Lieber Dieter. Ich möchte noch etwas ergänzen. Wenn man ein Kind verliert ist das etwas anderes,als wenn man den Partner verliert. Der Unterschied ist, daß du mit deiner Ursel das Leben tagtäglich verbracht hast. So spürst du jetzt den Verlust ganz hautnah in jeder Minute und Stunde deines Tages. Mein Sohn lebte sein eigenes Leben. Ich war die Mutter und mein Verlust ist der ,daß es mir so sehr leidtut, daß er sein Leben so frühzeitig verloren hat. Er hatte noch soviel vor. Das schmälert nicht den Schmerz, aber es ist ein anderer. Es ist der Schmerz einer Mutter, die ihn geboren hat. So eine Verbindung kann nur eine Mutter verstehen.
Beiträge von CHRISTINE B
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Liebe Dieter.Unser Gehirn hat alles gespeichert. Ich habe neulich von einer Schülerin geträumt, die ich vor vielen Jahren im Unterricht hatte. Ich habe mich gefragt, wieso von dieser Schülerin.?Und einen ganz wirren Traum hatte ich vorgestern. Ich war irgendwo in einem Raum mit vielen Menschen. Plötzlich sagte jemand ganz laut:"Silvio lebt!" Ich bin total erschrocken. Ich glaube ja nicht so an Zeichen aus dem Jenseits. Eher daran, daß wir vielleicht schon einmal gelebt haben, irgendwann und daß wir vielleicht noch einmal auf die Welt kommen. Aber das ist eben nur ein Glaube. Ich spinne mir dann immer was zusammen, was ich anders machen würde, als in meinem vergangenen Leben. Da kommt so einiges zusammen. Was aber immer gegenwärtig ist,das ist der alltägliche Verlust meines geliebten Sohnes. So wie es dir mit deiner Ursel geht. Das kann man sich auch nicht schönreden. Ich wünsche dir einen angenehmen Tag. Der Frühling schaut mal kurz vorbei. Liebe Grüße von.
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Das ist kein Spaziergang. Aber er weiß jetzt zumindest, was ihn erwartet.
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Haben die denn schon was gemacht?
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Der Anfang ist gemacht. 
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Liebe Carmen. Mach dir bitte keine Sorgen.Nun geht es ans Akzeptieren. Es gibt ein altes Sprichwort:" Der Krug geht so lange zu Wasser,bis er bricht ".Ich wünsche dir einen angenehmen Tag, es wird Frühling!!!! Das hält bestimmt nicht an.Ich kann mich erinnern, daß es schon mal so warm im Februar war und dann kam nochmal die Kälte. Aber da denken wir jetzt nicht dran. Liebe Grüße von Christine.
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Lieber Dieter. Du weißt wirklich gut Bescheid. Das ist immer gut. Und eine Neurologin kennt sich ja auch aus. Das stimmt, die Ärzte mögen es nicht,wenn man" zuviel " weiß. Ich lese viel im Internet. Da steht alles genau drin. Gerade was meine Hüfte angeht. Manchmal muss man von den Ärzten auch was verlangen. Trotzdem bleibt dann viel an einem selbst hängen. Und der leidtragende ist immer der Patient. Wenn er aus dem Sprechzimmer raus ist ,beginnt manchmal der eigentliche Kampf. Dabei ist es doch wichtig, daß man aktiv am Heilungsprozess mitwirkt. Für mich ist wichtig, ob man ernst genommen wird. Manchmal reichen schon drei,vier Worte in einem aufbauenden Ton,daß es einem etwas besser geht. Ich bin ,wie ich schon schrieb, derzeit wieder etwas unglücklich, weil es zwar besser geworden ist, aber immer noch wehtut .Vielleicht verlange ich zuviel .Es gibt Beispiele, wo man auch nach einem Jahr noch Schmerzen haben kann. Dann gehöre ich eben zu denen und will es nur nicht wahrhaben. Liebe Grüße und Wünsche von Christine.
