an diesen letzten Worten trägst, verstehe ich...aber ich sehe es wie Jutta, es zählt, dass Du es wolltest!!! Genau in dieser Nacht hattest Du beschlossen, Dich bei ihm zu melden....und in dieser Nacht ist Dein Vater gegangen... Er war Dein Vater...und zwischen Vater und Tochter gibt es auch ein inneres Band....egal was war--- ich denke, Dein Vater hat Deine Gedanken gespürt und ist mit diesen Gedanken gegangen....


    Dass Deine Entscheidung, Dich zu melden und das Gehen Deines Vaters in die gleiche Nacht gefallen sind....das ist kein Zufall! Das sollte genauso sein! Es gibt wirklich Menschen, die das Gespür für die Gedanken anderer haben...Er hat Deine Gedanken gespürt und wusste da, dass er gehen kann.....


    Vielleicht tröstet Dich dieser Gedanke etwas...Denn stelle Dir vor, Du hättest Dich noch melden können, Ihr hättet Euch sehen und aussprechen können, - und dann wäre es zu zwischen Euch zu einem Streit gekommen...über die Dinge aus der Vergangenheit.....und dann wäre Dein Vater gegangen....Dann wäre es schlimmer gewesen....Du hättest dir Vorwürfe gemacht, wie es zu diesem Streit kommen konnte und Dein Vater wäre nicht im Frieden gegangen....sondern in dem Wissen, um einen erneuten Streit....


    Ich denke, er hat Deinen Entschluss gespürt, er konnte in dem Gedanken gehen und Du hast ihm an seinem Grab gesagt, dass du ihm verzeihen willst....


    Liebe Ela, ich kann mir denken, dass das alles kein wirklicher Trost ist....Aber mach Dir keine Vorwürfe! Das brauchst Du wirklich nicht!


    Wenn Du das nächste Mal in Deine Heimat fährst, dann hast Du mehr Ruhe und auch mehr Abstand, durch das Haus zu gehen, vieles wieder in die Erinnerung zu holen und Du wirst in diesem Momenten Deinem Vater besonders nahe sein!!!


    Lass Dich ganz lieb umarmen
    Deine Manuela

    Memento
    Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
    nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
    Allein im Nebel tast ich todentlang
    und lass mich willig in das Dunkel treiben.
    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
    und die es trugen, mögen mir vergeben.
    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur;
    doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

  • Ach Manu,


    ich danke Dir.
    Ich hoffe wirklich, dass es so war wie Du schreibst.
    Und ich sehne mich wirklichnach dem Tag, an dem ich wieder unten im Haus bin.
    Natürlich fürchte ichmich auch davor.
    Aber ich sehne mich so sehr.
    Ich hoffe, dass ich danach irgendwie zur Ruhe komm. Im Moment geht das nicht.
    Ich springe von einer "Baustelle" zur nächsten.


    Hab letzte Nacht wieder ganz wirres Zeug geträumt.
    Von Schliessfächern mit Tagebüchern und so.
    Habe richtig geträumt, dass ich das lese und....... ach was soll ich sagen.
    Es zeigt halt alles auf, wie sehr ich mir Informationen wünsche.
    Denke nicht, dass ich großartig etwas finden werde. Hoffe halt sehr.


    Ich denke eigentlich rund um die Uhr über alles nach.
    Das strengt mich natürlich emotional sehr an.
    Aber habe trotzdem das Gefühl, dass ich immer noch eine Mauer um mich habe.
    Ich weine oft. Dieser Schraubstock der mir die Luft nimmt geht nicht weg.


    Habe Brustschmerzen vom vielen Weinen.
    Das Atmen wird dadurch auch nicht besser. :(


    Ich verschliesse mich nicht vor dem was war, aber ichhabe immer noch eine Barriere um mich herum. Dessen bin ich mir sehr bewusst.
    Und ich weiß, dass sie fallen wird.
    Davor bekomme ich täglich mehr Angst.


