Beiträge von CHRISTINE B

    Für alle im Forum. Ich habe in letzter Zeit viel geschrieben. Deshalb möchte ich eine kleine Zusammenfassung schreiben. Dann mache ich mal eine Pause. " Je schöner und voller die Erinnerung ,desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in stille Freude. Man trägt das vergangene schöne nicht wie ein Stachel ,sondern wie ein kostbares Geschenk in sich." Liebe Grüße von Christine. <3

    Liebe Linchen. Ich habe mich noch mal belesen. Ich weiß auch, daß es noch etwas anders ist,das Kontrollieren.Ich habe mal eine Therapie wegen meiner Angsterkrankung gemacht. Da war das Hauptthema. Angst ist das stärkste Gefühl, dass der Mensch hat. Es stammt noch aus der Zeit, wo der Mensch großen Gefahren ausgesetzt war. Und bis heute ist das Gefühl der Angst im Menschen fest verankert. Wir haben in der Therapie gelernt, wie man mit Gefühlen umgeht. Das fängt bei Atemtechnik an und endet bei Akzeptanz.Man kann das Thema nicht in wenigen Worten erklären. Es passt aber auch zur Trauer,denn Trauer ist auch ein Gefühl. Ich habe gelernt ,meine Angst zu akzeptieren. Das heißt nicht, dass ich das gut fand,wenn ich diese Panikattacken bekam.Ich musste lernen ,dass die Angst mich nicht beherrscht. Mal ein Vergleich. Wenn ich früher immer über Brücken ging, hatte ich panische Angst und bin umgekehrt. In der Therapie bin ich mit der Angst über die Brücke gegangen. Glaube mir ,das hat mich was gekostet. Je mehr wir das geübt haben , umso mehr verlor ich die Angst.Sie beherrschte mich nicht mehr. Gerne gehe ich immer noch nicht über Brücken,aber ich gehe. Das verstehe ich unter Kontrolle der Gefühle. Das jetzt auf die Trauer bezogen kann ich hier nicht mehr erklären, das führt zu weit .Geholfen hat mir die Therapie,Silvios Tod anzunehmen. Das ging nicht einfach so, ,das brauchte Zeit ........ Nun kam eben der Postbote und brachte mir einen grossen Ventilator. Mir reicht es mit der Hitze. Liebe Grüße von Christine.

    Nun möchte ich doch noch etwas loswerden zum Thema : Gefühle kontrollieren. Das Wort Kontrolle ist irreführend. Es hat einen negativen Beigeschmack. Gefühle müssen raus ,müssen gelebt werden,dürfen sich nicht stauen, denn dann kann es schwerwiegende Folgen haben. Kontrolle, um trotzdem wieder das Wort zu benutzen ,heißt für mich ,dass die Gefühle einen aber nicht davon abhalten,auch wieder positive Dinge erleben zu dürfen. Das heißt ,dass ich meine Gedanken auch auf etwas anderes lenke und damit Platz mache für positive Dinge. Die Gedanken beeinflussen den Menschen doch immer. Das fängt früh beim Aufstehen an und endet oftmals in Träumen in der Nacht.Wenn Ich also von Dieters Eichhörnchen spreche, so ist das ein gutes Beispiel für das,was ich meine. Seine Eichhörnchen beschäftigen ihn sinnvoll, denn sie brauchen ihn. Sie lenken ab vom ständigen Grübeln und trotzdem hat er dadurch immer eine Verbindung zu seiner Ursel. Wenn nun jemand sagt ,es kann ja nicht jeder Eichhörnchen haben , so ist das natürlich richtig. Aber ich glaube, dass jeder irgendetwas hat, woran er sich aufrichten kann und wenn es noch so klein ist. Auch der Glaube an eine Religion kann das sein.Ich wurde durch meine Hüfte abgelenkt, weil ich dazu gezwungen war. Es gibt Beispiele, wo sich trauernde Menschen ein neues Hobby zulegten. Und damit beschäftige ich mich automatisch mit etwas anderem. Das bedeutet Kontrolle. Ich bin aktiv geworden. An die Tür klopft keiner und sagt , :" Ich mache das für dich. Machen muss man es selbst. Das ist logisch. Wann der Zeitpunkt gekommen ist, wo man für andere Dinge den Kopf freimacht ist sehr unterschiedlich. Und damit bin ich wieder bei Dieters Eichhörnchen . Sie haben ihn gebraucht und er sie. Daß er täglich an Ursel denkt und mit ihr spricht ist kein Widerspruch.Im Gegenteil. Auch ich denke an meinen Sohn und spreche mit ihm und bin traurig. Das wird immer bleiben und ich möchte das auch so.Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

