Wie kann ich abschließen???

  • Manuela, ich danke Dir.


    Hab das Gefühl, als wenn ich mich immer schneller um mich drehen würde. Kann meine Gedanken kaum sortieren.
    Bekomme so langsam panische Schübe.
    Werd noch kirre.
    Hab noch Baileys da. Sollte ich vielleicht mal ein bißchen von trinken.
    ......
    So. Hab jetzt den ersten Schluck genommen
    Lecker
    Du hast wahrscheinlich Recht damit, dass das mit der Verdrängung jetzt nicht mehr so klappt.
    Ich verhalte mich auch anders als wie es mir vorgenommen, geplant habe. 8) Der war gut, oder?! 8) :(
    Genauso, wie ich nicht auf Zeichen warten wollte. Aber ich habe mich in den letzten Wochen oft gefragt, ob ich alles richtig mache. Ob er es billigt. Ob ich das so entscheiden durfte.
    Dieses Gefühl, dass ich manchmal habe, wenn ich bete, usw.
    Aber ich kann gar nicht in diesen Ruhestand gehen, in mich hinein hören. Ganz leise werden, losgelöst. Um ihn dann fragen zu können.
    Jedesmal wenn ich versucht habe zu hören, wurde ich total hektisch, mein Herz hat sich fast überschlagen, die Brust fühlte sich zum Zerreißen an, die Tränen liefen nur.
    Als würde ich mich vor der Antwort sperren, da sie mir nicht gefallen würde.
    Ich kann nichts erzwingen.
    Aber ich habe eher unheimliche Gefühle.
    Mein PC hatte beim Seitenaufbau gehakt und dann ploppte das Fenster mit seiner Anzeige so schnell auf, das fühlte sich wirklich so an als hätte er mir die um die Ohren gehauen.
    Diese komischen Zufälle mit den anderen auf der Seite der Todesanzeigen.
    Mir fällt alles immer runter.
    Wenn ich jetzt schon so durchdreh' wie kann ich dann die Begehung vom Haus schaffen, geschweige den die Beisetzung?! ?( :13:
    Möchte mich jetzt am Liebsten unter dem Bett oder im Schrank verstecken. ;(
    So, wie das Begreifen mit dem erscheinen der Anzeige kam, so kommt jetzt die Angst.
    Alles belastende kommt jetzt hoch, alles von früher.


    Danke für's zuhören.
    Danke für's da sein.

  • Liebe Ela,


    Ich glaube, diese Gefühle haben fast alle, wenn der Tag der Beerdigung "vor der Türe steht", ich dachte auch, das stehe ich nie durch. Aber - keine Ahnung, woher die Kraft dann kommt, es geht dann meist . Auch du wirst es schaffen, wir alle denken an dich und schicken dir ganz viele Kraftpakete. :24:


    Ich mein, du sperrst dich nicht vor einer Antwort. Aber jetzt kannst du einfach nicht in "Ruhezustand" gehen. Wenn dir das gelingt, wirst du wirklich zu "begreifen" beginnen. Und dein Unterbewußtsein weiß, daß dann die letzte Kraft weg ist. Das "darf" nicht sein, also bist du aufgedreht und schwirrst durch die Gegend. Würde sagen, das ist ziemlich "normal" Es ist einfach nur eine der Möglichkeiten, wie "Mensch" reagiert.


    Vieleicht konzentrierst du dich jetzt nur auf das, was sein "muß". Alles andere hat Zeit, bis du wieder zurück bist.
    Die Frage, ob du in den letzten Wochen alles richtig gemacht hast, das so entscheiden durftest -JA.
    Du "mußtest" doch entscheiden, und du hast dich doch auch mit deinem Bruder abgesprochen. Und nach bestem Wissen und Gewissen die notwendigen Entscheidungen getroffen. Und mehr kannst du nicht tun, "besser" kannst du es nicht machen. Es ist sicher alles gut, so wie es ist.