    Wie ein Unwetter was man schon in der Ferne hört und man weiß es kommt.
    Ich kann nicht weg.
    Fortlaufen funktioniert nicht.
    Aber ich kann mich auch nicht darauf vorbereiten.


    Habe wieder diese Unruhe-Zustände.
    Das macht mich noch wahnsinnig.


    Ihr seid alle so lieb zu mir und helft mir so sehr.
    :2: noch einmal an euch.


    Eure Beiträge lese ich übrigens weiterhin nur bin ich nicht immer dazu in der Lage, euch zu antworten.
    Manchmal fange ich an, aber finde dann nicht die richtigen Worte.
    Aber denken tue ich ganz fest an euch.


    GLG, Ela.

  • Liebe Ela!


    Ich kann mir wirklich vorstellen, dass es so war....weil ich weiss, dass zwischen Menschen(grade bei Eltern und Kindern) ein Band besteht, auch wenn man sich lange nicht gesehen und gehört hat, auch wenn Dinge vorgefallen sind. Ihr ward Vater und Tochter..., und da gibt es dieses Band was unzertrennbar ist....und wie ich Dir schrieb, in der gleichen Nacht wo Du beschliesst, Dich bei ihm zu melden, geht Dein Vater....das ist kein Zufall!!! Mag sein, dass ihm alleine Dein Entschluss gereicht hat und er wusste, dass er nun gehen darf....in Frieden gehen darf....


    Es ist gut, dass Du weinen kannst....viele Menschen können nicht weinen, weil sie innerlich zu sehr erstarrt sind und sich selbst blockieren, sie wollen weinen, können es aber nicht. Weinen spült den Kummer von der Seele und Tränen sind wichtig.
    Lass sie raus, lass auch Deine Wut raus....es befreit Dich!


    Im Moment ist viel in Dir, Du fährst die reinste Achterbahn mit Deinen Gedanken und Gefühlen....Schmerz, Kummer, Vorwürfe, Fragen auf die Du keine Antwort bekommst, Angst, Unruhe wechseln sich ständig ab und machen Dich in vielen Momenten so ohnmächtig, dass Du keine klaren Gedanken fassen kannst.... Das alles beschäftigt Dich immer und immer wieder....


    Es war alles sehr viel in den letzten Wochen, was Du verkraften musstest und immer noch verkraften musst....Es braucht Zeit....viel Zeit, hab Geduld mit Dir....die Mauer wird nach und nach brökeln, aber erwarte von Dir selbst nicht Unmögliches....Denn das ist nicht möglich.....!!!


    Das ganze Organsieren hat Dir viel Kraft geraubt, Du hast da wirklich ausserordentliches geleistet, auch, weil Du es wolltest und Deinem Vater eine schöne Trauerfeier geben wolltest. Vieles ging da sicher auch über Deine Kräfte....dann die Fahrerei, dann das Wiedersehen mit der Heimat nach so vielen Jahren, das Begehen des Hauses....das hat alles Kraft gekostet...Es braucht Zeit, bist Du wieder zur Ruhe kommen kannst!


    Weisst Du schon, wann Du wieder fährst? Ich meine, gibt es schon ein fixes Datum?


    Ich denke an Dich!
    Deine Manuela

    Memento
    Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
    nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
    Allein im Nebel tast ich todentlang
    und lass mich willig in das Dunkel treiben.
    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
    und die es trugen, mögen mir vergeben.
    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur;
    doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

  • Zitat

    Ich kann mir wirklich vorstellen, dass es so war....weil ich weiss, dass zwischen Menschen(grade bei Eltern und Kindern) ein Band besteht, auch wenn man sich lange nicht gesehen und gehört hat, auch wenn Dinge vorgefallen sind. Ihr ward Vater und Tochter..., und da gibt es dieses Band was unzertrennbar ist....und wie ich Dir schrieb, in der gleichen Nacht wo Du beschliesst, Dich bei ihm zu melden, geht Dein Vater....das ist kein Zufall!!! Mag sein, dass ihm alleine Dein Entschluss gereicht hat und er wusste, dass er nun gehen darf....in Frieden gehen darf....


