Beiträge von CHRISTINE B

    Lieber Dieter. Du weißt wirklich gut Bescheid. Das ist immer gut. Und eine Neurologin kennt sich ja auch aus. Das stimmt, die Ärzte mögen es nicht,wenn man" zuviel " weiß. Ich lese viel im Internet. Da steht alles genau drin. Gerade was meine Hüfte angeht. Manchmal muss man von den Ärzten auch was verlangen. Trotzdem bleibt dann viel an einem selbst hängen. Und der leidtragende ist immer der Patient. Wenn er aus dem Sprechzimmer raus ist ,beginnt manchmal der eigentliche Kampf. Dabei ist es doch wichtig, daß man aktiv am Heilungsprozess mitwirkt. Für mich ist wichtig, ob man ernst genommen wird. Manchmal reichen schon drei,vier Worte in einem aufbauenden Ton,daß es einem etwas besser geht. Ich bin ,wie ich schon schrieb, derzeit wieder etwas unglücklich, weil es zwar besser geworden ist, aber immer noch wehtut .Vielleicht verlange ich zuviel .Es gibt Beispiele, wo man auch nach einem Jahr noch Schmerzen haben kann. Dann gehöre ich eben zu denen und will es nur nicht wahrhaben. Liebe Grüße und Wünsche von Christine.

    Lieber Dieter. Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich bin kein Arzt, aber ich habe das selbst erlebt, was du jetzt durchmachen musst. Bei meiner Hausärztin fand ich auch keine Hilfe. Ich habe aber eine sehr gute Psychiaterin. Da gehe ich schon seit Jahren hin. Man braucht einen Menschen, dem man vertrauen kann. Das Forum hat ja auch seine Grenzen. Ich bin auch noch nicht wieder so richtig gesund, wie ich es vor dem Verlust meines Sohnes war.Und der Heilungsprozess meiner Hüftgelenkprothese geht auch schleppend voran. Es kommen viele Faktoren zusammen, wenn der Mensch unglücklich ist. Das Alleinsein spielt da eine große Rolle. Ich habe ja noch Kinder und Enkelkinder, aber trotzdem bin alleine. Der Cortisolspiegel ist ja das Stresshormon. Das baut sich ganz langsam ab.Du bist doch noch nicht in der Lage,deinen Verlust anzunehmen. Das ist doch auch noch viel zu viel verlangt. Hast du keine psychologische Hilfe?Das würde dir bestimmt helfen. Wenn die Seele schmerzt,ist der Körper immer beteiligt. Ich sage immer dann ist es doppelt schwer. Ich würde dir gerne noch ein paar tröstende Worte schicken. Ich bin derzeit auch etwas angeschlagen. Ich mag das gar nicht mehr sagen.Ich habe immer noch Schmerzen mit meiner Hüfte, aber die Ärzte finden nichts. Ich soll Geduld haben. Ich habe langsam auch fast eine Arztphobie.Mann darf auch mal verzweifelt sein. Liebe Grüße von Christine.

    Je schöner und voller die Erinnerungen,desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in stille Freude. Man trägt das vergangene ,schöne nicht wie ein Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich. So geht es mir mit meinem lieben Silvio.

    Guten Morgen liebe Carmen. Schön,daß du an mich denkst. Endlich ist die gruselige Kälte vorbei. Da geht es einem doch gleich viel besser.Ich werde mich nachher zu einem Spaziergang aufmachen. Meiner Hüfte geht's auch besser. Du siehst also,es kommen nach der dunklen Zeit auch wieder schöne Tage. Ich fahre bald mal ganz in Ruhe auf den Friedhof mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dann komme ich mal unter Menschen und zu meinem Silvio. Ich fühlte mich ja manchmal wie eingesperrt. Wie ist die Lage bei Dir? Bestimmt noch angespannt.Vielen Dank nochmal für deine Nachricht. Auch du zählst ja zu meinen treuen Seelen. Liebe Grüße von Christine.