    Paß auf dich auf, komm gut wieder heim.
    Meine Gedanken begleiten dich, alles Liebe, :24:
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Hallo ihr Lieben,


    heute ist es nun soweit.
    In 2,5 Stunden fahren wir los.
    Sitze hier gerade noch im Schlafanzug, habe meine erste Tasse Kaffee neben mir und bin jetzt fast fertig mit allem. Kommen nur noch die Dinge in den Koffer die ich halt heut früh noch brauche.
    Mein Sohnemann schlummert noch den Schlaf der Gerechten und ich mach mich dann jetzt gleich fertig.
    Dann noch schnell den Koffer zuende packen und dann rollt der Stein.
    Momentan bin ich ziemlich ruhig. Tropfen sei dank! Hoffe, es hält so lang wie möglich an. :?: :!:
    Müde bin ich. (Naja, war ja auch erst um 03.00 Uhr oder so ins Bett.) Aber das ist gut, dann schlaf ich im Zug vielleicht noch ein bißchen.
    Hab den Ipod mit. Vielleicht find ich da unten ein Netz. Dann kann ich von unterwegs vielleicht nochmal reinschauen, falls ich irgendwie Zeit hab.
    Tut mir gut, mir hier so Einiges von der Seele quatschen zu können.
    Mit meinen Bruder rede ich oft und kann ihm auch alles sagen, aber das will ich nicht unbedingt. Er muss die Kraft auch irgendwo hernehmen. Da will ich ihn jetzt nicht auch noch mit belasten.
    So, höre jetzt mal auf, sonst schaff ich vielleicht doch noch was nicht.


    Ich wünsche euch einen schönen



    Nebenspurige Grüße,
    Ela

  • Liebe Ela!


    Meine Gedanken werden heute den ganzen Tag bei Dir sein....ich wünsche Dir viel viel Kraft!!!!!!


    Pass auf Dich auf!!!


    Deine Manuela :24: :24: :24:

    Memento
    Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
    nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
    Allein im Nebel tast ich todentlang
    und lass mich willig in das Dunkel treiben.
    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
    und die es trugen, mögen mir vergeben.
    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur;
    doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

  • Hallo ihr Lieben.


    Ich bin jetzt seit einer halben Stunde wieder zuhause.
    Es war alles so viel.
    in 36 Stunden haben wir
    über 2000km hinter uns gebracht
    unseren Vater verabschiedet
    waren seit 12 und 18 Jahren das erste Mal wieder daheim
    meine Goti getroffen
    das Haus begangen
    die Verlassenschaftsabhandlung eröffnet.


    Ich bin müde.
    Es war zuviel
    Emotional fühl ich mich total ausgebrannt.
    Manchs war gut, manches war sehr schlimm.
    Aber alles war anstrengend.


    Hoffe, es geht euch allen so weit gut.


    LG in die Runde,
    Ela.

  • Liebe Ela!


    Erstmal bin ich froh, dass Du wieder heil zurück bist und wieder gut angekommen bist!!!


    Ich kann mir vorstellen, dass Du müde bist und Dich total ausgebrannr fühlst....Es war wirklich alles etwas sehr viel in den letzten Tagen...Du hast funktioniert ohne Ende, und nun kommt der Moment, wo der Körper seine Rechte meldet und Dir sagt..."Ich bin müde"....


    Kannst Du Dir etwas frei nehmen von der Arbeit? Ich denke, es ist wichtig für Dich, nun auch auf Dich zu schauen, Dir Zeit für Dich zu nehmen, um all das Geschehene und Erlebte nun auch zu verarbeiten und zu verdauen....!


    Diese lange Fahrt, die Verabschiedung von Deinem Vater, das Wiedersehen mit der Heimat nach sovielen langen Jahren, die Begehung des Hauses und die Verlassenschaftsabhandlung war und ist in 2 Tagen etwas viel zusammen, Du hattest wahrscheinlich keine einzige ruhige Minute, um nachzudenken, um abzuschalten oder Dir Zeit zu nehmen, das alles auch wirklich für Dich wahrzunehmen....