    :33:


    Nein, ein genaues Datum habe ich noch nicht.
    Am liebsten heute!
    In spätestens 3 Monaten müssen wir sowieso runter wegen der Varlassenschaftsabhandlung. Die ist dann wohl zu Ende.
    Ich wollte aber vorher noch einmal hin. Nur wegen dem Haus.
    Wegen mir.
    Wegen ihm.
    Nicht wieder wegen anderer Ding.


    Würde am liebsten ganz alleine an Silvester im Haus sitzen.
    Dieses Jahr beenden.
    Das neue anfangen.
    Habe da dann auch "Geburtstag" :13:
    Ach, ein Tag kommt, ein anderer geht. Welcher das nun war ist mir eigentlich total unwichtig. Die Tage gehen einfach an mir vorbei.
    Ich bin froh, dass wir Weihnachten bei meiner Mamasind.
    Da ist alles fertig.
    Da steht ein Baum, da ist alles geschmückt, da sind dann auch die anderen.
    Das ist gut für meinen Sohn.
    Bei uns in der Wohnung ist fast gar nichts.
    Habe ein bißchen was an den Fenstern und ein paar Lichter.
    Aber mehr zum Schein. Das halt was da ist.
    Einen Baum hatten wir bisher nie, da dafür nicht wirklich Platz ist. Fand das bisher meist schade. Dieses Jahr bin ich froh drum.
    Hab auch gar keinen Kranz an der Tür, fällt mir gerade auf.
    Für mich will ich das alles gar nicht. Die Nachbarn sind mir da auch egal. Aber mein Sohn, der soll halt nicht so große Unterschiede sehen.


    Bin froh, wenn das alles rum ist.
    Werde wohl mit meine Bruder im Februar fahren.
    Dann ist er da und wir können abe jeder für uns schauen.


    Gleich kommt mein Exfreund (oder doch nicht?! :) Schwierig. das zu sagen. Wissen wir irgendwie selber nicht.)
    Der bringt mich wieder auf andere Gedanken und mein Monster auch.


    LG, Ela.


    ( Manuela : Magst Du schon erzählen, wie es Deinem Päpelchen geht? Denke so oft an euch und mache mir Gedanken. JTE)

  • Liebe Ela,


    gut, daß ich die Aussage der Pflegerin nicht schon heute Nacht gelesen hab. Arrrrghhhh :4: :4: :4:
    Wie kann man so etwas sagen, das Wort "Einfühlungsvermögen" ist wohl ein Fremdwort für sie.
    Ich glaube, ich hätte vor Ärger nicht geschlafen (andererseits hätte mich das vor meinen eigenen Albträumen bewahrt, mhm, weiß nicht was besser ist ;) ).


    Ich glaube es ja auch nicht, aber sogar wenn es so gewesen wäre, in der Zwischenzeit weiß dein Vater, daß du ihm verzeihen willst, denn du hast es ihm gesagt. Und ich bin mir sicher, daß er es gehört hat.


    Die Mauer um dich war und ist ja einfach Selbstschutz, es geht nicht, eine in vielen Jahren gewachsene Mauer innerhalb weniger Tage einzureißen. Das wäre wohl auch gar nicht gut, wäre nicht bewältigbar. Aber so wie Manuela schreibt - sie wird mit der Zeit bröckeln, dafür wirst du schon sorgen. Hab keine Angst davor, auch wenn es weh tut, im Endeffekt tut es "gut"


    Deine Gedanken zu Weihnachten und Silvester - ja, so wäre es mir auch am Liebsten (und ich weiß, vielen anderen hier auch!). Ich habe heuer gar nix geschmückt. Bis jetzt erinnert hier nix an Weihnachten - außer dem Advendkranz, und den hab ich auch erst zum zweiten Sonntag fertig gemacht.


