Trauer und Wut

  • Liebe Andrea,
    schön, dass Du Dir Schi gefundest hast mit denen Du Freude hast. Es ist wichtig auch Freude zu haben und auch mal wieder lächeln zu können.
    Ich will Dir viel viel Kraft wünschen.
    Liebe Grüße
    Josef

  • Liebe Jutta,


    ja mit der Schwerstarbeit hast du wirklich recht. Jetzt ist Wochenende, da versuche ich immer mich auszuruhen, damit ich wieder Kraft für die nächste Woche habe.


    Evi nimmt mit der Schule an einem Projekt teil. Sie besucht eine sehr gute Schule, die auch mal etwas Außergewöhnliches ermöglicht. Im Rahmen eines Sozialpraktikums fliegt eine Gruppe von 8 Schülern und 2 Lehren nach Thailand. Sie wohnen in einem Dorf, Baan Gerda, das ursprünglich ein Hospiz für HIV infizierte Kinder und Jugendliche war. Seit 2003 ist dort kein Kind mehr gestorben, da das Dorf unter deutscher Leitung steht und die medikamentösen und hygienischen Zustände sehr gut sind. Unsere Jugendlichen sollen mit den Kindern lernen und leben. Anfangs war ich sehr skeptisch aus Sorge wegen HIV. Aber wir sind ja alle aufgeklärt und die Kinder müssen sich an bestimmte Regeln halte. Sobald ein thailändischens Kind blutet, aus welchen Gründen auch immer, dürfen unsere Jugendlichen nicht helfen, sonder müssen Hilfe rufen!! Die Gruppe bezieht in dem Dorf ein Gästehaus, welches Eigens für solche und ähnliche Projekte bereitsteht. Ich glaube, den Kindern wird hier eine Möglichkeit geboten in einen andere Welt zu schauen und ich glaube auch, dass sie das für das Leben stärkt.
    Wenn du Lust hast kannst du Baan Gerda ja mal googeln, es gibt einige Infos über das Dorf.
    Ich werde in der Zeit viel alleine sein und mein Kind wird mir sehr fehlen, trotzdem denke ich, die Entscheidung für Thailand war richtig. Ich werde mich in dieser Zeit viel um mich kümmern. Vielleicht kann ich abends, mit Therapeutin, Trauerarbeit leisten. Im April ist es nicht mehr weit bis das "Trauerjahr" rum ist und viele erste Situationen geleistet sind. Ich hoffe, dass der Schmerz irgendwann weniger wird oder aufhört????, mein Schatz bleibt immer in meinem Herzen, und ich hoffe es kommen mal Tage, an denen ich auch mit Freude an die Vergangenheit denken kann!
    Liebe Grüße


    Andrea

  • Lieber Josef,


    danke für deine lieben Wünsche! Ich freu mich wirklich auf die Schweiz. Ich liebe die Berge, sie haben etwas sehr kraftvolles an sich. die viele frische Luft und das Beisammensein mit Freunden wird bestimmt sehr schön. Meine Freunde trauern auch sehr, und deshalb können wir auch gemeinsam Freude haben.


    Liebe Grüße


    Andrea

  • Liebe Andrea,


    das finde ich super mit diesem Sozialpraktikum!
    Eine Erfahrung und ein Erlebnis, das Evi sicher nie vergißt und ihr einiges bringen kann. Schön, daß du sie fahren läßt. Kann mir gut vorstellen, daß die Entscheidung dir nicht leicht gefallen ist.
    Hab mir das angeschaut, echt toll, was die dort machen!


    Finde ich gut, daß du dich in dieser Zeit mehr um "die kleine Andrea" ;) kümmern willst. Tut dir sicher gut, auch mal auf dich selbst zu schauen. Und wenn du gar zu alleine bist - wir sind ja auch noch da ;)


    Alles Liebe
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Guten Morgen zusammen,


    es ist Wochenende, es regnet, meine Tochter ist bei Ihrem Freund und ich sitze hier alleine am Esstisch. Ich fühle mich verlassen und einsam. Meine Eltern waren bis Donnerstag bei mir, das war sehr schön. Es erleichtert mir etwas das alltägliche Leben, denn meine Mama ist wirklich fit. sie kocht dann und macht Wäsche oder kauft ein. Wenn ich dann von der Arbeit komme sitzten wir zusammen und reden. Trotzdem ist das nicht das gleiche wie mit meinem Mann. Ich vermisse ihn so sehr. Mir fehlen auch die Zärtlichkeiten, oder darf man das nicht sagen?, manchmal tut mir der Körper richtig weh, so sehr fehlt ER mir. Da kann mir auch niemand helfen oder mich in den Arm nehmen. Das ist nicht das gleiche. Außer mit meiner Tochter. Wenn die mich umarmt, dann fühlt es sich ähnlich gut an. Sie ist ja ein Teil von IHM. Er fehlt!!!
    Ich bin heute depri. Deswegen sage ich erstmal Tschüss!


    Traurige Grüße
    Andrea

  • Liebe Andrea,


    sicher darfst du auch das sagen. (Die Wahrheit sollte man doch immer sagen dürfen - oder?)
    Natürlich fehlen die Zärtlichkeiten des Partners, und da helfen auch noch so viele Umarmungen lieber Menschen nicht, diesen Schmerz zu lindern. Ich verstehe dich sehr gut.


    Schön, daß du Besuch von deinen Eltern hattest, und deine Mama dir ein wenig helfen konnte. Aber klar, jetzt fühlst du dich noch einsamer und verlassener.
    Andrea, hab Geduld - es kommen ganz bestimmt auch wieder bessere Tage.


    Bis dahin schicke ich dir viel Kraft
    Alles Liebe
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Hallo zusammen,


    Geduld war noch nie meine Stärke, am aller wenigsten mit mir selber. Aber Jutta, ich glaube du hast recht. Es braucht viel Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Ich war schon als Kind nicht gerne aleine. Mein Mann und ich waren letzten Sommer 20 Jahre verheiratet und vorher waren wir schon 5 Jahre ein Paar. Ich glaube, wenn man 25 Jahre immer gewohnt war, jemanden an seiner Seite zu haben ist es doppelt so schwer sich an die Einsamkeit zu gewöhnen. Aber irgendwie werde ich es schaffen, dass bin ich Ihm auch schuldig. Er hätte nicht gewollt, dass ich mich hängen lasse, also gebe ich mein bestes.


    Vielen lieben Dank für die lieben Worte von ALLEN.


    Liebe Grüße
    Andrea

  • Hallo Andrea,


    das ist alles nicht einfach.
    So viel Neues das kommt, das neu geordnet, alleine bewältigt oder ertragen werden muss.
    Alleine.
    Das ist zusätzlich schwer.
    Niemand ist gerne alleine.
    Jeder macht mal gerne was alleine, aber wenn man müde, erschöpft, traurig, ratlos, mutöos ist da hat man dann doch gerne jemanden an den man sich anlehnen kann.
    Eltern, Freunde, Kinder.
    Es ist schön sie zu haben, dafür sind wir dankbar.
    Aber der Partner ist gleichberechtigt in jeder Lebenslage.


    Es gibt für alles eine Zeit
    Das erste befreite Lachen, der erste Ausgehabend......
    Wann Du wieder gewisse Dinge tun kannst oder möchtest oder ob und wann Du wieder jemanden neben Dir haben möchtest.
    Das bestimmst ganz alleine Du.
    Da gibt es keine Richtlinien.
    Außer vielleicht der, dass Du es dann weißt. :D :24:


    Alles liebe