    Es war alles auch ein Funktionieren, wie ein Automat die " Programmpunkte" ( sorry für diesen Ausdruck) nacheinander abzuhaken....auch wenn manches gut war, so hattest Du auch schlimme Momente..und alles ohne Zeit, für Dich zu begreifen, was da alles gerade geschah....!


    Liebe Ela, achte auf Dich, pass auf Dich auf! Okay?


    Schreib wenn Du magst und erzähle uns von den Tagen, wenn Du es kannst, möchtest und brauchst!


    Ich habe viel an Dich gedacht in diesen Tagen...


    je t'embrasse :24:
    Deine Manuela

    Memento
    Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
    nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
    Allein im Nebel tast ich todentlang
    und lass mich willig in das Dunkel treiben.
    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
    und die es trugen, mögen mir vergeben.
    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur;
    doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

  • Danke für Deine lieben Worte,


    ja es war alles ein bißchen viel.
    Alles kann ich jetzt gar nicht so erzählen. Meiner Mama habe ich aus der Bahn am Telefon so ziemlich alles erzählt. Dachte mir schon, dass ich das nicht kann, wenn ich wieder zuhause bin.


    Das ist alles so viel, das geht noch gar nicht alles rein ins Hirn.
    Der Bestatter hat es schön gemacht. Die Rede war auch schön. Hat zwar nicht alles so gepasst aber manches war sehr schön.
    Bei 2 Dingen bin ich richtig zusammengezuckt, weil es für mich so falsch war, was er gesagt hat. Aber naja, der Mann hat seine Arbeit gemacht und der kann das nicht alles richtig wissen.
    Beim benetzen der Urne konnte ich nicht. Das musste mein Bruder machen. Ich brauchte da noch Zeit zu. Habe es dann als letzte gemacht als die anderen alle ein Stück weit weg waren. Hab mir meine Zeit, so gut es ging genommen. Hab die Urne angefasst, die Platte, alles. Hab ihm gesagt, dass ich ihn lieb hab und dass er gehen darf, dass ich ihm verzeihen will, dass es gut ist. Ich tue das, weil ich ihn lieb hab und das alles ist was bleibt (bleiben soll).


    Denn Bestatter hatte ich gefragt, ob ich was mit reingeben darf. Er meinte, ich soll es auf die Urne stellen, dann geben sie es so hinein.
    Habe also eine kleine Figur mit unseren Zahlen auf die Urne gestellt.
    Habe da dann bis zum Schluß gestanden, um zu SEHEN, dass sie die Urne und die Figur da auch wirklich hinein tun. Dass er wirklich DA dann in der Nische ist. (Nicht, dass sie ihn wieder mitnehmen und woanders hintun. 8| Was man sich so alles denkt. Bekloppt! Aber ich musste es sehen.)
    Hab ihm noch ein Licht angezündet und dann bin ich unten in die Kapelle gegangen, ganz allein für mich.
    Opa Anderl's Grab hab ich noch besucht und was hingestellt und dann sind wir zur Herz-Oma Liesl gefahren.
    (Unsere Belohnunung für alles Durchgestandenen!)


    Das Haus war ok. Im nachhinein. Der Walter wollte gleich mit seiner Wohnung anfangen. Das hat mich so geschockt, dass ich gleich wieder raus bin aus dem Haus.
    Mein Bruder (der so stark für mich war, danke) hat es dann geklärt, dass witr erst alles andere ansehen.
    Im Flur hatte er ein Selbstportrait hängen. Ich wußte, dass es da hing. Aber es in echt zu sehen, ....................
    In unserem kinderzimmer lag der selbe Teppich, standen unsere Schränke mit unserer Wäsche. Vieles war noch so wie früher, manches anders. Aber das war gut so.
    Es war schön Vertrautes zu sehen oder sich wieder zu erinnern.
    Aber es tat auch gut, dass manche Dinge anders aussahen. Manches darf nicht wieder erinnert werden.