    Dein (doch nicht?) Exfreund? oh je, du Armes, das alleine wäre eigentlich ja schon "Baustelle" genug. :24:
    Was soll ich dir wünschen? Für's erste einmal - einen "schönen", ruhigen Nachmittag.
    Alles Liebe
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Liebe Ela,
    du klingst belastet, gestresst, völlig fertig. Alles normale Reaktionen, aber achte in den Weihnachtsfeiertagen drauf, dass du ein bissl zur Ruhe kommst. Schau auf deine Erholung, tu dir so viel Gutes wie möglich!
    Alles Liebe!
    Christine

  • Ich danke euch.


    Ich werde versuchen, mir auch Ruhe zu gönnen und mich zu erholen.
    Aber das geht halt schwerer als wie man es sagt. :S


    Wissen und umsetzen sind halt leider zwei Paar Schuh.


    @Jutta: Das Tagebuch ist das einzige "Detail" an welches ich mich natürlich nicht mehr erinnere!!! :95:
    Aber er war kein Mensch, der solche Dinge hinterlassen hätte. Daher werde ich so etwas leider wohl auch nicht finden.


    Danke. Werde an euch denken.
    Ich hoffe, euch geht es "anders".

  • Liebe Ela!


    Wie geht es dir momentan? Magst erzählen?


    Was macht das erholen und zur Ruhe kommen??? Ist alles nicht so leicht, ich weiss....das Wissen und Umsetzen sind wirklich 2 Paar Schuhe....!


    Lass Dich drücken
    :24: Deine Manuela

    Memento
    Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
    nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
    Allein im Nebel tast ich todentlang
    und lass mich willig in das Dunkel treiben.
    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
    und die es trugen, mögen mir vergeben.
    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur;
    doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

  • Hallo Manu,


    alles irgendwie gleich.
    Der eine Tag geht, der andere kommt.
    Manches Mal denke ich, das ist heute ein Tag, der geht besser.
    Und dann 2 Minuten später stimmt das auf einmal alles schon nicht mehr.
    Ein Auf und ab.


    Ich versuche ruhiger zu machen, aber es geht nicht.


    Mein Bruder fährt heute wieder runter.
    Mir geht es gar nicht gut dabei.
    Er fährt mit dem Auto und ich mach mir solche Sorgen.
    Ich will ihn nicht verrückt machen, aber er lässt es sich auch nicht ausreden.


    Er wollte zuerstmit der Bahn fahren. Nun hat er Angst, dass er nicht runter kommt bei dem Chaos. Also fährt er mit dem Auto.
    ;(
    Ich hätte am liebsten vorhin Wunder-was gesagt.
    Aber er hätte nur gedacht, jetzt dreh ich komplett durch.


    Ich hab vorhin immer nur gedacht:
    "Warum macht er das?
    Was mach ich, wenn ihm was passiert.
    Ich kann nicht noch jemanden .................
    :33: :33: :33:


    Ich bin so müde.
    Mir geht es heute schlecht.
    Mal wieder.
    Sorry.

  • Liebe Ela,


    :24: . Ja, diese Gedanken - was mache ich, wenn ... - sie begleiten uns sehr lange. Ganz werden wir sie wohl nie wieder los. Aber (und das ist die gute Nachricht ;) ) mit der Zeit wird auch diese Angst leichter beherrschbar und nicht sofort zur Panik.
    Ich weiß, im Augenblick tröstet und hilft dir das nicht viel, darum :30: , und - "Ooohhhmmmm"
    Und deinem Bruder schicken wir ganz viele positive Gedanken mit - er schafft das schon.
    Euer Papa hilft ihm sicher auch dabei, wieder gut zurück zu kommen. Er wird sich sicher freuen, "Besuch" zu bekommen.


    Auch das ist kein Trost, aber - daß dein Wellenmeer gar so stürmisch ist, ist doch ganz klar. Du bist erst ein paar Tage von der Beerdigung zurück, übermorgen ist Weihnachten, ...
    (Oh Gott - in zwei Tagen - und ich hab noch nix gemacht! Kann mich auch zu nichts aufraffen und sitze statt dessen hier! )


    Ela - ich wünsche dir eine Sturmpause, daß du ein bissel ruhiger werden kannst.