    Liebe Mayatochter. Gerade lese ich deinen Beitrag. Ich hatte mir einen spannenden Film bei Youtube angesehen. Da findet man manches Juwel. Meine Hüfte, das ist schon so ein Thema. Es ist völlig richtig. Das Nachher zählt. Ich konnte ja damals kaum noch laufen vor Schmerzen. Das ist vorbei. Ich habe aber immer noch mehr oder weniger Schmerzen bei Belastung. Aber das wird noch besser. Es dauert bei mir eben etwas länger, das ist normal .Die Heilung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Es war keine leichte Operation. Vielen Dank nochmals, daß du an mich gedacht hast. Du zählst zu meinen treuen Seelen.Ganz Liebe Grüße von Christine.

    Ein paar letzteGedanken zum Thema.: Zahnarzt. Genau wie dein Sohn: fast 2m groß aber Angst,wie ein kleines Kind.Das ist sehr menschlich. Er ist sogar einmal vom Zahnarztstuhl aufgestanden und weggelaufen. Er hat dann irgendwann doch einen Arzt gefunden, der ihm gefallen hat. Er hat sich dann die schlechten Zähne abschleifen lassen und Kronen bekommen. Alles in drei Sitzungen .Und es wurde bei der Behandlung immer nachgespritzt. Dein Sohn wird das auch schaffen. Ich hatte auch immer Panik beim Zahnarzt. Ich habe nun eine Teilprothese und endlich meine Ruhe.

    Liebe Carmen. Kein Mensch ,außer man selbst als Betroffene kann beurteilen, wie es in einer Mutter aussieht, wenn die Kinder Probleme machen. Ich habe drei, zwei Mädchen und einen Jungen. Alle drei sind unter gleichen Bedingungen aufgewachsen. Mein Sohn hatte sein Leben lange nicht in den Griff bekommen. Meine beiden Töchter genau das Gegenteil. Es spielen bei der Entwicklung des Jugendlichen immer viele Faktoren eine Rolle. Das kann man nicht in ein paar wenigen Worten ausdrücken. Eins hatte mein Sohn immer,die Gewissheit dass er trotzdem geliebt wird und wir,seine Schwestern und ich ihn nie haben fallen lassen. Es war ein langer Weg. Es war sehr schmerzhaft ,wenn man merkte, ihm nicht helfen zu können. Aber es kam dann die Zeit, wo sich das Blatt wendete. Er fand eine Arbeit die ihm guttat, ein Hobby ( sein Angeln ,seine Wohnung schön einzurichten und ein paar Kumpel) Eine eigene Familie hat er nie gegründet. Wir waren seine Familie. Und diese Entscheidung zu treffen war sein ganz eigenes Recht. Er hatte noch viele schöne Jahre bis zu seinem Tod. Und das tröstet mich .Seine Gesundheit hatte durch seinen früheren Lebenswandel sehr gelitten.Ich habe meinen Sohn sehr geliebt, gerade, weil er es sich sehr schwer gemacht hatte. Das kann nur eine Mutter verstehen.

    Liebe Carmen. Manchmal ist das Leben auch schwer auszuhalten. Dein Sohn ist ja keine 17 mehr. Und du hattest in der Vergangenheit bestimmt schon viel Probleme mit ihm.Als völlig Außenstehender kann man dir nur wünschen, dass er eines Tages aufwacht.Es tut mir leid, ich kann dir ja auch nicht helfen. Du hast aber bestimmt Freunde, die dich zumindest unterstützen,wo du dich mal anlehnen kannst. Deine Arbeit ist auch eine Abwechslung. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute. Christine. ( ich habe mal wieder vorzeitig auf senden gedrückt. )

    Versuche es mal. Du wirst sehen, es wirkt sich positiv aus. Man nimmt sich oft viel zu wichtig. Letzten Endes machen die Menschen sowieso was sie wollen. Auch und oft vor allem auch die Kinder. Ich habe meine Pflicht getan, die Kinder auf das Leben vorzubereiten. Das nicht alles funktioniert hat, ist völlig normal. Aber ich habe sie nicht vernachlässigt. Und was Freunde angeht, ist auch so ein Thema. Einen richtigen Freund zu haben ist ein hohes Gut , 2 schon selten und mehrere geht gar nicht,wenn man unter Freundschaft das versteht, was es sein sollte.