    Ihr Lieben. Wenn wir uns hier im Forum schreiben, so birgt das immer eine Gefahr. Keiner kann die Beweggründe des anderen so gut erkennen, daß er immer die richtigen Worte findet. Man geht auch Irrwege in dem Verständnis für die Probleme des anderen. Und jeder geht doch immer von sich aus.Wir sind doch alle keine Gelehrten, daß wir behaupten können, wir hätten den anderen neben uns genau verstanden. Und wenn ich wieder von mir ausgehe ,so habe ich eine längere Zeit gebraucht, um mich selbst zu verstehen. Alles was in uns vorgeht,sind doch unsere ganz eigenen Gedanken und Gefühle .Ich maße mir nicht an,den anderen zu kennen. Was uns vereint ,sind bestimmte Gemeinsamkeiten,der Verlust des geliebten Menschen und der Weg ohne ihn. Was sich in unserem Inneren täglich abspielt ist ganz individuell. Das beginnt schon mit der Art der Verbindung, die jeder hatte. So ist zum Beispiel sein eigenes Kind zu verlieren ,etwas ganz anderes als den Partner .Das brauche ich bestimmt nicht zu erklären. Wie das Leben für jeden von uns weitergeht,ist so unterschiedlich, wie wir alle unterschiedlich sind.Das Forum war und ist für mich immer ein Zufluchtsort, wenn ich jemanden brauche, dem ich mein Herz ausschütten kann. Das braucht man in der Trauer. Darüber hinaus habe ich auch immer die Möglichkeit genutzt, etwas mehr aus dem Leben des anderen zu erfahren, was mich auch von meinem Schmerz ablenkte und mich dem Alltag wieder näher brachte. Ob das Dieters Eichhörnchen sind ,die Zähne von Carmens Sohn,meine leibliche Hüftgeschichte ,der Garten von Bille ,die Kätzchen von Linchen auf der Dachterasse und vieles mehr. Es lenkt mich ab und hilft mir ein , in das Leben zurückzufinden,was wir doch alle müssen. Es ist doch immer alles in Bewegung.Wie das jedem einzelnen gelingt,kann in einem Forum nicht in allen Bereichen sichtbar werden. Da hat es seine Grenzen. Es ist mitten in der Nacht. Ich bin mit Kopfschmerzen aufgewacht. Daß ich dann ins Forum schaue, ist schon zur Gewohnheit geworden. Aber es tut gut. Wenn das nicht so wäre, würde ich es sein lassen. Übers Wetter reden wir nun auch seit Tagen. Ich schließe mich an.Mir graut nämlich schon vor den nächsten Tagen. Ich höre im Hause an Schritten,daß andere auch nicht gut schlafen. Und auf dem Balkon über mir raucht jemand. Nun versuche ich wieder einzuschlafen. Am Tage will ich heute mal meine Akten sortieren, die beim Umzug durcheinander gekommen sind. Gestern habe ich meinen Mietvertrag für meine schöne Wohnung unterschrieben. Mit lieben Grüßen von Christine.

    .Kontrollieren bedeutet nicht unterdrücken Das müsstest du nochmal lesen. Ich möchte nichts sagen, was du nicht verstehst. Ich verstehe darunter, daß man sich aber nicht von ihnen beherrschen lassen soll. Ich habe zum Beispiel beim Tod meines Sohnes nach einiger Zeit festgestellt, dass ich meine Gefühle für ihn auch in eine positive Richtung lenken kann. Ich weiß, daß er nicht wiedergekommen wird. Also muss ich damit leben und etwas tun, was das Leben wieder lebenswert macht.Das ändert doch nichts an meinen Gefühlen für ihn. Und ich darf auch noch traurig sein und weinen. Weinen im stillen ,das ist meine Art der Trauer.

    Liebe Kerstin. Das hast du schön geschrieben. Ich habe auch gelesen, daß das Gehirn des Menschen uns vor solchen Katastrophen schützt. Wir wissen nur wenig darüber. Wo lernt man das auch ,nirgendwo. Man muß sich damit selbst beschäftigen. Ich hatte mal eine Angsterkrankung. Da habe ich lange gebraucht, um davon geheilt zu werden. Ich habe gelernt, vor der Angst nicht wegzulaufen,sonder durchzugehen. Weil auch hier wieder der Selbsterhaltungstrieb einsetzt, die Angst wird dadurch besiegt.Man muss den Konflikt nur aushalten. Das ist der einzige Weg. Ein guter Therapeut lernt das in der Ausbildung. Und so wird auch unser Schmerz schwächer.Und irgendwann bleiben nur noch die schönen Erinnerungen. Liebe Grüße von Christine.

    Und wenn man denkt es geht nicht mehr , kommt irgendwann ein Lichtlein her.Alles Gute für die Zukunft von Christine.

    Ich kann dir aber sagen ,irgendwann hat man das Alter überhaupt nicht mehr im Sinn. Ich glaube, die Kinder bleiben in unseren Augen ewig jung.Du hast deine Jungs ja auch sehr früh bekommen. Ich glaube, das hängt damit zusammen. Isabel ist schon 60.Es ist vom Gefühl nicht lange her,als ich 60 war. Da habe ich auf Mallorca den Abschied meines bunten Lebens gefeiert. Aber so richtig. Es war herrlich. Nun ist sie 60 und ich 2 mal 40 plus 2.😂Wo ist die Zeit geblieben?