    Ach es war alles so viel. Es waren 36 Stunden,
    aber erzählen könnte ich 2 Jahre.
    Es war schön, es war schlimm,
    aber alles war kräftezehrend.

  • Liebe Ela!


    Deine Zeilen gehen mir richtig ans Herz, danke für Dein Vertrauen!


    Nun, die Rede des Bestatters...es ist wie Du es schreibst, er macht seine Arbeit....und dass manche Punkte seiner Rede nicht so ganz wahr waren...Du sie als "falsch" empfunden hast....nun, er konnte es wohl nicht besser wissen....Ich kann aber verstehen, dass Dich das beschäftigt hat...zumal Du ja auch das eine oder andere anders erlebt hast....


    Ich finde es aber gut, dass Du Deinen Vater "in dem Moment für Dich" verziehen hast, ihm gesagt hast, dass Du ihn lieb hast.... Du hast es für Dich getan, und das war gut und richtig! Denn er war ja auch Dein Vater, egal was alles geschehen war....Liebe Ela...hat Dich das in dem Moment erleichtert als Du es sagtest??


    Das Wiedersehen nach all den Jahren mit dem Haus und dem alten und neuen Leben darin war sicher nicht leicht für Dich....Du bist auch Deiner Kindheit wieder begegnet mit den Erinnerungen an alle Momente, die Du damit verbindest...an die schönen Momente und auch die anderen Momente...


    Im Kinderzimmer noch der gleiche Teppich und die Kleidung in den Schränken....Puh....das bedeutet auch, dass er vieles so gelassen hat wie es war, nur wenig verändert hat, so war ein Stück Eurer Kindheit auch immer bei ihm....Vielleicht hat ihm zu Zeiten wo es ihm noch gut ging nur der Mut gefehlt, den Kontakt wieder zu Euch aufzunehmen, um Euch um Verzeihung zu bitten....


    Du hast viel erlebt in diesen Tagen. Ein Wiedersehen mit der eigenen Kindheit ist sicher etwas, was schwer sein kann und schön zugleich....


    Komm zur Ruhe, gönne Dir Ruhe und pass auf DICH auf!
    Deine Manuela :24:

    Memento
    Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
    nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
    Allein im Nebel tast ich todentlang
    und lass mich willig in das Dunkel treiben.
    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
    und die es trugen, mögen mir vergeben.
    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur;
    doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

  • Liebe Ela!


    Gern geschehen.... ;)


    Wie gehts Dir im Moment? Etwas besser und ruhiger? Musst Du diese Woche arbeiten???


    Viele viele liebe und guten Gedanken zu Dir, ich würde Dir gerne ein paar Sonnenstrahlen schicken, kann aber leider wieder nur mit Schneeflocken dienen... :(


    :30: Deine Manuela

    Memento
    Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
    nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
    Allein im Nebel tast ich todentlang
    und lass mich willig in das Dunkel treiben.
    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
    und die es trugen, mögen mir vergeben.
    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur;
    doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

  • Hallo Manuela,


    mir geht es im Moment wieder besser. ist halt immer ein ;) und :( .
    Nach Deiner letzten Nachricht konnte ich nicht schreiben. War zu aufgewühlt.
    Aber es gibt auch Momente wo ich mal lachen kann.
    Hab mich anfangs gefragt, ob das nicht irgendwie falsch ist.
    Aber bin dann zu dem Schluß gekommen:
    NEIN!
    Denn warum solte es falsch sein, wenn es mir kurzzeitig mal besser geht.
    Oder der berühmte Galgenhumor.
    Es hört sich :thumbdown: an, aber den braucht man auch mal.
    Mein Bruder und ich haben auf der Fahrt auch Momente gehabt, in denen wir laut losgelacht haben.
    Aber das war wichtig.
    Genauso wie das tief Luft holen
    oder ausschnaufen!!
    Denn irgendwoher muss doch die Kraft kommen.