    Alles Liebe, :24:
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Hallo Jutta,


    ja das Meer schmeisst mich momentan hin und her.
    Unter Wasser und an die Klippen. So fühlt es sich zumindest an.
    Ich hoffe, dass es irgendwann besser wird.
    Das sind Zustände.
    Von einer Sekunbde auf die andeere packt mich die
    Wut oder Trauer und haut mich wieder von den Füßen.
    Jetzt kommen die Panikattacken dazu.
    Na danke. :8: :95: :(


    Es zieht halt alles seine Kreise.
    Ich will gar nicht immer so wütend sein oder so :4: 8| bekloppt. Weiß ja oft selber, dass ich mich verrückt mache, komme aber nicht dagegen an. Und das macht mich dann wieder wütend.
    Juhu. (Sarkasmus steht mir irgendwie so gar nicht.)


    Ach, es gibt zwischendrin auch Momente, da geht es wieder, oder da lach ich mal, aber die vergess ich ganz schnell wieder. Das andere drückt halt sehr.
    Ja, ich sehe Weihnachten kalendermäßig immer näher kommen, aber die Seele sträubt sich gegen das Fest.
    Gerade in diesen Tagen sollten wir es uns doch gut gehen lassen. Mit den Menschen, die wir noch haben wunderschöne Momente verbringen, uns zeigen, dass wir uns lieben. Die Geborgenheit und Nähe bewusst wahrnehmen.
    Es gab und gibt so viele besondere Menschen in meinem Leben. Und allein dafür sollte ich unendlich dankbar sein.


    Aber irgendwie fällt das alles sooo schwer. Obwohl das doch eigentlich ganz einfach sein sollte.


    Bis München war mein Bruder heute morgen schon gekommen, und danach ging mein Handy nicht, hatte seine Nachricht nicht gesehen. Jetzt ist seins aus und ich weiß nicht, wo er ist.
    Hoffe, er schläft nur und ich kann ihm dafür nachher ne Standpauke geben, dass er mir nicht vorher erst Bescheid gegeben hat.


    Den Schutzengel-Avatar musste ich gestern aus dem Netz ziehen. War ein richtiger Zwang. Wurde erst ruhiger, als ich ihn hatte. Normalerweise bin ich überhaupt nicht so.
    Aber was ist schon normal. :?: :!:


    Und immer wenn Du denkst es geht nicht mehr,
    kommt von irgendwo ein Lichtlein her.


    Er hat sich jetzt gerade gemeldet. Sie sind gut angekommen und schon wieder am Sachen regeln.
    (Geschimpft hab ich nun doch nicht. :D :whistling: Ganz vergessen. ^^ War so froh, dass sie angekommen sind.)


    Jetzt hab ich grad den Faden verloren.
    Aber egal, das geht mir oft so. :whistling:
    Bin jetzt einfach mal erleichtert.
    Ein positives Gefühl. ^^


    Ich melde mich nachher noch mal.
    Wenn der Kopf wieder arbeiten kann.


    LG an euch.

  • Ich kann euch etwas schönes berichten.
    Mein Bruder war vorhin noch einmal da und hat sich die Sachen aus dem Heim angesehen.
    Wir wollten uns ja sicher sein, dass da jetzt keine wichtigen Dokumente sind.


    In seinem Portemonnaie waren Bilder von meinem Bruder und mir. :33: :33:
    Das Einschulungsfoto meines Sohnes. ;(
    Und bei den letzten Dingen waren noch ganz viele andere Bilder.
    Auch von uns.
    Das tutmir so gut.
    Aber es setzt auch wieder so gewaltige Emotionen frei.
    Bei den Bildern ist auch eine Frau drauf. Das ist schön, dass er noch jemanden hatte.
    Muss immer wieder mit den Tränen kämpfen.
    Er hat uns dabei gehabt. Immer.
    :33: :33: :33:
    Danke.
    Das tut weh und gut zugleich.

  • Liebe Ela,


    jetzt hab ich auch Tränen in den Augen. Das ist so schön.
    Obwohl ich so etwas ähnliches in irgendeiner Form eigentlich erwartet hatte - er hätte sonst nicht nach euch gefragt.


    Es tut weh und gut zugleich. Ich wünsche dir, daß das "gut tun" bald überwiegt.
    Alles Liebe, schlaf gut
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Ich kann das gar nicht richtig beschreiben.
    Ich sitze hier und die Tränen laufen mir über das Gesicht und zwischendrin muss ich immer wieder lächeln.
    Ich bin gerade so so so dankbar.
    Ich habe versucht, mich zu wappnen, dass dies was ich mir erhofft habe, nicht vorhanden ist.
    Es tut so gut, dass jetzt zu wissen.
    Es hätte mir so weh getan, wenn es anders gewesen wäre.
    Aber es kommt auch die Trauer dazu, dass es so gewesen ist, wie es war.
    Wir haben uns so viel bedeutet.
    Aber gekommen ist alles anders.
    Das tut weh.
    Aber ich denke, ich werde heute endlich einmal schlafen können.
    Für ein einzelnes Herz ist das alles sehr viel.


    Aber ich bin froh.
    Und dankbar.
    Und müde.


    Ich denke an euch und danke euch.
    LG, Ela

  • Hallo ihr Lieben,


    ich hoffe, es geht euch ..naja...ihr wisst schon.
    Heute geht es beseer.
    Die Nachricht tat gut.


    War gestern noch einmal auf der Gedenkseite.
    (Danke Christine :24: )


    Es war ein Kondolenzbucheintrag da.
    Der hat mich doch irgendwie umgehauen.
    Wußte gar nicht, was ich so fühlen und denken soll.


    Ist sie das? Die von den Fotos?
    Oder verstehe ich das geschriebene irgendwie falsch?
    Ich bin schon durcheinander.


    Habe ja geschrieben, dass ich es schön finde, wenn er noch jemanden gefunden hat.
    Aber jetzt so irgendwie nebenbei damit konfrontiert zu werden ist schon komisch.
    Das was da steht, finde ich sehr schön.
    Aber der Kopf rattert natürlich.
    Es war keine fremde Frau bei der Beisetzung da.
    Wusste sie es nicht? Konnte sie es nicht? Wollte sie es nicht?


    Ich weiß auch nicht, was mir lieber wäre.
    Ob ein Kontakt entsteht, um zu hören, wie es war.
    Um Dinge zu erfahren, die wir sonst vielleicht nicht erfahren werden.
    Aber...
    Will ich das wissen??!! ?(


    Ich hab gestern auf dem Stuhl hier gesessen und war wie eingefroren, vom Blitz getroffen, vom Zug überrollt.
    Keine Ahnung, finde irgendwie nicht die richtigen Worte.
    Und dann hatte ich das Gefühl, dass es alles doch genau JETZT zuviel ist.
    Bin immer mehr in mich eingesunken.
    Gedanklich und körperlich.
    Das Schlauchboot dem gerade die Luft ausgeht.
    Hätte nicht einmal sagen können, ob ich es als positiv oder negativ sehe, dass das wahrscheinlich SIE ist.
    Vielleicht war das auch eher ein Schockzustand.


    Bin wieder einmal zweigeteilt. :S 8| ?(
    Einerseits möchte ich jetzt alles wissen, alles herausfinden, kontakt aufnehmen, usw.
    Andererseits möchte ich es einfach vergessen und alles haben wie es vorher war.
    Oder jemanden, der dieseEntscheidung für mich trifft. :whistling:
    Denn wenn sie falsch ist, kann ich jemand anderem die "Schuld" dafür geben. :4:


    Kindisch, absolut, ich weiß.
    Aber das bin ich halt momentan.
    Das Kind, das den Papa verloren hat.
    Das wütend mit dem Fuß aufstampft, weil es ihm soooooo absolut nicht passt.
    Ich war schon immer ein Trotzkopf und ein kleines Monster.
    Und im Moment bin ich das wieder.



    (Das auf dem Bild bin ich 1978 in den Schuhen von meinem Papa.)


    Verwirrte Grüße, Ela.