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Lieber Dieter. Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich bin kein Arzt, aber ich habe das selbst erlebt, was du jetzt durchmachen musst. Bei meiner Hausärztin fand ich auch keine Hilfe. Ich habe aber eine sehr gute Psychiaterin. Da gehe ich schon seit Jahren hin. Man braucht einen Menschen, dem man vertrauen kann. Das Forum hat ja auch seine Grenzen. Ich bin auch noch nicht wieder so richtig gesund, wie ich es vor dem Verlust meines Sohnes war.Und der Heilungsprozess meiner Hüftgelenkprothese geht auch schleppend voran. Es kommen viele Faktoren zusammen, wenn der Mensch unglücklich ist. Das Alleinsein spielt da eine große Rolle. Ich habe ja noch Kinder und Enkelkinder, aber trotzdem bin alleine. Der Cortisolspiegel ist ja das Stresshormon. Das baut sich ganz langsam ab.Du bist doch noch nicht in der Lage,deinen Verlust anzunehmen. Das ist doch auch noch viel zu viel verlangt. Hast du keine psychologische Hilfe?Das würde dir bestimmt helfen. Wenn die Seele schmerzt,ist der Körper immer beteiligt. Ich sage immer dann ist es doppelt schwer. Ich würde dir gerne noch ein paar tröstende Worte schicken. Ich bin derzeit auch etwas angeschlagen. Ich mag das gar nicht mehr sagen.Ich habe immer noch Schmerzen mit meiner Hüfte, aber die Ärzte finden nichts. Ich soll Geduld haben. Ich habe langsam auch fast eine Arztphobie.Mann darf auch mal verzweifelt sein. Liebe Grüße von Christine.
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Je schöner und voller die Erinnerungen,desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in stille Freude. Man trägt das vergangene ,schöne nicht wie ein Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich. So geht es mir mit meinem lieben Silvio.
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Ich hatte mal wieder vorzeitig auf senden getippt.
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Guten Morgen liebe Carmen. Schön,daß du an mich denkst. Endlich ist die gruselige Kälte vorbei. Da geht es einem doch gleich viel besser.Ich werde mich nachher zu einem Spaziergang aufmachen. Meiner Hüfte geht's auch besser. Du siehst also,es kommen nach der dunklen Zeit auch wieder schöne Tage. Ich fahre bald mal ganz in Ruhe auf den Friedhof mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dann komme ich mal unter Menschen und zu meinem Silvio. Ich fühlte mich ja manchmal wie eingesperrt. Wie ist die Lage bei Dir? Bestimmt noch angespannt.Vielen Dank nochmal für deine Nachricht. Auch du zählst ja zu meinen treuen Seelen. Liebe Grüße von Christine.
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Liebe Mayatochter. Gerade lese ich deinen Beitrag. Ich hatte mir einen spannenden Film bei Youtube angesehen. Da findet man manches Juwel. Meine Hüfte, das ist schon so ein Thema. Es ist völlig richtig. Das Nachher zählt. Ich konnte ja damals kaum noch laufen vor Schmerzen. Das ist vorbei. Ich habe aber immer noch mehr oder weniger Schmerzen bei Belastung. Aber das wird noch besser. Es dauert bei mir eben etwas länger, das ist normal .Die Heilung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Es war keine leichte Operation. Vielen Dank nochmals, daß du an mich gedacht hast. Du zählst zu meinen treuen Seelen.Ganz Liebe Grüße von Christine.
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Ein paar letzteGedanken zum Thema.: Zahnarzt. Genau wie dein Sohn: fast 2m groß aber Angst,wie ein kleines Kind.Das ist sehr menschlich. Er ist sogar einmal vom Zahnarztstuhl aufgestanden und weggelaufen. Er hat dann irgendwann doch einen Arzt gefunden, der ihm gefallen hat. Er hat sich dann die schlechten Zähne abschleifen lassen und Kronen bekommen. Alles in drei Sitzungen .Und es wurde bei der Behandlung immer nachgespritzt. Dein Sohn wird das auch schaffen. Ich hatte auch immer Panik beim Zahnarzt. Ich habe nun eine Teilprothese und endlich meine Ruhe.
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Liebe Carmen. Kein Mensch ,außer man selbst als Betroffene kann beurteilen, wie es in einer Mutter aussieht, wenn die Kinder Probleme machen. Ich habe drei, zwei Mädchen und einen Jungen. Alle drei sind unter gleichen Bedingungen aufgewachsen. Mein Sohn hatte sein Leben lange nicht in den Griff bekommen. Meine beiden Töchter genau das Gegenteil. Es spielen bei der Entwicklung des Jugendlichen immer viele Faktoren eine Rolle. Das kann man nicht in ein paar wenigen Worten ausdrücken. Eins hatte mein Sohn immer,die Gewissheit dass er trotzdem geliebt wird und wir,seine Schwestern und ich ihn nie haben fallen lassen. Es war ein langer Weg. Es war sehr schmerzhaft ,wenn man merkte, ihm nicht helfen zu können. Aber es kam dann die Zeit, wo sich das Blatt wendete. Er fand eine Arbeit die ihm guttat, ein Hobby ( sein Angeln ,seine Wohnung schön einzurichten und ein paar Kumpel) Eine eigene Familie hat er nie gegründet. Wir waren seine Familie. Und diese Entscheidung zu treffen war sein ganz eigenes Recht. Er hatte noch viele schöne Jahre bis zu seinem Tod. Und das tröstet mich .Seine Gesundheit hatte durch seinen früheren Lebenswandel sehr gelitten.Ich habe meinen Sohn sehr geliebt, gerade, weil er es sich sehr schwer gemacht hatte. Das kann nur eine Mutter verstehen.
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Tut mir aufrichtig leid, weil ich so etwas auch durchgemacht habe.
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Liebe Carmen. Manchmal ist das Leben auch schwer auszuhalten. Dein Sohn ist ja keine 17 mehr. Und du hattest in der Vergangenheit bestimmt schon viel Probleme mit ihm.Als völlig Außenstehender kann man dir nur wünschen, dass er eines Tages aufwacht.Es tut mir leid, ich kann dir ja auch nicht helfen. Du hast aber bestimmt Freunde, die dich zumindest unterstützen,wo du dich mal anlehnen kannst. Deine Arbeit ist auch eine Abwechslung. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute. Christine. ( ich habe mal wieder vorzeitig auf senden gedrückt. )
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Versuche es mal. Du wirst sehen, es wirkt sich positiv aus. Man nimmt sich oft viel zu wichtig. Letzten Endes machen die Menschen sowieso was sie wollen. Auch und oft vor allem auch die Kinder. Ich habe meine Pflicht getan, die Kinder auf das Leben vorzubereiten. Das nicht alles funktioniert hat, ist völlig normal. Aber ich habe sie nicht vernachlässigt. Und was Freunde angeht, ist auch so ein Thema. Einen richtigen Freund zu haben ist ein hohes Gut , 2 schon selten und mehrere geht gar nicht,wenn man unter Freundschaft das versteht, was es sein sollte.
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Liebe Carmen. Genau ,das glaube ich auch.Kälte ist nämlich Gift für die Gelenke. Dann bin noch ein Typ von Mensch, der viel mit dem Gemüt an allem hängt. Ich habe mir aber mal helfen lassen. Und da habe ich gelernt, die Widrigkeiten des Lebens nicht so an mich ranzulassen. Das ist leicht gesagt. Aber das kann man lernen. Ich versuche das Leben wie ein Theaterstück zu sehen, wo man Regie führt, nicht mehr Schauspieler ,sondern Regisseur ist.Bestimmt verstehst du das. Seitdem bin ich zufriedener und gelassener geworden.