    Da war z.B. die blöde Situation mit dem Mietwagen.
    Erst einmal sind wir um den kompletten Münchner HBF gelaufen, um diese Autovermietung zu finden.
    (Saukalt, Schnee, schwere Koffer, :8: :8: )
    Im Endeffekt war er dann im Bahnhof. :cursing:
    Dann wieder raus, 2 Straßen weiter zum Parkhaus. Mit dem Fahrstuhl hoch. Tja und dann standen wir vor 2 Türen.
    Welche nehmen wir? ?( Wo steht dieses Auto? ?( Halbe Koffer wieder ausgepackt, um diese Zettel zu finden. :cursing:
    Nach 10 Minuten, dann endlich entdeckt, wo es stehen soll. :thumbup:
    Mein Bruder macht die Tür auf. Das ganze Parkdeck leer und direkt hinter der Tür steht unser Wagen. :8: :8: :8:
    Wir haben uns gegenseitig sowas von blöde angeschaut und mussten dann laut lachen!!
    Das tat so gut!!
    Hielt zwar nicht lange an. Aber es war Kraft tanken.



    Erschöpft bin ich immer noch, aber wirklich zur Ruhe kommen kann ich nicht.


    Um Deine Frage zu beantworten, ob es mir gut getan hat, als ich mit meinem Vater gesprochen habe:
    Ja.
    Ich wußte zwar, dass es nicht einfach wird mit dem Verzeihen.
    Aber ich hab ihm gesagt, dass ich es will!
    Und das es ok ist. Er soll wirklich seinen Frieden haben. Und ich denke, dass ich meinen ein Stück weit auch bekommen habe.
    Ganz kann ich das natürlich noch nicht alles. Aber ich bin den ersten Schritt gegangen. Und das tat auch mir gut.
    Mich hat es während der Beisetzung und der Grabrede oft geschüttelt und ich wär am Schluß am Liebsten weggelaufen, bin auch einen Schritt zurück. Das Einzige was mich daran gehindert hat, war der Gedanke an meinen Bruder. Wir waren beide stark, für den jeweils anderen.Andererseits hab ich zwischendrin dann aber auch die Augen zugemacht, mich ein bißchen entrückt und konnte tief durchatmen. Das konnte ich bis dahin nicht.
    Es war endgültig.
    Und das war schlimm.
    Aber ein bißchen ist es auch leichter geworden.


    Beim nächsten Mal wenn ich unten bin, werde ich im Haus auf Entdeckung gehen. Das wird wieder anstrengend werden. Aber anders geht es nicht.
    Manches wird wieder schön. Einiges vielleicht nicht.
    Die Sachen aus dem Heim werde ich als erstes anschauen. Seine Kleidung, die Kommode. Das waren die Dinge, die er zum Schluß dabei hatte. Es lässt mir keine Ruhe. ich möchte einfach wissen, ob es irgendetwas darüber aussagt, was ihm zum Schluß etwas bedeutet hat oder mitbeschäftigt hat. Wenn ich Pech habe, sind nur Taschentücher oder so drinnen.
    Mal sehen.

  • Liebe Ela,


    Hab am Montag während dem Fahren ganz oft an dich gedacht. Besonders, als wir zwischen Salzburg und München einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen durften. Dachte, es wäre schön, könntest du neben sicher vielen schmerzlichen Erinnerungen an diesen Tag auch diese schöne "mitnehmen".


    Daß du bleiben mußtest um zu sehen, daß die Urne und deine Figur wirklich an "ihren" Platz kommen, kann ich gut verstehen. Solche Gedanken kommen einfach, das ist nicht zu steuern (auch wenn man ja weiß, daß sie grundlos sind). Es ist gut, daß du geblieben bist - es wird dir helfen.