    Liebe Carmen. Genau ,das glaube ich auch.Kälte ist nämlich Gift für die Gelenke. Dann bin noch ein Typ von Mensch, der viel mit dem Gemüt an allem hängt. Ich habe mir aber mal helfen lassen. Und da habe ich gelernt, die Widrigkeiten des Lebens nicht so an mich ranzulassen. Das ist leicht gesagt. Aber das kann man lernen. Ich versuche das Leben wie ein Theaterstück zu sehen, wo man Regie führt, nicht mehr Schauspieler ,sondern Regisseur ist.Bestimmt verstehst du das. Seitdem bin ich zufriedener und gelassener geworden.

    Ich hatte in der Reha schon immer noch Schmerzen. Vielleicht hängt das mit meinem Kreuz zusammen, hatten die Ärzte gesagt. Die Nerven sind ja alle miteinander verbunden.Mein Lendenwirbel sind auch abgenutzt. Ein Arzt sagte auch,bei mir hätten sie viel zu sägen gehabt, weil ich groß und kräftig bin( nicht dick!!!)Na ja, egal.Das Schmerzempfinden ist auch bei jedem Menschen anders. Bewegen kann ich alles gut ,nur bei Belastung auf der neuen Hüfte tut es noch weh.

    Ich weiß, liebe Carmen. Das ist unser Los.Das gehört zu einer Mutter. Wichtig ist aber,daß man akzeptieren muss, was man nicht ändern kann. Glaube mir,das sind keine leeren Worte. Im Forum kann man nicht alles schreiben. Ich habe wirklich sehr viel erlebt. Mein Sohn hatte es nicht leicht. Er ist ohne Vater aufgewachsen.Das hat er sich nicht ausgesucht, das war mein Anteil. Wir haben alle unsere Geschichten.

    Ich habe heute einen kleinen Geburtstag. Meine neue Hüfte ist heute ein Jahr alt.Bin vorhin zur Kontrolle meine 38 Stufen gestiegen. Ich bin ehrlich, es ist nicht so ,wie es früher war, als alles noch in Ordnung war. Ich denke, das wird es vielleicht nie. Ich war immer sehr sportlich ,konnte durch Berlin stundenlang laufen .Treppen steigen war nie ein Problem. Trotzdem schaue ich optimistisch in die Zukunft. Ich hatte ja in dieser Zeit der Operation den Verlust meines Sohnes zu verarbeiten. Und die Trauer vergeht nicht.Wie soll der Körper und die Seele das alles schaffen, da reicht kein Jahr. Ich vergleiche mich auch nicht mehr mit anderen. Jeder Mensch ist doch einzigartig. Ich mache manchmal mein Späßchen mit meinem Ersatzteil. Ich sage dann,daß mein Körper dieses Metall nicht will, es ist immer noch ein Fremdkörper.Aber ich bin dankbar, daß es so etwas gibt. Dadurch gewinnt man doch an Lebensqualität. Sonst hätte ich mich für den Rest meines Lebens sehr quälen müssen. Ich brauche noch Zeit und irgendwann werde ich das neue Gelenk bestimmt nicht mehr spüren. Ich muß ja auch nicht mehr stundenlang laufen. Im Alter setzt man andere Prioritäten.

    Liebe Carmen. Ich fühle mit dir.Mein Sohn war auch mein Sorgenkind. So etwas gibt es in vielen Familien. Erst spät wurde er vernünftig, was man sch so als Mutter wünscht. Und nun ist er mit 59 gestorben. Da wünscht man sich die alten Zeiten zurück, auch die Sorgen .Wir Mütter lieben unsere Kinder. Das liegt in unserer Natur. Das Zahnarztproblem ist eigentlich gar kein Problem, nur daß es ihm Schmerzen bereitet. Und das kann ihm nur ein Arzt nehmen. Du hast ja schon genug durchgemacht.Das ist ja nun wirklich nicht dein Problem.