Beiträge von Karin56

    Ihr Lieben,

    Danke für die mitfühlenden Worte die alle so treffend sind, heute ist mein Schatz ein halbes Jahr nicht mehr da und am 23.09. ist unser Kennenlerntag. Ich habe dieses Datum nie vergessen. Am 23.09. vor 27 Jahren bin ich in sein Leben geplatzt und habe mich einfach dreist zum Kaffee trinken eingeladen. Er war so perplex, dass er sofort einwilligte. Mit diesem Tag begann unsere immer größer werdende Liebe, die immer stärker wurde. Uns alle Hindernisse gemeinsam schaffen ließ. MEin Kopf und mein Herz will es nicht wahrhaben und verdrängt es immer wieder, daß alles vorbei ist. Alleine macht das doch alles keinen Spaß mehr. Ich brauche ihndoch do sehr zum Leben. Meine Bekannten Damen die schon länger Witwen sind, 4 Jahre, 3 Jahre und 1 Jahr, sind alle so taff, verreisen zig mal im Jahr, ich hätte da gar keine Lust drauf.

    Liebe Grüße Karin

    19.03.23-19.09.23

    Ein halbes Jahr ist schon vergangen seit dem du nicht mehr bei mir bist, ich weiß nicht wie ich das bis hierhin geschafft habe. Und ich habe Angst wie es weitergehen soll ohne dich. Ich vermisse dich unendlich. Ich sitze alleine in unserem Café in das wir so gerne nach dem einkaufen gingen und gucke auf deinen leeren Platz. Die Erinnerungen kommen immer stärker hoch und schmerzen in meinem Herzen ❤. Ich vermisse dich so sehr .

    Ja, dieses Gefühl des Einsam sein finde ich erdrückend. Egal wohin man geht oder wo ich mich aufhalte, das Gefühl der Einsamkeit bleibt, auch das Wissen es gibt da keiner mehr der dich liebt, keiner der sich auf dich freut, dem ich vertrauen kann. Das alles tut so weh. Ich kann es immer noch nicht akzeptieren. Mein Mann war der einzige Mensch im Leben dem ich blind vertraute, er war mit allen Ecken und Kanten meine große Liebe.

    LG Karin

    Ich bekomme z.B. auch so Nachrichten wie "Hab' einen schönen Tag (mit einer Sonne/Blume)" oder auch z.B. "Genieß' Dein Wochenende!" oder so etwas...

    Auch ich bekomme schon lange diese watsup Nachrichten von meinen nächsten Verwandten und Bekannten. Es ist wirklich die große Frage wie reagiere ich, ignoriere ich, reagiere ich empört oder nehme ich es als gegeben hin. Soll ich sie mit meiner Trauer konfrontieren, sie verstehen es eh nicht. Es ist für uns trauernde sehr schwer finde ich. Die Menschen in meiner Nähe kennen diese Trauer noch nicht, sie haben sich alle noch. Ich bin die erste die dieses Schicksal getroffen hat und merke sie können mit mir nicht umgehen.

    Liebe Danne,

    Ja so ist es, ein ganz anderes Leben, ein Leben allein ohne den geliebten Partner an der Seite. Das Vermissen wird immer schlimmer je länger ich alleine bin, jetzt ist schon September und wenn ich zurück blicke habe ich so bewußt weder das Frühjahr noch den Sommer so richtig wahrgenommen. Hab einfach nur irgendwie überlebt.

    Ihr Lieben,

    Es ist wieder Sonntag, 24 Wochen ist es heute her und die Trauer hat mich wieder voll im Griff. Die ganze Woche war ich durch Termine abgelenkt und konnte ganz gut damit umgehen. Heute habe ich mir bewusst nichts vorgenommen und schon ist sie wieder da die Trauer. Wird das jetzt für den Rest meines Lebens so sein? Ich packe mich voll mit Terminen die ich eigentlich gar nicht haben will, nur um der Trauer zu entkommen und um dann festzustellen, dass ich ihr nicht entfliehen kann. Draußen scheint die Sonne und in mir ist alles düster. Ein Sonntag an dem wir früher was unternommen hätten, rausgefahren wären und jetzt sitze ich wieder mal hier und heule vor seinem Bild.

    LG Karin

    Liebe Katrin,

    Ja der Umgang mit den Menschen die noch keinen geliebten Menschen verloren haben ist sehr schwierig geworden, ich kann dabei jetzt aber nur für mich sprechen, das hätte ich vorher nie gedacht, wie sehr man sich doch mit der Trauer verändert und die Menschen um mich herum nicht mehr mit mir umgehen können. Nur meine 3 Witwen mit denen ich mich öfters treffe nehmen mich wie ich bin.

    Liebe Grüße Karin

    Ihr Lieben,

    Am Sonntag waren es bei mir 23 Wochen ohne meinen geliebten Mann und ich habe das Gefühl das Vermissen wird immer mehr. Am Anfang musste man funktionieren und nun je mehr Zeit ins Land geht dringt es einem so richtig ins Bewusstsein und bringt mich manche Tage an den Rand meiner Kräfte. Gestern meldete sich nun doch mal meine Schwägerin per Telefon. Ich merkte sofort wie unsicher sie im Reden mit mir war und immer ein verlegenes Lachen hatte. Bewusst wurde mir bei dem Telefonat auch, dass sie mit meiner Trauer nicht umgehen können, da sie sich beide noch haben. Dann kam der Satz "wir haben dir ja gesagt du kannst jederzeit vorbeikommen" ich habe ihr zu verstehen gegeben, dass ich es vom Gefühl her nicht kann. Worüber soll ich mit ihnen reden, sie verstehen mich mit meiner Trauer nicht und ich bin auch zu enttäuscht, dass sie mich in allen Dingen alleine gelassen haben. Und auch nicht mal gefragt haben wie ich klar komme. Ich habe versucht ihr zu erklären, dass meine Trauer und das Vermissen immer stärker wird je mehr Zeit vergeht. Sie kann es halt nicht nachvollziehen. Ich muss es akzeptieren, konnte mir aber nicht verkneifen ihr zu sagen, dass einer von beiden irgendwann mal in der gleichen Situation sein wird und dann merkt wovon ich rede.