    Schön, daß du den ersten Schritt tun konntest - zu eurem "gemeinsamen" Frieden. Auch wenn es vielleicht noch ein weiter Weg ist - du hast begonnen ihn zu gehen und nur das ist wichtig.
    Schön, daß du deinen Opa Anderl "besuchen" konntest.
    Und ganz besonders schön, daß du an diesem schweren Tag mit deinem Bruder eine Stütze hattest - und er mit dir. Daß du auf dieser Reise in die "alte" Heimat und in die Vergangenheit nicht alleine warst. Daß ihr auch miteinander lachen und so zwischendurch Kraft schöpfen konntet.


    Ela, mach langsam, in den nächsten Tagen. Du mußt die letzten Wochen erst verdauen. :24:


    Ich schicke dir ein paar Sonnenstrahlen, heute haben wir in Wien blauen Himmel.
    Alles Liebe
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Dankeschön.


    Ich habe auch an euch gedacht. Ichhatte zwar nicht immer Zeit, aber in den kleinem Momenten, in denen ich einmal kurz Luft holen konnte, da war so eine Ruhe.
    Der Schnee, die Berge.
    Ich wohne schon so lange hier und bin hier auch zuhause. Aber mein Herz ist dort daheim.


    Alles ist dort so anders. Mein leben findet hier statt, aber meine Heimat ist hier nicht.
    Mein Herz war endlich wieder einmal zuhause. Das war so schön!!
    Ich kann es nicht wirklich erklären, aber es ist, als würd es dort anders schlagen. Als wär die Lunge freier.
    Als ich morgends auf dem Balkon stand und alles so ruhig um mich her war, da hab ich Kraft getankt. Und ich hab an euch alle gedacht und mir gewünscht, dass ihr auch solche Momente finden könnt in denen alles einmal ganz kurz "leicht" ist, reduziert auf nur diesen "Moment".


    Meine Liesl konnt ich in den Arm nehmen. Konnt mich gar nicht an ihr satt sehen!
    Die Christel und der Hansl (Goti) haben bei der Beisetzung hinter uns gestanden, wie eine Wand zum Anlehnen. Das tat so gut.


    Die Liebe war spürbar.


    Auch jetzt muss ich wieder weinen, weil es alles wieder da ist.


    Spätestens in 3 Monaten bin ich wieder unten.
    Wär am liebsten jetzt schon da.
    Hab das so lange vermisst und jetzt wo ich da war, ist der Drang wieder ganz stark.


    LG an euch.
    Danke

  • Liebe Ela...


    ich möchte Dir nur kurz sagen, dass ich Deine Zeilen gelesen habe, aber noch etwas brauche, dann antworte ich Dir!!! okay?


    :24: Deine Manuela

    Memento
    Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
    nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
    Allein im Nebel tast ich todentlang
    und lass mich willig in das Dunkel treiben.
    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
    und die es trugen, mögen mir vergeben.
    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur;
    doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

  • Liebe Ela!


    Das aufgewühlt sein und nicht immer Schreiben und Antworten können, das kann hier jeder verstehen....es gibt einfach Momente, wo einem dazu die Kraft fehlt... Du hast Deinen Vater zu Grabe tragen müssen, der nicht immer wie ein Vater für Dich war, Du hattest sehr lange keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt, aber dennoch war er Dein Vater...Dass da Deine Gefühle und Gedanken in Dir Achterbahn fahren ist nur zu verständlich. Zuletzt wollte er wieder Kontakt zu Dir und Deinem Bruder, dazu kames leider nicht mehr...Vielleicht wollte er sich mit Euch aussprechen und Euch um Verzeihung bitten... Das alles zusammen brodelt wahrscheinlich in Dir und lässt Dich aufgewühlt sein....


    Du hast es so schön ausgedrückt...Du hast ihm an seinem Grab gesagt, dass Du ihm verzeihen willst...! Ich bin sicher, dass er dadurch seinen Frieden finden kann wo immer er auch jetzt sein mag....und für Dich ist es vielleicht ähnlich...das Verzeihen wollen wird auch Dir Frieden und Ruhe geben! Ich wünsche es Dir sehr!


