Beiträge von mayatochter

    ich verstehe was Du meinst,:thumbup::*

    mir geht es auch so,

    aufeinmal kommt die Verlassenheit mit voller Wucht

    und die Erkenntnis man steht jetzt ohne Eltern da die einem doch beschützt haben

    die sich doch gesorgt haben um einem

    Jaaaaa, ;( und ich schaue auf die Fotos von vor ganz kurzem und das war doch grad noch und im Sommer waren sogar noch beide Eltern hier auf Erden!

    Die Steinmetzin wollte gerade die Steinplatte für‘s Doppelwiesengrab verlegen mit der Bronze-Einlegeplatte für meine Mutti drin, da musste ich schon die zweite Einlegeplatte jetzt bestellen, sowas ist doch pervers! =O

    Danke für eure sooo liebe Anteilnahme in Wort und Bild! :2:

    Von Mittwoch auf Donnerstag und von Donnerstag auf Freitag habe ich gar nicht geschlafen und donnerstags tagsüber auch nicht! =O Dann aber endlich gestern tagsüber etwas. Danach ging es mir deutlich

    besser und klarer und getrösteter und spürte auf einmal in meinem Herzen durchkommen, dass meine Eltern sich unbändig freuen, wieder beisammen zu sein und dass sie vollkommen heil und ganz sind

    und wir Kinder und Enkel und alle Lieben in ihrer Liebe baden können.


    Auch sind so viele menschliche Engel jetzt „zufällig“ um meine Geschwister und mich, jetzt, wo wir „Vollwaisen“ sind und uns trotz unseres eigenen Seniorenalters so fühlen!


    Tagsüber bin ich seit gestern also statt vorher in reißend schmerzlicher Trauer in einer schmerzlich-süßen Trauer,:13:<3 aber nachts kommt meine kindliche Verlassenheitsangst in mir hoch, da brauche ich Licht an, hab Angst vor der Dunkelheit und fühle tief in mir die kindliche existentielle Verstörung und Erschüterung und Verlorenheit zum ersten Mal ohne die Eltern! :13:;(:33:



    Liebe MarieSophieWu , aus tiefstem Herzen dir mein Beileid zum schlimmen Verlust deines lieben Vaters! <3 2 Tage nach deinem Vater habe ich auch meinen Vater verloren, der aber schon hoch betagt war - und trotzdem schmerzt es furchtbar, nun ohne diese geliebte Person in dieser Welt zu leben!
    Wie schön, dass dein Vater wusste, dass er Opa wird und er wird vom Himmel liebevoll deine Schwangerschaft begleiten!

    Du hast ihn viel zu früh verloren, auch wenn es dafür die richtige Zeit nicht gibt!


    Und ImpfgegnerInnen sind sooo verbohrt, da hast du schon sehr viel geschafft, dass du zwischen Mutter und Vater stehend ihn einmal zur Impfung gebracht hast!

    Und schau: Dein Vater war schwer vorerkrankt, meiner fast 100 Jahre alt und 4 Mal geimpft und bekam doch Corona Ende Dezember, überstand es sogar, aber dann jetzt 4 Wochen nach seinem Corona und seiner stetigen Erholung schaffte er es von einem Tag auf den anderen doch nicht mehr, bekam Atemnot, dann Sauerstoffgabe und ärztliche Versorgung und starb im Schlaf.

    Wieviel Abbau körperlich schon vorher da ist vorher, zeigt auch bei schweren Vorerkrankungen oder bei hohem Alter schnelles Organversagen!
    Also keine Gewissensbisse, das würde dein Vater nicht wollen! Stattdessen sei gut zu dir und deiner kleinen Tochter in dir, denn ihr tragt ja das Leben deines Vaters weiter in Euch! Und lass dich auf Diskussionen mit deiner Mutter nicht ein, das zieht nur unnötige Energie! <3

    Liebe Bia - meine tiefe Anteilnahme zum Tod
    deiner Mutter! <3 Du bist nicht Schuld! In dem Alter Deiner Mutter von über 80 Jahren und mit schweren Vorerkrankungen versagen die inneren Organe manchmal parallel und wird es schwierig für die ÄrztInnen, genau zu sagen, wie es weitergeht.
    Bei meiner Mutter war das im letzten Jahr mit ihren 86 Jahren von April bis zu ihrem Tod im August genauso! Sie lehnte bei Wasser im Körper und allmählichem Nierenversagen lebensverlängernde Maßnahmen wie Dialyse ab, nahm nur Sauerstoff und obwohl sie viel im Krankenhaus, auch auf Intensivstation und nur kurz zwischendurch in Kurzzeitpflege war und klar war, dass Nierenversagen ein Todesurteil ist, dann noch bei ihrer Herzschwäche, konnte niemand sagen, ob sie sich nicht doch noch erholen würde und war sie zwischendurch sogar wieder aus dem Bett und zumindest im Rollstuhl oder am Rollator und wir hofften wieder für sie.

    Aber alles zusammen belastete ihren Körper doch zu sehr und die ÄrztInnen fanden zuletzt nicht, warum sie blutarm wurde und fieberte, bevor ihr Herz versagte. Da spielte alles zusammen!
    Hauptsache, sie mussten nicht leiden, unsere geliebten Eltern!
    Mein Papi folgte Mutti vor 3 Tagen, er war schon 98 Jahre alt und starb schnell nach kurzer Atemnot mit Sauerstoffversorgung im Schlaf. Nun sind sie wieder beide beisammen und ich spüre ihre Freude darüber bis in mein Herz hinein. Nun sind sie wieder ganz heil und deine lieben Eltern im Himmel auch, liebe Bia! <3 Spürst du ihre tiefe Liebe um dich herum?

    <3Danke für eure so einfühlsamen und wohltuenden Worte! Sie lindern etwas meinen Schmerz.

    Gut, unter euch zu sein wie auch schon nach dem Tod meiner Mutter.

    Jetzt hat mein Inneres monatelang überall meine Mutter gesucht, besonders schlimm war es Heiligabend und Silvester!
    Ich wollte gar nicht die Jahreszahl 2022 loslassen, weil in 2023 meine Mutti gar nicht mehr hier irdisch lebt.

    Trotzdem kam mit dem Neujahr auch erster knospender Zauber des Neubeginns neben der Trauer in mir auf und suchte ich nicht mehr im Januar überall nach meiner Mutti.


    Jetzt geht das Suchen wieder los, diesmal nach meinem Papi und nach beiden! :13:

    :33:;(Jetzt ist auch noch gut 5 Monate nach meiner Mutter heute Früh mein Vater gestorben! Er war ja sehr alt und hatte noch gerade vor 4 Wochen mit seinen 98 Jahren Corona überstanden, aber die Anstrengung war dann zuviel.


    Trotzdem, beide Eltern weg ist so falsch! ||

    Zum Glück muss ich diesmal erst zur Beerdigung hier vom tiefsten Süden hoch in den Norden und nicht soviel vor Ort sein, das macht diesmal meine Schwester!

    Darum falle ich diesmal auch mehr in die Trauer, aber ich war eh so neben der Spur die letzte Zeit, Winterzeit fällt mir immer schwer.


    Es war klar, dass mein Vater zu meiner Mutter wollte und dass sie ihn abholte.

    Es ist eine falsche Welt ohne Eltern, so alt ich auch schon selber bin.


    Ja genau, liebes Linchen1 , das ist bei uns sehr unterschiedlich.
    Innerhalb meiner Liebe zu meiner Mutter spielen ihre Hände, ihr Geruch, die Weichheit ihrer Haut und vieles mehr auch eine große Rolle, aber ich vermisse das nicht unermesslich, weil es das alles nie gab ohne viel Unerträgliches dazu.
    Im Gegenteil überwog das Schädigende in unserer Beziehung je älter wir beide wurden. Und darum ist die Trauer längst nicht so allumfassend wie bei dir, weil meine Mutter in meinem Erwachsenenleben immer weniger Teil von mir und meinem Leben war.
    Deshalb trauert meine Schwester jetzt zum Beispiel gar nicht und habe ich selber nie zuvor ein gegangenes Familienmitglied betrauert in unserer verkorksten Familie! Aber zwischen meiner Mutti und mir ging trotz allem Streit nie die Liebe und Zärtlichkeit im Hintergrund verloren! In ihren letzten Wochen kam sie noch sehr zum Vorschein!
    Und ich bin froh und dankbar, sie zu haben, diese Liebe und Zärtlichkeit! Und meine Unabhängigkeit!

    Liebe Grüße! mayatochter

    Liebe Mutti, der Oktober geht zuende und am 17. November bist du dann schon ein Vierteljahr nicht mehr hier bei uns.


    Gestern Nacht war Zeitumstellung und eine Zeitumstellung passiert auch in meiner Trauer.


    Viele hier im Forum schreiben, dass Monate und Jahre g a r n i c h t s sind in der Trauer, bei mir hat sich aber sehr sehr viel getan an innerer bewusster und unbewusster Verarbeitung.

    Nun habe ich mein Leben schon länger ohne dich gelebt, weil unsere Kontakte zu toxisch für mich waren, daran wird es liegen. Ich muss gar nichts Neues lernen, das Leben ohne dich!

    Dann habe ich auch zum 1. Mal bei dir überhaupt getrauert, das kannte ich zuvor gar nicht und so kann es auch sein, dass meine Psyche die Trauer eher ein bisschen dünn ausfallen lässt.


    Wenn Trauer aber in Wellen kommt und geht, gehe ich nicht davon aus, dass jetzt alles überwunden ist. Das soll es auch gar nicht, denn du bist ja dauerhaft körperlich weg von uns.


    Vielmehr glaube ich, dass etwas Neues auch in meinem Gedenken an dich entsteht. Denn niemals zuvor, seit Jahrzehnten, seit ich nicht mehr bei euch Eltern wohnte, wandte ich mich fast täglich an dich wie auf meiner Gedenkseite an dich oder hier.

    Das wäre ja sowas von nach hinten losgegangen!

    Wenn ich nun, nur aus der Liebe heraus, die immer zwischen uns da war, abzüglich allen anderen toxischen Mists, der jetzt wirklich vorbei ist, täglich an dich denke und schreibe, wie es meine Liebe anscheinend momentan als normal empfindet, dann normalisiert sich damit unser Mutter-Tochter-Verhältnis zu was, was es nie gab und was nur innerhalb der puren Liebe denkbar ist.


    Ich gehe aufgrund deines Glaubens davon aus, dass du in der puren Liebe wohnst, nun, beim Ewigen!


    Falls nicht, wüsste ich eh nicht, was außer meiner und deiner Liebe noch Bestand hätte zwischen uns. Von mir aus nichts!

    Liebe Mutti, nun bin ich doch noch etwas in die Depression gerutscht, aber nachdem ich vorhin mal lange mir alles in mein Tagebuch von der Seele geschrieben habe, fand ich raus, dass es nicht am Herbstblues/der Winterdepression liegt, an der ich oft litt wie du ja auch, es liegt auch nicht an der Trauer, denn mit beidem gehe ich gut und achtsam um und selbstfürsorglich.


    Es schrieb sich dann so raus aus meinen tiefsten Tiefen, wo ja keine Worte sind, sondern nur Bilder und Emotionen, dass es vielmehr nun nötig ist, an meine Kontakte und Reisen zum Wohnort meiner Eltern wieder m e i n e "Normalmaßstäbe" nach 7 Monaten Ausnahmesituation um Sterben und Tod von dir zu legen.


    Und da hatte sich auch einiges in mir aufgestaut, was in all den Monaten nicht an erster Stelle für mich stand, aber jetzt, denn ich bin nunmal eine chronisch kranke Seniorin, die wieder die Selbstfürsorge als erste Priorität nach vorne holen muss, um nicht aus meinem Alltag zu fallen, und dazu gehört dann auch, doch so einige Zumutungen an Rücksichtsnahme auf ziemlich egozentrische Verwandte und Freundinnen mal genauer zu betrachten und zu beenden.


    In den letzten 7 Monaten hielt ich mich an jedem Fünkchen Liebe fest, das mir Kraft gab, jetzt aber nicht mehr. Es lässt sich viel liebevoller im Liebeslicht leben, wenn Geben und Nehmen im Gleichgewicht sind, das weiß ich ja schon länger. Und ein Bedürfnis in der ersten Trauer, alles festzuhalten, was nun noch an Herkunftsfamilie da ist, lässt jetzt wieder locker und schaut sich genauer an, was davon schädlich ist und was nicht.


    Auch von Freundinnen von dir, die gerne nehmen, mich aber im Ungewissen lassen, wieviel Rücksicht auf meine Trauerbedürfnisse genommen wird, können mich gerne mal von Weitem sehen.

    Ich brauche sie alle nicht, habe auch vorher ohne sie gut gelebt, gerade teilweise ohne sie und wenn ich mir in den letzten Monaten Trauerblockiert zum Teil Zumutungen anhören musste und danach handeln musste, um Frieden zu erhalten in würdevoller Gestaltung aller nötigen Dinge, dann ist jetzt wieder Schluss damit!


    Ich schrieb ja schonmal davon, wie ich klar die "bucklige Verwandtschaft" auslud, womöglich hatte ich da doch noch nicht alle erwischt!


    Wie gut, dass ich dir das jetzt erzählen kann und nur Liebe als Antwort spüre, wo du früher viel zu sehr selber mit Vorsicht zu genießen warst. :24:<3




    Liebe Nessx00, ich sende dir mein tiefes Beileid zum Tod deiner Mutter. Du hast recht mit allem, was du schreibst! Und du bist damit hier im Forum richtig und von allen verstanden! Lies hier ein wenig herum, wenn du die Kraft dazu hast, und du findest deine berechtigten Trauerbedürfnisse und deine tiefen Trauerschmerzen, die nicht e i n f a c h vorbeigehen, vielfach hier nur anders formuliert, aber immer ähnlich erfahren, fassungslos, ausgeliefert, unverstanden!


    Aber du fühlst genau richtig und du darfst und musst so fühlen, damit dein Herz liebevoll bleiben darf und kann. Schreib dir alles von der Seele, deine Worte sind so klar und berührend wahr! Wir stärken uns hier gegenseitig!


    Liebe Grüße! mayatochter ,

    Liebe Mutti, heute in 2 Monaten ist Heiligabend! Und größer als meine Trauer ist bei dem Gedanken meine Dankbarkeit, dass du nie mehr so einsam sein musst wie am letzten Heiligabend, als dein Vermieterfreund erst Anfang Dezember verstorben war und seine Frau, unsere liebe Freundin, bei ihren Kindern war und du ganz allein Angst hattest, wie ich im Nachhinein weiß!

    Du hattest es dir auch mit deinen 4 Kindern so vermasselt, dass z.B. ich mich nie getraut hätte, mir die psychische Gesundheit mit einem Anruf, geschweige denn, Besuch bei dir zu gefährden. :13:
    Ich bin dankbar, dass diese verfahrene Situation nun vorbei ist und du deine geborgene Himmelsweihnacht hast! :5:

    In 1 Woche reise ich wieder zu Papi zum 1. November und einige Tage später seinem 98. Geburtstag!

    Heute Früh bin ich mit Sohni um 5 Uhr aufgestanden und er startete durch den Regen in seine Arbeitswoche! Brrr. . . dass ich mit ihm frühstückte, half aber!

    Gerade klingelt Gögas Wecker, er wird gleich duschen und in seinen Arbeitstag Homeoffice oder im Auswärtsbüro starten!

    Und ich bin nun ganz wach und will gleich mal noch schnell die Biotonne mit Winterschnitt vollpacken, bevor sie heute geleert wird! Und danach Hausarbeit machen und vielleicht um 12 Uhr zur Messe in die Bürgersaalkirche nach langer Zeit mal wieder fahren! Die Mystik der Jesuiten dort tut mir gut!


    :30:Liebe Mama von Jason! Mein tief empfundenes Beileid zu diesem tragischen Verlust, den du gerade erst erlitten hast! Ich weiß aus eigener Erfahrung schon, wie brennend leidvoll es ist, Kinder während einer Schwangerschaft verloren zu haben, so kann ich mir etwas vorstellen, wie schlimm das erst für dich jetzt ist! Wir alle Trauernden hier im Forum nehmen dich, wenn du erlaubst schützend in unsere Mitte und stehen dir still und mit dir trauernd bei!

    Dein Jason wird immer bei dir sein und du bist und bleibst seine Mama!

    Ich habe vor 2 Monaten meine Mutter verloren, die ein hohes Alter erreichte und doch trauere ich.

    Dein Söhnchen ging viel viel zu früh!

    Ganz leise sanfte Grüße von mayatochter <3

    Ora et labora


    Deine Wälder, deine Menschen, deine Blumen – ich habe sie in Karmin, in Smaragd, in Türkis gekleidet … Dein helles Antlitz malend, segne ich es Tag und Nacht …


    Marc Chagall (1887–1985; französisch-russischer Maler jüdischer Religionszugehörigkeit)

    aus: TeDeum, Stundengebet, 19.10.22


    Diese Herbsttage leuchten so sehr, fast sommerliche Temperaturen und ich muss denken, dass du Herbstkind, Mutti, dich mit einem Farbenrausch irdisch vom diesjährigen Blätterkleid der Pflanzen, der Bäume, verabschiedest, dem letzten Blätterkleid, das du in Frühlings- und Sommerfarben noch geliebt und genossen hast! Trotz sterbenskrank!

    Du bist immer morgens schnell aus deinem Zimmer im Pflegestift geflüchtet, vielleicht, weil der weite schöne Blick in Richtung unserer Wohnung ging?
    Dein Zimmer war bezaubernd wie der Blick, aber du wolltest da gar nicht sein, versteh schon!

    Als ich mit deinem Schwiegersohn, meinem Mann neulich am Panoramaerker auf das Pflegestift schaute, ein grauer Himmel, da schien auf einmal gleißend wie im Spotlicht mit einem Sonnenstrahl nur das Haus auf!

    „Deine Mutter!“ sagte sofort dein Schwiegersohn, der an nichts Übersinnliches glaubt! :-)

    Hymnus



    Alles Gelingen: in deine Fülle.

    In dein Erbarmen: meine Grenzen.

    Und meine Sehnsucht: in deinen Frieden.

    In deine Hände gebe ich mich.



    All meine Freude: in deine Schönheit.

    In deinen Abgrund: meine Klagen.

    Und meine Hoffnung: in deine Treue.

    In deine Hände gebe ich mich.



    All meine Wege: in deine Weite.

    In deine Schatten: meine Schwachheit.

    Und meine Fragen: in dein Geheimnis.

    In deine Hände gebe ich mich.

    (Stundengebet der Abtei Burg Dinklage

    aus: Te Deum Stundengebet, heute)

    Trauer 3 - also, eigentlich wollte ich von Anfang an über mich schreiben, komme aber andauernd auf andere kollektive Themen . . .


    Jedenfalls konnte ich von Jugendzeit an nicht mehr trauern.


    Vielleicht wollte ich es auch gar nicht, eben wegen der Schwäche


    und plötzlichen Selbstverantwortlichkeit, wo ich zuvor Familienmitglied,


    Familienmutter


    werden sollte und nun A L L E S.



    Als meine Omi starb Mitte der 70er Jahre trauerte ich nicht.

    Als meine Oma starb Ende der 70 er Jahre, trauerte ich nicht.

    Als mein Patenonkel starb in meinem Verlobungsjahr, trauerte ich nicht.

    Als meine Tante einige Jahre später starb, trauerte ich nicht.

    Als mein geliebter Opa starb, trauerte ich nicht.



    Es gab nie auch nur eine nennenswerte Unterbrechung im Alltag. =O


    Mir fiel dann im Zusammenhang mit meinen Depressionen erst auf, dass ich nie trauerte. Ja, ich kannte Liebeskummer, den zutiefst schmerzlichen, wenn eine Liebesbeziehung zuende ging. Das war eine Mischung aus Trauer, Verlustschmerz, Abschiedspein und Verlassenheitsängsten, das tat grausig weh.


    Also kannte ich es doch schon.


    Nur in Zusammenhang mit Familie fand mein Inneres es wohl zu gefährlich?


    Jedenfalls weiß ich, dass TRAUER ganz unten in den inneren Schatten ist, noch unter tabuisierter Wut.


    Und erst, nachdem ich da unten angelangt war in meiner Selbstreflexion, da konnte ich und kann ich jetzt um meine Mutter trauern. Aber ich muss das bewusst tun, denn von selber geht es viel zu selten. Von selber droht meine innere Routine das schnell wieder zu unterdrücken, wegzudrängen, dabei ist Trauer so kostbar, eine als Schwäche verkleidete und diskreditierte Stärke! Lebendigkeit der Emotionen, das Gegenteil von Tod.


    Liebeskummer! <3



    Trauer 2 - Trauer und Wut sind ja Schattenemotionen, also tabuisierte Emotionen, Trauer noch mehr als Wut, zumindest bei Männern, denn Traurigsein bzw. Weinen und Tränen galten ja lange und gelten auch inoffiziell immer noch verbreitet als Schwäche.


    Und da Frauen immer selbständiger und unabhängiger und durchsetzungsstärker wurden mit dem emanzipatirischen Zeitgeist der letzten Generationen, bei ihnen ungewollt oder gewollt wohl auch.


    Wut allerdings, bis heute, gilt ja bei Männern als cool und maskulin und bei Frauen als unweiblich und widerlich.


    Ganz schizophren ist es da in den letzten Generationen für Kinder geworden. Emanzipatorische Ellenbogenmentalität wird in jedem Beruf gefordert, aber die Pädagogik, die viele, wie ich, auch "Mädchenpädagogik" nennen, fällt natürlich allen Eltern eines Sohnes auf, wenn schon im Kindergarten jeglicher Bewegungsdrang und Wettkampfdrang pathologisiert wird und ganz augenscheinlich niemand zwischen gesund und ungesund unterscheiden kann.

    Dann aber wiederum wird sich beschwert, wie dick und entwicklungsverzögert und bewegungsarm, Mediensüchtig und passiv aggressiv vor Ballerspielchen die kids sind - das ist anerzogen und anderes Verhalten schon in jungen Jahren abgestraft.


    Also ist das "geheime Wissen, der geheime Lehrplan", nämlich das, was hinterher im Beruf und Erwachsenenleben gebraucht wird, riesig dick und kein Wunder, dass passiv-aggressives Verhalten blüht wie Mobbing, Bossing, dass Ausbrüche wie Amokläufte sich häufen, wenn so irrsinnig viel an kindlichen natürlichen Bedürfnissen schon flächendeckend in den inneren Schatten landen und dann aber im Beruf unausgesprochen da sein müssen zwischen allen EinzelkämpferInnen.


    So wissen jetzt nur nicht nur Frauen n i c h t, was alles in ihren Schatten innerlich wartet, sondern auch Männer. Und, noch komplizierter, genau das Verdrängte und Unterdrückte ist aber im Berufsleben gefragt.

    Ein Bekannter, lieb und übergewichtig, findet keine Stelle trotz Ausbildung in einem Personalmangelbereich, weil er dick und lieb ist. Ja, er hat nun Depressionen.


    War es meiner Generation der Babyboomer schon recht schizophren mit lebenslanger Selbst-Überforderung und Zerrissenheit, einerseits das geprägte Ideal der Frau ihrer patriarchalischen Kindheit zu sein und andererseits ganz plötzlich das emanzipierte Ideal der Frau ab Jugendzeit, wurde es für die Kinder- und EnkelInnen-Generationen nach mir nun noch härter und betrifft nun nicht mehr nur die Frauen, sondern ebenso die Männer.

    Bei allen aufgeklärten Zeitgeistphrasen auf den Lippen und Selbstverantwortung global für die ganze Welt, sind mehr Emotionen und natürliche innere Entwicklungsbedürfnisse verdrängt und unterdrückt als jemals zuvor.




    Trauer- dazu nehme ich jetzt mal die Lieblingsfarbkombi meiner 2019 am 9. Mai ganz plötzlich verstorbenen engsten Freundin Bettina! Niemand wusste, wie krank sie war, obwohl, als ich sie ein dreiviertel Jahr zuvor gesehen hatte, als sie und ihr Mann Urlaub bei uns in der Gegend machten und wir uns - wie immer seit sie leider einmal lang von Süden nach Westen umgezogen waren, - einmal im Sommer in ihrer alten Heimat trafen, da sah sie schon erschreckend abgemagert und krank aus und machte ich mir Sorgen, weil alle ihre Geschwister mit Anfang 60 Jahren an Krebs gestorben waren wie Bettina letztendlich auch. :33:

    Als ich aber hörte, wie sehr diese Pest in ihrem Körper schon verbreitet war, war ich nur froh, dass ihr, wie sie es sich immer gewünscht hatte, ein schneller Tod beschieden war. So hypochondrisch und panisch sie vor allem, was mit Krankheit und ÄrztInnen zu tun hatte, immer gewesen war, war ich froh und dankbar, dass sie ihre Sterbenskrankheit gar nicht mehr so richtig realisiert hat und dass ihr auch die Coronazeit erspart wurde.


    Jaja, das sagt alles mein Verstand.


    Mein Herz trauerte z i v i l i s i e r t,


    schrieb sich wie jetzt auch,


    aber damals in keinem Trauerforum,


    das Gedenken und die Trauer von der Seele.



    Und ging dann . . . . .



    außer an den nächsten beiden Todesgedenktagen,


    wieder zum Alltag über wie gehabt.


    In diesem Jahr fühlte es sich schon "n o r m a l e r" an,


    gar nicht mehr an ihrem Todestag ihrem Witwer zu schreiben.



    Und das fand er wohl auch ganz "normal", denn er hat


    sich nach dem 1. Trauerjahr, in dem er täglich neue


    Trauerbilder- und texte in seinem WhatsApp-Profil


    postete, schon sehr viel lebensfroher und lebensoffener


    gezeigt und war/ist auch wieder deutlich auf der Suche


    nach einer neuen Liebe.



    Irgendwie nahm ich wahr, dass er das trotz aller Trauer schon


    schnell wieder war.


    Dass es aber eine große Liebe von jung an zwischen ihm und


    seiner Frau von jung an gewesen war, ist sicher.


    Aber dieses "Bereitsein" für Neues bei gleichzeitiger Trauer,


    hier im Forum lese ich ja auch öfter darüber.


    Ob das bei Frauen und Männern unterschiedlich ist?