    Liebe Grüße Karin

    Liebe Tine, lieber Ralph,

    genauso ist es, man macht Dinge die man vorher nicht getan hat als die Welt noch in Ordnung war, wie ich auch schon schrieb alles nur um nicht ganz alleine dazustehen, das brauchte man ja alles nicht als der Partner noch lebte, da kam ich gar nicht auf die Idee mich einer Gruppe anzuschließen oder Bekannte zu treffen, es reichte mir das wir zusammen waren. Wie hab ich unsere Nachmittage geliebt, es ging so ruhig ab, er hat Zeitung gelesen ich ein Buch, im Sommer waren wir im Garten und freuten uns auf die schönen ruhigen Abende. Alles ist weg. Manchen mag das langweilig erscheinen, aber es war das Leben was wir wollten. Worauf soll man sich noch freuen. Wie du Ralph schreibst, die Liebe meines Lebens ist weg. Das wofür man gelebt hat ist für immer fort.und Was kommt jetzt???

    Liebe Grüße Karin

    Ihr Lieben,

    Momentan fühle ich mich echt richtig Schei..... Es sind jetzt 5 Monate her seit mein Schatz mir durch corona weggenommen wurde. Wenn ich so zurück denke frage ich mich wie habe ich die Monate eigentlich überstanden, ehrlich gesagt ich weiß es nicht. Es war und ist ein ständiges auf und ab. Je mehr Zeit vergeht umsomehr hab ich das Gefühl es geht abwärts. Familie hüllt sich nach wie vor in Schweigen. Heute traf mich eine Bekannte mit der man eigentlich nur ab und an mal geplaudert hat, sie nahm mich in den Arm und war richtig mitfühlend, das war bisher die Einzige die das mal tat und es tat mir richtig gut. Fremde tun das, was ich mir eigentlich von der Familie gewünscht hatte, mitfühlend sein. Ich muss damit Leben, dass da nichts zu erwarten ist. Um nicht in Grübelei und Einsamkeit zu versinken bin ich viel unterwegs, stelle aber immer wieder fest es sind nur Notlösungen um dem Alleinsein zu enfliehen und kein Ersatz für das was ich verloren habe. Frage mich jetzt oft wie soll das bloß weitergehen, ist das jetzt mein zukünftiges Leben.

    Liebe Grüße Karin

    Guten Morgen Ralph,

    Mit den Angeboten der Bekannten und Familienmitgliedern kann ich ja auch nur immer wieder erwähnen, geht es mir genauso wie dir. Mir wird von meiner Seelsorgerin auch immer wieder vermittelt ich müsste da wohl mit klar kommen, dass ich da nichts zu erwarten habe, mein Verstand sagt es mir ja auch, aber das Gefühl will es einfach nicht akzeptieren und ist sehr sehr enttäuscht. Um mich außerhalb der Gruppe auszutauschen habe ich auch nur die Seelsorgerin, meine 3 bekannten Witwen wollen über das Thema Trauer auch nicht mehr reden. Sie sind ja auch schon wesentlich älter als ich und ich denke in der Generation ist es noch anders. Ich bin ein Mensch der reden muss um zu verarbeiten, viele können das wahrscheinlich auch nicht. Ich denke auch, dass es viele mit sich selbst ausmachen, so wie wir es mittlerweile auch tun.

    VG Karin

    Liebe Tine73,

    Es war bei mir auch schon so als ich das Holzkreuz auf dem Grab sah, beim Bestellen des Steines ging es eigentlich, der Steinmetz war super empathisch. Aber jetzt als der Stein lag konnte ich mich vor weinen kaum halten, man weiß der Mensch ist verstorben, aber was man in dem Moment fühlt, kann nur einer nachempfinden der die Situation selbst kennt.

    Lieber Ralph,

    Du sprichst mir aus dem Herzen, am Montag wurde der Grabstein für meinen Mann gelegt, als ich da war und seinen Namen darauf sah hatte ich ein ganz komisches Gefühl in mir, es war irgendwie so als wäre jetzt es jetzt in Stein gemeißelt das er wirklich nicht mehr wiederkommt. Auch er liegt auf einem schönen kleinen Friedhof, den ich auch gerne abends besuchen gehe oder Sonntag morgens, dann ist es so herrlich ruhig dort.

    Lieber Ralph und Tine73,

    Die Erfahrung mit den sozialen Kontakten mache ich zur Zeit auch, wenn man Familie auch als Soziales Umfeld betrachtet, kann ich nur sagen, als Ehepaar waren wir gefragt, als alleinstehende Trauernde Hinterbliebene kann keiner mehr mit mir umgehen und ich werde gemieden. Frühere Bekannte Ehepaare melden sich gar nicht mehr. Es gibt nur noch 3 ältere Witwen mit denen ich offen sprechen kann. Also soziale Kontakte hin oder her, es ist keine Garantie das man aufgefangen wird.

    Liebe Grüße Karin