    Das Lachen können, auch bei einer solchen Situation des Todes , gehoert auch dazu wie die Tränen die wir weinen...das Lachen gibt uns auch etwas Schutz, unsere Trauer besser zu bewältigen zu können....Es hat auch etwas befreiendes....
    Und Eure Suchaktion der Autovermietung und des Autos klingt aber auch zu lustig..... :)


    Ja, das "Durchsuchen" der ganzen Sachen kostet sicher viel Kraft, gerade auch dann, wenn man - wie Du Deinen Vater - so lange nicht gesehen hat...Man hofft dann sicher, etwas zu finden, was einem Aufschluss darüber gibt, was ihn in der letzten Zeit etwas bedeutet hat..vielleicht ein Bild aus vergangenen Tagen oder was anderes, waas Dir sagt, ich habe noch an meine Kinder gedacht....Sei nicht enttäuscht, wenn Du sowas nicht findest, denn er wollte ja wieder den Kontakt zu Euch, was leider nicht mehr zustande kam. Das zeigt doch, dass Ihr noch in seinen letzten Gedanken und Wünschen ward!


    Dein Zuhause ist der Norden, Deine Heimat ist der Süden.....da ist Dein Herz...das ist etwas was ich gut verstehen kann....Dort hast Du Dich wieder wie zu Hause gefühlt, denn da sind ja Deine Wurzeln....Diese Gefühle kenne ich auch sehr gut!
    Mir gehts ähnlich....ich bin hier zu Hause, aber mein Herz ist in Brasilien, wo ich als Kind gelebt und aufgewachsen bin....diesem Land gehört meine Liebe!!!


    Liebe Ela, ich denke an Dich!
    Je t'embrasse
    Deine Manuela

    Memento
    Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
    nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
    Allein im Nebel tast ich todentlang
    und lass mich willig in das Dunkel treiben.
    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
    und die es trugen, mögen mir vergeben.
    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur;
    doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

  • Liebe Manu,


    ja es ist ganz unterschiedlich, was man wann sagen kann und wann nicht.
    Ich hab auch schon so Sprüche gehört wie : "Warum stellst Du Dich so an. Ihr hattet doch so lange keinen Kontakt."
    So nach dem MottO. Dürftedoch gar nicht weh tun.
    :4: :4: :4: :4: :4: :4: :95:


    Natürlich tut es weh. Es tat immer weh. Und sein Tod tut auch weh.
    Aber manche Leute wissen es anscheinend besser! Die waren immer dabei und die wissen genau was Sache ist.
    Da krieg ich die Wut.
    Ich hab oft das Gefühl, dass ich das dadurch nicht besser hab, weil die Wut den Schmerz leichter machen würde.
    Das tut sie nicht.
    Sie bringt zusätzlichen Schmerz. Denn der andere ist auch da.
    Ach es ist haltschwer. Mich packt so oft die Wut.
    Er hatte zum Schluß im Haus noch Mieter wohnen (unentgeltlich natürlich), die ihn angeblich gepflegt haben.
    (Wenn dann höchstens 2 Monate). Die haben ganz viele Sachen über das Internet verkauft.
    Seine Sachen.
    Seine Schnitzereien
    Seine Werkzeuge
    usw
    Wir haben das gesehen und seinen Sachwalter verstndigt. Die wurden angezeigt und freigesprochen, da man nicht beweisen konnte, dass er ihnen das nicht erlaubt hat.
    Und wenn ich dann sehe, dass die Uhren, welche bei uns immer gehangen haben mit den Worten : Super als Ersatzteillager zu verwenden" verschachert werden, oh dann könnte ich.....


    Hab das Gefühl, dass sich im Moment alles im Kreis dreht.
    Ich bin so wütend!
    Ich bin so traurig!


    Aber die Welt dreht sich weiter.
    (Das merke ich!! Sie rollt jeden Tag über mich drüber!)


    Sorry.
    Muss mal raus. Platze sonst.
    :2: