Beiträge von manu1984w

    Wird es bei euch mit der Zeit auch immer schlimmer? Heute konnte ich dank Tbl. mal wieder ausschlafen, beim Wach-Werden hab ich so verzweifelt versucht, mir vorzustellen, wie es in guten Zeiten immer war, wo mein Mann noch neben mir im Bett lag... :13:hab mir versucht jedes kleinste Detail, seine Haltung, seine Gesichtszüge usw. vorzustellen - er fehlt so sehr


    Der Osterstrauch steht bereits. Aber meine Mama hat den Großteil gemacht. Ich konnte schlicht nicht. Der Weihnachtsbaum hingegen (genau 3 Tage nach seinem Tod) bereitete mir keine "Schwierigkeiten". Gut, ich habe durch den Tränenschleier zum Teil gar nicht gesehen, wo ich was hinhängte... aber da war ich wohl eher in einer Trance.. Der Osterstrauch glaube ich ist bewusster, präsenter...

    Liebe Karin, du musst nur das tun, was du für richtig hältst, was du momentan schaffst. Mehr nicht. Du hast es mit dem Besuch probiert / hast dich überwunden - der Ausgang ist "egal". Ich finds toll, dass du es wenigstens versucht hast.


    Bei mir sind es heute 100tage,plus KH 136. Ich weine jeden einzelnen Tag. Nicht nur zu Hause, überall. Ich lasse es einfach zu. Wer es nicht versteht - Pech gehabt!


    Bin "froh", dass ich es schaffe, pünktlich in die Arbeit zu kommen, bin "froh" dass ich es schaffe alle 2 Wochen zu einkaufen. Ab und zu zu den Eltern, mit dem familienhund Gassi gehen. Mehr geht nicht. Mehr will ich nicht.


    (leider muss ich alle 2 Wochen taxi für meinen Papa spielen, da ich nun mal die einzige mit Auto bin. Und dann immer dorthin KH, wo ich zuletzt so oft mit meinem Mann war...)

    Und ja, zur Zeit habe ich auch (noch?) das Gefühl, ein Psychologe kann mir nicht helfen (klar, studiert und ausgebildetet ist er, aber?!) , es fehlt doch das nachempfinden können, dieser körperliche Seelenschmerz, den man einfach icht kennt, wenn man nie in einer solchen Situation war.

    Liebe Yvonni, statt einem Psychologen möchte ich ein Jenseitsmedium versuchen, ich möchte aber zu diesem persönlich gehen, hab schon eine angefragt - vielleicht lässt sich etwas Mitte Juni machen. Ich weiß nicht, ob ich an so etwas glauben soll/kann, aber es ist einfach ein Versuch. Auch sagt sie, wenn sie mir innerhalb von 10min keinen für mich eindeutig zuordbaren Beweis liefert, dass es tatsächlich die Person ist mit der ich Kontakt möchte, gibt es das Geld zurück.


    Das Medium möchte weiters nichts von mir wissen: keine Namen, kein Foto - rein gar nichts. Meine Anfrage schrieb ich per Mail, wobei die noch unter meinen unverheirateten Namen läuft. Auch trage ich noch den Ehering. Beweise könnte sie mir daher u.A. durch Folgendes bringen: Ich sehe einen Mann, Probleme mit Lunge, mit Herz.... es ist ihr Ehemann (da hätte ich ja den Ring noch am Finger)... er sagt, Sie sollen seine Sachen wegschmeißen, er braucht sie nicht mehr (habe noch alles unverändert gelassen)...

    Auch kreisen mir heute wieder sehr oft um gewisse Sätze die mein Mann kurz vor seinem erneuten KH-Aufenthalt wo kein Sprechen mehr möglich war, sagte:


    "Am liebsten würde ich mich aufhängen"

    "Es geht dem Ende zu. Das ist die Krankheit. Die Krankheit ist zu weit fortgeschritten. Sie lässt sich nicht mehr aufhalten"

    "Warum muss das ausgerechnet mir passieren? Warum jetzt? Jetzt, wo ich alles habe: eine liebe Frau, einen lieben Kater, eine schöne große Wohnung, ein Auto und nichts können wir mehr machen"


    Damals habe ich nicht geschaltet...:13:

    Da muss ich gleich noch was anhängen, zum Thema Psychologe. Es steht jedem frei, zu einem zu gehen, oder zumindest mal zu probieren ob es einem hilft.


    Wenn es nun ein Psychologe wäre, der selbst seinen Partner verloren hat (also nicht nur das Studierte sondern auch am eigenen Körper erlebt hat), dann würde ich wahrscheinlich zu einem gehen. Mit euch würde ich mich sofort treffen, um zu tratschen, trauern, weinen, ihr seid mir trotz nicht persönlichen Kennens dennoch mittlerweile "sehr vertraut"


    Sonst konnte ich mich bisher auch noch nicht überwinden, zu einer Kollegin etc zu fahren, gehen. Oder zu sonst wem. Grad mal zu meinen Eltern, was jedoch auch ständig mit Überwindung verbunden ist. Ich war z.B. oft mit dem Familienhund Gassi, mein Mann war inzwischen einkaufen, kam ich mit dem Hund zurück, saß er da und wartete auf mich - jetzt ist da nichts mehr, wenn wir zurückkommen. Oder ich saß bei meinen Eltern und er kam bei der Tür herein mich abholen um gemeinsam einkaufen zu gehen. Nein, leider öffnet sich diese Tür auch nicht mehr. Und da mein Papa zum Teil dieselben Krankheiten/Beschwerden wie mein Mann hat, ist auch dies schwierig für mich - stützt sich mein Papa beim Tisch ab und schnappt nach Luft, so sehe ich meinen Mann vor mir.


    Desweiteren fühlt sich ein ganzes freies Wochenende verdammt falsch für mich an. In guten Zeiten war ich meist Donnerstag bis Sonntag arbeiten, also war unser Wochenende auf andere Tage verlegt. Hatte ich wirklich Samstag und Sonntag frei, dann verbrachten wir diese freien Tage so bewusst wie möglich. Und jetzt? Frage ich mich, wozu es so etwas wie ein freies Wochenende überhaupt gibt....

    Danke dir Danne, lass dich auch von mir fest umarmen.


    Ich fand es auch irgendwie voll lieb (ich muss diesen Begriff einfach verwenden), als ich las, dass dir bei dem Wort Weidekätzchen ebenfalls die Tränen kamen. Ich weiß, du verstehst, wie ich das mit "lieb" meine...

    Liebe Elke, habe bei DIR gelesen, dass im Moment bei dir auch alles rundherum grad ziemlich schief läuft und du grad viel zu ertragen hast. Dennoch bist du auch für uns andere stets hilfreich, mitfühlend, aufmunternd da. :24:


    Mein <3liches Beileid und auch viel Kraft.

    Lieber Mario, das mit dem Kuchen kenne ich.... zwar ist es bei mir anders rum: ich liebte Kuchen/Torten - aber ich war eben nur die Esserin. Gebacken hat immer mein Mann. Er liebte das Backen. Oft wenn ich nach ein paar Tagen auswärts (Arbeit) heimkam, überraschte er mich mit den leckersten Backsachen. Stand schon oft im Laden und "wollte" mir z.B. eine Bananenschnitte nehmen, aber dann doch nicht. Die schmeckt eben nicht so, wie es bei meinem Mann schmeckte :13:


    Allgemein mit dem Essen, wenn ich selbst "koche" oder wenn ich bei meinen Eltern esse: es schmeckt einfach NICHT, es schmeckt alles ANDERS, Ich esse zwar, aber ich kiefle lange dran herum und schlucke es runter, nur um etwas im Magen zu haben...


    Bei einem anderen Wohnzimmer hast du nach Beratung und Tabletten gefragt:

    Beratung nehme ich keine, erstens habe ich ja euch :24:die ihr alle selbst betroffen seid, und zweitens weiß ich ja im Grunde was ein Psychiater so alles erzählt Schlaftabletten nehme ich ab und zu - so alle 10 bis 14 Tage 1mal - wenn ich schon ziemlich am Ende bin. Üblicherweise schlafe ich pro Nacht etwa 4 stunden durch, oder ich schlafe 1-2 Stunden und werde alle 2-3 stunden wach. Da ich zudem eine Arbeitszeit von 12Stunden habe, brauche ich irgendwann mal zwischendurch längeren, tiefen Schlaf.


    Wenn ich könnte, würde ich ohnehin die meiste Zeit nur mit schlafen verbringen. Dann sind die wachen bewussten Zeiten kürzer

    Liebe Melanie, auch dir ein Danke.


    Und NEIN, du musst echt keine Hemmungen haben, wenn du bei mir oder sonst wen der den Partner verloren hat, mitschreibst. Du hast genauso wie wir alle einen Verlust erlitten, du fühlst und trauerst genauso. Nur mit dem Unterschied, dass es in deinem Fall dein Kind war - aber dies ist ebenso schrecklich und schwer zu verkraften.


    Ich selber habe keine Kinder, aber ich wünsche uns allen hier dass wir es irgendwie weiterschaffen, denn zurück können wir leider nicht. Wir müssen alle voran, ob wir es nun wollen oder nicht

    Ihr Lieben, eure Anteilnahme tat/tut echt gut. Vielen lieben Dank auch für das Lösungsuchen und Tipp geben.


    Tut mir leid, dass ich euch mit Palmkätzchen nervte, aber diese machten mich echt fertig. (Wäre ich alleine wie meine Schwester, die von sich aus behauptet dass sie keinen Mann will und braucht, dann würde ich warhscheinlich keinen Osterstrauch und auch keinen Weihnachtsbaum haben - wozu auch, ist nur unnötige Arbeit, steht rum, schaut eh keiner an, dann wieder alles wegräumen). Aber ich mache es wirklich nur für meinen Schatz, so wie wir es immer hatten, so traurig es ist und schlecht es mir dabei geht und so viel ich dabei weine - egal. Es ist für meinen Mann. Es kommt von Herzen.


    Ich war fertig gestern, ich habe euch genervt, ich habe den halben Tag mit meiner Mama telefoniert - sie schaut bei ihr, ob sie etwas brauchbares findet, eine Lösung überlegt - und und und.... und dabei hatte ich praktisch die Lösung vor meinen Augen. Ich sah/erkannte sie nicht. Ich saß zwar den ganzen Tag über am Küchentisch, aber ich sah (dachte) nicht das, was links neben mir steht: Ein passender Blumenständer, wo ich die Orchidee reinkann (ohne dass Kater bedingt was passiert), den Orchideeständer kann ich nun wie immer als Osterstrauch-Ständer verwenden, und den ersten Blumenständer - tja, diese Pflanze kam jetzt auf einfach auf einen Hocker - hier ist alles aus Plastik, sollte der Kater in Versuchung kommen muss ich im Schlimmsten Fall nur die Erde zusammenkehren.


    Das alles sah ich erst am späten Abend, als ich das Futter für den Kater nachschlichten wollte (dort steht der besagte Ständer oben)....


    Was die Trauer alles mit einem Menschen so anstellt, dass man nicht mal das, was vor einem liegt, erkennt...

    Liebe Danne,


    Zur witwenrente musst Du Dich echt beraten lassen.

    Ich kann es ja offen schreiben: mein Mann bekam €758 Pension (war 30 Jahre am Bau), ich bekomme nun €157 weil ich zu gut verdiene. Bin zwar nur für 30h/Woche angemeldet, hab aber laufend Überstunden, bei mir pendelt zwischen €1.300 und €1.800.


    Hab mir auch schon überlegt, auf 20h/woche umzusteigen (dass ich wenigstens etwas von seinem Tod hab, klingt blöd, ist aber so). Aber das wäre wiederum für meine eigene Rente schlecht...

    Ich grüße euch alle und hoffe gleichzeitig, dass euer Wochenende etwas "angenehmer", erträglich ist.


    Im Moment geht es mir echt "bescheiden". War heute einkaufen (mache ständig 2 Wochenpläne, um nur alle 2 Wochen mal einkaufen zu müssen), ging zum BILLA rein, das erste was ich sah: Palmkätzchen, ich "musste" gleich welche nehmen für mein Schatzi, und so schöne und günstige auch noch... Kaum drehe ich mich nach rechts weiter, da stehen Grabkerzen - und das Heulen mitten im Geschäft ging los, was mir so was von egal war - und alle schauten weg, oder besser gesagt, gingen schleunigst weit weg.


    Ab dort nur geheult, daheim wieder etwas gefangen, ich hatte ja wunderbare Palmkätzchen für mein Schatzi über die er sich sicher freut. Katze versorgt, ein wenig gegessen und wollte starten, den Osterstrauch für meinen Mann zu machen. Tja, da kam der Schlag, den Ständer den wir dafür immer verwendeten, in dem befindet sich seine Orchidee von der Bestattung. Einen anderen Ständer habe ich nicht. Und frei aufstellen kann ich den Osterstrauch nicht wegen dem Kater (die Eier und Haserl sind ja sooo verlockend zum Spielen) und wo anders hinstellen will ich den nicht. Der muss dorthin, wo er immer stand, so wie wir es immer hatten. Ich mache das ja nur für meinen Schatz!!!


    Seit dort fange ich mich gar nicht, nur heulen und entschuldigen und bin den ganzen Tag nur deppert am Laptop beim Solitär gesessen, schaffte es gerade mal fürs WC aufzustehen und dann auch immer erst auf den letzten Drücker... Dabei hatte ich mir den Tag "anders, schön" vorgestellt: Ich mache den Osterstrauch, rede mit meinem Mann, wenn ich fertig bin, nehme ich meinen Mann (Urne) ganz fest in den Arm, zeige ihm den Strauch usw...

    Tja, das gestrige Arztgespräch...


    Es war eindeutig keine Nachwirkung von Corona (Erleichterung, da ich trotzt ständig negativ doch jobmäßig permanent an erster Front war und mir Schuldgefühle gab, dass ich dieses Sch... Virus doch irgendwie heimbrachte und ihn in Gefahr brachte). Mein Mitgefühl dennoch an alle, die ihr Liebstes an Corona verloren.


    Es war eindeutig hauptsächlich seine COPD, mit den Begleiterkrankungen wie Herzprobleme oder die periphere Gefäßkrankheit (Schaufensterkrankheit).


    Die schwere Lungenentzündung Mitte Juni 2022 wäre nicht vermeidbar gewesen bzw. dadurch dass es davor keine typischen Anzeichen dafür gab wie z.B. Fieber, sondern er lediglich ein wenig Schnupfen und etwas mehr Husten hatte... Im Fall meines Mannes dürfte die Lungenentzündung tatsächlich ziemlich schnell durchgebrochen sein. Hier leider keine eindeutige Ursache - entweder durch die permanenten Entzündungen bei einer COPD dass diese selbst Auslöser waren, oder (auch hier wegen der COPD erschwerte Beurteilung/Erkennbarkeit) das Lungenkarzinom war durch seine Lage der Auslöser.


    Auch hatte mein Mann zuletzt eine chronische Nierenkrankheit.


    Weiters haben sie auf der Intensiv mehrmals versucht, ihn von der Beatmungsmaschine zu entwöhnen - ohne Erfolg. Kaum zogen sie den Stecker, wäre mein Mann erstickt. Er wäre höchstwahrscheinlich nie mehr von der Maschine weggekommen. D.h. hätte er überlebt, wäre er zu mir nach Hause gekommen (oder in eine Palliativabteilung) so hätte er den ganzen nur im Bett liegend an den Maschinen verbringen müssen - das hätte er nicht gewollt, das hätte ich nicht für ihn gewollt.


    Zu unserer "Beziehung" die Monate davor und die ich ja weiter oben/hinten? ausführlich beschrieben habe, meinte die Ärztin: Vielleicht wollte er es selbst nicht wahrhaben, wenn es ihm schlechter ging. Vielleicht glaubte er wirklich selbst daran, dass es "nur" an schlecht geschlafen lag, er sich hinlegen muss und dann "geht schon". Oder vielleicht wollte er mich nur schützen.


    Und zu seinem "plötzlichen" Tod:

    Man liest hier und auch allgemein im Internet, dass viele "alleine" gehen wollen. Dass viele nicht können, wenn wir dabei sind. Auch das bestätigte mir die Ärztin.

    Ich wäre auch gern bei meinem Mann geblieben, hätte mir der Arzt nicht am selben Tag (Samstag) noch gesagt, es schaut nicht so schlecht aus. Donnerstag davor war mein Papa bei ihm, Freitag war ich alleine bei meinem Mann und versprach ihm dass ich am Samstag meine Mama (die die ganzen 5 Wochen kein einziges Mal bei ihm war) vorbeibringe, Samstag durften wir dank Lockerung beide zu ihm. Nach einiger Zeit "teilte" mein Mann mit, wir sollen gehen, er möchte schlafen. Das war gegen 14.30Uhr.


    Laut gestrigen Arztgespräch samt KH-Brief: "Herr Szakall schlief am 17.12.2022 friedlich und stressfrei ein und verstarb um 18.48Uhr" - mein Mann hatte die 3 für ihn wichtigsten Personen ein letztes Mal gesehen...also konnte er gehen



    Danach saß ich noch eine gefühlte Ewigkeit mitten in der Stadt auf einer Bank und heulte. Ich habe jetzt einige Antworten, ich bin wirklich erleichtert, dankbar, dass meinem Mann viel weiteres Leid und Schmerzen erspart geblieben ist. Es tatsächlich so für ihn besser war. Aber fühlen kann ich es (noch) nicht. Dazu muss ich erst selbst mit mir ins Reine kommen (das schreckliche halbe Jahr vor seinem Tod, wo ich so ein Ar... war, wo wir so oft gestritten haben und und und), obwohl ich weiß, dass mein Mann mir/uns verziehen hat (da lag er noch so zwischen Tiefschlaf und Wachsein...wo ich ihn wegen alles und jeder Kleinigkeit um Verzeihung bat, mich für alles entschuldigte, wo ich nicht sicher wusste ob er mich hören konnte, aber ich bilde mir ein, dass er GENICKT HAT. Ich selbst kann mir momentan aber noch nicht verzeihen. In den ganzen 5 Wochen wo er auf der Intensiv lag, nicht mehr sprechen konnte, da war jedes Mal wieder diese tiefe, innige Verbundenheit und Liebe zu spüren, die wir all die Zeit davor hatten.

    Liebe Bluebell,


    ich selber hab ja auch sehr viele Schuldgefühle. Man liest hier und auch allgemein im Internet, dass viele "alleine" gehen wollen. Dass viele nicht können, wenn wir dabei sind. Ich wäre auch gern bei meinem Mann geblieben, hätte mir der Arzt nicht am selben Tag (Samstag) noch gesagt, es schaut nicht so schlecht aus. Donnerstag davor war mein Papa bei ihm, Freitag war ich alleine bei meinem Mann und versprach ihm dass ich am Samstag meine Mama (die die ganzen 5 Wochen kein einziges Mal bei ihm war) vorbeibringe, Samstag durften wir dank Lockerung beide zu ihm. Nach einiger Zeit "teilte" mein Mann mit, wir sollen gehen, er möchte schlafen. Das war gegen 14.30Uhr.


    Laut gestrigen Arztgespräch samt KH-Brief: "Herr Szakall schlief am 17.12.2022 friedlich und stressfrei ein und verstarb um 18.48Uhr" - mein Mann hatte die 3 für ihn wichtigsten Personen ein letztes Mal gesehen...also konnte er gehen

    Lieber Mario,

    Zur Arbeit: ich war 2 Wochen daheim. Dann war ich 2 Wochen auf einer Baustelle zur Bewachung (Sicherheitsdienst), wo ich aber ganzen Tag alleine war, d. h. ich war dort und bekam u. A. Geld fürs weinen... Also kann ich dir da nicht wirklich einen Tipp geben

    Das heutige Arztgespräch hat mir einige Antworten auf meine Fragen geliefert. Auch bekam ich den Arztbrief ohne Probleme. Werde heute Abend hauptsächlich vorm Fernseher verbringen, ab und zu meinem Mann (Urne) gehen, mit ihm reden... und nur Weinen, mal wieder so richtig dir Tränen fließen lassen bis ich einschlaf. Selbst einmal das Gespräch (das insgesamt gesehen positiv war, obwohl ich danach fix und fertig bin) verarbeiten, mich sammeln.. Werde die nächsten Tage mich diesbezüglich melden

    Ach... danke, ihr Lieben, schicke euch allen auch eine herzliche Umarmung.


    Dieses Forum tut gut, ihr tut gut.... Das sind zum Teil intimste Gedanken, Gefühle, die ich euch hier mitteile (so wie viele andere ihre Gefühls- und Gedankenwelt mitteilen), und es ist schön, all dies hier zu schreiben ohne Bedenken, da man hier wirklich untereinander versteht und verstanden wird <3

    Liebe Karin,


    Auch zu dir: es muss nicht liebe sein, es muss keine Heirat sein... Aber vielleicht (das wünsche ich dir) triffst du einfach mal einen Partner/nur einen Mann, mit dem du trotz allem irgendwie eine Art Verbundenheit empfindest, mit dem du anders glücklich bist durch gemeinsame Aktivitäten, durch gemeinsame Erfahrungen/Erlebnisse.... Einfach eine schulter zum anlehnen, eine tiefe Freundschaft


    Nur um nicht den Rest des Lebens alleine zu sein. Denn deine tiefe Liebe gehört ja dann weiterhin deinem Mann, der genau so auf dich wartet!

    Ich hoffe du verstehst was ich meine

    Lieber Mario, dich versteh ich ganz gut. Bist ja auch ungefähr in meinem Alter...


    Jetzt nach so kurzer Trauer kann ich mir auch nicht vorstellen, mich jemals wieder zu verlieben. Ich liebe doch meinen Mann! Ich bin mit ihm verheiratet! Aber trotzdem, wie beim Beispiel der pflegerin: man sollte niemals nie sagen. Zwanghaft erst recht nicht. Aber was wenn wirklich in ein paar Jahren durch Zufall / Schicksal jemand vor dir steht, wo du dich trotz allem tatsächlich wieder ZU HAUSE fühlst?


    Einer der letzten Wünsche meines Mannes war, ich soll mich wieder verlieben und glücklich sein, ich hätte es verdient, er will nicht dass ich alleine bleibe, er wartet aber auf mich...


    Daher mein momentaner Standpunkt: einen neuen Partner finden, mich anders verlieben... Ja, vielleicht. Nochmal heiraten? Auf keinen Fall

    Vielleicht ist es ein kleiner Trost für manche, vielleicht auch nicht. Aber ich erlaube mir folgende Kurzzusammenfassung hier bei dir rein zu stellen:


    Gestern in der Arbeit war eine Pflegerin anwesend (Diese Dienststelle ist für mich praktisch, da kann ich Arbeit mit Gesprächstherapie verknüpfen, zumal viele PflegerInnen vormals in Hospizen/Palliativstationen tätig waren). Diese Pflegerin hat selbst ihren Mann im Alter von 25 Jahren durch einen Unfall verloren - ihr Mann war 29. Sie ist in ein extrem tiefes Loch gefallen (näher möchte ich nicht darauf eingehen). Sie war ja auch noch so verdammt jung. Bei ihr dauerte die Trauer etwas über 4 Jahre. Dann war es bei ihr fast so wie bei ihrem ersten Mal: sie lernte einen neuen Mann kennen, bei dem alles von Anfang an passte, bei dem sie sich auch zu Hause fühlte, mit dem sie mittlerweile schöne 33 Jahre verbringt (sie hätte sich auch nie gedacht, dass sie noch einmal glücklich werden kann). Allerdings verwendete sie in Bezug Trauer/neues Leben usw. nicht den Begriff "besser", sondern "anders".

    Sie hat weiterhin einzelne Sachen ihres ersten Mannes daheim, wie z.B. Fotos am Nachttisch, denn er ist und war ja ein Teil ihres Lebens. Ab und zu weint sie noch immer.


    Aber ihre Einstellung, warum ihr erster Mann mit 29 Jahren aus dem Leben gerissen wurde: Er war Installateur, vielleicht hat Gott gerade in diesem Moment einen Installateur gebraucht. Sie ist sich sicher, dass er noch immer bei ihr ist, und dass er dorr wo er jetzt ist auf sie wartet. Aber jetzt will er, dass sie weiterhin ihr Leben genießt , so wie es sich ergibt, sie soll auch keine Reue haben, dass sie ein zweites Mal geheiratet hat, dass sie nochmal liebt (anders). Wenn es bei ihr so weit ist, wird er sie mit offenen Armen in Empfang nehmen.